einfache Dosierungsanweisung

Man sollte meinen, dass man mit der Dosierung „Nehmen sie 3 x täglich 1 Kapsel ein“ nicht viel falsch machen kann.

Doch man kann.

Kundin: „Soll ich jetzt 1 Kapsel in 3 Teile teilen und dann nehmen?“

Ok. „Nehmen sie 3 x täglich je 1 Kapsel ein.“

Noch besser wäre es zu schreiben: Morgens, mittags und abends je 1 Kapsel einnehmen. Oder: Alle 8 Stunden eine Kapsel einnehmen.

„Idiotensicher gibt es nicht. Dazu sind die Idioten viel zu erfinderisch.“

Pharmama

Kapsel-Probleme

Es gibt Kapseln (z.Bsp. Adalat CR) die sind absichtlich so gemacht worden, dass die Kapselhülle nicht vom Körper aufgenommen wird. Der Wirkstoff wird via ein kleines Loch in der Kapselhülle abgegeben. Man macht das, damit er langsam und über eine lange Zeit verteilt abgegeben und in den Körper aufgenommen wird (im Fachjargon heisst das retardiert).
Bitte Leute, wenn ihr eine solche Kapsel auf der Toilette im Stuhl findet, grabt sie nicht aus und bringt sie in die Apotheke.
Es würde reichen, wenn ihr sagt, ihr hättet eine gesehen.

Kunde: „Die Kapseln, die sie mir verkauft haben sind nicht ganz voll. Und es ist ziemlich mühsam, sie einzeln zu öffnen und dann mit dem Inhalt der einen Kapsel die andere zu füllen ….“
Apothekerin: „Umm, sie sollten das nicht tun. In den Kapseln ist genauso viel Wirkstoff drin, wie es sein soll. Egal, wie voll eine einzelne Kapsel aussieht.“

Kundin kommt mit einer Blisterpackung Kapseln: „Mit diesen Kapseln stimmt etwas nicht! Schauen sie, da hat es unterschiedliche drin. Manche sind blau oben und weiss unten und die anderen sind weiss oben und blau unten! Warum sind die unterschiedlich?“
Apothekerin: „Drehen sie sie einfach um, dann sind sie gleich.“


Diaphragmas und Verhütungsgels

Diaphragmas sind eine eher ältere Methode der Empfängnisverhütung, die heute offensichtlich nicht mehr sehr oft angewendet wird. Es gibt ja heute so viel anderes: die Pille,  Spirale, Pflaster, Nuvaring, Implantate, Spritzen und nicht zu vergessen Kondome.

Die Diaphragma Methode ist eine Barriere Methode (demnach ähnlich wie das Kondom). Über den Gebärmutterhals der Frau wird ein halbkugeliges Gebilde gelegt, das den Eingang dicht abschliesst. Damit das funktioniert, muss es vom Frauenarzt angemessen werden. Zusätzlich sollte man aber noch Spermienabtötende (spermizide) oder Spermienhemmende Gele verwenden. Und damit wären wir beim Thema.

Problem ist: es gibt prakisch keine mehr.

Das habe ich letzthin wieder erfahren, als ich welche bestellen sollte. Patentex ausser Handel, Benzaltex nicht lieferbar, geht wahrscheinlich auch gleich ausser Handel. Nogynex gäbe es noch, ist aber auch mal wieder nicht lieferbar. Und das wars dann.

Anfrage beim zentralen Infodienst für Apotheken und Fachhandel brachte auch keine anderslautende Info.

Ich habe dann angerufen in einer Apotheke in Deutschland. Da gibt es auch nichts mehr, aber sie können aus Frankreich noch etwas importieren. Ummm, ok.

Als ich beim Hersteller für die Diaphragmas anrief, um diese zu bestellen (das geht auch nicht über unseren normalen Lieferanten), fragte mich die am Telefon gleich nach dem Verhütungsgel: ob ich nicht auch gleich eins bestellen wolle? „Oh, ihr habt das auch?“ „Ja, wir importieren sie aus England.“ Klar nehme ich eines für die Kundin.

Bestens, dann weiss ich wenigstens das nächstemal, woher ich das Gel bekomme.

Die Kundin hatte ausserdem noch den Wunsch nach einem Gel das „nicht so chemisch schmeckt“ (kein Kommentar dazu). Ich fürchte, was die Spermizid Gele angeht, hat sie keine grosse Wahl. Sie kann aber probieren, ob die Spermienhemmenden Gele auf Milchsäure- und Zitronensäure Basis besser sind.

Nächstes Problem: auch davon gibt es offiziell keine mehr. Keine fertigen Spezialitäten jedenfalls. Ich vermute, man bekommt noch in der Kondomeria welche und im Internet habe ich eine Apotheke in der Innerschweiz gefunden, die sie als Hausspezialität herstellt. Dort habe ich dann noch ein Zitronensäure-Gel bestellt.

Bisher habe ich noch keine Rückmeldung erhalten, ob das jetzt besser schmeckt … :-)

Blaue Flecken

Zum heutigen Post ist mir noch eine Begebenheit eingefallen, die passt – Wie die Faust aufs Auge, könnte man sagen (das gibt ja auch blaue Flecken):

Ein Mann kommt in die Apotheke und verlangt: „Etwas gegen blaue Flecken.“

Die Apothekerin erklärt ihm, dass Arnika Globuli oder Salbe und Heparin (äusserlich) helfen können, damit sie schneller weggehen.

Mann: „Ok, aber ich brauche etwas, damit sie gar nicht erst kommen.“

Apothekerin: Ummm, haben sie vor einen Kampf zu haben, oder was?“

Mann: „Nein, aber ich besuche eine Domina – und in der Umziehkabine beim Tennisclub, wo ich bin, fangen sie schon an, mich komisch anzuschauen …“

Eine dicke Lippe riskiert

Frau mit ziemlich geschwollenen Lippen (man nennt das auch Quincke Ödem) kommt und will etwas dagegen. Sie weiss schon, dass sie das letzte Mal das hatte, als sie allergisch reagierte.

Die Drogistin versucht abzuklären, an was es liegt, dass sie jetzt so eine Reaktion hat.
Die Frau meint, sie sei allergisch gegen Fisch und Meeresfrüchte, hätte aber schon lange keine mehr gegessen.
Drogistin: „Haben sie irgendetwas gewechselt: Kosmetika, Waschpulver …?“
Kundin: „Nein.“
Drogistin: „Nehmen sie irgendwelche Medikamente ein, auch selbstgekaufte?“
Kundin: „Ja, gelegentlich Aspirin, Voltaren Gel, Pernaton Kapseln … „
Drogistin: „Halt! Pernaton Kapseln? Die mit Grünlippmuschelextrakt?“ – Das ist die Erklärung. Muscheln sind natürlich auch Meeresfrüchte.

Sie will es aber partout nicht glauben, dass sie davon die Reaktion hat – die seien schliesslich so gesund, hat sie gehört.
Mag schon sein – aber für sie nicht. Die geschwollene Lippe ist nur der Anfang, wenn sie nicht aufhört, riskiert sie, dass ihre Luftwege zuschwellen.

Defekt – oder?

Kunde: „Da scheint etwas nicht zu stimmen mit meinem Blutzuckermessgerät.“

Apothekerin: „Zeigen sie es mir mal.“ ….

„Hmm, das scheint ja geschmolzen zu sein. Was ist passiert?“

Kunde:Es wurde nass und da habe ich es zum trocknen in den Backofen gelegt …“

Apothekerin „…“

„Wie wäre es, wenn wir es einfach ersetzen?“

***

Frau von der Spitex holt für einen Patienten ein neues Blutzuckermessgerät, will aber keine Instruktion, wie es funktioniert: „Ich weiss das, ich bin Krankenschwester“.

Ein paar Stunden später kommt sie zurück und sagt: „Das Ding funktioniert nicht!“

Die Apothekerin testet es und als sie den Teststreifen in den Schlitz steckt, kommt Blut heraus.

Offensichtlich hat die Schwester versucht das Blut direkt in den Apparat zu kriegen. Igitt.

Auch das gab ein neues Gerät.

***

Kunde kommt mit neuem Blutdruckgerät wieder, das er gekauft hat. Er beklagt sich: „Die Anzeige ist immer dieselbe, das Gerät muss kaputt sein, das kann nicht stimmen!“

Blick auf das Blutdruckgerät zeigt, dass er immer noch den Kleber mit den Mustermessungen über der Anzeige hatte ..