Die äussere Wende (1. Teil)

Als ich mit Junior schwanger war, merkte ich schon bald einmal dass er sich wohl gut bewegte, nur drehen (nämlich den Kopf nach unten), das machte er nie. Das sollte er aber, das wäre die richtige Lage für die Geburt. Im Fachjargon nennt man das Beckenendlage: das Baby sitzt mit dem Kopf nach oben in der Gebärmutter. Die Frauenärztin meinte, das braucht mich nicht zu beunruhigen, ich könnte aber probieren, ihn dazu zu animieren mit Geräuschen (Musikbox) oder einer starken Taschenlampe mit denen man immer wieder den Bauch herunter fährt und unten verharrt.

Als Junior im Geburtsvorbereitungskurs in der 35. Woche trotz zureden immer noch keinerlei Anstalten gemacht hat, sich zu drehen, gab mir die Hebamme noch die Aufgabe so oft wie möglich die indische Brücke zu machen. Ich brückte und versuchte es weiter mit Licht und Musik – nichts. Fürs Moxen war es laut Hebamme schon zu spät.

Das ist die „indische Brücke“. Im Normalfall macht man sie während der Schwangerschaft aber mit Kissen unter dem Becken – weil das sonst doch recht anstrengend wird und man die Position eine Weile halten muss.

Der Geburtstermin rückte näher. Langsam stellt sich die Frage: Was gibt es für Varianten für die Geburt?

Hoffen und Warten, ob sich Junior nicht doch noch von selbst auf den Kopf dreht. Erscheint mir aber je länger je mehr unwahrscheinlich.

Eine Normalgeburt mit Kind in Beckenendlage (auch Steisslage genannt) ist nicht toll. Viele Spitäler machen das gar nicht, v.a, nicht bei Erstgebärenden, weil das Risiko für das Kind doch recht erhöht ist (Sauerstoffmangel während der Geburt, Verletzungsgefahr). Das Kantonsspital bei uns macht es, aber nur wenn Kopfdurchmesser und Gewicht unter bestimmten Parametern liegen.

Ein Kaiserschnitt. Relativ Risikoarm für Mutter und Kind. Wird nicht in meinem Wunschspital durchgeführt. Man holt das Baby 2 Wochen vor dem Termin, damit keine Wehen die Prozedur beeinträchtigen. Ich hätte aber schon gerne eine normale Geburt für Junior. Man hört oft, dass dem Kind etwas fehlt, wenn man ihm diesen „Geburtsstress“ nimmt.

Eine Wende von aussen und dann (hoffentlich) eine normale Geburt. Chancen: ca. 50% dass es klappt, ca. 50% dass es nicht funktioniert (zurück zu den obigen beiden Varianten) und ein verschwindend kleiner Prozentsatz, dass es während der Prozedur zu einer Komplikation kommt – z.B: einer Placentaablösung, dann müssen sie das Baby rasch per Kaiserschnitt holen. Aus diesem Grund wartet man auch bis etwa in die 38. Woche, bis das gemacht wird und es wird im Spital gemacht, wobei alles für eventuelle Notfälle bereitsteht.

Die 38. Woche kommt. Junior hat sich immer noch nicht gedreht.

Also meldete mich die Frauenärztin im Spital an für die äussere Wende. Nach einem ersten Gespräch über die möglichen Varianten (s.o.) und einer Diskussion der Risiken wurde ein Termin abgemacht für eine Vorbesprechung mit der Ärztin und den Tag darauf die Wende. Die Besprechung war am Donnerstag Abend, dabei wurde noch einmal auf die Erfolgschancen eingegangen (50%), die möglichen Risiken, wie das Ganze vor sich geht, Familiengeschichte erstellt, Anamnese (Krankengeschichte), die Patientenerklärung unterschrieben etc.

Zuhause packe ich alles fürs Spital – nicht nur für ein paar Stunden, sondern für ca. 1 Woche (Falls der unwahrscheinliche Fall eintritt). Im letzten Moment denke ich noch daran, den Fotoapparat mitzunehmen (man weiss ja nie). Im Geschäft sage ich meiner Stellvertretung Bescheid, dass ich wohl Montag wieder da bin, andernfalls bekommt sie ein Telefon.

(wer wissen will, wie es weitergegangen ist, schaue hier)

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