Umhauend

in der Apotheke

Kunde mit Rezept für Ibuprofen 600: „Ist das ein starkes Schmerzmittel?“
Pharmama: „Ja, stärker als das 400er, das wir ohne Rezept verkaufen dürfen.“
Kunde: „Wow. Dann wird es mich wirklich umhauen.“
Pharmama: „Warum? Es ist nicht so eines wie Tramal oder Oxycontin.“
Kunde: „Also … dann darf ich Autofahren, wenn ich es nehme?“
Pharmama: „Ah … ja.“

– irgendwie schien er etwas enttäuscht.

Lassen sie mich das wiederholen (7)

Sie wollen also Fenistil Tropfen für ihr knapp halbjähriges Kind, aber nicht, weil es eine Allergie hat und auch nicht, weil es Juckreiz hat wegen Windpocken, sondern weil sie gehört haben, dass es als Nebenwirkung müde macht und sie ‚auch etwas Ruhe brauchen können’ und sie wollen auch vorher nicht einfachere Sachen wie Orangenblütentee ausprobieren, weil sie jetzt gleich etwas wollen das ‚wirkt’ ….

Okeee ….

(Und was machen sie in ein paar Monaten, wenn es aktiver wird? Bekommt es dann Benzodiazepine?)

mehr aus dieser Reihe

Bitte gehen sie ins Spital. Gleich.

Folgend mein Teil der Unterhaltung mit einer älteren Frau, die im Kaufhaus auf der Rolltreppe gestürzt ist – und von der ich finde, dass sie untersucht und eventuell behandelt werden muss. Nur: Sie will nicht.

Pharmama:

„Ich verstehe ja, dass man nicht gerne ins Spital geht. Ich verstehe, dass man Verpflichtungen hat … ja, ihr Mann kann nicht gut alleine laufen, ja, die Einkäufe müssen nach Hause, ja … aber: Sie gehören ins Spital und zwar bald!

Sie sind auf Blutverdünner – das sehe ich an den Flecken auf ihren Armen und sie hatten einen heftigen Sturz. Sie haben eine Platzwunde auf der Stirn und auch im Auge blutet es …. Das kann ich sehen, ja. Jetzt gehen sie bitte abklären, ob es nur an der Oberfläche blutet oder auch tiefer, denn das wäre gar nicht gut .

Ja, sie haben mir gesagt, dass sie auf dem einen Auge nicht mehr gut sehen … sie wollen aber nicht noch das Augenlicht am anderen Auge verlieren, oder?

Eben. Und jetzt rufe ich ihnen ein Taxi, das sie beide, Sie und ihren Mann nach Hause bringt, wo sie die Einkäufe abstellen können und dann auf dem direkten Weg ins Spital.

Ok? GUT !“

Danke.

Rundumschutz

Kunde: „Konnten sie das Medikament für meine Katze bestellen?“
Pharmama: „Ja, es ist hier.“ (holt es)
Kunde: „Wieviel kostet es?“
Pharmama: „32 Franken.“
Kunde: „Auch wenn es über die Versicherung geht?“
Pharmama: „Sie haben eine Versicherung für die Katze?“
Kunde: „Nein, ich meinte meine.“

… Sorry, das kann ich nicht machen.

es gibt ja inzwischen Haustierversicherungen, aber die haben keinen Vertrag mit den Apotheken, so dass man als Tierhalter das Medikament auch erst einmal selbst bezahlen muss. Über die Krankenkasse des Tierhalters lässt sich das aber auf keinen Fall abrechnen.

Ohne Federlesen

Morgens in der Apotheke

„Haben sie mir ein Mittel gegen Milben auf dem Kopf?“ Fragt der mittelalte Herr.
Pharmama: „Ja, habe ich.“ – ich nehme das geeignete Produkt heraus und frage: „Sind sie sicher, dass es Milben sind?“
Mann: „Ja.“
Ich zeige ihm das Produkt, wobei ich erkläre, wie man es anwenden muss: „Dieses Spezielle Mittel ist auch auf Haut mit Haaren gut anzuwenden, weil es nicht verklebt und… „
Mann: „Geht das auch auf Federn?“
Pharmama:  Federn?!?!?
Mann: „Ja, das Mittel ist nicht für mich, sondern für den Kanarienvogel.“
Ah.


Erste Regel bei der Beratung verletzt: IMMER erst fragen, ob das Produkt auch für die fragende Person selber ist … oder für jemand (oder in dem Fall etwas) anderes.


Ich habe das Mittel dann nicht verkauft … denn mit der Behandlung von Vögeln habe ich keinerlei Erfahrung.

Danach brauchte ich erst mal einen Kaffee … ich bin einfach nicht so fit vor 9 Uhr und / oder einem Kaffee.

Gruss an alle, die wie ich am Samstag arbeiten!

kaum eine „Mama des Jahres“

Begebenheit aus Amerika – könnte aber auch bei uns passiert sein.

Eine Frau kommt mit ihren 2 Töchtern in die Apotheke und fragt den Apotheker nach einer Beratung bezüglich Hydrocortison Cremen.
Apotheker: „Für was brauchen sie die denn?“
Frau: „Meine Tochter hat eine Verbrennung, der Arzt hat gesagt, ich soll eine Hydrocortison Creme drauf tun.“
Apotheker: „Auf eine Verbrennung? Eher ungewöhnlich. Welche Tochter hat sie denn?“ (Schaut die etwa 7-8 Jährige an).
Die Mutter hält aber das kleinere, etwa 3 Jahre alte Mädchen hoch: „Dieses hier.“
Die Haut im Gesicht, v.a. um die Augen herum ist geschwollen und rot.
Apotheker: „Was ist passiert? Wissen sie, was das verursacht hat?“
Es sah nicht nach Verbrennung aus und das war es auch nicht.
Frau: „Nun, sie ist an mein Make-up gegangen. Also habe ich heisses Seifenwasser benutzt, um es ab zu waschen. Und als nicht alles abging, habe ich es mit Nagellackentferner versucht.“
Aha.

Wer zum Geier nimmt Make-up mit Nagellackentferner -das ist Aceton -ab?!  Die Frau würde es auch kaum auf ihrem eigenen Gesicht anwenden, warum macht sie das dann mit dem Gesicht ihres KINDES? Und dann noch um die Augen herum???

Sie hat dann die Hydrocortison-creme bekommen mit der Anweisung, sie nur ein paar Tage lang zu verwenden und den Arzt aufzusuchen, wenn es nicht besser wird.

Hoffentlich geht das Kind nicht noch einmal ans Make up.