Hab ich auch alles?

Telefon von der Nachbarapotheke:Entschuldigung, aber ist Frau XXX Kundin von ihnen?“

Pharmama: „Ja. Wieso?“

Nachbarapotheke: „Sie war gerade bei uns und wollte etwas von ihrem Dauerrezept – das sie nicht bei uns hat. Sie wurde etwas laut.“

Ok. Ich weiss dass die Kundin sehr vergesslich ist (sie bekommt inzwischen auch Alzheimermedikamente), ich kann nur hoffen, dass sie den Weg zu uns findet.

Wenige Minuten später spaziert sie tatsächlich durch die Türe und verkündet: „Ich war gerade zuhause, natürlich habe ich meine Rezepte hier! Da müssen sie mich nicht rauswerfen!“

Pharmama: „Guten Tag Frau XXX, das mit dem Rauswerfen waren aber nicht wir. Was brauchen sie denn?“

Worauf sie sich beruhigt, ihre Notizzettel rauszieht und ihre Medikamente bekommt. Angeschrieben.

Dreimal noch fragt sie nach, ob sie jetzt alles hat von uns, was sie braucht.

Pharmama: „Ja, die aufgeschriebenen Medikamente haben sie jetzt. Aber da stehen noch ein paar Lebensmittel drauf, die sie im Kaufhaus holen müssen.“

2 mal kommt sie darauf nochmals zurück, um zu fragen, ob sie die Medikamente geholt hat – sie glaubt es erst, wenn man ihr praktisch die Tasche aufmacht und ihr zeigt.

Sie ist eine nette Frau, aber ohne Hilfe kann sie nicht mehr lange zuhause wohnen. Sie hat einen Mann, der zwar geistig noch da ist, aber nicht mehr laufen kann. Er schreibt ihr auch immer die Notizzettel – sie geht das dann besorgen.

Solange sie den Weg noch findet heisst das.

Nach heute habe ich da Bedenken.

4 Antworten auf „Hab ich auch alles?

  1. Ja diese Bedenken kann ich verstehen und viele dieser alten Leute mit Demenz leben auch alleine, und in der Stadt muss dann manchmal erst etwas passieren bis jemand darauf aufmerksam wird. Das ist schon traurig.
    Lieben Gruss in den Tag
    Elfe

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  2. Sicher nicht leicht für alle Betroffenen. Manchmal versuche ich mir einzureden, dass die Person u.U. nicht viel davon mitbekommt. Für mich persönlich wäre der GAU, wenn der Körper nicht mehr mitmacht, aber der Geist noch rege ist.

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  3. Ich weiss nicht was ich schlimmer fände: ein gesunder, aktiver Geist, gefangen in einem sehr kranken Körper oder ein gesunder Körper und keinerlei Bewusstsein mehr. Irgendwie finde ich beide Varianten nicht wirklich toll. Ich denke aber, man kann auch mit einem kranken Körper noch einiges anstellen (Stephen Hawkins macht das gut vor), aber wenn man geistig nur noch auf pflanzlicher Ebene dahinvegetiert …. gut, das bekommt man selbst nicht mehr mit, aber …. brrr.

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