Kleine Ausredensammlung zum Methadon

In der Schweiz gibt es Apotheken welche (gegen Rezept und Verordnung) Methadon an Patienten ausgeben. Methadon ist ja das Ersatzmittel für diverse Opiate wie: Heroin,  …. Das Ziel dieser Substitutionstherapie ist, dem Patient trotz seiner Sucht ein geregeltes Leben zu ermöglichen. Er braucht nicht mehr hinter dem Stoff herzujagen, kann einer normalen Arbeit nachgehen. Das zweite Ziel wäre ihn dann irgendwann vom Stoff wegzubekommen, das Methadon abzubauen bis er gar nichts mehr braucht. – bisher habe ich das aber zugegebenermassen bei kaum einem gesehen. Es ist auch sehr schwierig eine Sucht loszuwerden und Methadon macht anscheinend üblere Entzugserscheinungen als Heroin.

Jedenfalls gibt es bei der Methadon-Abgabe verschiedene Möglichkeiten: Das geht – je nach Zuverlässigkeit des Patienten- von: „Muss jeden Tag in die Apotheke kommen und seine Portion unter Aufsicht trinken“ bis zu: „Bekommt einmal wöchentlich seine Wochenportionen mitgegeben.“

Man gibt das Methadon in kleinen Fläschchen ab, verdünnt mit Wasser und versetzt mit entweder Orangensaft oder Sirup. Dies nicht um des besseren Geschmackes willen, sondern weil man verhindern will, dass es gespritzt wird. Manche lassen sich aber auch davon nicht abhalten. (Brrrr).

Wer einmal in einer Apotheke, die Methadon abgibt gearbeitet hat, dem werden die folgenden Aussagen sicher bekannt vorkommen:

„Als ich das Fläschchen aufgemacht habe, habe ich alles verschüttet.“

„Meine Putzfrau hat die Fläschchen weggeworfen.“

„Sie haben mir nicht die richtige Menge Fläschchen mitgegeben.“

„Der Arzt hat gesagt ich kann auch mehr nehmen, wenn ich will.“

„Mir sind x Fläschchen kaputtgegangen, als die Tasche herunterfiel.“

„Jemand hat mein Fläschchen geklaut, während ich im Tram schlief.“

„Meine Fläschchen wurden mir aus dem Auto gestohlen.“

„Der Hund von meiner Schwester ist gestorben. Kann ich die Dosis für morgen auch gleich mitnehmen, damit ich an die Beerdigung kann?“

„Ich habe meiner Kollegin 2 Fläschchen gegeben, als es ihr schlecht ging…“

Wer noch mehr kennt, darf sie mir gern in den Kommentaren bringen!

Das Problem: Je mehr man sich auf derartiges einlässt und eine Ausnahme macht, desto mehr solche Ausreden wird man zu hören bekommen. Da hilft nur: Hart bleiben und gleich am Anfang darauf hinweisen, dass Ausnahmen nur über den Arzt gemacht werden, egal was passiert.

16 Antworten auf „Kleine Ausredensammlung zum Methadon

  1. Aua. Methadon ist nur Ersatzstoff für Opiate, damit hat Kokain doch nichts zu tun.
    Ein bisschen mehr Fachwissen sollte man von einer Apothekerin schon erwarten dürfen.

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  2. Immer das gleiche…
    Ich weiß schon, warum ich das Dienstzimmer abschließe. Mittlerweile kommen aber wenigstens keine seltsamen Figuren von außerhalb der Klinik- hat sich wohl rumgesprochen, daß wir nichts rausgeben und außerdem regelmäßig die Toiletten kontrollieren.

    Aber viele PatientInnen versuchen es immer wieder. Aber viele sind auch brav und wollen wirklich aus dem Sumpf raus.

    Und jeder, der irgendwie verdächtig ist, darf alle interessanten Medis wie in der Klapse unter Aufsicht verspeisen.

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  3. Eine super Ausrede ist auch: „Sie müssen mir meine Tagesdosen für zwei Wochen mitgeben. Ich muß nämlich auf Montage.“ So gehört Freitag abends, als der Arzt schon zu hatte. So so…Montage nennt man das also. Viele meiner Kunden verticken das Methadon auch für viel Geld, um sich dann Was-auch-immer zu kaufen. Da hat man ja ein super Geschäft gemacht. 5 Euro Rezeptgebühr für eine Woche Methadon sind doch ein Schnäppchen. Manche Kunden haben sogar mehrer Ärzte und mehrere Apotheken, wo sie sich ihr Methadon parralel abholen. Wobei ich mich frage, wie das geht. Die Krankenkasse kriegt das doch mit. Oder sind die so dämlich…???

    Liebe Grüße
    Nicole

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    1. Ein Doppel-Bezug ist eigentlich bei Methadon ausgeschlossen, eine jede Abgabe wird nach Berlin gemeldet und im Opiat-Verzeichnis gespeichert!

      Methadon ist auf dem Schwarzmarkt sehr, sehr billig,
      die Regel ist eigentlich 1 Euro pro 10mg. Methadon,
      von wirklichen Geld koennen Wir hier also nicht sprechen!

      Eine Abgabe wider der Verordnung ist eine Straftat,
      sollten Sie so etwas machen kann es sein das Sie ihre Lizenz verlieren, lassen Sie es nicht darauf ankommen!

      Mfg
      http://exilope.wordpress.com/

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      1. Hallo Exilope, das würde weder Nicole noch ich – noch irgendein Apotheker, den ich kenne machen. Wir wissen wohl das das illegal ist – wir haben es hier nur von den häufig gebrauchten Ausreden der Patienten, die an mehr kommen wollen.

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  4. Nicole, so schwer das auch zu glauben ist, aber eine Menge Krankenkassen kontrollieren nicht auf Missbrauch. Ich hatte einmal eine Pharmaassistentin die zwischendurch bei einer Kasse arbeitete. Als sie auch mal so einen Fall sah (aber mit Tabletten), informierte sie ihre Vorgesetzte, die nur meinte: „Das ist nicht unser Problem“. Eigentlich doch, oder? Sie blieb jedenfalls nicht lange dort.

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  5. Dein Beitrag trifft 0% auf mich zu. ich bin seit 3 Jahren im Methadonprogramm. Ich habe dadurch nur noch kontakt zu leichten drogen wie Alkohol und Cannabis. Der Arbeitsprozess läuft dank dem methadon mittlerweile wieder reibungslos. Methadon hat KEINERLEI sedierdende Eigenschaften mehr auf mich, da die Dosierung seit Beginn konstant ist. Vorsichtig mit Aussagen, wenn man sich nicht auskennt!!!

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  6. Nein, gar nirgends. das ist lediglich eine erklährung meinerseits, da sie besonders am textanfang nich korrekte aussagen gemacht haben. vielleicht haben sie somit das nächste mal ein besseres wissen, und wird all denen gerecht, die seriös im methadonprogramm sind, und dadurch wieder normal leben können… Nichts für ungut.lg

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  7. nehmt den dreck erst gar nicht
    ich habe studiert immer gearbeitet und eigentlich erfolg gehabt im Leben und in der Arbeitswelt(hatte Verantwortung und Pflichten)
    trotz Heroin(war nur teuer)
    seit ich aber methadon nehme bin ich auf gut deutsch gesagt fertig
    das zeug macht kaputt und dumm!!!
    so will die gesellschaft die Opiatabhängigen haben
    antriebslos und manipulierbar vorallem ängstlich !!!!

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  8. wie lange kann sich unsere gesellschaft erlauben solche leute wie mich abzustempeln
    ich kenne viele andere hochqualifizierte menschen
    die durch die menschenverachtende Drogenpolitik alles verloren haben und ins gesellschaftliche Abseits gestellt worden sind
    gebt den leuten ihren rausch!!
    jeder mensch hat ein anrecht auf seinen eigenen Rausch (solange dritte nicht darunter leiden warum nicht??
    aber die pharmaindustrie!!!!
    It is naively assumed that the fact that the majority of people share certain ideas and feelings proves the validity of these ideas and feelings. Nothing could be further from the truth. Consensual validation as such has no bearing on reason or mental health.”

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  9. WAS SIND DAS FÜR AUSSAGEN DA OBEN
    ICH BIN DOCH NICHT IM KINDERGARTEN ODER IN DER VORSCHULE!!!
    ICH BIN EIN MÜNDIGER BÜRGER UND PATIENT
    DER ARZT UND ANDERE (APOTHEKE,MDK,ETC)
    SIND DIENSTLEISTER AM MENSCHEN UND KEINE HALBGÖTTER IN WEISS
    (BIN JURIST) ALSO BITTE !!

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  10. METHADON HAT KEINE SEDIERENDE WIRKUNG
    NA JA DA HABE ICH ABER ANDERES GEHÖRT
    DAS ZEUG IST GIFT
    DIE WIRKUNG ÄHNELT EINER PSEUDODEMENZ!!!

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  11. Derzeit läuft auf 2 deutschen Blogs mal wieder eine sehr interessante DIskussion zum Thema „Methadon in der Krebstherapie“:

    1.
    http://scienceblogs.de/plazeboalarm/index.php/hoertipp-dlf-der-fall-methadon-ueber-hoffnung-und-krebs

    http://scienceblogs.de/plazeboalarm/index.php/methadon-vom-dilemma-des-einzelnen-krebspatienten-und-den-interessen-der-allgemeinheit

    und

    2.
    https://blog.gwup.net/2017/09/23/wie-clickbait-schleudern-den-methadon-hype-ausnutzen/#comment-134748

    Da ist der Dunning Kruger Effekt mal wieder omnipräsent – oder wie sollte man Behauptungen, viele Patienten hätten vom Thema „Krebs“ mehr Ahnung als die behandelnden Ärzte, sonst interpretieren?

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