WieheisstdasDingschonwieder ?

Im folgenden alles Kundenwünsche, die wir in Apotheke schon gehabt haben. Offensichtlich ist ihnen der Name entfallen …. aber man kann es ja immer noch umschreiben.

Was genau sie wollten ist meist klar, falls nicht findest Du die Lösung in der Klammer dahinter. Zum lesen einfach mit der Maus anmalen:

„Guten Tag Fräulein, ich hätte gerne etwas, das ist zum Gurgeln und heisst so ähnlich wie „Buuretandem“

(Lösung: Buccotantum)

„Ich hätte gerne etwas Chloroform, sie wissen schon gegen die Motten“

(Lösung: Chlorokampfer, aber das andere ginge vielleicht auch )

„Ich hätte gerne Fäden für die Zähne“.

(Lösung: Zahnseide)

Ich hätte gerne Benzin. Könnten Sie es mir gleich hier reinfüllen?“ Streckt Rechaud-Brenner entgegen …

(Lösung: Er will natürlich Brennsprit. Benzin in einen Rechaud zu füllen wäre ziemlich gefährlich, das könnte beim anzünden explodieren)

„Ein Nivea Unterarmstift, bitte.“ „

(Lösung: Nivea Deo)

Kunde (männlich): „Tag, ich hätte gerne Stöpsel, für wenn Frauen ihre Tage haben…“

(Lösung: Tampons natürlich)

„Gelbe Kunststoffdichtungen für die Ohren, bitte.“

(Lösung: Noton Ohrstöpsel).

„Etwas zum nicht hören, bitte.“

(Lösung: Ohropax)

„Make up für die Schuhe.“

(Lösung: Schuhcreme)

Hättest Du’s gewusst?

Surreale Begegnung in der Apotheke

Es ist schon eine ganze Weile her, da hatten wir ein paar interessante Erlebnisse mit einem … umm, Kunde kann ich schlecht sagen.

Das ging so:

Akt I:

Der Mann kommt in die Apotheke und fragt, ob er Medikament A haben kann. „A“ ist ein Medikament gegen Parkinson (und ähnliche Beschwerden) und rezeptpflichtig. Er habe kein Rezept, aber er brauche es jetzt. Wir könnten ja dem Arzt anrufen. Er gibt mir seinen Namen: E. und den Namen des Arztes und ich nehme das Medikament mit mir nach hinten, um zu telefonieren.

Als die Praxisassistentin seinen Namen hört, sagt sie sofort: „Oh, einen Moment, ich hole gleich den Arzt!“ Kein gutes Zeichen, denn im Normalfall stören sie den Arzt nur ungern, die meisten benehmen sich wie eifersüchtige Wächter. Jedenfalls kommt der Arzt ans Telefon und sagt: „Geben sie es ihm nicht! Er hat ein Dauerrezept in der Apotheke, wo er alle seine Medikamente beziehen soll, aber er versucht es immer wieder in anderen Apotheken.“. Als ich wieder nach vorne komme, um dem Mann das zu sagen, ist er verschwunden. Das überrascht mich nicht. Überraschender fand ich, dass er ausgerechnet Medikament A missbraucht. Aber offensichtlich kann man auch damit einen „Flash“ kriegen, vor allem, wenn man Alkohol dazu trinkt. Man lernt nie aus.

Akt II

Etwa eine Woche später kommt derselbe Mann wieder in die Apotheke, mein Kollege arbeitet diesmal. Er erzählt die gleiche Geschichte, mein Kollege geht nach hinten ans Telefon, aber ohne Medikament A mitzunehmen. Kaum ist er ausser Sicht, springt E. hinter die Theke, geht zur Schubladenwand, reisst die Schublade auf und nimmt Medikament A hinaus. Er dreht sich um und rennt zur Tür hinaus, wobei ihn noch 2 Drogistinnen zu stoppen versuchen – erfolglos.

In der Zwischenzeit hat der Arzt meinem Kollegen gesagt, dass E. nicht mehr Patient bei ihm ist, weil er Rezepte von ihm geklaut hat! Für E. sei jetzt eine Psychiatrische Klinik zuständig.

Wir rufen dort an, um dem zuständigen Arzt zu informieren. Der bittet uns den Diebstahl anzuzeigen, damit sie Herrn E. wenn genug derartiges vorgefallen ist, unter Vormundschaft stellen können.

Akt III

Es vergehen ein paar weitere Wochen, da kommt ein Mann in die Apotheke, bei dessen Anblick es bei mir irgendwie klingelt, aber erst, als er wieder seine Geschichte erzählt, fällt der Groschen. Derselbe Kerl. Schon wieder?!

„Herr E.?!?“ sage ich.

Der Mann ist erstaunt, dass ich seinen Namen kenne – offensichtlich ist Medikamentenmissbrauch auch schlecht fürs Gedächtnis. Dann sehe ich, wie die Erkenntnis dämmert.

„Oh. Sie haben mich angezeigt?“,

„Ja“ sage ich.

Worauf er sich umdreht und die Apotheke wieder verlässt.

So surreal!

Bestellbar: heute, morgen, gar nicht

Da, wo ich arbeite haben wir über 10’000 Artikel an Lager (laut letzter Inventur) und was nicht da ist kann im Normalfall bestellt werden und zwar innerhalb eines halben Tages. Das bedeutet, ich bestelle vor 12 Uhr und es ist spätestens um 4 Uhr Nachmittags hier. Ich bestelle vor 7 Uhr abends und es ist am nächsten Morgen hier.*

Ich finde das wirklich erstaunlich und eine sehr gute Dienstleistung für die Kunden. Ehrlich: wo sonst ist das auch so? Nirgends, oder?

Trotzdem gibt es Leute denen das offensichtlich nicht reicht.

Besonders liebe ich dazu folgende Aussagen:

„WAS? Sie haben es nicht da? Immer, wenn ich komme und etwas brauche, müssen Sie es bestellen!“ – Ja, wenn Ihr Arzt natürlich irgendwelche seltenst gebrauchten Medikamente aufschreibt und Sie auch noch darauf bestehen genau das zu nehmen und nicht etwa das Generikum, das wir an Lager haben. Und „immer“ heisst also alle 2 Jahre einmal?….

„Aber ich gehe heute Mittag in die Ferien / fliege morgen früh … und ich brauche es sofort!“ – Sie wissen wie lange, dass Sie in die Ferien gehen und Medikamente brauchen und das Rezept ist über eine Woche alt? Hmmpf. Viel Glück bei der Suche nach einer Apotheke, die die Medikamente an Lager hat! (Wobei ich dann noch nett – oder blöd- genug bin, anzubieten ein paar Apotheken anzurufen und anzufragen).

„Oh, Sie haben dieses … (irgendeinobskureswundermittelchen)…… also nicht hier und können es auch nicht bestellen….“

Doch, ich kann ihnen dieses Wundermittel, das Sie in einer Illustrierte gefunden haben schon bestellen, aber so wie ich den Hersteller kenne wird er neben dem Porto noch einen Einzelstückzuschlag daraufhauen. Ausserdem ist es kein Medikament, sie könnten auch selbst anfragen, dass sie es zu ihnen schicken. Die Adresse steht auch im Heft, samt der (gebührenpflichtigen) Telefonnummer.

„Sie haben das nicht im Computer? Aber ich habe es im Fernsehen gesehen!“ Ja, mag gut sein – Es war nicht zufällig auf dem ZDF, ARD, Pro7 oder Sat1? Das sind Deutsche Sender, also ist es wahrscheinlich ein deutsches Produkt. Im Computer habe ich nur die Schweizer Produkte. Doch, ich kann es ihnen aus Deutschland besorgen, aber das wird teurer. Es gibt in der Schweiz wahrscheinlich auch Produkte wo dasselbe drin ist (jetzt muss ich nur noch herausfinden was darin ist …)

*kleiner Disklaimer: Samstags gibt es keine Nachmittagslieferung (auch der Grossist macht Wochenende) und gewisse obskure oder seltene Dinge können nur direkt vom Hersteller bestellt werden, was ein paar Tage dauern kann.

Unvernunft ist …

… Wenn die Patientin mit einem bauchfreiem Top und Minirock bei noch nicht wirklich sommerlichen Temperaturen kommt, sich eine Packung „Blasen und Nierentee“ schnappt und fragt, was sie sonst noch gegen eine Blasenentzündung und schmerzende Nieren tun kann. Dann darf sie sich nicht wundern, wenn ich sie durch Anfassen mit meinen immer ziemlich kühlen Händen in die Nierengegend zum Hüpfen bringe. Jedenfalls war das eine deutliche Demonstration zu meinem Rat: „Ziehen Sie sich etwas wärmeres an!“….

So traurig es ist, aber bei einer Allergie gegen Katzenhaare ist es keine gute Idee, sich weiterhin eine Katze zu halten, deswegen ständig Antiallergika zu nehmen und schliesslich sogar einen Asthma-Inhalator zu brauchen. Wenn diese Patientin mich also fragt, was sie denn noch tun kann, so muss mein Rat (leider) lauten: „Sehen sie sich nach einer guten Unterkunft für ihre Katze um“.

In dieselbe Kategorie fallen Personen mit Lebensmittelallergie, die partout nicht auf das auslösende Lebensmittel verzichten können. So z.B. die Frau mit dem Ausschlag am ganzen Körper: Aber die Erdbeeren waren sooo fein!“. Klar. Und das nächste Mal, wenn Sie sie essen, bringen sie Sie vielleicht um, aber das hat man Ihnen schon gesagt, oder? Nennt sich anaphylaktischer Schock. „Übrigens: haben Sie immer ein Notfallset mit Zyrtec / Prednison dabei?“

Dazu passt doch auch dieses Zitat:

„Zwar hat die menschliche Unvernunft nicht zugenommen. Ruinös angestiegen ist jedoch die Zahl der Unvernünftigen.“

– Hoimar von Ditfurth, Innenansichten eines Artgenossen, 1989

Die Rückkehr der Läuse

Es wird wieder Sommer und wie jedes Jahr, haben wir wieder eine Menge Kinder, die aus den Ferien (oder sonst wo) Läuse mitbringen. Und nicht nur mitbringen. Wenn es Ein Kind hat, hat es danach oft ein Grossteil der Schulklasse auch.
Ich habe noch keine persönliche Erfahrungen mit Läusen. Ich erinnere mich zwar, dass es auch in meiner Klasse von Zeit zu Zeit eine Epidemie gab, aber irgendwie hat es mich immer verschont. Dabei hatte ich praktisch immer lange Haare – die Läuse würden sich wohlfühlen, aber … nein. Ich vermute es liegt daran, dass ich ein Einzelgänger war und auch nicht dazu neigte, meine Haarbürste oder die Kappe mit anderen auszutauschen.
Wie auch immer. Gelegentlich haben wir wieder eine Mutter (es sind nie die Väter, die damit kommen), die uns ihr Kind bringt und sagt: „Könnten sie mal schauen? Ich glaube sie/er hat Läuse“. Oft genug stimmt das auch. Die Läuse selbst sieht man selten, weil sie rasch flüchten, die Nissen sind deutlicher, wenn auch recht klein.
Nach so einer „Begutachtung“ habe ich jedes Mal das Gefühl, dass es mich beisst und juckt. Eigentlich reicht dazu allein die Erwähnung „Laus“ von einem Kunden …

Gute Info zum Thema findet man hier: http://www.kopflaus.ch/

Ich will noch ein paar Dinge anmerken: Die meisten chemischen Mittel wirken inzwischen nicht mehr, weil sich die Läuse daran gewöhnt haben und Resistent geworden sind. Man kann es einmal versuchen aber wenn es nach einer Behandlung mit Prioderm oder Loxazol nicht gewirkt hat, muss man etwas anderes probieren.

Die Methode der Wahl ist inzwischen das „Ersticken“ der Läuse und Nissen mit Silikonöl oder Kokosöl, wie es z.B. in Lausweg enthalten ist. Man muss es allerdings lange genug einwirken lassen: unbedingt die Packungsbeilage beachten. Länger einwirken macht in dem Fall übrigens nichts – die Mittel sind sehr inert. Die kann man laaange drauf lassen, ohne dass das Probleme gibt.

Das A und O einer erfolgreichen Läusebehandlung ist die Entfernung der Nissen. Das heisst, nach dem Lausmittel muss das Haar vollständig mit dem Nissenkamm durchgearbeitet werden.
Überleben irgendwelche Nissen die Behandlung schlüpft nämlich nach ca. 2 Wochen die nächste Generation Läuse und das Ganze geht wieder von vorne los. Deshalb empfiehlt es sich die Behandlung nach 10-14 Tagen noch einmal zu wiederholen.

Also ich geh’ mich jetzt kratzen.

Rätselaufgabe in der Apotheke

Da kam letzthin ein älterer Mann in die Apotheke mit einem Dosett, in dem genau noch 3 Tabletten waren. Genauer gesagt: eine oblonge weisse Tablette, eine halbe weisse runde Tablette mit 2 Bruchrillen und eine rosa Kapsel.
Der Mann wollte wieder diese Medikamente.
Problem: er war noch nie bei uns gewesen, die Medikamente seien aber auch nicht rezeptpflichtig. Er hat keine Ahnung für was die Medikamente sind (O-Ton: „für die Gesundheit“ ), und er hat auch keine der Packungen mehr zuhause. Er weiss nicht einmal mehr, woher er die Medikamente ursprünglich hatte.

??? – Ich habe alles versucht, ich habe die identa hervorgenommen – das ist ein Büchlein mit Fotos von Tabletten, allerdings hauptsächlich rezeptpflichtigen. Ich habe versucht genauere Angaben zu bekommen, was die Medikamente denn machen. Ich habe einzelne Packungen aufgemacht, um zu schauen, ob es eventuell diese sind. Nichts.
Am Schluss musste ich passen.

Es hat mir dann aber doch keine Ruhe gelassen (ich mag Rätsel wirklich). Ich habe im Internet gesucht, ob es die identa, eventuell dort gibt – und etwas aktueller, denn die letzte Druckversion ist von 2002 und seitdem hat sich viel getan. Es ist schon ein echtes Problem.
Wenn früher jemand kam und sagte: „ich brauche wieder die weissen Tabletten gegen das Wasser“, dann konnte man fast sicher sein, es waren die Lasix. Heute sind es entweder die Lasix, oder die Oedemex, oder Fursol, oder Furodrix oder Furosemid Helvepharm. Wobei letztere die aktuellen Generika sind. Dasselbe gilt für eine Menge der anderen Medikamente. Wir führen natürlich auch aus genau dem Grund Patientendossiers, wo genau festgehalten wird, was der Patient wann bekommen hat und in welcher Dosierung (und von welchem Arzt und welche Krankenkasse etc.).

Aber all das nützt natürlich nix, wenn der Patient noch nie bei uns war. Oder die Medikamente nicht über Rezept bezogen wurden – wobei, bei den meisten freiverkäuflichen Medikamente kenne ich das Aussehen.
Diejenigen, die er gebracht hat, kamen mir eher vor wie Rezeptpflichtige. Deshalb suchte ich weiter, bis ich im Internet eine identa fand – allerdings nur für Deutschland :-(. Aber eine Menge Medikamente sind ja trotzdem die gleichen, weil sie von den gleichen Firmen hergestellt und vertrieben werden.

Dort fand ich dann auch eine rosa Kapsel, die verdächtig nach der aussah, die er gebracht hat.
Es war ein Mittel gegen Alzheimer …
… Das erklärt doch einiges…

P.S. die Suche nach den weissen runden Tabletten habe ich dann aufgegeben: „Die Suche nach ihren Vorgaben erbrachte über 500 Ergebnisse. …“

Update: seit Compendium.ch nicht mehr nur die Fachinformationen veröffentlicht, sondern auch Bilder der Medikamentenpackungen und Tabletten/Kapseln, gibt es auch für die Schweiz eine Identa!

 

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