Medikamente auf Reisen

Grundsätzlich ist zu sagen, was in einem Land erlaubt ist, kann in einem anderen verboten sein.
Früher hatten wir in der Apotheke noch Listen für die Länder, die gibt es inzwischen nicht mehr – wahrscheinlich wechselt es einfach zu schnell.

Personen unter medikamentöser Behandlung sollten auf einer Reise ins Ausland ihre Medikamente mitnehmen und bestimmte Vorsichtsmassnahmen treffen:
- Immer das Rezept mitnehmen … oder eine ärztliche Bescheinigung.
- Den Namen des Medikaments mit der internationalen Bezeichnung (DCI)  festhalten, um Verwechslungen auszuschliessen: Bestimmte Spezialitäten mit gleicher oder ähnlicher Bezeichnung können unterschiedlich zusammengesetzt sein!

Die Bestimmungen im Zielland müssen berücksichtigt werden, insbesondere im Bezug auf psychotrope Wirkstoffe. Bestimmte Substanzen wie z.B. Diazepam gelten als Betäubungsmittel und stehen unter Kontrolle. In manchen Ländern ist für die Einfuhr von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten eine Bewilligung nötig. Aufpassen muss man auch sonst mit starken Schmerzmitteln, Schlafmitteln, Beruhigungsmitteln oder sogar Verhütungsmitteln.

Es gibt auch Länder die sind so streng, dass es in unseren Augen schon fast willkürlich ist.

Zum Beispiel in den Arabischen Emiraten. Wer nach oder auch über Dubai fliegt, sollte sehr vorsichtig sein.
Im Internet findet sich eine Liste der dort verbotenen Medikamente.

Wer mit Medikamenten mit diesen Wirkstoffen angetroffen wird, macht sich des Drogenbesitzes strafbar und das bedeutet 4 Jahre Gefängnis. Man hört in diesem Zusammenhang wahre Horrorgeschichten, wie dem Schweizer, der wegen ein paar Krümeln Mohn vom Mohnbrötchen auf der Kleidung jetzt im Gefängnis sitzt.

Auf dieser Liste findet sich auch z.B. Abilify, das für Schizophrenie genommen wird, Dextromethorphan, ein „einfaches“ frei erhältliches Mittel gegen Husten, Antidepressiva und Parkinsonmittel, Mittel gegen Psychosen, Hormone, Aknemittel wie Roaccutan, das Grippemittel Tamiflu (!) … das fällt zwar nicht unter Drogen, so dass es nicht verboten ist, aber dafür sollte man (zwingend) eine Bescheinigung vom Arzt mitführen, dass man das braucht.

Um also ganz sicher zu sein, sollte man vielleicht frühzeitig bei den Botschaften der betreffenden Ländern anfragen. Die Kontaktadressen der ausländischen Vertretungen in der Schweiz können auf der Website des EDA abgerufen werden.

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9 Gedanken zu “Medikamente auf Reisen

  1. Oh mein Gott: Ich weiß nicht, was schlimmer ist:
    * In der Liste sind ja fast alle bekannteren Antidepressiva aufgelistet, (ob Leute die an “das richtige” Glauben, keine Depressionen haben?)
    * man führt primär den Markennamen auf,
    * beim generischen Namen gibt man eine Wirkstoffmenge an.

    “Oh, habe eine Tablette Methylphenidat Hexal, 5 mg dabei… *nachguck* okay, Hexal ist nicht dabei, 5 mg ist nicht dabei, dann geht das wohl in Ordnung.”

    Das tut so weh.

  2. Ich schätz mal, das ist denen egal – und die Auslegung liegt ja auf ihrer Seite, also würde ich alles, was wirkstoffmässig erwähnt ist nicht mitnehmen..

  3. Selbst Aspirin und Paracetamol steht auf der Liste…, gibt es diese Sachen in dem Land nicht oder wollen die das einfach selber verkaufen? Wobei ich jetzt schon mal nicht “meine” Pille gefunden hab, kann aber ja auch unter anderem Namen dastehen… Wie heißt es immer “nehmen Sie Ihre Medikamente mit, wenn Sie in Urlaub fahren”, tja aber wohl nicht wenns in die Arabischen Emirate geht

    • Es sind nur “Mischpräparate” mit Aspirin (interessante chemische Bezeichnung ;-)) und Paracetamol verboten, bei denen die anderen Bestandteile fett gedruckt sind — vermutlich liegt dort das Problem. Aber behaftet mich nicht drauf, wenn ihr verhaftet werdet…
      Frage: Sind diese Sachen zur “Hormone replacement
      therapy” Verhütungsmittel? Gegen Wechseljahrbeschwerden? Für Geschlechts”umwandlungen”?
      Interessant finde ich, dass Viagra auf der Liste fehlt.

  4. OMG, Du machst mir Hoffnung. Wir haben im Mai einen fast eintägigen “Zwangsaufenthalt” in den Emiraten. Tochterkind ist Diabetiker und sollte die entsprechenden Dinge bei sich haben. Auf die Schnelle habe ich in der Liste ihr Insulin nicht gefunden. Kopfwehtabletten habe ich immer bei mir. Grusel.

  5. doppelgrusel. zoloft (wirkstoff sertralin) ist erwähnt. in einigen ländern heisst das aber tresleen – ist nicht erwähnt.

    detto valium (diazepam): psyxhopax-tropfen sind praktisch ident mit valium-tropfen: nicht erwähnt.

    da kann man ganz schön auf die schnauze fallen.

  6. Wer in diese Länder fliegt, ist selbst schuld. Wie die drauf sind, hört man doch immer wieder. Nix mit Märchen aus 1001 Nacht.

  7. Pingback: Wenn einer eine Reise tut … die gesundheitliche Seite « Pharmama's Blog – Zu lesen einmal täglich

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