Rezeptologisches … oder -unlogisches

Was macht man eigentlich mit einem Rezept, wo der Arzt ein generisches Medikament verordnet und dann drauf schreibt: „Keine Generika!“

Nicht „Sic“ was ja bedeuten würde: „Genau das“ sondern eben: „Keine Generika!“

… Müsste ich dann nicht doch das Original geben?

Übrigens: Wenn bei uns in der Schweiz auf dem Rezept beim Medikament steht „aut idem“ – dann bedeutet das: „oder das gleiche“ und dass der Arzt durchaus ein Generikum wünscht.

Wenn in Deutschland das Feld „aut idem“ angekreuzt ist beim Medikament, dann bedeutet das dort offensichtlich, dass man das Medikament nicht ersetzen darf. Ich bin aber sicher, ich habe das bei einem „importierten“ deutschen Rezept aber schon gemacht…

Das Wunderrezept

Ich habe mich hier ja schon ein paar Mal über Arzt-Rezepte beklagt, weil: schlecht bis nicht leserlich, nötige Info (Dosierung) nicht drauf etc.

Aber: da habe ich letzthin ein Rezept bekommen, das war einfach … perfekt:

  • Leserlich: Check
  • Dosierung drauf: Check
  • Anwendung drauf: Check
  • Gefahrenhinweise drauf: Bonuspunkte!

Da habe ich ja wirklich fast gar nichts mehr zu tun :-) Das einzige was mich leicht gewundert hat ist, dass nicht auch noch ein Magenschutz aufgeschrieben wurde.

Haben reicht – nicht.

Eine Frau kommt in die Apotheke.

Frau: „Einmal Ortho Gynest Ovula.“
Pharmama: „Die brauchen aber ein Rezept.“
Frau (leicht herablassend): „Ich habe ein Rezept.“
Pharmama (denkt: ‚ich kenne sie zwar nicht, aber vielleicht..‘.): „Wie ist denn ihr Name? Dann kann ich es im Computer heraussuchen.“
Frau: „Oh, ich habe es noch nicht hier. Es ist zuhause.“
Pharmama: „Ich brauche es aber hier, damit ich es abgeben kann.“
Frau: „Ich muss das mitnehmen? Aber ich zahle selbst!“
Pharmama: „Ja, auch dann -ich muss es sehen – sonst weiss ich ja nicht, ob ich das richtige abgebe.“

Lustig. Sie denkt, es reicht, wenn man das Rezept hat – dabeihaben muss man es nicht. Aber so ein Rezept ist ein Dokument – wie Führerschein, Flugbillette, ID … die braucht es einfach für verschiedene Tätigkeiten. Und das Rezept braucht es für den Bezug der (darauf vermerkten) rezeptpflichtigen Medikamente.

Alles oder nichts.

Ein Mann hält mir sein Rezept hin, aber als ich es nehmen will, hält er es fest und sagt: „Ich löse es nur ein, wenn sie alles hier haben.“
Pharmama: „Ok?“
Mann: (das Rezept festhaltend, als sei es ein Geldschein und ich auch) „Sonst nehme ich gar nichts!“
Er schaut mich intensiv an und wartet.

Pharmama: „Wenn sie mir das Rezept jetzt nicht geben, kann ich nicht nachschauen, ob wir alles haben.“
Mann: „Oh.“

Und lässt das Rezept endlich los.

kleiner Rundumschlag

An dieser Stelle mal ein kleiner Rüffel an den Arzt, der auf das Rezept von einem Kind einfach nur geschrieben hat:

„1 OP Schlaftropfen Weleda“.

Das ist höchstens eine Beschreibung und keine Medikamenten-Bezeichnung! Und gerade bei anthroposophischen Mitteln – wo oft nicht mal eine Indikation draufsteht, ist das nicht so einfach zu finden. In unserem Computersystem ist es so nicht auffindbar. Und wenn sie dann natürlich nicht erreichbar sind – weil es schon nach 5 Uhr ist- und ich noch lange Internetrecherche betreiben muss, was das sein könnte, hebt das meine Stimmung nicht gerade.

Hier mal eine Liste, was das alles sein könnte: Anthroposophische Heilmittel gegen Schlafstörungen:

Aconitum napellus D20
Avena sativa comp Dil
Bryophyllum Dil
Chamomilla Radix D3 Dil
Coffea tosta D30 Dil
Conchae D1 Dil
Humulus comp Dil
Passiflora comp Dil
Papaver somniferum D6 Dil

Und noch besser finde ich, dass das Rezept in einer Discountapotheke schon halb ausgeführt wurde – die Fieberzäpfchen und Hustentropfen sind schon abgegeben worden – von den „Weleda Schlaftropfen“ haben sie dem Kunden einfach gesagt „Das haben wir nicht. kriegen wir nicht“ und ihn mit der Rezeptkopie weitergeschickt. Ich vermute mal ihr habt das nicht nur nicht sondern auch keine Lust gehabt  nachzuschauen, was das jetzt sein könnte, ja?

Avena sativa comp. Tropfen. Nur fürs nächste Mal.

Rosinenpicker!

Spielen wir doch einfach „Tabu“

Ein Mann kommt mit dem Rezept für seine Frau in die Apotheke. Auf dem Rezept Ovula – das sind Vaginaltabletten.

Man schreibt es sorgfältig an mit „Jeweils abends je 1 Ovulum in die Vagina geben.“

Der Mann liest das und sagt dann: „Sie sind schon ziemlich grosszügig mit ihren Fachwörtern. Erklären sie mir bitte, was Vagina heisst!“

Das war ein eher peinlicher Moment, der auch dadurch nicht besser wurde, dass die Mitarbeiter, die das mitbekommen haben – er hat laut genug geredet- alle plötzlich nach hinten verschwunden sind.