Schwangerschaftstests (2)

Schwangerschaftstests sind immer für ein paar Fragen und manchmal interessante Situationen gut. Ein paar Sachen habe ich ja schon hier erwähnt.

Ich meine, da ist z.B. das Problem, wenn wir mal einen für die Patientin durchführen müssen. Wie sagt man ihr das Testergebnis am besten? Ich weiss ja nicht, ob ich sagen kann: „Gratuliere, sie sind schwanger!“ oder „Es tut mir leid, … „. Im Normalfall beschränke ich mich erst mal auf: „Der Test war positiv / negativ“ und schaue dann, wie sie reagiert.

Aber die meisten testen ja zuhause. Da gibt es doch ein paar Unterschiede in der Sensitivität der Teste, also ab wann man testen kann.

Die Patientin wiederholt, was ich ihr über Schwangerschafts-tests gesagt habe: „Also, Sie sagen, ich kann Fortel etwa 3-4 Tage vor der erwarteten Periode durchführen, oder ich nehme den Clear Blue Test für wenn ich darüber bin … und welchen Test nehme ich, wenn ich meine Periode bekomme?“

Aufgestellte junge Frau: Wie früh kann ein Schwangerschaftstest anzeigen, dass ich schwanger bin?“

Apothekerin: „Nun, sie sind alle recht zuverlässig, aber es gibt schon ein paar Unterschiede. Warum? Von wie früh reden wir denn?“

Frau: (mit riesengrossem Grinsen) „Oh, von letzter Nacht!“


Erpressungsversuch

Zur Diskussion über die Abgabe rezeptpflichtiger Medikamente ohne Rezept fällt mit das Pärchen ein, das letzhin in der Apotheke war.

Frau (mit Zettel in der Hand): „Ich brauche … eine Bepanthen plus creme und ein Mephi.. Mefa… na, das Lariam Generikum.“

Pharmama: „Sie brauchen ein Malariamittel?“

Frau: „Es ist nicht für mich, es ist für meinen Mann hier – zieht ihn heran – er geht übernächste Woche einige Zeit zurück nach XY (ein Zentralafrikanisches Land) seine Heimat und da braucht er ein Malariamittel als Prophylaxe ….“

(Interveniert er auf Französisch: „Als Notfallmittel!“ Sie zurück auch auf französisch: „Nein, als Prophylaxe!“).

Pharmama: Was sie meinen ist das Mephaquin, aber das ist Rezeptpflichtig, dafür müssen sie vorher zum Arzt.“

Frau: „Was? Nur wegen dem zum Arzt? Er hat es aber auch schon gehabt!“

Pharmama: Es ist Liste A und damit verschärft Rezeptpflichtig. Es muss sein.“

Frau: „Sie wollen es mir also nicht geben? Was, wenn er geht und dann Malaria bekommt, weil er das Mittel nicht hat, dann sind Sie schuld wenn …“

Pharmama: (denkt: ‚Oh, versuchen wir, die Apothekerin zu erpressen?‘ :-/ ) „Sie haben eben gesagt, er geht erst in 2 Wochen. Das ist genug Zeit zum Arzt zu gehen. Im Notfall gibt es auch das Tropeninstitut, wo sie sehr rasch ein Rezept bekommen.“

Frau: „Aber der Arzt kostet! Ich will nicht noch mehr … können sie es mir nicht einfach geben? Muss ich wirklich noch andere Apotheken dafür abklappern?“

Pharmama: denkt: ‚Aha, noch ein Erpressungsversuch‘ und schaut sie einfach wartend an.

Frau: „Fein.“

Zahlt das Bepanthen und geht.

Merke: Nur weil sie nicht zum Arzt gehen wollen ist das für mich kein Grund ein Medikament das Rezeptpflichtig ist abzugeben. Und das Geld für die Reise haben sie offensichtlich auch aufbringen können, also … Ausserdem lasse ich mich nicht erpressen. Da reagiere ich ziemlich allergisch drauf.

(Igitt)

Kundin am Telefon: Ich brauche einen Rat von ihnen. Ich fühle mich seit Tagen nicht sehr gut, schlapp halt und seit vorgestern habe ich auch ziemlich hoch Fieber.“
Apothekerin: „Haben sie denn noch andere Beschwerden? Schnupfen zum Beispiel oder Husten?“
Kundin: „Nein, das nicht, aber ich habe einen ziemlich eklig riechenden grünlichen Ausfluss.“
Apothekerin: „Aha …“
Kundin: „Könnte das mit dem Tampon zusammenhängen, den ich gestern noch in mir gefunden habe? Meine letzte Periode ist aber schon fast 3 Wochen her …“

Bingo.
Vergessene Tampons sind sehr häufig die Ursache von z.T. heftigen Entzündungen in Scheide und Unterleib. Samt den entsprechenden Symptomen einer Infektion -bis zur Blutvergiftung.

Auf der Packung

Eine bei allen Angestellten bekannte (und gefürchtete) Kundin, die öfter mal Dinge verlangt, die es einfach nicht gibt (und dann ausfällig wird), kommt in die Apotheke und verlangt:

„Etwas gegen Ischias, aber es muss auf der Packung stehen!“

Sagt die schlagfertige Pharmaassistentin: Ich schreib‘s Ihnen gerne drauf…“

Verzögerte Abgabe

Noch ein Fall von missverstandener Pharmakologie:

Kundin: „Ich brauche Magnesium Lutschtabletten. Wissen Sie, ich lege die mir abends unter die Zunge, dann kann das Magnesium die ganze Nacht abgegeben werden. Ansonsten wache ich immer am Morgen um 4 Uhr mit Krämpfen auf.“

Ich denke das ist auch ein ziemlich sicherer Weg, Löcher in den Zähnen zu bekommen.

Wirkliche Retardierung – verzögerte Abgabe des Arzneimittels- funktioniert anders.

Nicht richtig!

Ein Mann kommt mit einer kürzlich gekauften ungeöffneten Packung Burgerstein Vitamin C Kapseln (die in der Büchse) und möchte sie retournieren.

Drogistin: „Ok, ist denn irgendetwas mit dem Verfalldatum?“

Kunde: „Nein.“

Drogistin:  „Ist es nicht das, was sie wollten?“

Kunde: „Doch.“

Drogistin: „ … Aber … was ist dann der Grund?“

Kunde schüttelt die Dose: „Hören sie mal!“ Schüttelt sie noch mal neben dem Ohr der Drogistin: „Das hört sich nicht richtig an!“

Drogistin:  „Aha.“

Kunde: ,,Vitamin C sollte sich nicht so anhören!“

… was gibt’s da noch zu sagen?