Auf Brennesseln

Kundin: „Was kann ich auf Brennesseln machen?“
Pharmama: „Sie meinen, auf die Haut, wenn sie von Brennesseln gestochen wurden?“
Kundin: „Nein, auf die Brennesseln selbst. Ich will sie weghaben!“
Pharmama: „Äh, vielleicht weiss jemand von der Drogerie ein Unkrautmittel … aber ich würde sie einfach abschneiden – mit Handschuhen geht das.“
Kundin: „Dann gehe ich halt in ein Gartengeschäft ein Mittel kaufen!“

Hmm. Wieso muss es immer die Chemieschleuder sein?

Tuben in Blind

Zu unseren Kunden gehören auch ein paar sehbehinderte und blinde Personen. Und ich muss sagen, ich finde es bewundernswert, wie diese ihr Leben meistern.

Dass das gerade mit Medikamenten nicht gerade einfach ist, kann man sich vorstellen. Heute finden sich zwar auf manchen Packungen Angaben mit Blindenschrift, aber bei weitem noch nicht auf allen.
Und ganz schwierig wird es mit Salbentuben, wie ich letzthin gemerkt habe.

Der freundliche blinde Mann, blieb wie gewohnt am Eingang stehen, damit wir ihn bedienen können.
Pharmama: „Was darf es denn sein?“
Mann: „Eine Tube Zahnpasta und eine Handcreme“.
Wir fanden rasch etwas passendes und gehen zur Kasse, da fragt er mich:
„Welche von denen ist die Zahnpasta?“
Ich schaue die Tuben an … und dabei geht mir das Problem auf: beide sind natürlich nicht in Kartons verpackt, keine ist mit Blindenschrift angeschrieben. Beide sind diese neueren Kunststofftuben …
Pharmama: „Diese hier (drücke sie ihm in die Hand), ist die Zahnpasta. Sie ist etwas schmaler und länger und hat einen Drehverschluss – die Handcreme ist etwas kürzer und breiter und hat einen Klappdeckel.“
Er hat sie beide in die Hände genommen und gut „angeschaut“ – na ja, angefühlt. Man muss sich das mal vorstellen: Wieviele Tuben hat man zuhause? Und was ist da alles drin? Von Zahnpasta über Senf bis Fusscreme – Verwechslungen wären teilweise fatal – und wenn man etwas neues kauft, muss man das erst mal wieder memorisieren.


Aber mir ist wieder einmal mehr bewusst geworden, wie abhängig ich von meiner Sehkraft bin. Selbst in so kleinen Dingen. Und meine Arbeit, die könnte ich blind nicht erledigen. Da bin ich grad wieder froh über meine Sehkraft. Trotz Brille.

Dauerrezepte und Vorbezüge

Dauerrezepte und Vorbezüge gibt es zum Beispiel in Deutschland  ja gar nicht. Man mag das jetzt gut finden oder nicht … jedenfalls sind solche Dialoge wie der gestern dann auch nicht möglich:

Pharmama: „Ihr Dauerrezept für das Blutdruckmittel ist vor knapp 3 Monaten abgelaufen.“
Patient: „Wie kann das sein? Der Arzt hat gesagt, ich muss die Medikamente wahrscheinlich mein Leben lang nehmen!“
Pharmama: „Das ist schon möglich, aber das heisst nicht, dass das einmal dafür ausgestellte Rezept für den Rest ihres Lebens gültig ist. Sie müssen von Zeit zur Zeit zur Kontrolle zum Arzt, auch ob die Medikamente auch so wirken wie sie sollen.“
Patient: „Aha. Und jetzt?“
Pharmama: „Wenn sie jetzt gar keine Medikamente mehr haben, kann ich ihnen einen Vorbezug machen, aber sie müssen zum Arzt und mir ein Rezept bringen.“
Kunde: „Ist es ok, wenn das Rezept in 3-4 Monaten kommt?“
Pharmama: „Äh, nein. Sie haben 2-3 Wochen Zeit es zu besorgen.“

Einfach ignoriert

Liebe Kunden,
… auch wenn ich nicht hinter der Theke der Apotheke hinten im Laden stehe sondern vorne im Laden etwas am einräumen, aufräumen oder sogar putzen bin, bin ich trotzdem noch genauso hier arbeitend und Apothekerin.
Mich und mein „Guten Morgen“ dann einfach zu ignorieren, ohne Zurückzugrüssen an mir vorbeizuziehen und schnurstracks nach hinten zu laufen holt ihnen keine Pluspunkte bei mir.
Am Ende läuft es nämlich darauf heraus, dass ich – weil alle anderen auch beschäftigt sind – hinter ihnen herlaufe, vorbeilaufe, um die Theke herum und sie mit dem genau gleichen „Guten Morgen“ nochmals begrüsse.

:-(

Warum macht man das? Tunnelblick? Morgenmüde? Allgemeinmuffel? Ich rede nur mit der Apothekerin?

Schmelztabletten

Kundin in der Apotheke: „Haben sie mir andere Schmerztabletten? Diejenige, die ich meiner Mutter gegeben habe, wirken nicht.“
Apotheker: „Was für welche haben sie denn probiert?“
Kundin: „Imodium lingual.“
Apotheker: „Imodium?? Aber das ist gegen Durchfall, das sind doch keine Schmerztabletten!“
Kundin: „Das steht aber drauf: Schmerztabletten.“

Sie hatte den Aufdruck „Schmelztabletten“ falsch gelesen. Üble Sache!

.

(mit besten Dank für die Geschichte an den übermittelnden Apotheker!
Wenn Du auch eine kennst und sie nicht selbst veröffentlichen kannst / willst … ich nehme sie gerne!)