Tausendernötli

Ich glaube es existiert keine andere Währung mit einer Note mit derart hohem Wert. Nicht die Zahl drauf, sondern der monetäre Wert – die xmillionen Noten aus Zimbabwe ist ja nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt ist. Dagegen hat man mit 1000 Schweizer Franken mit einem Stückchen violettem Papier den Gegenwert von – etwa 290 Laib Brot oder 710 l Benzin oder 20 Pullovern …

Im normalen täglichen Leben braucht man so einen Tausender kaum. Natürlich, wenn man ein Auto kauft und bar zahlen will, oder vielleicht ein Velo, dann macht es Sinn so was mitzunehmen. Aber ich sehe so häufig vor allem ältere Menschen, die solche Noten im Portemonnaie (oder neudeutsch: Portmone) haben – und das finde ich einfach … unmöglich.

Ich selbst würde mich kaum getrauen mit soviel Geld auf die Strasse zu gehen … und es noch jedesmal wenn man Geld aus dem Portemonnaie nimmt zu zeigen. Und noch schlimmer finde ich die, die dann mit so einer Riesennote zahlen möchten!

Wieso? Na, ein durchschnittlicher Verkauf ist so um die 20 Franken. Das bedeutet, ich müsste auch etwa 980 Franken Rückgeld geben – und ehrlich: soviel habe ich nicht immer in der Kasse, v.a. wenn ich nachher in der Lage sein muss noch anderen Rückgeld zu geben.

„Sorry, das kann ich im Moment nicht annehmen. Gehen sie doch zur Bank zurück (von der sie den Tausender bekommen haben) und fragen sie nach handlicheren Noten.“

Merci!

Missverständnis (3)

Junge Kundin kommt mit einer Salbe gegen Pilzinfektionen: „Auf der Creme steht ‚lokal auftragen‘. Ich muss aber heute abend aus der Stadt raus. Was soll ich tun?“

… ‚Lokal‘ bezieht sich auf die betroffene Hautstelle, nicht den Wohnort. Also kein Problem.

Verhör

Die Kundin kommt zur Drogistin: „Ich hätte gerne etwas gegen Akne für meinen Sohn.“

Die Drogistin fragt sie nach dem Alter des Sohnes und wo er denn die Akne hat, was er für ein Waschmittel benutze und so weiter.

Da fängt die Kundin an auszurufen, sie unterbricht die Drogistin: „Das ist doch nicht ihr Problem! Sie sollen mir einfach etwas gegen Akne empfehlen!“

Die Drogistin erklärt ihr, warum sie das fragen muss, aber die Kundin will nicht hören: „Ich mag es gar nicht so ausgefragt zu werden!“

Dann stürmt sie aus der Drogerie.

Hmmm.  Wenn sie keine Beratung will, warum fragt sie dann danach?

Medikamentenbestellung per mail

Mentikamentenbestellung – Vorbezug

Sehr geehrte Damen

Hiermit möchte ich einen Medikamenten-Vorbezug machen, da ich ab Morgen-Abend für längere Zeit im Ausland bin.

Bestellung:

BelockZok 5 mg  30 Tabletten

Lexontanil 3 mg  2 Pack à 30 Tabletten

Dormicum  2 Pack à 30 Tabletten

Orvitin-Nasenspray 1 Pack

Ich bin Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir die Medikamente noch heute liefern könnten, ich zahle bei Lieferung.

das Rezept erhalten Sie morgen, da mein Arzt heute seine Praxis geschlossen hat.

Wenn Sie Hauslieferdienst haben um so besser, ansonsten könnte ich die Medikamente so gegen 16 Uhr abholen. Bitte um raschmöglichsten Bescheid. Besten Dank und freundliche Grüsse

Herr Ichversuchsmal

Obiges ist ein mail, das wir einmal erhalten haben (inklusive Schreibfehler, exklusive Namen des Senders).

Interessant vor allem aus dem Grund, dass der Herr keiner unserer Kunden ist – d.h. er hat bisher noch kein Rezept bei uns eingelöst, ich habe keine seiner Daten. Er will (neben Nasenspray und Blutdruckmedi) 2 grosse Packungen Schlafmittel, und 2 Pack Beruhigungsmittel. Dazu lässt er uns keine Zeit das nachzuprüfen (tatsächlich nennt er nicht einmal den Namen des Arztes) und er sagt, er bezahlt selbst.

Verdächtig.

Ich telefoniere ihm und sage ihm, dass er die Medikamente besser in seiner Stammapotheke bezieht – da die ja seine Daten und alles hat. Für die dürfte es kein Problem sein, den Vorbezug zu machen.

Ein Vorbezug ist übrigens eben die Abgabe von  (rezeptpflichtigen) Medikamenten noch bevor man das Rezept hat. Für Kunden, die ihre Medikamente regelmässig in der Apotheke beziehen ist das im Normalfall auch kein Problem. Da wissen wir um die Dauermedikation und ob der Arzt Vorbezüge erlaubt. Für jemanden, der noch nie da war, ist das schon einiges schwieriger.

Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser.

Heute holen, morgen … zahlen?

Montag Abend, kurz vor Ladenschluss in der Drogerie.

„Guten Abend – ich bin eine Stammkundin von ihnen, eigentlich sollten sie meinen Namen kennen ..“

Die Drogistin die heute Spätdienst hat und ich tauschen einen kurzen Blick. Ich schüttel den Kopf: Nein, die habe ich bisher noch nicht gesehen –nicht dass sie mir aufgefallen wäre, und ich bin doch schon 10 Jahre hier. Die Stammkunden kenne ich eigentlich.

„Guten Abend, was darf es denn sein?“ Fragt die Drogistin.

Ich brauche ein Kamillosan, habe aber kein Geld dabei. Ich kann doch sicher auch morgen noch zahlen?“

(Wieder kurzer Blickaustausch: also daher weht der Wind!, wieder schüttel ich kurz den Kopf)

Drogistin: „Tut mir leid, aber das machen wir grundsätzlich nicht.“

Kundin: „Oh. (sie sieht unsere Wandkalender, die wir an die Kunden verteilen) … Sie haben aber hübsche Kalender hier, da könnte ich ein paar brauchen.“

Drogistin (in grosszügigem Ton): „Sie dürfen gerne einen mitnehmen und wenn sie morgen das Kamillosan holen kommen, dürfen sie dann noch einen haben.“

Pharmama verzieht sich schleunigst, sonst fällt noch auf, wie sie grinst. (Ja, ich hab’ clevere Mitarbeiter).

Mitgehört

Neulich in der Apotheke:

Kundin: „Guten Tag, ich hätte gerne Globuli …. wissen Sie, die sind homöopathisch!“

Pharmaassistentin: „Das ist etwa so, als würden sie mir sagen: ‚Ich hätte gerne Tabletten, -das sind Medikamente‘. Sie müssen mir schon sagen, wofür sie sie wollen.“