Massnahmen gegen Diebstahl

Auch bei uns in der Apotheke – speziell der Drogerieabteilung hat die Ware die Tendenz einfach zu „verschwinden“. In den Apothekenschubladen ist das weniger der Fall … aber auch das kam schon vor.

Jedenfalls haben wir inzwischen die verschiedensten Massnahmen in Anwendung, um die Verluste zu minimieren.

Früher hatten wir noch Kosmetiksteller vor der Türe, aber spätestens seit dem Typen, der seine Sporttasche da drunter stellte und mit ein paar Armwischen das ganze Gestell in seine Tasche räumte, war klar, dass das keine gute Idee mehr ist. Der Typ wurde übrigens von einem Kunden, der das beobachtet hat und laut schrie unterbrochen und musste letztlich ohne Beute fliehen. Und ohne Sporttasche. :)

Und in der Parfumabteilung stehen auch praktisch nur noch Leerpackungen und Tester.

Die Gillette Rasierklingen habe ich auch in die Schubladen geräumt und ein Schild aufgehängt, dass wir sie noch haben – man frage bitte danach. Seitdem haben wir zumindest da kaum noch Verluste .. und ich habe schon ein paar enttäuschte „Kunden“ (Anführungszeichen mit Absicht) wieder den Laden verlassen sehen, nachdem sie gemerkt haben, dass die nicht mehr in Griffweite sind. Viel weniger verkauft haben wir darum nicht. Also bleiben sie in den Schubladen. (Wieso sind die Leute gerade hinter den Dingern her?)

Leider kann man noch so schauen, es kommt immer wieder etwas weg. Manchmal ist es fast nicht zu glauben, wer da alles klaut.

Letzthin hatten wir eine 50% Schütte mit Kosmetikartikeln, die ausser Handel gehen nahe dem Eingang. Meine Drogistin hat beobachtet, wie eine junge, gut gekleidete Frau sich die Sachen anschaute … und dann ein Maskara in der Hand versteckt nach draussen nahm.

Sie lief ihr hinterher und fragte: „Kann ich ihnen mit unserem Maskara helfen?“ 

Worauf die Frau ziemlich rot anlief und meinte „Oh, habe ich ganz vergessen, dass ich das noch in der Hand habe …“

Ja. Sicher. Darum haben sie auch so gut geschaut, wo wir stehen, bevor sie es mitnahmen.

Sollte man die auch anzeigen?

Habt ihr auch schon einen Diebstahl beobachtet? Wie reagiert ihr da? Als Ladenbesitzer oder als Kunde.

Lehm … woher?

Kunde: „Haben Sie Anliker Lehm?“

Ich schaue nach, sehe aber, dass wir das nicht mehr führen.

Pharmama: „Leider nicht mehr, aber …“

Kunde: (vorwurfsvoll): „Sie sind jetzt schon die Dritte Drogerie, die das nicht hat!!“

Pharmama:  „Das kann ich mir gut vorstellen, das braucht man heute nicht mehr so häufig, weil es wirksamere und besser anzuwendende Dinge gibt …“

Kunde: „grmpf“

Pharmama: (ok, ich habe verstanden, sie wollen unbedingt das) „…. Ich kann es ihnen, wenn das hilft auf heute Mittag 4 Uhr bestellen.“

Kunde: „Ja …. (überlegt) ok.“

Ich gebe alles in den Computer ein, schreibe den Bestellzettel: „Das macht dann 19 Franken.“

Kunde: „Muss ich das jetzt schon bezahlen?“

Pharmama:  „Ja.“ (die Erfahrung zeigt uns, dass es dann auch wirklich abgeholt wird)

Kunde: „Aber: ist es dann ganz sicher auch hier?“

Pharmama: „Ja, nach 4 Uhr ist es hier“ (wir haben die Möglichkeit auch gleich per Computer abzufragen, ob es kommt)

Kunde: zahlt, grummelt aber immer noch.

Das ist genau der Typ Kunde, der das erst grossartig bestellt … um dann nie mehr von sich hören lässt, worauf wir das Produkt mit Verlust wieder zurückschicken dürfen ….

Das ist etwas, was ich mich letzthin gefragt habe, als ich an der Baustelle vorbeigekommen bin. Anliker ist auch der Name eines Baugeschäftes. Die … heben auch Gruben aus. Woher kommt der Lehm nochmal? Neee (denke ich) … Oder?

Ich verbuche das mal unter „Man kann es ja versuchen …“

Ich glaube ich erwähnte schon mal, dass es in der Apotheke und der Drogerie Muster gibt, ja?

Und dass die Muster gedacht sind zum ausprobieren für (potentielle) Kunden.

Aber …. was soll ich von folgendem mail halten, das wir bekommen haben? :

Ich suche nach neuen Kosmetikprodukten speziell für trockene und eher empfindliche Haut.
Haben Sie davon eventuell ein Müsterli?
Danke!
Freundliche Grüsse von Frau M. in Weitwegvonhier.

Versteht mich jetzt nicht falsch: ich gebe Muster gerne ab. Aber … die Frau wohnt fast 100 km weiter weg, war gewiss noch nie bei uns in der Apotheke oder Drogerie und will, dass wir ihr Müsterli schicken. Per Post (wie auch anders) was uns 7 Franken Porto kostet. Sie hat sicher ein paar Apotheken oder Drogerien bei sich in der Nähe (sie wohnt nicht auf einer einsamen Insel oder einer Oase in der Wüste) die sie fragen kann. Und andere Kosmetikprodukte als andere Läden haben wir auch nicht.

Was mich darauf bringt … wir sind sicher nicht die einzigen, die diese Anfrage bekommen haben -oder?

Ich kann nichts dafür …

Die ah … Frau ist hier – ich habe etwas Mühe, sie als Kundin zu bezeichnen- und meine inneren Alarmglocken läuten. Bei ihr vermuten wir schwer, dass sie noch gelegentlich etwas mitlaufen lässt. Leider ist es nicht einfach, sie zu erwischen. Wir stehen bei ihr inzwischen praktisch direkt daneben, während sie sich umsieht. Trotzdem fehlt danach häufiger etwas. Heute war das daneben stehen mein Job, weil gerade Mittagszeit und nur wenige Angestellte da.

Jedenfalls sucht sie sich ein, zwei Haarspängeli aus (wenn sie etwas kauft, dann meist nur Kleinigkeiten) und zahlt die.

Bei herauslaufen folge ich ihr und stehe in die Nähe, als sie sich noch unseren Halbpreis-Tisch ansieht. Da hat es noch ein paar Kleinigkeiten von Weihnachten drauf.

Ich habe ein Auge auf sie.

Da! … was war das? Hat sie nicht gerade noch etwas in der Hand gehabt und jetzt …

*Klacker* … fällt ein kleiner Keramikengel auf den Boden.

Sie bückt sich und stellt ihn wieder zurück. Und schon ist sie draussen.

Sie hat versucht ihn in ihre Manteltasche gleiten zu lassen – nur ist er aussen runter gefallen.

Die Frau ist das klauen so gewohnt – die peilt nicht einmal mehr! (Das ist der schnelle Blick vorher, ob jemand schaut).

Ich bin paff.

Aber das können wir uns nicht leisten. Schon ein paar Mal hatten wir sie schwer im Verdacht, weil irgendetwas nachher fehlte, aber das jetzt …. jetzt bekommt sie von mir Hausverbot. Ich eile ihr also nach.

Und was sagt sie, als ich ihr das mitteile?

„Ich kann nichts dafür, ich bin Kleptomanin!“

Ich kann auch nichts dafür, aber ich muss meine Ware und den Job meiner Mitarbeiter schützen und darum bekommt sie jetzt (trotzdem) ein Ladenverbot.

So was.

Durgol dental

In der Drogerie verlangt der ältere Kunde „Eine kleine Flasche Durgol.“

Als er sieht, dass es die nur in Halb-Liter-Flaschen gibt, will er sie nicht: „Das ist viel zu viel. Ich brauche nur ganz wenig.“

Fragt die Drogistin: „Für was brauchen Sie es denn?“

Kunde: „Für das Gebiss – mein Zahnarzt hat mir das empfohlen.“

….

Im ersten Moment schwankt unsere Drogistin zwischen entsetzt und erstaunt. Durgol ist ein Mittel zum entkalken – zum Beispiel von Kafeemaschinen, Duschköpfen, Pfannen etc. … vom Gebiss, den 3. Zähnen steht aber nichts drauf.

Auf der anderen Seite … das Zeug ist einigermassen sanft und kann für Keramik und Metall eingesetzt werden, also … warum nicht, wenn man es hinterher wieder sehr gut mit Wasser abspült? Nachträgliches Googeln zeigt dann, dass es inzwischen wirklich Zahnärzte gibt, die das bei Kalkflecken auf den 3. Zähnen empfehlen – anstelle von Essigwasser.

Na denn … das wäre vielleicht ein neues Produkt: „Durgol dental“ – in kleinen Flaschen.

Tag der seltsamen Kundenwünsche

Das hatten wir letzthin. An einem Tag gleich mehrere Anfragen von … ungewöhnlichem.

Dass die Kunden zur Weihnachtszeit nach Kerzen in der Drogerie fragen, kenne ich schon – das liegt daran, dass das früher mal so üblich war. Genauso wie manche noch fragen, ob wir Fotos entwickeln, oder Holzbeize haben …

Aber eben, letzthin an einem Tag gleich drei seltsame Anfragen.

Frau: „Könnten sie mir die Adresse von jemandem anhand der Telefonnumer heraussuchen?“

Naja, ich könnte im Internet nachschauen, ob ich etwas finde. Aber, wenn Sie die Nummer oder den Namen haben, können Sie auch selbst beim Auskunftsdienst anrufen. Ich habe nämlich im Moment keine Zeit für derartige Recherchen.

Frau: „Ich brauche homöopathische Placebo-Globuli“ – Ja. Ernsthaft, Mit gar nichts drin (nicht mal Vakuum :-)

Wofür: Ihre Katze bekommt demnächst homöopathische Medikamente und sie will sie jetzt schon daran gewöhnen, die zu nehmen. Katzen sind nur schwierig dazu zu bringen Medikamente zu nehmen – und mit dem Essen soll man homöopathische Mittel ja auch nicht nehmen … Das haben wir ihr übrigens besorgen können. Hier der Beweis.

Mann: „Ich hätte gerne Kräuter Zigaretten aber ohne Tabak … – zum aufhören rauchen.“

Hmmm. Es gab tatsächlich einmal Zigaretten ohne Tabak, die wir bestellen konnten. Die sind inzwischen ausser Handel. Im Internet fand ich ein paar Vertreiber für so „Kräuterzigaretten“ – mit den absonderlichsten Geschmacksrichtungen. Menthol und Schokolade sind da noch die normalsten. Aber erstens kann ich die nicht bestellen und zweitens … widerspricht das Rauchen von Kräuterzigaretten nicht der Aussage „aufhören rauchen“?

Was hattet ihr bei Euch schon für seltsame Anfragen?