Magenprobleme

„Haben Sie etwas gegen Magenschmerzen?“ Fragt die junge Frau.

Nachdem die Apothekerin mit ihr die ganzen Fragen durchgegangen ist, um abzuklären, an was es liegen könnte (verdorbenes Essen, Virus, Stress und Magengeschwür, und was noch alles) kommt heraus, dass die Frau seit etwa 10 Stunden nichts gegessen hat.

Apothekerin: „Sie sollten etwas essen gehen, ich glaube, Ihr Magen schmerzt, weil sie Hunger haben.“

Die Kundin glaubt ihr nicht: Haben sie denn keine Tablette, die ich nehmen kann?“

….

(wie wär’s mit einer Packung Traubenzucker?)

Als mir das meine Kollegin erzählt hat, musste ich an die Figur „Q“ in der Serie Raumschiff Enterprise Next Generation denken. Dieses Omnipotente Wesen wurde (aus Strafe, glaube ich), zu einem Menschen. Irgendwann sagt er entsetzt: „Mein Magen .. er macht Geräusche!“ und ist bass erstaunt, als er hört, dass er wohl Hunger hat und was Essen sollte.

Ich esse und  koche für mein Leben gerne, und wenn ich so Gemüse bekomme wie letzthin von unserer Nachbarin (siehe Bild), fange ich sofort an zu hirnen, was man daraus machen könnte … und dann fängt mein internes Kochbuch an zu suchen….

Bitte um Rückmeldung!

Dabei geht es mir jetzt nicht um den Blog (auch wenn ich mich über jeden Kommentar freue), sondern um die Arbeit.

Bei den ganzen Beratungen, die wir in der Apotheke machen, fehlt mir – so befriedigend eine gute Beratung ist – doch oft eines: die Rückmeldung des Kunden. Ich würde oft gerne wissen, was weiter passiert ist. Haben die empfohlenen Medikamente und Behandlungen angeschlagen? Oder etwa gar nicht? Musste der mit dem voll verschleimten Husten dann doch noch zum Arzt?

Denn, sowohl im Guten als auch im Schlechten (also: ob unser Rat dem Patienten geholfen hat, oder nicht) die wenigsten kommen zurück und sagen, wie es gegangen ist.

Das ist schade. Es wäre auch für uns so lehrreich wenn wir Rückmeldungen bekämen.

Die Einzelfälle, die dann wirklich zurückkommen stechen im Gedächtnis immer hervor.

Da war zum Beispiel das Kind, das der Vater brachte mit einer kleinen Wunde an der Hand, wo es auf einen spitzen Stein gefallen ist (auf der Handfläche, wegen dem Abstützen). Er wollte eigentlich eine gute Wundsalbe – ich habe ihn aber in den Notfall geschickt. Warum? Weil die kleine Wunde recht rot war – und den Blutgefässen entlang schon ein dunklerer Strich zu sehen war: deutliches Anzeichen einer Blutvergiftung.
Der Vater mit Sohn ging dann – mir schien eher widerwillig, so dass ich mich fragte, ob er auch meinem Rat folgen würde. Aber: Am nächsten Tag kam er zurück und sagte, sie hätten den Sohn gleich im Spital behalten. Die Wunde war hochgradig infiziert und musste geöffnet werden und tamponiert – dazu bekam er über Nacht Antibiotika intravenös gegen die Blutvergiftung. Er wollte mir melden, dass der Arzt gesagt hat, ich hätte richtig reagiert. Und mir danken.
Echt, für solche Situationen arbeite ich!

Aber auch das Gegenteil ist wichtig. Wenn wir dem Patienten sagen, er solle dies und das nehmen, aber – falls es nicht hilft, zum Arzt gehen. Ich wüsste auch anschliessend an das gerne, ob es geholfen hat – und wenn nicht, was denn der Arzt gemacht oder verschrieben hat.

Oder was die Einnehmbarkeit verschiedener Medikamente betrifft: sind die Tabletten einfach nur riesig und fast nicht schluckbar? Nach was schmeckt der Sirup nun wirklich? (Auf der Packung steht nur „Aroma“ aber nicht was), fischelt das Spirulina Pulver unglaublich?

Ich weiss zwar eine Menge, aber man lernt nie aus! Und ich lerne nicht nur durch die aktuelle Fachliteratur, sondern eben auch durch die Leute selbst. Wenn ich Rückmeldungen bekomme!

Also: bitte, meldet Euch!
Wir freuen uns!

Umtausch

Kunde: „Ich möchte diese Packung Vitamintabletten umtauschen, das Verfalldatum ist zu kurz.“

Apothekerin, nimmt die Büchse in die Hand, stutzt, schüttelt sie und sagt: „Die ist ja fast leer!“.

Kunde: „Ja, aber man hat mir am Telefon gesagt, ich könnte die Packung umtauschen, wenn das Verfalldatum zu kurz ist.“

Apothekerin  „Schon, aber nicht nachdem sie dreiviertel der Packung schon eingenommen haben!“

….

Kundin: „Ich habe zu Weihnachten eine Geschenkpackung von Lauder bekommen von einer Freundin, die es in Paris gekauft hat. Jetzt gefällt mir aber der Duft nicht. Kann ich es bei Ihnen umtauschen?“

Drogistin: „Äh, nein, das geht nicht.“

Kundin: „Aber warum nicht? Sie haben doch auch Lauder?“

Drogistin: „Ja, aber erstens haben weder sie noch ihre Freundin das bei uns gekauft … und dann ist es erst noch etwas, was wir gar nicht hatten.“

Kundin: „Das ist aber nicht sehr kundenfreundlich!“

Dreht sich um und geht.

Meint die Drogistin noch Nun ja, genau genommen sie ist ja auch keine Kundin von uns.“

….

Es ist im übrigen nicht üblich, dass wir Medikamente zurücknehmen oder umtauschen. Das hat gesetzliche Gründe: Medikamente müssen unter bestimmten Bedingungen gelagert werden (Temperatur zwischen 18-25 Grad, Raumfeuchtigkeit zwischen 35 und 65% oder es sind sogar Kühlprodukte) und nachdem das Medikament die Apotheke verlassen hat, ist es nicht mehr gesichert, dass diese Bedingungen eingehalten werden.

In der Praxis tauschen wir aber in manchen Fällen trotzdem Medikamente um oder nehmen sie zurück, aber das hat Grenzen. Kommt der Kunde z.B. nach über einem Monat zurück, kann ich das nicht mehr machen. Kühlprodukte kann ich gar nicht retournehmen – ausser zum entsorgen, weil die Kühlkette ziemlich sicher unterbrochen wurde.

Kein Problem machen mir Umtäusche wegen Produktionsfehlern (ja, das kommt vor, wie erst gestern mit der Tebodont Mundwasser, das einfach nicht zu öffnen war, ausser mit der Zange, aber dann kam der spezielle Kopf mit) – oder wenn das Verfalldatum wirklich mal zu kurz ist.

Welcher Spray?

Kunde kommt ziemlich aufgewühlt in die Apotheke: „Sterbe ich jetzt, wenn ich versehentlich das hier benutzt habe, statt meinem normalen Mundspray?“

„Das hier“ war einer dieser Sprays, die man in Toiletten an die Wand kleben kann und die dann bei Betätigung den Raum zuduften (Airwick oder so).

Nach einem Telefon mit dem Tox Zentrum (die das ziemlich lustig fand), konnte ich dem Patienten sagen dass nein, solange er es nicht inhaliert, ihm nichts passieren wird.

….

Irgendwie erinnert mich das an das Ferienerlebnis, wo mein Papa in einer Lodge in Südafrika statt des Mückensprays (essentiell wenn man draussen essen will)  den Raumduft erwischt hat.

Er fand das riecht besser als der andere – ich bin sicher, die Mücken waren derselben Meinung!

(Wir sind unter dem Tisch gelegen vor Lachen, als wir das rausgefunden haben).

….

Das folgende Bild stammt aus der Apotheke: eine Kundin brachte ihren Nasenspray – weil sie „nichts herausbekommt“. Als ich ihn auspacke, sehe ich sofort wieso: der Sprayaufsatz fehlt komplett. (Siehe Bild: rechts ein normaler Nasenspray, links ihrer).

Wie es dazu gekommen ist, konnte ich aber nicht herausfinden – den Spray hat sie offenbar schon eine Zeitlang zuhause (er ist auch nicht von uns gekauft, wir haben nur noch die neuen ohne Konservierungsmittel an Lager). Vielleicht war es ein Produktionsfehler, oder sie hat den Aufsatz irgendwie abmontiert und verloren.

Das „Fail“ also: „Versager“ stammt von einer Website, die sich darauf spezialisiert hat, derartiges zu sammeln. Das ist recht amüsant zum anschauen. Da sieht man auch brennende Feuerwehrautos und unsinnige Schilder.

Verwirrt

Ältere Frau in der Apotheke: „Hallo Liebes, Ich habe nur rasch eine Frage. Ich bin in letzter Zeit so niedergeschlagen, aber vor meinem Haus sind Bauarbeiter gerade daran die Strasse aufzureissen und wenn sie am arbeiten sind, wackelt das ganze Haus und mein Herz rast so, aber mein Blutdruck ist niedrig, also wollte ich fragen – sind Bananen eigentlich blähend?“

Herzig

Ich erklärte einer Mutter, wie sie ihrem kleinen Sohn die  Tabletten geben muss: „Falls er Probleme hat mit dem Schlucken der Tabletten, kann man sie auch zerkleinern und unter etwas Essen gemischt geben. Apfelmus zum Beispiel, oder Pudding.“

„Geht auch Glace?“ fragt der Knirps.

Ich: „Ja.“

„Geht auch Spaghettisauce?“

„Ja, wenn sie nicht zu heiss ist.“

„Gut,“ meint der Kleine überzeugt „dann kriegen wir die Dinger sicher irgendwie runter, wenn das mit Glace und Sauce geht!“

Man darf dann ja nicht lachen, aber: Jöööh! So herzig.

Das könnte glatt unser Junior in ein paar Jahren sein (nicht, dass ich hoffe, dass er dann Tabletten schlucken muss).