Unleserlich

Wegen dem 4-Augen-prinzip werden schon einige solche Fehler vermieden, aber manchmal … ja eben.

Imacort oder Imazol? Rhinopront oder Rhinocort? Dafalgan oder Dafnegil? Zu schnell geschrieben und wahrscheinlich auch schon das 20. Rezept heute mit dem gleichen drauf … da wird man schludderig, das verstehe ich ja. Aber kann man es am Schluss nicht nochmal schnell anschauen, ob es auch für andere lesbar ist?

Nein, ich rufe nicht gerne an wegen schon wieder einem nicht lesbaren Rezept, aber ich mache es, wenn nötig.

Peinlich wird es, wenn die Praxisassistentin (die eigene Frau) das zurück-gefaxte Rezept auch nicht entziffern kann.

Manchmal stehen auch Sachen drauf …

Wie letzthin. Das unleserliche entpuppte sich schliesslich als „mit freundlichen Grüssen“ … :-)

Seltsames auf Rezept

Auf einem Zahnarztrezept:

1 Packung Celebrex.

Zahnarztrezepte werden nicht bezahlt von der Krankenkasse, der Patient muss es selber zahlen.

Celebrex ist ein Schmerzmittel das (immer noch) relativ teuer ist – und im Normalfall für Leute mit chronischen Schmerzen wie Arthritis oder so eingesetzt wird. Kaum zur Nachbehandlung von Zahnarztprozeduren.

Nachdem der Patient fast einen Aufstand gemacht hat in der Apotheke, rufen wir den Zahnarzt an, ob wir das nicht auf etwas anderes wechseln können.

Zahnarzt: „Natürlich, kein Problem. Eigentlich habe ich es nur aufgeschrieben, weil der Patient es verlangt hat – er meinte, das habe ihm in der Vergangenheit gut geholfen.“

…

Der Patient ist unter 20 Jahre alt.

Ist demnächst Vollmond oder so?

Streifenrezept – ein Gastbeitrag

Nachdem ich ja hier die Sicht der Apotheker (und anderer Angestellten) in der Apotheke vertrete, finde ich auch die andere Sichtweise – die des Kunden interessant.

Und hier haben wir einen Gastbeitrag: wunderbar geschrieben und gefunden bei ‚Nordworte‘ von Zimtapfel:

Kürzlich betrete ich am späten Nachmittag zum Erwerb eines Medikaments die kleine Apotheke in der Nachbarschaft. Vor dem Tresen wartet bereits eine ältere Dame, leicht verzweifelter Gesichtsausdruck, in der Hand ein weißes Blatt Papier auf dem zwei kleinere farbige Felder zu sehen sind. Bei näherem Hinsehen weisen diese Felder eine leichte Streifenoptik auf.

Das Blatt Papier wird gerade von der Apothekerin hinterm Tresen mit etwas zweifelnder Miene in Augenschein genommen, mit ebenso zweifelnder Stimme äußert sie: “Also ich weiß ja nicht. Ob wir das so einreichen können?”

Der Kollege Apotheker, der sich eigentlich gerade mir zuwenden will, kommt näher und besieht sich das Objekt des allgemeinen Interesses. “Zeigen Sie doch mal her. Aha. Na, was ist denn da passiert?”

Die Dame wird spürbar verlegen. “Äh… Also… Mein Mann… Das Altpapier… Der Reißwolf… Und dann fragte ich ihn: Wo sind denn die Rezepte geblieben. Und dann…”

Die beiden hinter dem Tresen sind sichtlich bemüht, nicht laut loszulachen ihre Erheiterung einigermaßen zu verbergen. Ich kann mir ein leichtes Grinsen nicht verkneifen komme interessiert näher und frage beeindruckt: “Wie, und dann haben Sie das alles Streifchen für Streifchen wieder zusammengepuzzelt?”

“Ja! Ja!” Die Dame wird eifrig. “Erst mussten wir alle längeren Streifen aussortieren. Denn die Rezepte, die sind ja viel kleiner, das konnten die längeren Streifen ja gar nicht sein. Und dann…” Sie deutet wieder auf das Papier. Streifen für Streifen sind dort die Reißwolfüberreste zweier Rezepte fein säuberlich nebeneinander aufgeklebt.

Während die beiden Apothekenbediensteten beratschlagen, wie sie das Papier am günstigen in den Drucker einführen, so das dieser es auch annimmt, rate ich der Dame, doch noch einmal beim Doktor vorzusprechen, zu erzählen, was passiert ist, und darum zu bitten, ob man ihr die Rezepte nicht noch einmal neu ausstellen könne.

“Hm… Ja… Ich weiß nicht recht. Die dürfen doch auch nicht immer wieder alle möglichen Rezepte ausstellen.” Nun gut. Da bin ich ehrlich gesagt überfragt.

In der Zwischenzeit hat der Apotheker mir nebenher das gewünschte Mittel verkauft und mit einem freundlichen “Alles wird gut!” an die ältere Dame gehe mit einem leicht erheiterten Gesichtsausdruck meiner Wege.

Tja. Wer den Schaden hat …“

Gedankenleser gesucht

Patient ruft an: „Hallo. Ich bin Stammkunde bei ihnen. Ich habe mich gefragt, ob es möglich ist, dass sie meine Medikamente vorbereiten, bevor ich zu ihnen komme.“

Apotheker: „Sicher, wie ist der Name?“

Der Apotheker schaut ins Computerdossier, sieht dass der Patient seit über einem Jahr nicht mehr hier gewesen ist und auch keine Dauerrezepte zum repetieren hat.

Apotheker: „Tut mir leid, sie haben keine offenen Rezepte und das letzte Mal waren sie vor über einem Jahr hier.“

Patient: „Ich habe das neue Rezept bei mir. Ich fragte mich, ob sie es vorbereiten könnten.

Apotheker:: „Ok, was ist es?“

Patient:  „… Ich kann allerdings nicht lesen, was der Arzt verschrieben hat.“

…

Unverständliches

Unleserliche Rezepte sind eines der (wenigen) Dinge, die ich in der Apotheke nicht ausstehen kann.

Sie verursachen enorme Mehrarbeit – ich muss es entziffern, eventuell die Kundin fragen was oder für was es ist und dann noch sicherheitshalber dem Arzt nachtelefonieren. Denn unleserliche Rezepte sind auch ein Sicherheitsrisiko: was, wenn ich mal versehentlich das falsche abgebe? Das ist eine Gesundheitsgefährdung und gibt noch mehr Arbeit das wieder – so möglich – in Ordnung zu bringen.

Letzten Samstag hatte ich ein Rezept, das ich tatsächlich nicht lesen konnte. Nada, njet, nix. Es hätte genausogut in arabisch oder chinesisch geschrieben sein können. Ich konnte es nicht entziffern (und ich bin sonst wirklich gut!), die Pharmaassistentin auch nicht, die Kundin hatte keine Ahnung für was es ist (das lasse ich hier mal unkommentiert) und der Arzt war – wie Samstag so üblich nicht erreichbar.

Weil die Kundin nicht aus der Gegend war, blieb mir nichts übrig als ihr das Rezept achselzuckend wieder zurückzugeben.

Das ist frustrierend.

Für sie und für mich.

Ein paar Bitten an die Ärzte

von der Apothekerin die Eure Rezepte ausführt …

Wenn ihr in einem Spital arbeitet und die Spitalrezeptblöcke benutzt, schaut zu, dass ihr einen eigenen Stempel habt, oder schreibt euren Namen lesbar unter die Unterschrift. Das vermeidet Telefon-odyseen, wenn ich oder eine andere Apothekerin mal wegen etwas nachfragen muss.

Auch an die Spitalärzte: vermeidet Abkürzungen. TDF ist KEINE offizielle Abkürzung für Tardyferon, auch wenn das vielleicht spitalintern so gehandhabt wird, auf Rezepten sind Abkürzungen verboten!

Schreibt leserlich! Bitte, bitte, bitte. Ich weiss schon, es ist langweilig, immer die gleichen Medikamente aufzuschreiben und Zeit habt ihr auch keine, aber wenn ich es nicht entziffern kann und anrufen muss, geht es noch länger. Ein einfacher Test: Rezept noch mal anschauen und überlegen, ob das ein Schulkind lesen könnte. Wenn nicht: noch mal schreiben!

Nett wäre es beim Patienten noch das Geburtsdatum dahinter zu schreiben (das wird eigentlich auch so gelehrt) dann passieren auch keine Verwechslungen, indem man es dem falschen Kunden zuordnet. Es gibt Familien da heissen Mutter, Tochter und wahrscheinlich auch noch die Grossmutter gleich. Ausserdem gibt es Hunderte „Frau Müller“.

Wenn ihr nach einem Medikament suchen müsst: Benutzt doch die aktuelle Ausgabe des Kompendiums. Das verhindert eher peinliche Rückrufe der Apotheke weil das Medikament nicht mehr existiert. Heute besteht auch die Möglichkeit nur den gewünschten Inhaltsstoff und Dosierung aufzuschreiben.

Wenn ihr viele Medikamente und lange Dosierungen aufschreiben müsst, benutzt bitte mehr als 1 Rezept von der Grösse A6. Ich brauche nämlich auch noch etwas Platz für die Angaben die wir brauchen, um mit der Kasse abzurechnen.

Fällt jemandem sonst grad noch was ein?