Sonnenlicht auf Rezept

Und man kann aussuchen, welche man will: Seychellen, Bahamas oder BoraBora gefällig?

Stimmungsschwankungen, schlaffe Haut, eine Tendenz zu Depressionen. Ganz offensichtlich fehlt Ihnen Sonnenschein. Unsere Auswahl an Supplement „Kelvin Lumen“ stellt Ihre Vitalität wieder her. Sunset Laboratorien bieten eine weite Auswahl an Sonnenstrahlen: Borabora, die Malediven, Haiti und die Bahamas – fragen Sie Ihren Apotheker. Lesen Sie die Packungsbeilage sorgfältig. Gehen Sie nicht über die empfohlene Tagesdosis. Diese zusätzliche Sonnenstrahlung sollte ihre natürliche Sonnenexposition nicht total ersetzen. Vermeiden Sie Missbrauch.

Ach, das wäre doch schön, nicht? Sonnenlicht vom Apotheker. Leider handelt es sich bei dem Produkt um ein Mini-Kunstwerk, eines von vielen von der MINIFLUX, einer Ausstellung anhand des „Festival of Lights“ in Lyon vom 8. bis 11. Dezember 2011. In Schaufenstern von Geschäften waren kleine Boxen (Mini-Galerien) ausgestellt mit den Werken von Künstlern und Designern. Passenderweise fanden sich oben gezeigte Licht-Kapseln im Schaufenster einer Apotheke :-)

Quelle:  Vaulot&Dyevre

Es ist nicht alles Gold was … oh, warte – doch!

Das wäre doch etwas gewesen für den Valentinstag …

Kapseln, gefüllt und teilweise überzogen mit Blattgold. Wofür? Hmm – zur Steigerung des Selbstwertgefühls. Sagt zumindest diese Website, bei der die Dinger immer noch gekauft werden können … für „nur“ 799 Dollar. Nebeneffekt: glitzernde Sch…?

Tatsächlich dürfte das Gold Null Effekt haben – immerhin benutzt man Blattgold z.B. auch zum verzieren von Desserts (es ist essbar, wenn auch nicht verdaubar).

Diese Pillen links sind im Gegensatz zu den oberen durchgehend Gold und  -wenn eingenommen – kommen unten genau so raus, wie man sie eingeworfen hat.

Sie sind gedacht als Alternative zum traditionellen Hochzeitsring. Die Pillen tragen die Namen des Paars und das Datum der Heirat. Sie sollen als Ritual geschluckt werden … und die erste Entscheidung des frischen Paars wird wohl sein, ob sie sie auch wirklich wieder  bergen wollen. Falls ja können sie wiederverwendet werden. Quelle

Wenn wir schon dabei sind: Goldverbindungen werden in der Medizin eingesetzt gegen Rheumatische Erkrankungen – wobei sie lange brauchen, bis sie wirken (Monate), weshalb sie kaum mehr gebraucht werden.

Missverständnis (6)

Die Patientin kommt retour, nachdem sie ein paar Stunden vorher Diflucan auf Rezept bekommen hat. Das ist tatsächlich eine Packung mit nur 1 Kapsel darin, die man zur Behandlung unkomplizierter Pilzinfektionen nimmt.

Sie kommt also und fängt an zu toben, dass sie ihr Geld zurück will (es war auf Rezept), dass das Produkt fehlerhaft sei, etc.
Also fragt sie die Apothekerin was genau das Problem war.
Sagt die Patientin: „Jedesmal, wenn ich die Diflucan Kapsel in die Vagina einführe, kommt sie gleich anschliessend wieder raus. Ich will mein Geld zurück!“
Apothekerin (versucht ein seriöses Gesicht zu machen) erklärt ihr, dass die Kapsel oral eingenommen, das heisst geschluckt wird, und nicht als Vaginaltablette angewendet.

Frau wird dunkelrot und geht wieder  -nachdem sie noch eine Packung bekommen hat.

Noch mehr Missverständnisse.

Verzögerte Freisetzung

Telefon vom Patient: „Warum haben sie mir die Lyrica 75mg gegeben und nicht die 25mg?“
Apothekerin (schaut im Dossier nach): „Weil der Arzt das so aufgeschrieben hat: Lyrica 75mg, morgens und abends je 1 Kapsel einnehmen.“
Patient: „Aber eine 75mg Kapsel ist weniger wirksam als drei 25er Kapseln! Wenn ich morgens 3 Kapseln nehme, dann wird eine im Magen sofort aufgelöst und wirkt und die anderen beiden erst nachher – so habe ich eine gleichmässige Freisetzung und sie wirken länger!“

Interessante Idee, aber so funktioniert das nicht. Gleichzeitig geschluckt werden die (selben) Kapseln auch gleichzeitig aufgelöst und aufgenommen.

Aber so einen ähnlichen Fall hatten wir auch schon: verzögerte Abgabe

Tabletten teilen -oder nicht?

Ich weiss schon, sparen ist angesagt, aber wenn ich vom Arzt ein Rezept für Kapseln bekomme auf denen steht: abends je 1/2 Kapsel einnehmen, dann geht das einfach nicht!!!

Wer mir nicht glaubt, soll mal versuchen eine Kapsel zu teilen.

Tabletten teilen geht meistens, aber auch nicht immer.

Das Bild zeigt, wie man Tabletten mit verschiedenen Bruchrillen am einfachsten teilt.

Das Problem ist nicht nur, dass sie zu klein wären oder keine Bruchrille haben (für das gibt es Tablettenteiler) sondern dass man nicht alle teilen darf. Das gilt vor allem für retardierte Formen, die einen speziellen Überzug haben oder aus mehreren Schichten bestehen. Teilt man die, ist es mit der kontrollierten Freisetzung vorbei, man hat also keinerlei Kontrolle mehr darüber, wie die Wirkstoffe aufgenommen werden: das gibt Überdosierungen, mehr Nebenwirkungen, ev. sogar Vergiftungen oder dann Unterdosierung, Therapieversager etc. weil die Wirkung ja nicht solange anhält.

Dasselbe gilt für Magensaftresistente Formen und solchen mit gefährlichen oder reizenden Inhaltsstoffen oder Stoffen, die an der Luft rasch kaputt gehen.

Eine Übersicht wann man Tabletten nicht teilen soll, findet sich auf dieser Seite.

Um es genau zu wissen. schaut man am besten in die Packungsbeilage der jeweiligen Tablette.

2 Beispiele wo es möglich ist:

Viagra hat keine Bruchrille, mit einem Tablettenteiler kann man sie aber gut teilen: da macht es sogar Sinn, denn 4 Tabletten mit 25mg kosten um die 70.- Franken. 4 Tabletten mit 100mg Packung kosten so um die 95.- Franken, dafür hat man, wenn man sie viertelt 12 Tabletten zu 25 mg…

Sortis: da steht zwar nichts in der Packungsbeilage von wegen Teilbarkeit, die Firma hat aber sowohl an Ärzte als auch Apotheken ein Merkblatt herausgegeben, dass man sie nicht teilen darf. Ich habe aber bisher noch keinen Grund gefunden wieso nicht. Sie ist weder magensaftresistent noch retardiert noch eine Mehrschichtige Tablette. In Amerika (unter dem Namen Lipitor) halbieren sie sie häufig, offenbar problemlos.

Lustig ist bei Sortis, dass die 10mg, 20mg, 40mg und 80mg Tabletten genau den gleichen Preis haben. Also hat man bei geteilten Tabletten doppelt so viele fürs selbe Geld.

Vermutlich will die Firma einfach nur dass man mehr Geld ausgibt.

Also: fragen sie ihren Arzt das nächstemal, ob er die höhere Dosierung aufschreibt und besorgen sie sich einen Tablettenteiler (gibt’s in der Apotheke).