Andere Medikamente?

Bei Neukunden soll man wegen möglicher Wechselwirkungen immer abklären, ob der Kunde noch andere Medikamente einnimmt. Manchmal ist es aber ein Problem, weil nicht jeder, das was er nimmt, auch als „Medikament“ ansieht…

Apotheker: „Nehmen sie im Moment andere rezeptpflichtige Medikamente ein?“
Patient: „Nein.“
Apotheker: „Und Vitamine oder pflanzliche Medis?“
Patient: „Ja, etwas für meine Lungen, damit ich besser atmen kann.“
Apotheker: „Und wie heisst das?“
Patient: „Rimifon, einmal täglich.“
Apotheker: (hoppla!) „Danke, ich halte das so in ihren Unterlagen fest.“

P.S. Das ist ein Antibiotikum, das man praktisch nur zur Behandlung der Tuberkulose braucht – demnach ist es für die Lunge, aber definitiv ein Medikament – sogar eins, bei dem man sehr aufmerksam sein muss was die Kombination mit anderen Medis anbelangt.

19 Kommentare zu „Andere Medikamente?

  1. ich meine sogar mal gelesen zu haben, dass Milchprodukte Wechselwirkungen mit Antibiotika hervorrufen

    finds ja seltsam dass dein kunde so sorglos mit nem antibiotikum umgeht. irgendwann bildet man ja ne resistenz und die darmflora macht es auch kaputt….

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    1. Ich bezweifle stark, dass er das Antibiotikum „einfach so“ nimmt. Wahrscheinlicher ist, dass er es eben wegen der Diagnose „Tuberkulose“ vom Arzt verschrieben bekommt und das hier ist eines, das man länger nehmen muss – Tuberkulose wird immer schwieriger zu behandeln.
      Ich staune nur ein bisschen, weil er offensichtlich nicht weiss, was er da nimmt.

      Das mit den Wechselwirkungen für Antibiotika und Milchprodukte stimmt – für ein paar. Das mit der Darmflora kaputtmachen übrigens auch. Aber wenn er es wirklich regelmässig nimmt, sollte er keine Resistenzen züchten (das macht mehr ein nehmen, dann nicht mehr nehmen …“

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  2. Apo: Und dazu bitte keinen Alkohol trinken, das ist wichtig.
    Kunde: Kein Problem, ich trinke nur selten Alkohol
    Apo: Auch kein Bier!
    Kunde: …. (erstaunter Blick, sieht sein tägliches Feierabend-Bier schwinden)

    Man muss immer wieder hinterfragen, ob die eigene selbstverständliche Einteilung auch bei den Kunden gilt. Ich würde z.B. gerne mal wissen, wieviel Johanniskraut-Babys es gibt. Ist ja „nur pflanzlich“,

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    1. Das mit dem Johanniskraut würde mich auch interessieren … v.a. weil es inzwischen auch Studien gibt, die sagen, dass Johanniskraut doch nicht so einen grossen Einfluss auf die Pille hat….

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      1. Mein johanniskrautbaby ist jetzt 8. Ich kenne noch 2 andere. Ist selbstverständlich nicht repräsentativ. BTW: ich war damals im 2. Semester Pharmazie.

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  3. Na, die Pille selber ist doch auch ein Klassiker für „ich nehm keine Medikamente“.
    Ist ja auch kein Medikament, sondern ein Verhütungsmittel… und auf Wechselwirkungen muss man dabei auch nicht achten *zynisch mit den augen roll*

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    1. oh, ja, die Pille ist klassisch. Im Prinzip müssen wir bei jeder Frau im „empfängnisfähigen Alter“ davon ausgehen, dass sie sie nehmen könnte.
      V.a. Antibiotika machen da Probleme … auf einmal wirkt die Pille nicht mehr.

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      1. Ich sag grundsätzlich bei den entsprechenden Antibiotika (falls der Patient eine Frau ist) „Und falls sie die Pille nehmen, bitte den Zyklus zusätzlich verhüten.“ ob der patient dann sagt „egal, nehm ich nich“ oder „oh, gut, dass sie das sagen!“ ist mir dann mehr oder minder wurscht… vorsichtiger muss man bei teenagern sein, wenn man die eltern ganz vorsichtig fragt „ihre tochter nimmt die pille noch nicht, oder?“ da sind die reaktionen durchaus auch mal entrüstet *g*

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  4. Danke, ihr sprecht mir aus der Seele! Ich predige andauernd, dass nur weil etwas pflanzlich ist, es noch lange nicht harmlos ist.
    Wie oft höre ich von Mitschwangeren „ich bin krank und nehme jetzt das und das pflanzliche Zeug, man darf ja keine anderen (normalen) Medikamente nehmen in der Schwangerschaft“ (ohne sich zu informieren oder Packungsbeilagen zu lesen.)
    Schon mehrfach war das pflanzliche Zeug in der Schwangerschaft überhaupt nicht geeignet wohingegen das „normale“ (wie nennt man das? synthetisch?) völlig Problemlos wäre für Mutter und Kind.

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  5. Ich musste so lachen, danke für diese Anekdote. So Situationen kenne ich auch, teils von hinter der Theke – habe auch mal in einer Apotheke gearbeitet, allerdings ganz weit hinter der Theke, war Assistenzpraktikantin der Buchhaltung – und teils von vor der Theke. Ich finde es auch immer witzig wenn ich nach anderen verschreibungspflichtigen Medikamenten gefragt werde und die Dame oder der Herr hinter der Offizintheke sieht auf seinem Bildschirm (ich gehe immer in dieselbe Apotheke und da ist das gespeichert), dass ich Chronikerin bin und was ich alles nehmen muss. Ist manchmal auch deshalb spannend, weil ich mit denen dann die Wechselwirkungen diskutieren kann, die meine Stammmedikation mit dem „neuen“ Medi (das dann verschrieben wurde) hat.

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