Wettbewerbstalons

In vielen Gesundheitsheften und auch in den Beauty-broschüren hat es heute Wettbewerbe drin. Statt die selber einzuschicken (oder per Internet teilzunehmen), steht häufig, man kann die Wettbewerb-Talons auch in der Apotheke / Drogerie abgeben.

Auch wir sammeln die verschiedenen Wettbewerbe und schicken sie gesammelt ein.

Einige Leute versuchen, ihre Chancen dabei zu verbessern.

Der Frau, die mit Stapelweise ausgefüllten Wettbewerbstalons in die Apotheke kommt – haben wir das letzte Mal gesagt, dass wir je einen einschicken, nicht deren 10 – vom gleichenWettbewerb. (Hamstert die Hefte? Ich muss mal achten).

Auch schön, die ältere Frau, die versucht ihre Chancen zu erhöhen, indem sie die Talons auf dicken, grossen Karton klebt. … Schöne Handarbeit, aber … wie legal ist das eigentlich?

apropos Wettbewerb – sind die Gillette-Sets auch gut bei den Gewinnern angekommen?

Sommerflaute

Die Sommerferien sind bei uns in der Apotheke eine Zeit, in der nicht so viel läuft. Viele Leute (inklusive Ärzte) sind weg. Zeit genug also, mal die Regale abzustauben, die Schubladen auch innen zu putzen, Inventar zu machen … und überhaupt alles, was einem so einfällt. Es ist nicht so, als ob wir nichts zu tun hätten :-) …. aber, es ist ruhiger.

Für manche offenbar *zu* ruhig.

Kundin reicht mir das Rezept und sagt (sich umschauend): „Sieht so aus, als wären Sie über-belegt.“

Ehrlich? Also, wenn Sie wollen, können Sie auch noch ein bisschen warten, bis ich Ihr Rezept ausführe.

(Nee, habe ich nicht gesagt, aber gedacht …)

Wieso? WIESO?

Es ist nicht riesig nervig, aber es wundert einen manchmal schon.

Beispiel:

Die Kundin hat das Nahrungsergänzungsmittel mit sicherem Griff selbst aus dem Gestell geholt, zur Kasse gebracht und auf die Frage: „Sie kennen Produkt und Anwendung?“ hat sie geantwortet: „Ja!“

Dann, nach Abschluss und zahlen und beim einpacken fragt sie: „Das ist schon das mit Orangengeschmack und Zucker drin?“

… Nein, ist es nicht. Wieso fragen sie nicht vorher?

Und dann darf man alles wieder rückgängig machen, das neue heraussuchen und verkaufen.

Die andere Frau

Eine Frau diskutiert mit mir, was „die andere Frau“ ihr das letzte Mal erklärt und empfohlen hat.

Ich: „Ja, ich erinnere mich, das war ich.“

Frau: „Nein, das waren Sie nicht!“

Was denn? Wieso sollte ich da lügen???

Ich verlange Wiedergutmachung!

Eine Kundin bestellt in der Drogerie Stoff-Farben –  zum Kleider färben. Sie gibt bei der Bestellung an, welche Nummer sie gerne hätte. Sie kauft gleich etwa 7 Packungen – offenbar braucht sie es zum färben von Kostümen für eine Aufführung.

Ein paar Tage, nachdem sie sie gekauft hat, bekommen wir einen sehr verärgerten Anruf von ihr.

Frau: „Sie haben mir die falsche Farbe verkauft! Das ist nicht das, was ich bestellt habe!“

Offenbar wollte sie grün-blau, jetzt hat sie grau-grün.

Frau: „Wegen Ihnen habe ich die ganzen 10 Kostüme verfärbt! Das war Stunden an Arbeit – und jetzt muss ich es entfärben und es dann nochmals färben! Falls das überhaupt geht!“

Drogistin: „Oh, das ist aber unglücklich. Haben sie denn nach einem nicht gesehen, dass es die falsche Farbe ist?“

Frau: „Ich dachte, die ändert noch an der Luft!“

Drogistin: „Aber auf der Packung ist die End-Farbe ja auch aufgedruckt …“

Frau: „Darauf habe ich nicht geschaut! Ich habe darauf vertraut, dass sie mir die richtige Farbe liefern. So wie ich sie bestellt habe!“

– Die Angestellte die die Bestellung entgegen genommen hat ist sich ziemlich sicher, dass die Kundin, genau diese Nummer (und damit Farbe) gesagt hat. Das weiss die Drogistin bei dem Anruf aber noch nicht.

Frau: „Ich verlange von ihnen, dass sie mir den Entfärber bezahlen, dass sie mir die falsch bestellten Farben gratis ersetzen …und das Salz, das man braucht … und für meine Arbeit, die ich mit all dem habe, möchte ich auch etwas von Ihnen! “

Drogistin: „Das tut mir wirklich leid, dass das passiert ist, aber .. ich muss das zuerst abklären.“

Kurz und gut, die Frau verlangt – und das danach auch noch schriftlich (und ausführlich) etwa 600 Franken an Ware und Wiedergutmachungsgeld – oder sollte ich das Aufwandsentschädigung nennen?

Die Farbboxen waren etwa 80 Franken wert …

Sie ist … das erschwert das Ganze vielleicht noch etwas – Stammkundin bei uns.

Die Drogistin klärt das ab und schreibt einen wirklich freundlichen Brief zurück, in dem sie erklärt, dass es uns leid tut, was passiert ist, ihr zu ihrem schönen Hobby gratuliert und schreibt, dass wir aber, da es nicht eruierbar sei, wessen Fehler die falsche Farbbestellung ist, wir nur die Farben ersetzen könnten, sie aber noch einen Gutschein über 20 Franken bekäme, für ihren Aufwand.

Darauf gibt es einen wirklich bösen Brief und Drohungen durch die Kundin retour. Darin schreibt sie, dass sie überall herumerzählen würde, wie unzuverlässig wir seien… wenn sie nicht mindestens 300 Franken bekäme.

So was meint ihr? Was tut man da?

Anspruchsdenken

Die Frau fragt in der Apotheke nach „Taschenapotheken, also so kleine mit Pflaster und Desinfektionsmittel und Verbandsmaterial drin.“

Ich zeige ihr, was wir an Lager haben. Die kleinsten kosten etwa 7 Franken.

Frau: „Haben sie nicht auch Muster davon? Manchmal gibt es die auch geschenkt!“

Pharmama: „Immer seltener, ja. Die Firmen sind auch nicht mehr so spendabel, was Muster angeht – und ganze Taschenapotheken zum verschenken habe ich schon Jahre nicht mehr gesehen. Ein paar Pflaster hätte ich vielleicht noch …“

Frau: „Ach, nein, lassen sie nur. Ich dachte ich bekäme hier eine.“

Sagt’s und geht – wahrscheinlich um es woanders zu versuchen.

Hmpf. Aber selbst wenn wir so eine gehabt hätten (hat die noch irgendjemand als Muster?) – das ist etwas, was ich nur bei einem Einkauf abgeben würde.

Irgendwie haben wir wohl in den letzten Jahren eine Kundschaft mit Anspruchsdenken herangezüchtet. Im Winter sind es gratis Taschentücher und beim Jahreswechsel gratis Kalender, im Sommer Taschen- und Reiseapotheken, an Ostern irgendein anderes Geschenk und Blümchen oder Schoggi am Muttertag. Ich hab‘ das Gefühl, das wird in Zukunft eine Menge enttäuschte Leute geben, wenn das einfach finanziell nicht mehr drin liegt.