Die Creme ist zu scharf!?!

Ist mir gerade wieder eingefallen, als ich mir einen griechischen Joghurt mit Honig und Nüssen gemacht habe – ihr werdet gleich sehen, warum…

Die Kundin zu Donna in der Kosmetikabteilung: „Sie haben mir das letzte Mal eine Salbe zum testen abgefüllt, die ist mir zu scharf!“

Donna (etwas „gebranntes Kind“ nach der Zyrtec Tropfen-Geschichte letztens): „Zu scharf? Was meinen sie damit genau?“

(nachfragen, wenn einem etwas auch nur ansatzweise seltsam vorkommt lohnt sich).

Kundin: „Ich habe den Deckel abgeschleckt.“

Donna: „……“ (oh-nein!-Gesicht hier einfügen)

Kundin: „Die Creme kommt ja ins Gesicht und auch an die Augen, so teste ich das!“

Donna (gefasst): „Ah – auch wenn das eine Gesichtscreme ist – die Augenpartie wird normalerweise ausgespart. Und … bitte essen sie keine Cremen zum einreiben.“

Nein, ich weiss nicht, welche Gesichtscreme das war und ich habe auch keine Absicht alle durchzutesten, ob andere etwas milder schmecken.

Möchten Sie noch Pommes dazu? – Samstags Re-Run

Ich habe eine Drogisten-Kollegin, die mit viel Freude und Enthusiasmus Leute über Kosmetika berät. Ich kenne niemanden, der mehr Geduld hat. Das sollte ich vorherschicken bei der folgenden Begebenheit:

Wir haben einen Halb-Preis-Tisch mit diversen Sachen: da hat es Lippenstifte, Lidschatten, Makeup und noch vieles mehr. Es ist darum Halbpreis, weil es die Produkte nachher nicht mehr gibt und wir Platz brauchen … da verkauft man etwas auch mal unter dem Einkaufspreis, besser als die Rückgabebedingungen der Firmen ist es trotzdem.

Jedenfalls …

zieht das Kosmetik-Kunden an, die man vorher noch nie gesehen hat. Und was die alles wissen wollen! Da war diese eine, die meine oben erwähnte Kollegin fast zum Platzen brachte:

Kundin nimmt einen Lidschatten in die Hand, dessen Tester offen und gut sichtbar direkt daneben liegt: „Was ist das für eine Farbe?“

Drogistin -wirft einen Blick auf die Packung: „Das ist Fuchsia“.

Kundin: „Nein, das kann ich sehen, aber was ist das für eine Farbe??“

Drogistin: „Das ist eine Mischung zwischen Rosa und Violett“.

Kundin: „Könnten Sie mir das auftragen?“

Drogistin (die noch oft und gerne Leute schminkt): „Natürlich, kommen sie doch bitte zum Schminkstuhl …“

Kundin: „Nein, auf die Hand!“

Drogistin denkt sich: also das könnte sie ja auch Problemlos selber … „Ja. Klar.“

Die Kundin sieht sich das ein paar Sekunden an, dann: „Haben sie mir ein Abschminktuch?“ (Auch das steht mitten auf dem Tisch).

Die Drogistin reicht es ihr.

Kundin: „Und wie sieht es aus mit Make-up-Entferner?“

Und in dem Stil ging es noch fast 20 Minuten weiter, ohne dass die Kundin dann etwas gekauft hätte.

Danach brauchte meine Kollegin dringend eine Pause.

(Original vom 16.8.2009)

Kosmetik herstellen

Fand ich süss letzte Woche:

altes Frauchen bei uns: „Grüetzi. Machen Sie auch Produkte von Clarins?“

:-)

Für diejenigen, die das nicht wissen: das ist eine Kosmetikmarke. Die vertreiben wir vielleicht, aber „machen“ tun wir die nicht.

Kosmetika – Bekenntnis

Ich arbeite ja in einer Apotheke/Drogerie mit Kosmetikabteilung, aber ich muss zugeben, dass ich viel lieber die Leute bezüglich ihrer Gesundheitsprobleme und Medikamente berate als über Kosmetika und Hautpflegeprodukte.

Das hängt natürlich in erster Linie damit zusammen, dass ich ersteres besser kann, weil ich es gelernt habe, mich regelmässig weiterbilde und einige Jahre Erfahrung habe – dagegen habe ich wenig eigene Erfahrung und nur bruchstückweise Weiterbildungen mit den Kosmetika. Zum anderen aber habe ich auch echt Mühe mit manchen Aussagen der Branche. Ich selbst kann nicht wirklich mit ernstem Gesicht und voller Begeisterung sagen: „Diese Hautcreme macht ihr Gesicht 10 Jahre jünger!“ – sicher, Hautpflege ist wichtig und man sieht es den Leuten schon an, ob sie das machen oder nicht. Manche sind erstaunlich … gut erhalten. Aber Wunder oder Zeitreisen habe ich noch keine gesehen.

Ich war schon an Weiterbildungen und dem Vorstellen neuer Produkte. Vieles hört sich gut an, bei anderen Sachen jedoch muss ich mir ein Grinsen verkneifen. Z.B. wenn eine Firma behauptet, sie habe „3 Arten von Vitamin C in ihrer Creme, eines davon Fettlöslich.“ Ok, der Wirkstoff ist vielleicht mit Vitamin C verwandt, aber so ich weiss, gibt es nur 1 Vitamin C (Ascorbinsäure) und alles andere ist … etwas anderes. Oder wenn eine andere Firma sagt, sie benutze „Tiefseewasser“ in ihrem Produkt, weil das viel wertvoller ist als normales Wasser oder Meerwasser. Oder eine Creme, die laut Prospekt etwas enthält das „die Haut strahlen lässt, weil es Licht streut, Licht reflektiert und Licht emitiert.“ Soso, die Creme strahlt also von selbst Licht aus? Die leuchtet demnach auch im Dunkeln?

Ok, vielleicht bin ich einfach zu kritisch.

Ganz unglaublich finde ich die Bilder der Frauen in der Werbung – sei das jetzt im Fernsehen oder Print – da wird nachbearbeitet, dass es am Schluss wirklich nur noch ein Kunstprodukt ist – in England haben sie jetzt offenbar sogar eine Werbecampagne zurückziehen müssen, bei der sie es mit dem Photoshop übertrieben haben (s. Bilder oben). Kein Mensch hat solche Haut! Ohne Cremen nicht und auch mit schmieren und salben nicht. Unmöglich. Und dabei meine ich nicht nur die Fältchen, da ist kein Fleckchen und keine Pore mehr sichtbar. Und die Werbung weckt (unrealistische) Erwartungen.

Ich bin jedenfalls den überzeugten Drogisten dankbar, die mir die Kosmetikberatungen abnehmen. Die kennen ihr Handwerk und können die richtige Creme aussuchen – und sie mit den richtigen Worten auch verkaufen.

Waaas ist da drin??

Kundin: „Ich brauche etwas gegen harte Hornhaut an den Füssen.“
Drogistin: „Da kann ich ihnen diese Hühneraugentinktur empfehlen …“
Kundin: „Hat es da etwas vom Huhn drin??“

Nein, hat es nicht. Genauso wenig wie im Tiger Balsam Tiger drin ist.

Aber es gibt andere Produkte, die tatsächlich tierisches enthalten (oder enthalten haben).

zum Beispiel:


Hirschtalgbalsam von Scholl – die fettende Salbe für die Füsse enthält wirklich adeps cervinus. Anscheinend fettet das länger als Vaseline.

Nerzölshampoo – von  Klorane. Inzwischen ausser Handel, aber vorher habe ich mal angerufen und gefragt. Es enthielt wirklich Nerzöl. Keine Ahnung wie das gewonnen wurde, aber für die Nerze dürfte das nicht angenehm gewesen sein.

Maniwell – enthält  Purcellin, das Fett vom Pürzel der Ente als Spreitmittel – also, dass die Handcreme besser verteilbar ist und auch leicht wasserabstossend.

Einige andere Produkte enthalten Proteine aus Milcheiweiss oder Rinderfett oder Gelatine, ausserdem Seidenproteine – nur für die, die es noch nicht wissen: Seide kommt vom Kokon der Seidenraupe.

Kosmetika enthält gelegentlich ganz erstaunliche Sachen, siehe hier.

 

Alles in Münz!

Jedes Jahr vor Weihnachten haben wir wieder die grossen Schminkkoffer von Lauder. Die sind ein echtes Schnäppchen – vom Warenwert her etwa drei bis viermal soviel wie der Verkaufspreis – und darum entsprechend begehrt.

Nun hatte ich eine Kundin, die sich den Koffer speziell reservieren liess.
Und dann kam sie ihn holen und bezahlen.

Da habe ich erst gemerkt, wie beliebt das Teil ist – sie hat offenbar das ganze Jahr darauf gespart. Und zahlte es jetzt mit dem ersparten Münz.

In 2-Fränklern und 1-Fränklern und 50 Räpplern und ein paar 5-Libern!

Die hatte sie in 10 Franken-Päckchen mit Klebstreifen zusammengeklebt.

88 Franken in Münzen! – Das ist mal ein Anblick… Und ich durfte das dann nachzählen.

Aber ich hatte Zeit zum zählen (und um die zusammengeklebten Münzpäckchen auseinanderzunehmen) – die Kundin ist extra gleich am Morgen gekommen – und so nahm ich es mit Humor.