Hormone für den Mann?

Frau kommt in die Drogerie: „Mein Bruder braucht Tabletten gegen zu wenig Hormone“

Drogistin: „? Ich kenne da nur Homöopathische Sachen, warten sie, ich hole Ihnen jemand von der Apotheke“.

Pharmama: „Hormone für den Mann? Was für Probleme hat er denn genau?“ (Ich denke an Haarausfall, Bodybuilder … aber die haben eher Probleme mit zuviel Hormonen)

Kundin: „Nun, er hat mir nur gesagt, ich solle ihm die Tabletten besorgen, ich bin mir jetzt aber nicht mehr ganz sicher, was er gesagt hat, Viagra oder so …“

Pharmama (denkt: Aha!): „Viagra, nun, dafür braucht man aber ein Rezept vom Arzt.“

Kundin: „ja wissen Sie, er war beim Arzt weil er da Probleme hat. Der meinte, er könne die gut nehmen.“

Pharmama: „Na in dem Fall … können Sie dem Arzt ja nochmal rasch anrufen und sagen er hat vergessen ihnen das Rezept mitzugeben…“

Das ist eine Begegnung noch ganz aus der Anfangszeit von Viagra – es war ein Medikament das einen nie für einen selber interessierte, sondern immer nur für einen „Freund“. In dem Fall war ich etwas verwirrt, weil eine Frau fragte – hat wirklich ihr Bruder sie vorgeschickt?

Und noch was ist nicht korrekt: bei Viagra handelt es sich nicht um Hormone.

Geschenkezeit

Weihnachten ist Geschenkezeit und manch Kunde sucht auch bei uns etwas passendes – wenn auch eher in der Drogerie als der Apotheke.

Kundin: „Ich suche ein Geschenk für meine Tochter, eigentlich dachte ich an ein gutriechendes Duschgel, aber jetzt habe ich gesehen, was für eine schlechte Haut sie hat, darum nehme ich lieber das:“

Das ist ein Leucen Waschgel, Hautcreme und Tupfer – eine ganze Aknelinie.

Aus Interesse frage ich nach wie alt die Tochter ist: 28.

Ich hab dann auf sie eingewirkt, doch das Duschgel zu nehmen.

Vielleicht gehe ich ja von falschen Annahmen aus, aber ich hätte in dem Alter (und je nachdem vorher auch) nicht gerade viel Freude daran gehabt Aknemittel geschenkt zu bekommen. Oder wie seht ihr das?

Säure-Base Reaktion?

Ein Kunde bekommt neu ein Medikament.

Eine Stunde später ruft er an:

„Ich habe vorher eine Tablette genommen und mir dann die Zähne geputzt. Und jetzt habe ich so schaumiges Zeug um den Mund. Ich frage mich, ob das vielleicht davon kommt, dass ich mit den Tabletten jetzt eine Säure-Base Reaktion habe?“

Antwort der Apothekerin:

„Nein, ich denke eher, der Schaum kommt von der Zahnpasta.“

Sehr geehrte Frau Ärgerlich,

Vielen Dank für Ihren Brief, gerne nehme ich dazu Stellung.

Sie haben bei uns in der Apotheke am …. ein Rezept eingelöst für Dermovate, eine Rezeptpflichtige Salbe, Liste SL.

Seit dem Jahr 2000, in dem von den Krankenkassen und den Apothekern die LOA, die Leistungsorientierten Abgabe eingeführt wurde, wird die Arbeit des Apothekers getrennt vom Medikamentenpreis abgerechnet. Diese sogenannten Checks gelten nur für Rezeptpflichtige Medikamente, die auf der Spezialitätenliste (SL) stehen. Ihr Medikament fällt unter diese Kategorie. Praktisch gesehen gibt es 2 Checks, von denen eine pro Abgabe(-tag) verrechnet wird, die andere gilt pro rezeptpflichtiges SL Medikament.

Mit den Checks wird die Leistung und Arbeit in der Apotheke abgegolten, dazu gehört:

Bedienung durch Fachpersonen, ständige Weiterbildung derselben,

Führen eines Patientendossiers, Überprüfung von Wechselwirkungen auch bei Medikamenten von verschiedenen Ärzten, Überprüfung der Dosierung, Beratung bei der Anwendung der Medikamente

Ersetzen von Originalmedikamenten durch Generika, Gegebenfalls Rücksprache mit dem Arzt

Ständige Qualitätskontrolle, korrekte Lagerhaltung, und – Bewirtschaftung, rasche Bestellung,

Abrechnung direkt mit der Krankenkasse (ausser Supra und Assura) ohne zusätzliche Kosten und abzüglich 3.2% Kostenstabilisierungsbeitrag auf die Rechnung für die Krankenkasse…. usw.

Ohne Einbussen in der Qualität der Apotheke und ihrer Leistungen können diese Pauschalen nicht gestrichen werden. Die meisten dieser Leistungen sind im Übrigen gesetzlich festgehalten und es kann daher auch nicht im Einzelfall darauf verzichtet werden.

Ausserdem: seit Einführung der LOA ist das Einkommen des Apothekers stabil geblieben – im Gegensatz zu der Zunahme der Einnahmen der Industrie (steigende Medikamentenpreise) der Zunahme der Spitalkosten sowie der starken Zunahme beim Einkommen der selbstdispensierenden Ärzte. Dank der LOA und den Apotheken wurde seit 2000 dem Gesundheitssystem an die 700 Mio CHF gespart! Und genau aus diesem Grund wurde das neue Abgeltungssystem eingeführt.

Uns ist klar, dass Sie als Selbstzahlender Patient, der nur selten ein Medikament braucht, vom neuen System nicht profitieren. Wir wissen auch, dass es Apotheken gibt, die auf die Checks verzichten. Diese können das tun, weil sie weniger Apotheken als Medikamentenhändler sind, die meisten Angestellten werden schlecht bezahlt, sind schlechter ausgebildet und das ist auch der Grund, weshalb diese Ketten regelmässig bei Tests schlecht abschneiden.

Um die Qualität der Beratung in unserer Apotheke aufrechtzuerhalten und wirtschaftlich zu bleiben, werden wir auch in Zukunft nicht auf die Checks verzichten.

Ich hoffe Ihnen mit dieser Auskunft gedient zu haben.

Mit freundlichen Grüssen

Pharmama

Das war meine Antwort auf einen ärgerlichen Brief, bei dem sich eine Kundin im Nachhinein bitterlichst darüber beklagt, dass sie nicht nur den Preis bezahlt hat, der auf der Packung steht, sondern zusätzlich noch die sogenannten „Checks“

Ich hätte es auch einfacher sagen können, nämlich: „Das ist meine Arbeit und mein Einkommen dafür – nein, darauf kann ich nicht einfach verzichten!“ Aber heutzutage scheinen viele der Meinung zu sein, dass gute Leistung seinen Preis hat /haben darf – nur im Gesundheitssystem nicht, das hat möglichst gratis zu sein.

Ich bin kein grosser Fan der LOA. Sie bringt dem Gesundheitssystem zwar die erwarteten Einsparungen – nur weiss das kaum jemand. Dafür dürfen wir ständige Diskussionen führen mit Leuten, die denken sie zahlen was drauf. Ich bin so dafür unsere Leistung wieder im Medikamentenpreis selbst anzuzeigen – dann steht nicht auf dem Medikament ein Preis und zahlen muss man was anderes.

Aber wer weiss? Vielleicht kommt das noch? Im Moment haben wir die LOAIII, die LOA IV kommt spätestens April 09 …. März 10

Tausendernötli

Ich glaube es existiert keine andere Währung mit einer Note mit derart hohem Wert. Nicht die Zahl drauf, sondern der monetäre Wert – die xmillionen Noten aus Zimbabwe ist ja nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt ist. Dagegen hat man mit 1000 Schweizer Franken mit einem Stückchen violettem Papier den Gegenwert von – etwa 290 Laib Brot oder 710 l Benzin oder 20 Pullovern …

Im normalen täglichen Leben braucht man so einen Tausender kaum. Natürlich, wenn man ein Auto kauft und bar zahlen will, oder vielleicht ein Velo, dann macht es Sinn so was mitzunehmen. Aber ich sehe so häufig vor allem ältere Menschen, die solche Noten im Portemonnaie (oder neudeutsch: Portmone) haben – und das finde ich einfach … unmöglich.

Ich selbst würde mich kaum getrauen mit soviel Geld auf die Strasse zu gehen … und es noch jedesmal wenn man Geld aus dem Portemonnaie nimmt zu zeigen. Und noch schlimmer finde ich die, die dann mit so einer Riesennote zahlen möchten!

Wieso? Na, ein durchschnittlicher Verkauf ist so um die 20 Franken. Das bedeutet, ich müsste auch etwa 980 Franken Rückgeld geben – und ehrlich: soviel habe ich nicht immer in der Kasse, v.a. wenn ich nachher in der Lage sein muss noch anderen Rückgeld zu geben.

„Sorry, das kann ich im Moment nicht annehmen. Gehen sie doch zur Bank zurück (von der sie den Tausender bekommen haben) und fragen sie nach handlicheren Noten.“

Merci!

Missverständnis (3)

Junge Kundin kommt mit einer Salbe gegen Pilzinfektionen: „Auf der Creme steht ‚lokal auftragen‘. Ich muss aber heute abend aus der Stadt raus. Was soll ich tun?“

… ‚Lokal‘ bezieht sich auf die betroffene Hautstelle, nicht den Wohnort. Also kein Problem.