Schwamm drüber!

„Hast Du Schwämme?“ fragt mich die burschikos gekleidete, etwas stämmigere Frau – und ich muss zugeben, ich bin etwas vor den Kopf gestossen. Im Normalfall redet man in der Schweiz Leute die man nicht kennt mit „Sie“ an, nicht mit Du. Das Du ist entweder sehr persönlich oder – wenn ich die Person eben nicht kenne- herablassend bis fast beleidigend.

Jedenfalls lasse ich mir erst mal nichts anmerken und bringe sie zu unseren Badeschwämmen: „Wir haben diese hier. Die hier (zeige) sind natürliche Meeresschwämme und die hier sind die künstlichen“.

Frau: „Oh, ich meine nicht Schwämme zum waschen, ich meine solche für die Periode.“

Pharmama: „Schwämme statt Tampon? Ich habe da mal etwas darüber gelesen, aber ich wusste nicht, dass man die heute noch braucht.“

Frau: „Sowas. Ich dachte ihr hättet die. Jetzt muss ich wohl doch wieder in einen Sexshop. … Aber danke vielmal für die Beratung – streicht mir über den Arm. Du bist ja ganz nett.“

Pharmama: Sprachlos ob soviel Nähe.

Frau: „Na dann bis bald mal! Tschüss!“

Hinter mir kichernd die halbe Belegschaft: „Sag mal – hat die gerade versucht dich anzumachen?“

Das war fast eine Karikatur von einer Lesbe  (entschuldigt den harten Ausdruck)– also sooo habe ich mir das nicht vorgestellt.

Ich glaub ich brauch jetzt auch einen Schwamm – zum waschen.

Ich habe nichts gegen homosexuelle Leute. Ich hab nur was dagegen plump angemacht zu werden, egal von welchem Geschlecht!

36 Kommentare zu „Schwamm drüber!

  1. Schwämme „für“ die Periode kenne ich nicht. Ich hab mal irgendwo von „Mondtassen“ gelesen. Oder dass frau es lernen kann die Gebärmutter so zu trainieren, dass das Blut nur auf Wunsch fliesst (in die Toilette). Frau lernt nicht aus

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  2. lach….
    Ich liebe es, von deinen Erlebnissen zu lesen. Es ist schon sehr bunt, was du in deinem Job so erlebst.
    Das DU nehme ich mir natürlich nur heraus, weil es im Internet so üblich ist :-)

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  3. OMG, was es doch für Leute gibt… *grins* Die Schwammanfrage ist ja der Hammer! Aber du wirst lachen, auch ich bin sogar im Online-Trekking-Laden über solche Tamponalternativen gestoßen. Es gibt solche auswaschbaren wiederverwendbaren Schwämme und – und jetzt kommts – sogar Auffangschalen, die wie eine Tasse das Blut auffangen sollen…bäääh. Soviel zum Thema Emanzipation, man nimmt ja keine Tampons oder Binden wie Normalofrauen, neiiin. [/ironie] Das besondere an diesen Schwämmen ist auch, dass die beim Sex nicht herausgenommen werden müssen. Bloß falls dich mal jemand danach fragt ;-)

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    1. Mooncup ist klasse – ENDLICH Unabhängigkeit von Mülleimern in Toiletten (gibt es in Unis oft genug nicht in jeder Toilette – man läuft also mit dem unauffälligen weißen „bitte werfen sie ihre Menstruationsartikel nicht in die Toilette“-Tütchen an allen Leuten vorbei zum Mülleimer…), ENDLICH keine Tampons mehr, die in ungünstigem Augenblick aus der Hosentasche rausfallen (am besten vor einer Horde noch-nicht-ganz-zuende-pubertierter Informatik-Studis…), ENDLICH wirklich „sicher“ – der Mooncup saut nämlich viel weniger als Tampons und Binden.
      Seit ich den Mooncup benutze, hab ich außerdem weniger Krämpfe (ich führe das darauf zurück, dass der Mooncup besser „abdichtet“ und ich mich daher einfach lockerer verhalte, weil ich nicht die ganze Zeit darüber grüble ob ich grad am Auslaufen bin). Es gibt auch Berichte, dass der Mooncup weniger Pilz-Infektionen macht (hängt wohl damit zusammen, dass Tampons die Scheide austrocknen), darüber kann ich aber selbst nichts sagen.
      Ich war anfangs auch sehr skeptisch – inzwischen hab ich meinen aber seit mehreren Jahren, und bin voll davon überzeugt.

      Von den Schwämmen hab ich übrigens auch schon gehört, zum Kaufen gesehen hab ich das meiner Erinnerung nach mal bei Waschbär (das ist ein Öko-Bestellservice). Das wiederum wäre nichts für mich, ich hätte einfach Angst, die Dinger in mir drin zu verlieren.

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      1. Meine Bekannte benutzt die Dinger uahc und — IHHHHH — stelt die immer zu ihrem Geschirr mit in die Spülmaschine rein.

        Ok ich hab mal meine Klobürste und Brille in der SM gespült, aber nicht zusammen mit anderem Zeug und bei 95 °C wird auch alles abgetötet.

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    1. Hab mir die Webseite gerade mal intensiv angeguckt und muss sagen – ich bin überrascht, und zwar in positiver Hinsicht! Großes Sorry also für’s vorzeitige „Herumkrähen“ :)

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    2. Wobei ich persönlich mir mit dem „Mooncup“ z.B. auf öffentlichen Toiletten etwas komisch vorkommen würde… Ganz zu schweigen davon, dass ich mir irgendwo die Hände nach dem Toilettengang wasche und nebenan eine andere Frau ihren Cup auswäscht… oder ihren Soft-Tampon… Naja. Aber über Geschmack lässt sich ja nicht streiten. ;)

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      1. Auf öffentlichen Toiletten kippe ich den Inhalt des Cups einfach ins Klo und setz ihn wieder ein. Da ist schließlich nichts dran, was vorher nicht auch schon im Körper drin war… (wichtiger finde ich, mir die Hände zu waschen bevor ich anfange am Cup rumzubasteln :)).
        Auswaschen tu ich ihn nur zuhause, am Ende der Periode wird er ausǵekocht.

        Es erfordert zugegebenermaßen ein bisschen Übung, das geht aber recht flott (nach 2-3 Perioden ist man „Mooncup-Profi“ ;)).

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        1. Ging mir genauso! Zur Sicherheit hab ich auch nochmal meine Frauenärztin gefragt und die hat sich schlau gemacht und mir dann versichert, dass sie nichts Negatives am Mooncup finden konnte. Es sei denn man lässt ihn tagelang drin und bekommt eine Infektion – aber das sollte man ja auch mit Tampons besser nicht tun. ;)

          Weniger Krämpfe, weniger Stress und nicht zu vergessen auch weniger Müll! Ach ja und: es ist eine einmalige Anschaffung von 30 Euro. Nie wieder überteuerte Tampons! Also auch ich kann Mooncups nur empfehlen!

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    3. Diese Softtampons kenne cih bloß von übergeilen Frauen die es nicht mal ein paar Tage ohne aushalten und mit den DIngern dann Sex haben können.

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  4. Ich kann die Menstruationstassen auch nur empfehlen. Man darf nur nicht den Wikiartikel lesen, der ist irgendwie abschreckend bzw die Bilder sind so unvorteilhaft.
    Ich hätte noch eine Seite anzubieten, die nicht Herstellergesponsort ist:
    http://menstruationstassen.wordpress.com
    oder auch http://www.afriska.com

    Die Schwämmchen kenne ich jetzt nur aus der Theorie, mir reicht meine Mens-Tasse (bzw ich hab ja mehrere ich gebs zu *g* )

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  5. Über diese Mooncups und ähnliche Fabrikate habe ich bisher auch schon ziemlich viel gutes gehört und wil das gelegentlich auch mal ausprobieren.
    Aber diese Duzerei… das ist mir auch schon ein paarmal passiert. Zum einen während meinem Uni-Nebenjob als Verkäuferin in einem „Natur- und Bequemschuhladen“, der also von den Produkten her leicht ökomäßig angehaucht war. Da kamen recht häufig Kunden, die dem Ökoklischee á la gewaltfreies Töpfern, therapeutischer Strick- und Häkelkreis, ich esse nur Pommes von glücklichen Kartoffeln, usw. schon recht nahe kamen, um es mal neutral zu formulieren. Die sprachen dann, weil man sich ja in Ökokreisen generell untereinander duzt (was heute eigentlich auch nicht mehr so selbstverständlich ist, aber egal) uns Verkäuferinnen häufig ganz entspannt mit du an. „Du, ich suche da so Schuhe in derundder Größe, magst du mir mal helfen?“ Ich guckte die dann immer demonstrativ ziemlich irritiert an und siezte ganz entspannt zurück, manche ließen sich davon kurieren, manche blieben dreist beim du.
    Und einmal hier bei meinem Wochenendjob beim Kassendienst, da kam mal einer an: „Hallo [Vorname], ich habe 4 Karten für Arne reservieren lassen, guckst du mal?“ Ich war verwirrt, denn ich war noch nicht lange in der Stadt, der Typ war in meinem und meines Freundes Alter, hätte ja sein können, das das ein Bekannter war, an den ich mich gerade nicht erinnerte. Ich suchte also erstmal die Reservierung raus, gab die Karten in die Kasse ein und fragte den Knaben dann, woher wir uns denn kennen würden, ich könnte mich gerade leider nicht entsinnen. Darauf er ganz fröhlich: „Gar nicht, aber dein Name steht doch da auf dem Schildchen!“ Ah, ok.
    Ich finde sowas immer ziemlich unangenehm, weil sehr distanzlos. Wobei, im Internet, in Blogs, da duze ich selbst auch, in dem Umfeld hat sich das irgendwie so eingebürgert. Und bin immer leicht irritiert, wenn in manchen Blogs gesiezt wird. Aber jeder wie er mag.

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  6. Ich kenn nur Schwemme, also Ärzteschwemme. Die gibt es ja schon seit Jahren in Deutschland. Momentan aber auch gleichzeitig Mangel. Die Mangel braucht man dann zum Trocknen der Schwämme. Sie heißt deshalb auch rote Mangel, …
    … oder hab ich jetzt doch was falsch verstanden?
    Wenn Männer über Frauen-Themen reden, dann wird’s schwammig eben.

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    1. …und im Süden wird es immer wärmer, und die Würmer gliedern sich in drei Gruppen, nämlich Spulwürmer, Fadenwürmer…
      Oder wie wie-heißt-sie-doch-gleich mal in einer Moderation brachte: „das war jetzt eine Überleitung aus dem Überleitungsmuseum in Köln“.
      ;)

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  7. Nachdem ich mir diesem blog zu Gemüte geführt habe, komm ich zu der Erkenntnis:

    Ich möchte als Kunde nicht von einer Apothekerin bedient werden, die so von oben herab denkt.

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  8. Also die Schwämme kenne ich hauptsächlich aus dem Sxshop und zwar, weil man damit die Sauerei beim Sx während der Periode verringert. Wird wohl auch gerne von „Gewerblichen“ benutzt.
    Nix für mich.
    Ich benutze auch so einen Menstruationscup und bin äußerst zufrieden. Viel Unkomplizierter als Tampons und man fährt nicht in den Urlaub und nicht genug Tampons dabei oder ist in der Uni und hat die falsche Tasche usw. Allerdings wasche ich ihn auf öffentlichen auch nicht aus. Auf Wandertouren wird auch nur mit der Wasserflasche grob drübergespült.

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    1. „… Menstruationscup … Auf Wandertouren… nur mit der Wasserflasche grob drübergespült …“
      Warum erfährt man hier Dinge, die man eigentlich nie erfahren wollte.
      ODER
      Lieber Europacup als Menstruationscup, mit dem kann man sogar im Stadion richtig spülen ….

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    2. Ja, auf längeren Wander- und Kajaktouren nutze ich das Dingens auch ;-) Da will ich einfach nicht unnötig Gepäck rumschleifen.

      Danke für das mit dem Gewerbe, erst gestern kam in einer kleinen lustigen Runde auf, was eigentlich Prostituierte während ihrer Periode machen. Komischerweise stellte sich die Frage ein Mann *grins* Von „die machen dann ne Woche Zwangspause“ bis „werden sich ihre Freier schon so im Terminkalender legen, das die Mens nicht stört“ hin zu „machen in der Zeit nur Telefonsex“ waren allerlei komische Vermutungen bei.

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  9. Auch von mir beide Daumen hoch für die Mooncups, einmal benutzt und man will NIE mehr Tampons und muss man in der Not doch mal, dann ist an darüber ziemlich genervt.
    Und solltest du dank den vielen positiven Kommentaren mal solche verkaufen wollen, hab ich auch schon den perfekten Zusatzverkauf: Corega Tabs bio, damit kriegt man die Tassen auch schön sauber.

    Ein Daumen hoch für die Softtampons, können auch ganz praktisch sein..

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    1. Ja genau Giftmischerin! Zumindest in D haben einige Cups/Tassen PZN, wenn die mal in den Apotheken stünden und ggf ein Ansichtsexmeplar zum in die Hand nehmen dabei ist, wären die bestimmt populärer. Die Leute müssen erstmal wissen dass es sowas gibt und dann kann man auch Vorurteile abbauen.

      Ich glaube in CH kann man Cups teils auch in Drogerien kaufen aber sicher bin ich mir da nicht. *grübel*

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      1. Na, ich weiß nicht. Als ich meinen zum ersten Mal in der Hand hatte dachte ich: Was, DAS soll da reinpassen?
        (Der zweite Gedanke war: wo ein Baby raus kann, passt auch der Mooncup rein. Man muss nur alles in der richtigen Relation sehen *gg*)

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  10. Das ist ja erstaunlich, was man beim Bloggen so alles lernt. Von Menstruationsschwämmen und -tassen hatte ich bislang noch nie etwas gehört. Ich muß allerdings dazu sagen, daß meine letzte Periode ca. 5 Jahre zurück liegt, ich bin im Klimakterium. Ich finde es toll, daß es für die jungen Frauen und Mädels mittlerweile solch gute Alternativen gibt.
    In meinen 33 Berufsjahren in der Gastronomie hat es mich ehrlich gesagt auch oft gestört, wenn wildfremde Menschen mich geduzt haben. Ich finde, das hat schon mit dem Anstand und dem Respekt zu tun, daß man völlig Unbekannte mit „Sie“ anspricht.
    Liebe Grüße!

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  11. So, jetzt weisst Du es: Dein Ehering haelt (wenn ueberhaupt) nur die Maenner ab.

    Oder er war in dem Moment einfach nicht richtig poliert.

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  12. Ich kenne Lesben eigentlich eher kühl und distanziert, vor allem maskuline Lesben.

    Distanzlosigkeit, vor allem mit anfassen würde ich – abhängig von der Situation – eher unter Persönlichkeitsstörung verbuchen, z. B. Borderline. Dieses Verhalten dann generell unter dem Etikett einer stereotypisierten Lesbe zu verbuchen ist daher etwas voreilig, IMO. Übrigens kenne ich keine Lesbe, die den Ausdruck Lesbe schlimm oder gar hart findet. Im Gegenteil, es ist vor allem bei jüngeren Lesben der Begriff, den sie selbst auch verwenden als Selbstdefinition.

    Dass du Pharmama (wie hälst du es eigentlich mit der Blogwelt wo duzen der Standard ist), nichts gegen homosexuelle Leute hast ist erfreulich, wobei sich mir dennoch die Frage stellt ob du auch nach dem Anmachen durch einen Mann das Bedürfnis nach duschen verspürst.

    Ich bin selbst übrigens nicht lesbisch.

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  13. „Ich kenne Lesben eigentlich eher kühl und distanziert, vor allem maskuline Lesben. … Dieses Verhalten dann generell unter dem Etikett einer stereotypisierten Lesbe zu verbuchen ist daher etwas voreilig,“
    – ich sag ja nicht, dass alle so sind – nur die.

    „ob du auch nach dem Anmachen durch einen Mann das Bedürfnis nach duschen verspürst.“ … nur wenn es auch so plump ist und mir der Mann überhaupt nicht gefällt.

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  14. Salü, gebe gerne auch noch meinen bescheidenen Senf zu den Schwämmchen.
    Habe in Reportagen schon gesehen, dass Prostituierte diese häufig benutzen während ihrer Periode, damit die Kundschaft nichts davon mitbekommt.
    Es soll sich eben gewebeähnlich anfühlen. Dient also nicht als Ersatz für Hygieneartikel (welcher Art auch immer) sondern damit sie keinen Dienstausfall während dieser Zeit haben.

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  15. Ich bleib definitiv auch bei der „Tasse“. Wenn man sich einmal dran gewöhnt hat und sieht, wie viel man über die Jahre so damit einspart, dann kann es eigentlich nur logisch sein, weg von Wegwerfartikeln zu kommen. Aber natürlich haben die Becher auch noch andere Aspekte, die für manche Frau immer noch zu „igitt“ sind. Alles eine Frage des Übens. :)

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