Bevor hier irgendwelchen falschen Eindrücke entstehen: Kiki war unsere Katze. Sie ist jetzt schon ein paar Jahre tot, aber damals habe ich – wahrscheinlich um es zu verarbeiten – eine Gedenkrede geschrieben.
Auch bei uns hatte sie es anfangs wohl nicht einfach. Da waren v.a. die nach der letzten Katze etwas überzogenen Erwartungen zu überwinden…. doch mit Ihrer offensichtlichen Liebenswürdigkeit und speziellem Charme schaffte sie auch das.
Tatsächlich hat sie nie jemanden gekratzt oder gebissen– wenn man von den vielen kleinen Tieren absieht, die sie uns immer mit Freude gebracht hat. Dies wohl aus dem Grund, um uns zu zeigen, was für Geschmacksrichtungen sie gerne hätte, denn im Fressen war sie immer etwas heikel. Aber leider gibt es weder von Whiskas, noch von Sheba die Geschmacksrichtungen „Maus“, „Amsel“ oder „Goldfisch“, und auch in Spezialitätenläden haben wir noch nichts mit „Frosch“ oder gar „Wellensittich“ gefunden.
Man kann sagen, dass sie eher naiv war. Böse Zungen behaupteten, dass, wäre sie ein Mensch, sie garantiert eine Blondine wäre.
Anfangs glaubten wir sogar, dass Sie nicht imstande wäre, den Mechanismus einer einfachen Katzentüre zu begreifen. Obwohl wir sie ein paarmal als Demonstration „durchschoben“, blieb sie immer vor der angelehnten Katzentür sitzen. Deshalb hielten wir, als gute „Katzeneltern“ die Türe mit Wäscheklammern ständig offen. So lange, bis Reklamationen von den Nachbarn kamen, weil Kiki deren Katzen im Haus innen das Fressen wegass. Dies stritten wir anfangs aus obengenannten Gründen hartnäckig ab, die Beweislast wurde aber schliesslich zu drückend. Wir liessen dann die Wäscheklammern weg – und voilà! Offenbar hat sie doch noch etwas gelernt (und wir auch).
Eine weitere herausragende Eigenschaft dieser aussergewöhnlichen Katze war ihre Gesprächigkeit. In den langen Jahren, die wir schon mit Katzen (eigenen und anderen) zu tun hatten, ist uns keine untergekommen, die „beredter“ war.
Nicht nur, dass sie immer antwortete, wenn man sie etwas fragte (was sie allerdings genau maute?, denn ein miiau war es eigentlich nie), sie MUSSTE das letzte Wort haben, sie begrüsste einen immer und kündete lautstark an, wenn sie nach Hause kam – die ganze Treppe hinauf. Besuchern konnte man dann erklären, dass dies a) unsere Katze war und sie b) NICHT am verhungern ist, auch wenn sich das vielleicht so anhört.
Dass Kiki eine schwarze Katze war, wurde eingangs erwähnt. Ganz richtig ist das jedoch nicht. Einerseits wegen dem kleinen weissen Fleck vorne am Hals, andererseits weil sie im Sommer – braun wurde. Je mehr Sonne, desto bräuner.
Ihre Farbe hinderte sie nicht daran, gelegentlich selbst einfach Pech zu haben. Einmal fiel sie in die noch volle Badewanne, die jemand nicht abgelassen hatte. Wahrscheinlich hat sie wieder versucht vom Wasserhahn zu trinken….
Bis dorthin wussten wir gar nicht, wie dünn eine nasse Katze aussehen kann. Die (lautstarken) Vorwürfe ihrerseits liessen natürlich auch nicht auf sich warten.
Ein andermal, in den Ferien in Südfrankreich, erschrak sie sich bei einer Nahaufnahme mit dem Fotoapparat dermassen ab dem Zoomgeräusch, dass sie uns erst demonstrierte, wie sehr diese Katzengstältlein halten, wenn es drauf ankommt –nämlich gar nicht- und dann, wie elegant eine Katze über einen 2 Meter Zaun setzen kann – und wie unelegant wir davor kapitulieren. Hinter dem Zaun war ein Wald, den durchforsteten wir die nächsten 2 Tage. Endlich einmal eine Möglichkeit sein Schulfranzösisch anzubringen: „Je cherche mon chat, elle est noir“…
Zurück kam sie dann in der darauffolgenden Nacht von alleine. Aber wahrscheinlich nur darum so früh, weil es schüttete wie aus Kübeln. Ansonsten hätte sie „Ihre“ Ferien sicher mehr genossen.
Leider kam sie nicht allein zurück, sondern, wie sich am nächsten Tag herausstellte mit 18 kleinen Besuchern : Zecken.
Später, als die Reisen ausgedehnter wurden, konnten wir sie nicht mehr so mitnehmen. Aber als ziemlich eigenständige Katze überstand sie die Zeit „allein zu Hause“ ganz gut, wenn man von der kurzen Phase des „Misstrauens“ vorher (was sollen jetzt diese Koffer wieder?) und des „Beleidigtseins“ nachher absieht. Aber bald übernahm wieder ihre gewohnte Liebevolle Seite und dann konnte Sie stundenlang schnurrend neben einem sitzen und sich kraulen lassen. Aber immer NEBEN einem, nie auf dem Schoss.
Papa war Ihr „Alphatierchen“, das bedeutet v.a. dass er sie füttern durfte und sie ihn regelmässig am Sonntag-Morgen weckte, wenn er mal nicht so früh aufstand.
War Kiki anfangs sehr scheu und Fremden gegenüber eher Misstrauisch eingestellt, so wurde sie mit den Jahren doch offener und liess sich nicht nur von Familienmitgliedern anfassen, sondern auch von Freunden der Familie, die ob derart unerwarteter Zuneigung meist sehr erfreut waren und es mit Streicheleinheiten dankten.
Kiki als eigentlichen „Mittelpunkt“ bei solchen Treffen zu bezeichnen ist daher sicher nicht falsch, auch wenn man ihre akustischen Beiträge bedenkt…
Man mag einwenden, dass sie von uns zu sehr verwöhnt wurde mit „Rähmlein“, „Quärklein“ (auch Katzenglace genannt) und, und, und, aber mit Ihrer einfachen Art hat sie ja auch uns „verwöhnt“.
Kiki war uns eine wunderbare Katze. Mit 15 Jahren hat sie auch ein gutes Alter erreicht und sie hat sicherlich viel und auch Gutes erlebt.
Sie wird uns fehlen.


Das ist eine schöne geschichte, wirklich, kann mir gut vorstellen das sie euch sehr fehlt. Ich mein, 14 Jahre in Tier an seinr Seite zu haben ist ja wirklich lange un d man lebt und liebt doch mit dem Geschöpf, egal welches es ist.
Meine Danu ist auch so eine plappertasche, die gibt antwort, ruft und macht, folgt mir wie ein Hund auf schritt und tritt, sie ist verschmusst, mehr als noch zu beginn, aber sie setzt sich auch nicht auf den Schoss, aber daneben und kann genau so Stunden schnurren und sich kraulen lassen wie deine Kiki
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Alexandra: so eine „Hunde“- Katze hatten wir auch mal: die lief mir manchmal bis in die Schule nach, stieg mit meiner Mama in den Bus, fuhr auf meiner Schulter mit Velo und war im Quartier bekannt wie … ein bunter Hund halt, weil sie die Angewohnheit hatte seeehr langsam über die Strasse zu gehen und sogar vor dem Bus einfach sitzenzubleiben. Leider wurde die nicht sehr alt. :-(
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ehr schön und bewegend.. Ich habe für meinen Hund nach seinem Tod auch so etwas ähnliches geschrieben – es erleichtert ungemein..
Wirklich sehr schön!
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