Keine gute Mischung

Es ist keine gute Idee Chemikalien zu mischen, wenn man nicht weiss, was man tut. Das gilt im übrigen auch für Fertigreinigungsmittel.

Gut, der Mann, den ich da heute in der Apotheke hatte, war da nicht ganz selber schuld dran.

Mir fällt sein beunruhigter Gesichtsausdruck schon auf, kaum dass er am Morgen früh in der Apotheke steht.

„Ich hab da ein Problem …“ fängt er dann auch an.

„Wie schlimm ist es, wenn sich irgendwo giftige Dämpfe gebildet haben? Macht das auch Rückstände? Mein Edelstahl-Lavabo ist auch ganz schwarz …“

Pharmama:Giftige Dämpfe? Was ist denn da passiert?“

Mann: „Also ich habe im Geschäft einen Ablauf im Pausenraum, der war verstopft. Und dann habe ich einen Ablaufreiniger gekauft, den ich abends eingefüllt habe …“

Pharmama: „Ja, damit er über Nacht einwirken kann …“ (so wie’s auf der Flasche auch draufsteht)

Mann: „Ja, das Problem ist, dass heute Morgen der Lehrling kam und ein eigenes Mittel hinterhergeschüttet hat ..“

Pharmama: „Oh.“

Mann: „Ja und ich weiss nicht, was das war, aber das hat dann einen wirklich ätzenden weissen Dampf gegeben …“

Pharmama: „OH!“

Mann: „Ja. Wir haben dann alle rausgeschickt. Aber das Lavabo ist schwarz geworden … was soll ich denn jetzt tun?“

Pharmama: „Gut lüften – laaange. Dann, wenn die Luft wieder okay ist … spülen mit Wasser – laaange.“

Mann: „Ja, das haben wir jetzt auch. Das geht auch inzwischen wieder.“

Pharmama: „Das mit dem Lavabo … das könnte durch die Säuren angegriffen oder sogar durch die Mischung oxidiert sein. Sie können das versuchen mit Chromstahlreiniger zu putzen, aber … ob das wieder ganz wird?“

Mann: „Und sonst?“

Pharmama: „Ich würde alle Oberflächen gut mit Wasser und Seife abwaschen, bevor sie sie wieder benutzen.“

Mann: „Und was mache ich mit den Trinkfläschchen? Da waren ein paar Plastik-Trinkflaschen neben dem Lavabo – zum abtropfen.“

Pharmama: „Also ich würde die wegwerfen.“

Sicher ist sicher.

So kanns gehen. Ein Chemie-Unfall in Heimproduktion.

Aufgerissen

Packung heute morgen so im Regal mit dem Verbandsmaterial gefunden.

Mich geärgert – denn „so“ kann ich sie natürlich nicht mehr verkaufen.

aufgerissen

Packung für unseren Verbandskasten ausgebucht, genau angeschaut und gemerkt, warum die aufgerissen wurde:

Die Verbandsklammer wurde geklaut.

Na, da hatte es wohl jemand echt nötig!

Ja.

Pharmama: „Darf es sonst noch etwas sein?“

Kundin: „Ja.“ 

…. Pause, nichts mehr kommt …

Pharmama: „Ist das alles?“

Kundin: „Ja“

Und daran merkt man, wenn jemand nicht richtig Deutsch kann. 

Meist tritt die Situation in der Drogerie ein, wenn der Kunde etwas direkt vom Regal genommen hat und zur Kasse gekommen ist. In der Apotheke merkt man es noch etwas früher – weil da ein "Ja" als Antwort meist nicht ausreicht.

So ein Saftladen?

Der Kunde packt mir die Biotta Balance Packung (gross und schwer) wortlos auf den Thresen.

Nun gut. Wenn er keinen Small-talk machen will und so offensichtlich weiss, was er will … zu dem muss ich auch nicht zwingend etwas fragen / sagen. Das ist eine Saftkur mit verschiedenen Frucht- und Gemüsesäften plus Tee.

Ich lese es ein und kassiere.

Es vergeht eine halbe Stunde, da steht er wieder da – bei meiner Drogisten-Kollegin, die sich anhört, was er zu sagen hat und ihm dann ebenfalls fast ohne Worte von hinten eine Packung von den Biotta Wellness holt, die inzwischen mit der Mittagslieferung gekommen sind. Die Packung, die er bei mir gekauft hat, lässt er da, packt sich die andere und geht.

Meine Kollegin schaut sich die Biotta Packung, die er gebracht hat, etwas unglücklich an.

„Was war das denn?“ frage ich, als er weg ist.

„Den hatte ich schon heute morgen. Als er mir die Balance Packung gebracht hat, habe ich ihn gefragt, ob das auch die richtige ist … die Balance gibt es ja noch nicht so lange wie die Wellness. Es stellte sich heraus, dass er die Wellness wollte – aber die war grad ausverkauft. Also habe ich ihm das gesagt und dass wir sie heute Nachmittag wieder bekommen.“

„Oh toll. Und dann kommt er zurück, nimmt sich selber wieder die Balance aus dem Regal und sagt zu mir kein Wort.“

Aber ich sollte es natürlich wissen.

Im übrigen hat er die Packung in der Zwischenzeit geöffnet – nein: aufgerissen. Super. Die können wir nicht mal mehr weiterverkaufen. Nur noch die Flaschen einzeln.

Sollte ich jetzt anfangen jeden zu fragen: „Sind Sie sicher, dass das das Richtige ist?“

Doofe Werbung

Keine Ahnung, was ich gemacht habe, damit Facebook mich mit Werbung für Abnehm-Produkte bombardiert. Aber es nervt.

Speziell derartiges nervt:

doofe-werbung

Ich weiss gar nicht, wo ich da anfangen soll:

Bei den unglaubwürdigen „Versprechen“ von 15 Kilo innert 2 Wochen? Das wäre selbst mit Nulldiät kaum zu erreichen – und selbst dann ungesund, Un-gesund!

Oder die Angaben über die „Wirkungsweise“: Zwingt Körperfett aus Ihren Fettpolstern abzusaugen!

Wirklich? Wirklich?! Wie bitte soll das denn gehen? Mittels direkter Fettabsaugung? Ich dachte, wir lesen hier über ein Mittel zum einnehmen.

Das ich nicht kenne – von wegen Top Seller der Schweiz. Pah.

Es ist auch nicht nötige die Seite zu besuchen. Tatsächlich handelt es sich um Feigenkaktus Tabletten. Wenn ich das richtig interpretiere ein weiteres Mittel, das behauptet via Ballaststoffe und Nahrungsfasern Fett im Darm an sich zu binden. Das wird dann weniger aufgenommen … und kann dementsprechend nicht in die Fettzellen eingelagert werden, die daraufhin ihr eigenes Fett vermehrt abbauen sollen. SOLLEN.

Sag das mal den Fettzellen. Bis die Methode greift, müsste man sich ziemlich aushungern.

Auf der Seite steht aber:

Sie nehmen gesund und schnell an ihren Fettpolstern ab. Und zwar für immer, ohne jojo-Effekt. Sie werden plötzlich wieder schlank, vor allem an den typischen Fett-Problemzonen wie am Gesäss, an den Hüften, den Schenkeln, am Bauch und an den Beinen.

Ja, man nimmt natürlich zuerst an den Stellen ab, wo man das am liebsten hätte: Am Po, an den Hüften am Bauch …

schön wär’s.

Und wie einfach das geht: nur ein paar Kapseln mit jeder Mahlzeit.

Und essen darf ich weiterhin alles, was und wieviel ich will?

Ja, alles was Sie möchten, aber einfach bewusster!…dabei helfen Ihnen Feigen-Kaktus-Tabletten sehr. Das Ziel ist ist eine ausgewogene Ernährung!

Toll nicht?

Blödsinn.

Ganz klar ist das Ziel eine ausgewogene Ernährung. Dazu gehört gelegentlich aber (je nach bisherigen Essgewohnheiten) auch eben NICHT alles zu essen, was man will – oder wieviel man will.

Und ganz toll auch dies: Wo bekomme ich das Wundermittel?

Zur Zeit sind Sie nur direkt beim Vertreiber erhältlich, später auch in allen Drogerien und Apotheken.

– ich denke nicht.

Man hört oft nur, was man will

Die Frau hat 2 Starterpackungen der elektronischen Zigaretten bestellt.

Die Dinger sind knapp 100 Franken pro Packung. Bezahlt hat sie noch nicht beim bestellen – obwohl wir das im Normalfall verlangen – die Zahlungsmoral ist nicht gut und ewig zurückgeben können wir die Sachen auch nicht (5 Tage haben wir Zeit, danach kostet das so viel, dass es sich meist nicht mehr lohnt).

Darauf hingewiesen, dass sie es noch nicht bezahlt hat, reagiert sie erst erstaunt.

„Ich denke, ich habe das bezahlt?“

„Laut dem Bestellzettel nicht. Haben sie denn einen Kassabon?“

„Uh, nein. Na dann.“

Zückt dann doch den Geldbeutel.

„Wieviel kostet es?“

„196 Franken.“

„Waaas? Die Frau gestern hat mir gesagt, das kostet um die 17 Franken pro Pack!“

„Das wäre nur die Nachfüllpackung. Die Starterpacks kosten je 98.“

„Dann will ich das nicht.“

Und dann kann ich das wieder zurücksenden.

Ich bin sicher (!) man hat ihr gestern gesagt, was die Dinger kosten – und auch was die Nachfüllpackungen kosten. Und welche sie denn genau bestellen will. Aber manchmal hören die Leute nur das, was sie hören wollen.

Dasselbe, wenn man sagt: „Ich habe es nicht hier, aber ich kann es bestellen.“

… und die Person dann nur sagt: "Okay." und einfach geht – nur um am nächsten Tag wiederzukommen. Idealerweise bei einer anderen Kollegin, die ihn dann bedient.

„Haben Sie mir das?“

„Nein, das haben wir nicht an Lager – haben Sie es bestellt?“

„Ja.“

„Abholzettel?“

„Ich habe keinen bekommen.“

Nein. Weil Sie nicht gesagt haben, dass sie das bestellt haben wollen.

Und ich nicht gesagt habe, dass ich es bestelle – nur, dass ich es ‚kann’.

Kommunikation ist schwierig.

Das oben passiert einem einmal, danach ist man dreifach deutlich mit: „Ich kann es für sie bestellen – auf welchen Namen soll ich das reservieren?“ den Abholzettel in die Hand drückt … und dann nach Möglichkeit gleich zahlen lässt.