(Igitt)

Kundin am Telefon: Ich brauche einen Rat von ihnen. Ich fühle mich seit Tagen nicht sehr gut, schlapp halt und seit vorgestern habe ich auch ziemlich hoch Fieber.“
Apothekerin: „Haben sie denn noch andere Beschwerden? Schnupfen zum Beispiel oder Husten?“
Kundin: „Nein, das nicht, aber ich habe einen ziemlich eklig riechenden grünlichen Ausfluss.“
Apothekerin: „Aha …“
Kundin: „Könnte das mit dem Tampon zusammenhängen, den ich gestern noch in mir gefunden habe? Meine letzte Periode ist aber schon fast 3 Wochen her …“

Bingo.
Vergessene Tampons sind sehr häufig die Ursache von z.T. heftigen Entzündungen in Scheide und Unterleib. Samt den entsprechenden Symptomen einer Infektion -bis zur Blutvergiftung.

Auf der Packung

Eine bei allen Angestellten bekannte (und gefürchtete) Kundin, die öfter mal Dinge verlangt, die es einfach nicht gibt (und dann ausfällig wird), kommt in die Apotheke und verlangt:

„Etwas gegen Ischias, aber es muss auf der Packung stehen!“

Sagt die schlagfertige Pharmaassistentin: Ich schreib‘s Ihnen gerne drauf…“

Verzögerte Abgabe

Noch ein Fall von missverstandener Pharmakologie:

Kundin: „Ich brauche Magnesium Lutschtabletten. Wissen Sie, ich lege die mir abends unter die Zunge, dann kann das Magnesium die ganze Nacht abgegeben werden. Ansonsten wache ich immer am Morgen um 4 Uhr mit Krämpfen auf.“

Ich denke das ist auch ein ziemlich sicherer Weg, Löcher in den Zähnen zu bekommen.

Wirkliche Retardierung – verzögerte Abgabe des Arzneimittels- funktioniert anders.

Nicht richtig!

Ein Mann kommt mit einer kürzlich gekauften ungeöffneten Packung Burgerstein Vitamin C Kapseln (die in der Büchse) und möchte sie retournieren.

Drogistin: „Ok, ist denn irgendetwas mit dem Verfalldatum?“

Kunde: „Nein.“

Drogistin:  „Ist es nicht das, was sie wollten?“

Kunde: „Doch.“

Drogistin: „ … Aber … was ist dann der Grund?“

Kunde schüttelt die Dose: „Hören sie mal!“ Schüttelt sie noch mal neben dem Ohr der Drogistin: „Das hört sich nicht richtig an!“

Drogistin:  „Aha.“

Kunde: ,,Vitamin C sollte sich nicht so anhören!“

… was gibt’s da noch zu sagen?

Unverständliches

Unleserliche Rezepte sind eines der (wenigen) Dinge, die ich in der Apotheke nicht ausstehen kann.

Sie verursachen enorme Mehrarbeit – ich muss es entziffern, eventuell die Kundin fragen was oder für was es ist und dann noch sicherheitshalber dem Arzt nachtelefonieren. Denn unleserliche Rezepte sind auch ein Sicherheitsrisiko: was, wenn ich mal versehentlich das falsche abgebe? Das ist eine Gesundheitsgefährdung und gibt noch mehr Arbeit das wieder – so möglich – in Ordnung zu bringen.

Letzten Samstag hatte ich ein Rezept, das ich tatsächlich nicht lesen konnte. Nada, njet, nix. Es hätte genausogut in arabisch oder chinesisch geschrieben sein können. Ich konnte es nicht entziffern (und ich bin sonst wirklich gut!), die Pharmaassistentin auch nicht, die Kundin hatte keine Ahnung für was es ist (das lasse ich hier mal unkommentiert) und der Arzt war – wie Samstag so üblich nicht erreichbar.

Weil die Kundin nicht aus der Gegend war, blieb mir nichts übrig als ihr das Rezept achselzuckend wieder zurückzugeben.

Das ist frustrierend.

Für sie und für mich.