Nehmen und gut?

Frau kommt in die Apotheke und will etwas gegen das Fieber bei ihrem Kind: „Aber nicht Dafalgan, das hat nicht geholfen.“

Ich empfehle demnach Algifor Sirup und sie sagt: „Das habe ich auch schon probiert. Das wirkt … aber nur für 6 Stunden.“

Echt?

Ich bin mir nicht ganz sicher, was sie erwartet. Dass einmal nehmen reicht? Wenn das ursprüngliche Problem noch da ist – zum Beispiel die Infektion, dann kommt auch das Fieber wieder, sobald die Wirkung des Mittels nachlässt. Das ist bei allen so.

Will-kommen

Komm in unsere freundliche Apotheke, nachdem Du jahrelang bei der Konkurrez gewesen bist, die Dich letzthin verärgert haben und beginne Dein Kundendasein bei uns, indem Du dem Personal „Deiner“ neuen Apotheke genau erklärst, was Du von ihnen verlangst:

– dass sie alle Deine Medikamente an Lager nehmen (inklusive den teuren, selten gebrauchten Betäubungsmitteln),

– dass wenn etwas neu ist und nicht da, es innert 12 Stunden gebracht werden muss,

– dass Du jeweils einen Ausdruck der Medikamente möchtest, die abgegeben wurden – nicht, dass wir mehr abrechnen, als wir geleistet haben.

Bring uns nur ein Blatt mit einer Liste Deiner Medikamente – ohne Stärkeangabe oder Dosierung und beschimpfe die Pharmaassistentin, wenn sie nachfragt – in welcher Apotheke das Rezept ist, respektive welcher Arzt es ausgestellt hat.

Bringe die alte Krankenkassenkarte, wo die Nummer gewechselt hat und erkläre, es sei unsere Aufgabe, Deiner Krankenkasse anzurufen und der richtigen Nummer und Deckung nachzurennen, schliesslich profitieren wir ja davon und nicht Du.

Benimm Dich, als ob Dir die Apotheke gehört und Du allein den Lohn der Angestellten bezahlst . Und dann beklage Dich noch bei der Apothekerin über das ungebührliche Verhalten der Pharmaassistentin.

Das ist genau das Verhalten, das man braucht, damit man bekommt was man will.

– ich glaube die andere Apotheke hat absichtlich irgendeinen „Fehler“ gemacht, damit er endlich wechselt.

Zwischen allen Stühlen

Im Moment haben wir einen eher problematischen Fall – eine nicht versicherte Person. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit in der Schweiz–ist doch zumindest die Grundversicherung obligatorisch und gesetzlich vorgeschrieben, dass jeder eine haben muss.

Der Mann hatte auch eine letztes Jahr. Dann hat er festgestellt, dass er Prämien sparen kann, wenn er sich bei einer anderen Kasse versichern lässt und hat sich bei der neuen Kasse angemeldet und bei der alten Kasse gekündet.

So weit so gut – das machen jedes Jahr viele ohne Probleme. Es ist auch nicht so, als ob in der Grundversicherung die Kasse jemanden ablehnen kann, die müssen einen nehmen.

Dementsprechend hat er von der neuen Kasse schon die neue Krankenkassenkarte zugeschickt bekommen. Aber die geht nicht – ich kann die Deckung nicht abrufen, als er bei uns in der Apotheke steht und seine Dauermedikamente beziehen will. Ein Telefon an die Krankenkasse macht das Ganze noch ominöser. Der Mann sei nicht bei ihnen versichert.

Pharmama (verwirrt): „Aber ich habe die neue Krankenkassenkarte in der Hand – die Nummer ist …. „

Kassenangestellte: „Tut mir leid, er ist nicht bei uns versichert. Fragen sie doch bei der alten Krankenkasse nach.“

Was sich –einige Telefone später herauskristallisiert ist, ist, dass da etwas sehr schief gelaufen ist. Das Problem: der Mann hat offenbar bei der alten Kasse einen Teil seiner Prämien nicht rechtzeitig bezahlt. Man darf aber die Kasse nicht wechseln, bis eventuelle Schulden abbezahlt sind. Das hat man damals so bestimmt, damit die alte Kasse nicht auf unbezahlten Prämien von Springern sitzen bleibt.Offenbar hat die alte Kasse der neuen Kasse das so mitgeteilt – worauf die Anmeldung bei der neuen Kasse storniert wurde.

Dann traf die Zahlung bei der alten Kasse ein, die darauf auch die Kündigung annahm. Und volia: der Mann hat weder eine neue noch eine alte Versicherung.

blasse Regenwürmer …

Kleine Warnung an zart beseitete: Nicht weiterlesen! Ich meine es!

Würmer kennt man heutzutage fast nicht mehr. Früher kamen sie aber noch wirklich häufig vor – die Hygiene hat den meisten den Garaus gemacht.

Die Würmer, die den Mensch als Wirt haben könnte man via (schlecht gewaschene) Lebensmittel bekommen, beim Spielen im Sandkasten und bei Kontakt mit befallenen Tieren. Meistens handelt es sich dabei um Wurmeier, die über den Mund aufgenommen werden und die sich erst im Darm zu Würmern entwickeln.

3 Arten Würmer sollte man kennen: Madenwürmer, Spulwürmer und Bandwürmer.

Bandwürmer sind schon eher selten – einer meiner Lehrer hat einmal gesagt, er würde viel zahlen für ein neues Ansichts-Exemplar in seiner Sammlung. Es gibt Rinderbandwürmer, Schweinebandwürmer – für diese beiden ist der Mensch der Endwirt. Ausserdem Fuchsbandwurm und Hundebandwurm – da ist der Mensch allerdings ein Fehlwirt, nicht das eigentliche Ziel des Wurms. Der Rinderbandwurm ist der häufigste, die Eier gelangen v.a. durch Essen von rohem Fleisch in den Mensch, wo sie relativ wenig und unspezifische Beschwerden vor allem im Darmbereich verursachen. Teile des Bandwurms und Eier finden sich im Stuhl – dadurch wird eine Infektion erkannt.

Viel Häufiger hören wir in der Apotheke von den Oxyuren – den kleinen Madenwürmern – repektive von den Beschwerden die sie machen: Vor allem  bei Kindern können die am After recht jucken (worauf sie natürlich kratzen und sich mit den Eiern wieder anstecken). Madenwürmer sind klein und fadenförmig, maximal 12mm lang – die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch oder über kontaminiertes, schlecht gewaschenes Gemüse und Früchte.

Spulwürmer – Askariden gehören wohl zu den häufigsten Wurmerkrankungen weltweit, in Europa sehen wir sie aber praktisch nicht mehr.Die Wurmeier werden durch mit Erde verschmutzte Lebensmittel (und schlecht gewaschene) aufgenommen, schlüpfen im Darm, die Larven gehen ins Gewebe, unter anderem in die Lunge. Symptome sind darum Husten, Asthmaähnliche Symptome, Leibschmerzen, Übelkeit.

Und jetzt kommen wir zum wirklich ekligen.

Der Kunde kommt in die Apotheke und beklagt sich: „Jedesmal, wenn ich husten muss, oder mich räuspern kommen Würmer hoch.“ (!)

Spulwürmer sind übrigens wie blasse Regenwürmer anzusehen (und können die gleiche Grösse erreichen) – und via Lunge und hochhusten gelangen sie wieder in den Darm – wodurch sich der Kreislauf schliesst.

Das finde sogar ich etwas …. eklig.

Zum Glück gibt es wirksame Mittel dagegen. Sogar in der Selbstmedikation.

Vorbeugend kann man aber auch schon einiges machen:

  • Hände waschen! Unbedingt nach jedem Toilettengang und auch vor dem Essen.
  • Gemüse und Obst gründlich waschen, schälen oder kochen.
  • Auf Rohes Fleisch nach Möglichkeit verzichten (das gilt für die Bandwürmer

Es soll ja Leute geben, die sich absichtlich mit Wurmeiern infizieren (Bandwurm und Spulwurm), um abzunehmen. Das mag funktionieren, konkurrenzieren die doch mit uns um das Essen – aber ich hätte etwas gegen den Gedanken, dass da Würmer durch meine Eingeweide (und manchmal auch neben dem Darm) wandern … Brrrrr!

Belauscht (5)

Quelle: Belauscht.de – Deutschland im O-Ton

Paderborn. In einer Apotheke.

Ein Kunde (ca. 50) betritt die Apotheke und überreicht der Apothekerin sein Rezept. Sie geht damit in den hinteren Teil der Apotheke und kommt mit einem Medikament, diskret in einer Tüte verpackt, zurück.
Apothekerin: “120 Euro bitte.”
Kunde: “Wie bitte? 120 Euro?”
Die Apothekerin erklärt freundlich, dass es sich um ein sogenanntes Lifestyle-Medikament handelt und dieses leider keine Kassenleistung ist.
Kunde: “Ach so okay. Nee, dann lasse ich das. Mit der Geliebten klappt’s auch so und mit meiner Frau ist es mir eh egal.”

Danke an aliblabla für den Link.

Wer die Wahl hat …

Kunde in der Apotheke: „Ich hätte gerne von diesen Streifen zum Blutzucker testen.“

Pharmama: „Was für welche?“

Kunde: (überrascht) „Ja, gibt es da verschiedene?“

Pharmama: „Jaaaa…..“

Kunde: „Nein, ich habe keine Ahnung, was für ein Gerät ich habe.“

… dann gehen Sie besser nachschauen.

Im Bild: alle in der Schweiz im Oktober erhältlichen Blutzucker-messgeräte. Quelle: Schweizerische Diabetes Gesellschaft