Eine dicke Lippe riskiert

Frau mit ziemlich geschwollenen Lippen (man nennt das auch Quincke Ödem) kommt und will etwas dagegen. Sie weiss schon, dass sie das letzte Mal das hatte, als sie allergisch reagierte.

Die Drogistin versucht abzuklären, an was es liegt, dass sie jetzt so eine Reaktion hat.
Die Frau meint, sie sei allergisch gegen Fisch und Meeresfrüchte, hätte aber schon lange keine mehr gegessen.
Drogistin: „Haben sie irgendetwas gewechselt: Kosmetika, Waschpulver …?“
Kundin: „Nein.“
Drogistin: „Nehmen sie irgendwelche Medikamente ein, auch selbstgekaufte?“
Kundin: „Ja, gelegentlich Aspirin, Voltaren Gel, Pernaton Kapseln … „
Drogistin: „Halt! Pernaton Kapseln? Die mit Grünlippmuschelextrakt?“ – Das ist die Erklärung. Muscheln sind natürlich auch Meeresfrüchte.

Sie will es aber partout nicht glauben, dass sie davon die Reaktion hat – die seien schliesslich so gesund, hat sie gehört.
Mag schon sein – aber für sie nicht. Die geschwollene Lippe ist nur der Anfang, wenn sie nicht aufhört, riskiert sie, dass ihre Luftwege zuschwellen.

Defekt – oder?

Kunde: „Da scheint etwas nicht zu stimmen mit meinem Blutzuckermessgerät.“

Apothekerin: „Zeigen sie es mir mal.“ ….

„Hmm, das scheint ja geschmolzen zu sein. Was ist passiert?“

Kunde:Es wurde nass und da habe ich es zum trocknen in den Backofen gelegt …“

Apothekerin „…“

„Wie wäre es, wenn wir es einfach ersetzen?“

***

Frau von der Spitex holt für einen Patienten ein neues Blutzuckermessgerät, will aber keine Instruktion, wie es funktioniert: „Ich weiss das, ich bin Krankenschwester“.

Ein paar Stunden später kommt sie zurück und sagt: „Das Ding funktioniert nicht!“

Die Apothekerin testet es und als sie den Teststreifen in den Schlitz steckt, kommt Blut heraus.

Offensichtlich hat die Schwester versucht das Blut direkt in den Apparat zu kriegen. Igitt.

Auch das gab ein neues Gerät.

***

Kunde kommt mit neuem Blutdruckgerät wieder, das er gekauft hat. Er beklagt sich: „Die Anzeige ist immer dieselbe, das Gerät muss kaputt sein, das kann nicht stimmen!“

Blick auf das Blutdruckgerät zeigt, dass er immer noch den Kleber mit den Mustermessungen über der Anzeige hatte ..

Missverständnis (2)

Kunde kommt mit Packung Voltaren, die er vor etwa einer Stunde auf Rezept bekommen hat wieder zurück:

„Ich hätte lieber Tabletten, nicht Zäpfchen, wenn das geht“.

Ein Blick auf die Packung: „Das sind Tabletten“.

„Oh.“ Sagt der Kunde, „aber da steht drauf ANAL-getikum“.

(Das heisst einfach nur: Schmerzmittel)

Unglauben

Es gibt schon seltsame Ärzte. Vielleicht hat er aber einfach zuviel Dr. House geschaut – der sagt ja auch immer: „Alle Patienten lügen“.

Das mag schon sein, aber wenn die herzige ältere Dame aufgewühlt zu mir kommt und mir erzählt, der Arzt glaube ihr nicht, wenn sie sagt, dass sie keinen Alkohol trinkt – und was sie jetzt machen soll? bin ich doch etwas erstaunt über das fehlende Einfühlungsvermögen.

Der Hintergrund: wegen ihrer ständigen Müdigkeit habe ich ihr empfohlen einen Bluttest machen zu lassen, um die Leberwerte zu überprüfen. Sie nimmt seit längerer Zeit recht hochdosiert Paracetamol gegen die Schmerzen wegen ihrer kaputten Wirbelsäule (es ist das einzige was sie verträgt) und das ist bekannt dafür, dass es Leberschäden machen kann. Ich habe schon darüber geschrieben.

Nun, ihre Leberwerte sind tatsächlich nicht gut. Aber der Arzt glaubt nicht, dass das vom Schmerzmittel kommen kann. Er denkt das liegt daran, dass sie zuviel Alkohol trinke und das hat er ihr auch gesagt. Sie sagt, sie trinkt schon seit Jahren gar keinen Alkohol mehr und hat nie viel getrunken, weil ihr das Zeug einfach nicht schmeckt. Ich glaube ihr. Sie ist einfach nicht der Typ dafür. Nicht der Typ, der Medikamente missbraucht, exzessiv Alkohol trinkt oder wegen so etwas lügt. Ich meine: was hätte sie denn davon? Klar ist sie entsetzt. Was würden sie denn tun, wenn der Arzt sie etwas fragt und auf ihre Antwort nur sagt „Ich glaube ihnen nicht?“. Was kann man denn dann tun? Man kann den Arzt ja nicht zwingen etwas zu glauben. Aber der Arzt sollte ja trotzdem in der Lage sein auch anderes zu denken oder in Betracht zu ziehen. Falls nicht …. bleibt ihr wohl nur noch die Variante den Arzt zu wechseln.

Übrigens: der Test hat auch ergeben, dass ihre Schilddrüse nicht richtig arbeitet. Das ist eher die Ursache ihrer Müdigkeit – und auch dass sie stetig zunimmt, obwohl sie kaum etwas isst.

Aber wahrscheinlich glaubt ihr der Arzt auch das nicht.

Missverständnis

Die Ärztin verschreibt der Patientin Agiolax Pulver- offenbar weil sie etwas gegen Verstopfung verlangt hat.

Nach 3 Tagen kommt die Patientin wieder in die Apotheke und sagt:

„Jetzt habe ich das ganze Pulver reingekippt und die Toilette ist immer noch Verstopft!“


Kein Wunder, denn Agiolax ist gegen Verstopfung beim Menschen.

Solche Sachen kann man nicht erfinden, das passiert wirklich!

Abgelaufen

Kundin kommt zur Pharmaassistentin: „Tag, ich bräuchte jemanden aus der Apotheke, aber Sie sind… (Blick von seeehr nahe auf das Namensschildchen am Busen) ... ja nur die Assistentin.“

Pharmaassistentin „Um was geht es denn?“

Kundin: “Kann man herausfinden, ob diese Medikamente noch gut sind?“ – Sie hat eine Packung Aspirin oder sowas dabei.

Pharmaassistentin (denkt sich wahrscheinlich: und dafür braucht die die Apothekerin?): „Ja kann man, anhand des Verfalldatums, und nein, diese sind es nicht mehr“.

Gleiche Kundin, einige Tage später:

Sie kommt mit seit 6 Jahren abgelaufener Packung Noroxin: „Kann man die denn wirklich nicht mehr nehmen? Auch nicht, wenn sie noch einwandfrei aussehen?“

Pharmaassistentin:  „Nein!“

Irgendeine andere Kundin: „Ich habe Ihnen Medikamente zum entsorgen.“

Pharmaassistetin: “Ja?“

Kundin: drückt ihr 1 (Eine!) offene Tablette Panadol in die Hand

….

Empörter Kunde: „Die Tabletten, die sie mir gestern verkauft haben sind abgelaufen! Schauen Sie, hier steht: 3.5.2008!“

Pharmaassistentin: „Könnte ich sie mir ansehen?“

Wirft einen Blick darauf und sagt: „Nein, die sind noch gut. Das Ablaufdatum ist das mit dem EXP davor, das Datum das Sie meinen ist das Herstellungsdatum, das hat ein MFD davor.“ (steht übrigens für Manufacturing Date)

Kunde: „Oh. Danke.“ – und Abgang