Die Anwendung von Inhalatoren

Es ist so wichtig, dass man mit den Kunden zusammen die korrekte Inhalation mit einem Inhalator übt.

Warum, zeigen die folgenden 3 Beispiele:

Kunde: „Dieser Inhalator, den sie mir gegeben haben wirkt nicht! Da ist kein Wirkstoff drin oder so!“

Apothekerin, nimmt das Dosieraerosol in die Hand, er ist vom Gewicht her noch voll. Bisher ist auch kein Rückruf eingegangen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Also fragt sie: „Könnten sie mir demonstrieren, wie sie ihn anwenden?“

Kunde (ärgerlich): „Natürlich, so wie immer!“

Apothekerin: „Bitte zeigen sie es mir.“

Kunde: nimmt den Inhalator, nimmt den Deckel ab, macht sein Hemd auf und sprüht sich eine Ladung auf die Brust …. „So!“

….

Für medizinisch nicht so bewanderte: Inhalatoren, Dosieraerosole, Inhalatorsprays, oder wie auch immer man sie nennen will, müssen zur Anwendung inhaliert werden, das heisst der Stoff muss in die Lunge, via die Atmung – nicht via die Haut!

Ähnliche Situation: Kundin, die das erste Mal den Dosieraerosol zum inhalieren hat, kommt wieder und sagt: „Der muss kaputt sein, da kommt überhaupt nichts vorne raus, wenn ich drücke.“

Als sie es demonstriert, wie sie es anwendet, zeigt sich, dass sie bisher vergessen hat den Deckel vorne abzunehmen.

….

Der beste aber (aus Amerika:)

Patientin nimmt regelmässig Symbicort 400.

Die Apothekerin revisiert ihre Medikamente mit ihr und fragt sie dabei, ob sie ihr demonstrieren kann, wie sie den Inhaler benutzt.

„Oh, das kann ich hier nicht.“ Sagt die Patientin.

Die Apothekerin schaut sich um und sagt: „Sollen wir in den Beratungsraum gehen?“

Patientin: „Das bringt nichts, ich habe ja meine Katze nicht dabei.“

Apothekerin: „Was???. Warum brauchen sie ihre Katze um mir zu zeigen, wie sie den Spray anwenden?“

Es stellt sich heraus, dass sie, weil man ihr gesagt hat, dass ihr Asthma durch die Katzenhaare ausgelöst wird sie den Inhalt ihrer verschiedenen Inhaler seit 7 Jahren auf die Katze sprayte (statt selbst zu inhalieren).

Sie schaute dann auch sehr ungläubig, als die Apothekerin ihr demonstrierte, wie man richtig inhaliert. „Und wie hilft das meiner Katze?“

Link mit Tips zur richtigen Anwendung von Inhalatoren

Ist die Apothekerin da?

Telefon.

„…Apotheke, Pharmama am Apparat.“

Kundin: „Ist das die Apotheke?“

Pharmama: „Ja, da sind sie richtig.“

Kundin: „Sind Sie die Apothekerin?“

Pharmama: „Ja, bin ich.“

Kundin: „Ok, gut. Haben sie Supradyn gerade als Aktion?“ ...

….

„Ich muss unbedingt mit dem Apotheker sprechen.“ sagt die Kundin zur Drogistin. Die verweist sie an mich.

Ich: „Um was geht es denn?“

Kundin: Wie bekomme ich einen Lippenstiftfleck aus meiner Handtasche wieder raus?“

Ich: Ummm, entschuldigen Sie, aber da muss ich die Drogistin fragen, die kennt sich mit Fleckenentfernung besser aus.“

….

Drogistin holt mich zu einem Kunden:

Kunde: „Ist der Inhaber da?“

Ich: Nein, tut mir leid, aber der kommt nur sehr selten vorbei. Kann ich Ihnen vielleicht helfen?“

Kunde: „Eigentlich wollte ich ihn fragen, ob ich ein Sonnencreme-muster für den Rucksack haben kann.“

….

Das sind nur 3 Situationen, die wir letzhin hatten. Für keine der 3 hätte es die Apothekerin oder den Chef allgemein gebraucht. Trotzdem fragen die Leute oft direkt danach.

Ich bin noch so glücklich wenn ich über medizinische oder Krankenkassen-betreffende Fragen Auskunft geben kann, aber derartiges wie oben empfinde ich irgendwie als Leerlauf.

einfache Dosierungsanweisung

Man sollte meinen, dass man mit der Dosierung „Nehmen sie 3 x täglich 1 Kapsel ein“ nicht viel falsch machen kann.

Doch man kann.

Kundin: „Soll ich jetzt 1 Kapsel in 3 Teile teilen und dann nehmen?“

Ok. „Nehmen sie 3 x täglich je 1 Kapsel ein.“

Noch besser wäre es zu schreiben: Morgens, mittags und abends je 1 Kapsel einnehmen. Oder: Alle 8 Stunden eine Kapsel einnehmen.

„Idiotensicher gibt es nicht. Dazu sind die Idioten viel zu erfinderisch.“

Pharmama

Kapsel-Probleme

Es gibt Kapseln (z.Bsp. Adalat CR) die sind absichtlich so gemacht worden, dass die Kapselhülle nicht vom Körper aufgenommen wird. Der Wirkstoff wird via ein kleines Loch in der Kapselhülle abgegeben. Man macht das, damit er langsam und über eine lange Zeit verteilt abgegeben und in den Körper aufgenommen wird (im Fachjargon heisst das retardiert).
Bitte Leute, wenn ihr eine solche Kapsel auf der Toilette im Stuhl findet, grabt sie nicht aus und bringt sie in die Apotheke.
Es würde reichen, wenn ihr sagt, ihr hättet eine gesehen.

Kunde: „Die Kapseln, die sie mir verkauft haben sind nicht ganz voll. Und es ist ziemlich mühsam, sie einzeln zu öffnen und dann mit dem Inhalt der einen Kapsel die andere zu füllen ….“
Apothekerin: „Umm, sie sollten das nicht tun. In den Kapseln ist genauso viel Wirkstoff drin, wie es sein soll. Egal, wie voll eine einzelne Kapsel aussieht.“

Kundin kommt mit einer Blisterpackung Kapseln: „Mit diesen Kapseln stimmt etwas nicht! Schauen sie, da hat es unterschiedliche drin. Manche sind blau oben und weiss unten und die anderen sind weiss oben und blau unten! Warum sind die unterschiedlich?“
Apothekerin: „Drehen sie sie einfach um, dann sind sie gleich.“


Diaphragmas und Verhütungsgels

Diaphragmas sind eine eher ältere Methode der Empfängnisverhütung, die heute offensichtlich nicht mehr sehr oft angewendet wird. Es gibt ja heute so viel anderes: die Pille,  Spirale, Pflaster, Nuvaring, Implantate, Spritzen und nicht zu vergessen Kondome.

Die Diaphragma Methode ist eine Barriere Methode (demnach ähnlich wie das Kondom). Über den Gebärmutterhals der Frau wird ein halbkugeliges Gebilde gelegt, das den Eingang dicht abschliesst. Damit das funktioniert, muss es vom Frauenarzt angemessen werden. Zusätzlich sollte man aber noch Spermienabtötende (spermizide) oder Spermienhemmende Gele verwenden. Und damit wären wir beim Thema.

Problem ist: es gibt prakisch keine mehr.

Das habe ich letzthin wieder erfahren, als ich welche bestellen sollte. Patentex ausser Handel, Benzaltex nicht lieferbar, geht wahrscheinlich auch gleich ausser Handel. Nogynex gäbe es noch, ist aber auch mal wieder nicht lieferbar. Und das wars dann.

Anfrage beim zentralen Infodienst für Apotheken und Fachhandel brachte auch keine anderslautende Info.

Ich habe dann angerufen in einer Apotheke in Deutschland. Da gibt es auch nichts mehr, aber sie können aus Frankreich noch etwas importieren. Ummm, ok.

Als ich beim Hersteller für die Diaphragmas anrief, um diese zu bestellen (das geht auch nicht über unseren normalen Lieferanten), fragte mich die am Telefon gleich nach dem Verhütungsgel: ob ich nicht auch gleich eins bestellen wolle? „Oh, ihr habt das auch?“ „Ja, wir importieren sie aus England.“ Klar nehme ich eines für die Kundin.

Bestens, dann weiss ich wenigstens das nächstemal, woher ich das Gel bekomme.

Die Kundin hatte ausserdem noch den Wunsch nach einem Gel das „nicht so chemisch schmeckt“ (kein Kommentar dazu). Ich fürchte, was die Spermizid Gele angeht, hat sie keine grosse Wahl. Sie kann aber probieren, ob die Spermienhemmenden Gele auf Milchsäure- und Zitronensäure Basis besser sind.

Nächstes Problem: auch davon gibt es offiziell keine mehr. Keine fertigen Spezialitäten jedenfalls. Ich vermute, man bekommt noch in der Kondomeria welche und im Internet habe ich eine Apotheke in der Innerschweiz gefunden, die sie als Hausspezialität herstellt. Dort habe ich dann noch ein Zitronensäure-Gel bestellt.

Bisher habe ich noch keine Rückmeldung erhalten, ob das jetzt besser schmeckt … :-)

Blaue Flecken

Zum heutigen Post ist mir noch eine Begebenheit eingefallen, die passt – Wie die Faust aufs Auge, könnte man sagen (das gibt ja auch blaue Flecken):

Ein Mann kommt in die Apotheke und verlangt: „Etwas gegen blaue Flecken.“

Die Apothekerin erklärt ihm, dass Arnika Globuli oder Salbe und Heparin (äusserlich) helfen können, damit sie schneller weggehen.

Mann: „Ok, aber ich brauche etwas, damit sie gar nicht erst kommen.“

Apothekerin: Ummm, haben sie vor einen Kampf zu haben, oder was?“

Mann: „Nein, aber ich besuche eine Domina – und in der Umziehkabine beim Tennisclub, wo ich bin, fangen sie schon an, mich komisch anzuschauen …“