Spezielle Arten der Anwendung

Es gibt so ein paar Medikamente, bei denen ist die Anwendung nicht ganz so einfach wie “Tablette rausdrücken, Tablette schlucken.” Von diesen möchte ich ein paar vorstellen.

Der Bricanyl Sirup.
Der Rezeptpflichtige Sirup wird gegen Asthmaartige Atembeschwerden bei Kindern gebraucht. Das Problem hier ist das Öffnen der Flasche. Ich hatte schon eine Mutter, die verzweifelt angerufen hat, weil sie die Flasche nicht aufbekam. Es ist auch wirklich nicht ganz einfach, hat die Flasche doch einen speziellen kindersicheren Verschluss – und wie man sie öffnet ist weder in der Packungsbeilage noch auf der Flasche beschrieben. – Liebe Pharmafirma, ändert das doch bitte!

Man muss vom Deckel unten den Ring abziehen und dann den oberen Teil des Deckels anschauen: er hat einen V-förmigen Marker der muss genau (!) mit der umgekehrten Markierung ^ auf dem unteren Teil übereinstimmen, dann kann man den Deckel nach oben abziehen.

Einfach drehen hilft nichts und wenn die Markierungen nicht aufeinanderliegen, bekommt man den Deckel auch mit ziehen nicht ab.

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Über Pharmama

Wie bringt man die Arbeit in der Apotheke und die Familie unter eine Haube? Mit viel Humor natürlich! Ich bin Apothekerin aus der Schweiz schreibe über Interessantes und lustiges in und um die Apotheke. unter: Pharmama.ch

Veröffentlicht am 14/03/2010 in Apotheke und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 19 Kommentare.

  1. Soll ja auch kindersicher sein. *g* Hier in D haben sie vor kurzem mit Kindern getestet, wie leicht die sogenannten Sicherheitsverschlüsse aufgehen (Putzmittel und Co vorher ausgeleert und die Flaschen ausgespült). Die schnellsten Kinder haben wirklich nur Sekunden gebraucht. Egal, ob drücken und drehen oder sonstwie. Ein Kind meinte: steht doch drauf, wie es aufgeht.

    • Ich würde ja mal vermuten, wenn Kinder die Anleitung zum Öffnen lesen können, sind sie auch alt genug, um kein Putzmittel mehr zu trinken, oder?

      • Nö, meine 2-jährige hat so einen Drück-und-Drehverschluss auch schon aufbekommen. Mit “steht doch drauf” ist vermutlich die Zeichnung/Prägung gemeint, die auf diesen Deckeln drauf ist. Das verstehen auch Kinder die noch lange nicht lesen können oder wie im Falle meiner Tochter, einfach intuitiv, ohne auf die Bilder zu achten.

  2. Ich würd mich ja eher zu der These hinreissen lassen das es höchstens Seniorensicherungen sind. Meiner Erfahrung nach sind Kinder in den meisten Fällen schneller als Erwachsene bei solchen Verschlüssen. Im Normalfall ists ja auch für Doofe mit Symbolen beschrieben wie es funktioniert und das raffen Kinder eben schneller als Erwachsene egal ob sie des Lesens mächtig sind.

    • Vom Effekt her sind eine Menge der Kindersicherungen sicher genau das: Seniorensicherungen.
      Nur: der Bricanyl Sirup (für Kinder) sollte schon auch von (eventuell) älteren Müttern geöffnet werden können. Mich stört dass wirklich nirgends steht wie das geht.

      Ah ja: falls jemand noch andere solche “Wundertüten” kennt, bitte melden!

  3. Mir reichte neulich schon die “normale” Kindersicherung bei einer Flasche mit Tramal: Versuch mal, mit entzündeten Rheuma-Fingern die Flasche aufzubekommen. Ich wusste nich, ob ich drüber lachen oder weinen sollte…..

    • Das ist ja fies: da hat man schon Schmerzen und bekommt das Schmerzmittel nicht auf.
      Ganz inoffiziell: wenn es einigermassen “normale” Flaschen sind, könnte es sein, dass in der Apotheke dafür normale Deckel existieren. Ich habe in so einem Fall schon mal den Kinderverschluss gegen einen solchen normalen Deckel ausgetauscht. Aber es muss dann garantiert sein, dass die Flasche wirklich sicher aufbewahrt wird.

  4. Ist es nicht lustig, dass gerade Medikamente für Kinder gegen Kinder gesichert sind?

    • Nö, eigentlich logisch. V.a. wenn die Medizin nicht allzu schlecht schmeckt…

    • Beispiel Paracetamolsaft (gegen Fieber und Schmerzen): der ist süßlich damit die Kinder ihn auch nehmen. Manche stehen da so sehr drauf, dass sie die Flasche leer trinken (neulich erst im Fernsehen gesehen), was dann aber sehr gefährlich für die Leber ist, wenn man da nicht schnell genug reagiert und entsprechend entgiftet.

  5. … Sachen mit Kindersicherung waren vor mir meistens sicher, auch in späteren Jahren… Habs nach zwei, drei vergeblichen Versuchen meistens meiner schon lauernden 5 Jahre jüngeren Schwester gegeben… Die hat dann nur wenige Momente gebraucht… Sie hat sich gefreut, dass sie schlauer war als ich und mein Ego war dann zwar angeknackst – aber hey, dafür war was-auch-immer dann offen ^^

  6. Da gibts eigentlich ne ganz einfache Lösung. Medikamente in einem abschließbaren, mindestens 1,50 Meter hoch aufgehängten, Medikamentenschränkchen aufbewahren. Aber wer macht das schon?

    • und NICHT im Badezimmer, gell?

      • wegen der Feuchtigkeit? Das sollte doch egal sein bei Blisterpackungen, oder?

        Bei uns sind Medis im Bad, oben auf dem Schrank (2,30m Höhe) Da kommt man auch mit Stuhl nicht dran, nur wenn man mindestens 180cm groß ist und entsprechend lange Arme hat.

    • Und was hilft das schon, wenn Hänschenklein, so wie ich früher, einfach ein paar Stühle aufeinander stapelt…
      Meine Mutter erzählt heute noch Horrorstories von Regalbesteigungen und ähnlichen Aktionen meinerseits.
      Immerhin, am Medizinschrank – auf Augenhöhe eines Erwachsenen angebracht und abschließbar – waren wir nie. “Nur” ein Quecksilberthermometer haben Schwesterherz und ich mal in einem Dübelloch abgebrochen… danach hatten wir dann ein digitales…

  7. In Amerika sind diese Pfeil-auf-Pfeil-Drehverschlüsse recht häufig anzutreffen. Keine Ahnung, ob da irgendwo ne Erklärung bei steht, hab nie nach gesucht. Fand es, als es mir zum ersten Mal begegnet ist, selbsterklärend und sogar noch einfacher zu öffnen als manche andere Sicherheitsverschlüsse ^^

    So sind Menschen verschieden *g*

  8. erinnert mich jetzt an den Witz wo der Patient zum Arzt/Apotheker kommt und sagt “Das Stärkungsmittel, das Sie mir verschrieben/gegeben haben, haben sie auch was anderes?” die Ärztin/Apothekerin: “weshalb, was war denn schlecht dran” Patient: “ich bring den Verschluss nicht auf”…

  9. wie sind denn deine erfahrungen zu den dosierlöffeln, -becher und -spritzen? es gab doch wohl mal eine studie, in der apotheker und ärzte aufgefordert wurden, eine angegebene menge korrekt abzumessen und zu verabreichen – es sind viele gescheitert.
    die klassischen dosierlöffel sind grottenschlecht – am besten immer noch die “spritzen” zB im nurofen-saft.

  10. Kindersicher heißt doch: Kinder kriegen es sicher auf, oder ??

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