Durgol dental

In der Drogerie verlangt der ältere Kunde „Eine kleine Flasche Durgol.“

Als er sieht, dass es die nur in Halb-Liter-Flaschen gibt, will er sie nicht: „Das ist viel zu viel. Ich brauche nur ganz wenig.“

Fragt die Drogistin: „Für was brauchen Sie es denn?“

Kunde: „Für das Gebiss – mein Zahnarzt hat mir das empfohlen.“

….

Im ersten Moment schwankt unsere Drogistin zwischen entsetzt und erstaunt. Durgol ist ein Mittel zum entkalken – zum Beispiel von Kafeemaschinen, Duschköpfen, Pfannen etc. … vom Gebiss, den 3. Zähnen steht aber nichts drauf.

Auf der anderen Seite … das Zeug ist einigermassen sanft und kann für Keramik und Metall eingesetzt werden, also … warum nicht, wenn man es hinterher wieder sehr gut mit Wasser abspült? Nachträgliches Googeln zeigt dann, dass es inzwischen wirklich Zahnärzte gibt, die das bei Kalkflecken auf den 3. Zähnen empfehlen – anstelle von Essigwasser.

Na denn … das wäre vielleicht ein neues Produkt: „Durgol dental“ – in kleinen Flaschen.

Tag der seltsamen Kundenwünsche

Das hatten wir letzthin. An einem Tag gleich mehrere Anfragen von … ungewöhnlichem.

Dass die Kunden zur Weihnachtszeit nach Kerzen in der Drogerie fragen, kenne ich schon – das liegt daran, dass das früher mal so üblich war. Genauso wie manche noch fragen, ob wir Fotos entwickeln, oder Holzbeize haben …

Aber eben, letzthin an einem Tag gleich drei seltsame Anfragen.

Frau: „Könnten sie mir die Adresse von jemandem anhand der Telefonnumer heraussuchen?“

Naja, ich könnte im Internet nachschauen, ob ich etwas finde. Aber, wenn Sie die Nummer oder den Namen haben, können Sie auch selbst beim Auskunftsdienst anrufen. Ich habe nämlich im Moment keine Zeit für derartige Recherchen.

Frau: „Ich brauche homöopathische Placebo-Globuli“ – Ja. Ernsthaft, Mit gar nichts drin (nicht mal Vakuum :-)

Wofür: Ihre Katze bekommt demnächst homöopathische Medikamente und sie will sie jetzt schon daran gewöhnen, die zu nehmen. Katzen sind nur schwierig dazu zu bringen Medikamente zu nehmen – und mit dem Essen soll man homöopathische Mittel ja auch nicht nehmen … Das haben wir ihr übrigens besorgen können. Hier der Beweis.

Mann: „Ich hätte gerne Kräuter Zigaretten aber ohne Tabak … – zum aufhören rauchen.“

Hmmm. Es gab tatsächlich einmal Zigaretten ohne Tabak, die wir bestellen konnten. Die sind inzwischen ausser Handel. Im Internet fand ich ein paar Vertreiber für so „Kräuterzigaretten“ – mit den absonderlichsten Geschmacksrichtungen. Menthol und Schokolade sind da noch die normalsten. Aber erstens kann ich die nicht bestellen und zweitens … widerspricht das Rauchen von Kräuterzigaretten nicht der Aussage „aufhören rauchen“?

Was hattet ihr bei Euch schon für seltsame Anfragen?

Zwei Anmerkungen von der Drogistin

Liebe Kunden in der Parfümerie. Es ist keine gute Idee, die Nase direkt an den Sprayer des Parfums zu halten um den Duft zu testen. Warum? Weil man da erstens nicht viel vom Parfum riecht – nur das, was vorher mal gespritzt wurde und weil, wenn das alle machen, die Möglichkeit gross ist, sich mit irgendwas anzustecken.
Ja, es ist Schnupfenzeit. Und nein, der Alkohol, der ist innen in der Flasche, draussen klebt dann das, was vorher eventuell in irgendeiner Nase war.

Für die Frau, die zum wiederholten Male nur in die Drogerie kommt, um gezielt nach einem speziellen Muster zu fragen: Nein, für Sie haben wir keine Widmer Augensalbe Muster mehr, jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie einmal etwas bei uns gekauft haben. Muster sind für Kunden. Wenn sie nie etwas bei uns kaufen, sind sie auch kein Kunde.

Ende der Durchsage, danke für’s lesen.

Apotheken in aller Welt, 181: Metz, Frankreich

Ich habe bei meiner letzten Fotosafari an dich gedacht und auch mal Apotheken und eine Drogerie in mein Beuteschema aufgenommen. Die Bilder stammen alle aus Metz (Lothringen, Frankreich).
Seitdem es mich durch mein Studium in diese Stadt verschlagen hat, ist sie mir ziemlich ans Herz gewachsen. Sie hat einfach unglaublich viele
schöne Ecken.

Wenn du mir einen Gefallen tun willst, könntest auf die dt.-frz. Hochschule verlinken (dfh-ufa.org). Pharmazie kann man unter deren Dach
zwar noch nicht studieren, dafür Biologie, Chemie und jede Menge technischer Fächer. Vielleicht findet so ja noch der ein oder andere (schweizer)deutsch Sprechende nach Frankreich; bei uns sind die doch eher eine Minderheit (in der eh schon sehr überschaubaren Gruppe derer, die das Abenteuer binationales Studium gewagt haben)- leider.

Apotheke am Place St. Louis:

Apotheke am Place de la Republique

Apotheke En Fournirue

und natürlich hat es dort auch eine Drogerie:

Also ich muss sagen, dieses Metz könnte mir auch gefallen! Besten Dank an Kerstin für die Bilder!

Ver-ge-färbt

In die Drogerie kommt eine Kundin und reklamiert, weil die Textil-Farbe, die sie gekauft hat, um ein Kleid zu färben nicht funktioniert hat. Das heisst – irgendwie schon. Es hat einfach nicht die Farbe gegeben, die sie wollte und die auf der Packung ist. Jetzt will sie von uns das Geld zurück. Für die Textilfarbe und möglichst noch für das verfärbte Kleid! Denn schliesslich ist es unsere Schuld, dass das nicht geklappt hat.

Ein paar Fragen später ist klar, was passiert ist. Mit der Textilfarbe, die wir haben, kann man Baumwolle, Leinen oder Viscose färben. Kunstfasern wie Polyester etc. färbt es nicht – oder eben: anders. Das steht auf der Packung, in der Packungsbeilage und im Normalfall fragen wir auch was für eine Art Stoff der Kunde, der das will färben möchte – genau wegen dem. Die Kundin behauptet aber steif und fest, wir hätten nicht gefragt und darum sei das unser Fehler und sie will das Geld zurück.

Obwohl ich mir das eigentlich nicht vorstellen kann, bekommt sie von uns das Geld für die verwendete Packung zurück – aber nicht für das Kleid. (Es hat Grenzen, echt!)

Soviel zu der Annahme, die Leute würden die Beschreibungen, die mit einem Produkt mitgeliefert werden lesen. Das machen sie nicht. Nicht bei so einfachen Sachen wie Textilfarbe und leider auch nicht bei so wichtigen – und teilweise gefährlichen – wie Medikamenten.

Es zeigt nur einmal mehr, dass man davon einfach nicht ausgehen darf.