missverständliche Anweisung

Meine Apothekerkollegin hat mich letzthin darauf hingewiesen, dass die im Computer vorgegebenen Dosierungshinweise zum Teil missverständlich sein können.

Zum Beispiel: „1 Beutel täglich in Wasser lösen und trinken“

Das Problem: der Beutel (als Ganzes) löst sich ja nicht – auch nicht, wenn man den ganzen Tag wartet. Darum besteht sie darauf das zu ändern in:

„Den Inhalt eines Beutels täglich in Wasser auflösen und trinken.“

Pedantisch, ich weiss. Wobei – ganz unrecht hat sie ja nicht.

17 Antworten auf „missverständliche Anweisung

  1. Du kennst selbst genügend Kunden, die die einfachsten Anweisungen nicht verstehen. (Wie war das z.B. mit der Dame, die die doppelte Menge Ohrentropfen in ein Ohr geträufelt hat, weil es ja zur anderen Seite rüberläuft). Darum wird das wohl sicherheitshalber so drauf geschrieben.

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    1. Hahaha… hätt ich das live gesehen,hätte ich ihr wohl recht gegeben. .. doppelte menge in ein ohr, weils rüberläuft :-D hahahahaha.. ohne hinderniss wundert es mich nicht ;)

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  2. Genau. Aber irgendwie finde ich es trotzdem … wie soll ich sagen? … ich gehe einfach nicht gerne davon aus, dass der Kunde sowas nicht verstehen kann. Aber man leider wohl vom kleinsten gemeinsamen Nenner ausgehen.

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  3. Manchmal geht es mir selbst so, dass ich eine Anweisung zu genau nehme und dann erstmal in Ruhe nachdenken muss. Natürlich nicht, wie in deinem plakativen Beispiel, aber es gibt auch wesentlich missverständlichere Anweisungen. Deshalb ist es genau richtig, wenn du ein wenig pedantisch bist. (Ich dachte immer, Pedanten sind die Leute, die immer mit dem Fahrrad fahren?)

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  4. Pedantisch? Nein!

    Ich könnte mich oft kringelig lachen über mir völlig sinnlos erscheinende Warnhinweise auf Alltagsgegenständen. Aaaaber …

    Es wird immer Menschen geben, die das wörtlich nehmen und dann erbost darüber sind, dass es nicht funktioniert. Einfach, weil das Neuland für sie ist und sie – aus welchem Grund auch immer – das auftretende Problem nicht flexibel genug lösen können. Und wir dürfen nicht vergessen, es gibt immer mehr hochbetagte Patienten, bei denen schon erste Formen von Demenz erkennbar sind. Und dann sind genaue Beschreibungen gerade für solche extrem wichtig, die noch keine Betreuung brauchen, aber denen der Alltag schon nicht mehr leicht fällt. Je genauer die Angaben, desto länger kommen sie alleine klar.

    Viele Grüße, Tatzelwurm

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  5. man könnte sich auch vorstellen, es sei gemeint dass man sich ins Wasser setzten/stellen und dann den Beutel als Ganzes in der Badewanne auflösen soll… gibt’s wirklich Leute, die sowas ernsthaft probieren?

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  6. Auf der anderen Seite gibt es auch Darreichungsformen wie Kapseln, die sich auflösen, denen man das aber keineswegs ansieht und die man auch nicht aufmachen darf. (oder nicht immer)

    Es gibt auf dieser Welt auch gesunde Leute die noch nicht wöchentlich oder öfter alle möglichen Medikamente einwerfen und entsprechend keine Erfahrung haben! Für diese ist es dann angenehmer, wenn die Anweisung eindeutig ist.
    Gerade in diesem Beispiel kann man leicht an Teebeutel denken.

    Bei Medikamenten ist Scheu vor (vermeintlich peinlich) genauen Anweisungen fehl am Platz!

    (wobei es in diesem Fall wahrscheinlich auch nicht um ein lebenswichtiges Medikament ging)

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  7. „Den Inhalt eines Beutels täglich in Wasser auflösen und trinken.“

    das hört sich aber jetzt so an, als solle man den Beutel aufmachen, den Inhalt ins Wasser geben und dann trinken….
    da hast du dann ganz schnell Kunden die sich beschweren dass die Kräuter so schwer runterzuschlucken sind ;-)

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    1. Genau das ist der Sinn der Sache – dabei handelt es sich aber nicht um Teebeutel, sondern um Beutel mit pulverförmigem Inhalt.
      Ah – man kann das auch umgekehrt missverstehen.

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  8. Eine Mutter letztens in der Ambulanz. Sie baut eine 200 ml Flasche mit Amoxicillinpulver vor mir auf, die sie vom Kinderarzt bekommen hat, weil ihr Kind Ohrenschmerzen hat.
    Mutter: „Was mach ich denn jetzt damit?“
    Sternenmond: „Wasser bis zum Strich einfüllen und dann das Pulver darin auflösen lassen. Dann haben sie das Antibiotikum als Saft für ihr Kind. Jeden Tag dreimal einen Messlöffel.“
    Mutter beguckt die Flasche und dreht sie von links nach rechts, während ihr ein Licht aufgeht: „Ah ja, das ist ja ganz klar! Und denn tu ich ihr dann in die Ohren!“

    Fast.

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  9. „Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ (Albert Einstein, Physiker, 1894-1963)

    „Sobald jemand etwas idiotensicher gemacht hat kommt die Schöpfung und gebiert einen noch grösseren Idioten.“ (unbekannt)

    Programmieren ist heutezutage der Wettlauf zwischen Entwicklern, grössere und bessere, idiotensichere Programme zu schaffen und der Schöpfung, grössere und bessere Idioten hervorzubringen. Im Moment liegt die Schöpfung vorne.“ Rich Cook

    In diesen Zitaten ist sicher Wahrheit drin. Und solange das so ist ist es richtig, sich mit diesen Hinweisen grösste Mühe zu geben. Und das ist tatsächlich nicht einfach. Es muss einfach, kurz und eindeutig sein. Da kann man manchmal schon ein paar Minuten drüber brüten. Und wir haben dann immer noch keine absolute Sicherheit, dass der Patient das Medikament korrekt anwendet.

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    1. Hallo Dominik – ich hab dir wegen der Apothekerkreuzbilder ein mail retourgeschickt – leider landen meine mails wegen dem Namen oft im Spam :-( die Frage war: wie komme ich an die Bilder?

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  10. Und nun önderst du den Satz deiner Kollegin noch wie folgt:
    „Einmal töglich den Inhalt eines Beutels in Wasser auflösen und trinken.“

    Sonst könnte man ja glauben, man müßte täglich vom Inhalt EINES Beutels trinken. Könnte nach drei Tagen schon an Wirksamkeit verlieren…

    Salat

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  11. Eben. Je eindeutiger die Anweisung ist, desto umfangreicher wird sie. Und so komplizierter für den Patienten zu verstehen.

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