Was für ein …loch!

Hier habe ich Ihnen 2 Patronen zurück. Ich will sie nicht mehr!“

Das sagt mir der leicht säuerlich wirkende Mann und knallt mir 2 Soda-Stream Patronen auf die Theke.

„Sie wollen also keine neuen?“

(Die Soda-Stream oder Soda-Fresh Patronen sind Tausch-Patronen: das heisst man bringt eine alte zurück und bekommt dafür –plus etwa 11 Franken eine neue)

„Nein.“

„Umm – Sie wissen, dass wir Ihnen dafür kein Geld zurück geben können?“

Meine (vorsichtige) Anfrage hat einen Grund: Neue Patronen sind teuer. Früher wurden die Patronen als „mit Depot“ verkauft – was eigentlich impliziert, dass man das Depot bei Rückgabe zurückbekommt. Das ist leider heute nicht mehr so. Oder … nicht ganz. Die Firma propagiert das faktisch als Mietpatrone … und das bedeutet, dass der Wert der Patrone über die Zeit abnimmt. Ich kann hier in der Drogerie nichts mehr zurück geben. Via Internet bekommt man sein „Depot“ zurück – das nimmt aber eben über die Zeit ab. Wieviel bestimmt die Firma anhand des Kaufbeleges und des Benutzerzertifikates. Die meisten Leute bewahren aber die nicht auf – und nach Jahren findet sich meist weder das eine noch das andere wieder. Dann kann man die immer noch zurückschicken (portofrei zumindest nach Anmeldung im Internet hier) und bekommt dafür 5 Franken pro Patrone. Wow.

Der Mann reagiert genervt genug, dass ich merke, dass er das schon gehört hat

„Ich weiss!“

Ich nehme die beiden Patronen, er wendet sich wortlos zum gehen, da … fällt mir etwas auf. Das hier:

zylinder

Seht ihr das? Ja – da hat es ein Loch in der Metallpatrone. Ein säuberlich gebohrtes Loch mitten in der Etikette. Und … in der zweiten Patrone auch.

„Oh“ – sage ich überrascht – und laut – „da ist ja ein Loch drin!“

Reaktion des Mannes ist nur ein bitterböser Blick in meine Richtung.

„Nun, da mache ich besser eine Notiz dazu, wenn wir das der Firma zurück geben, dass da „jemand“ ein Loch hinein gebohrt hat. Das ist ganz schön gefährlich!“ sage ich, immer noch laut genug, dass er das mitbekommt zu mir.

Mit einem wirklich sauren Gesicht und immer noch wortlos verlässt der Mann die Drogerie.

Kopfschüttelnd nehme ich die Patronen nach hinten.

„Sowas aber auch“ sage ich zu meinen Kolleginnen „der hat Löcher in die Patronen gebohrt. Das kann nicht ganz einfach gewesen sein durch das dicke Metall – scheint als wolle er sichergehen, dass wenn er die nicht mehr brauchen kann, es auch niemand anderer mehr kann.“

Manche Leute finde ich einfach unglaublich.

Je nun.

Meine Kollegin meint noch: „Ich glaube den hatte ich vor etwa 2 Wochen. Da wollte er die Patronen zurückgeben. Er hat dann einen Riesen-Aufwand gemacht, als ich ihm erklärt habe, dass ich ihm kein Geld dafür geben kann. Das beste war aber, als ihm dabei herausgerutscht ist, dass er die Patronen in einem anderen Geschäft gekauft hatte – und die ihm dasselbe gesagt haben …“

Das muss ein Fleck gewesen sein !

Beim durchgehen von Mitteln gegen Flecken (so viele haben wir nicht mehr an Lager), ist mir das aufgefallen beim Mittel gegen Obst+Rotwein+Gemüse:

schmutzig

Wer sieht’s? … gelegentlich gebraucht im Jahr vorher (nicht ganz einmal monatlich) … und dann im April grad 17 auf’s Mal.

Und alles was ich denke ist: Wow. Das muss aber ein Riesen-Fleck gewesen sein.

(Zumindest Rotwein. Es gäbe ja noch ein Mittel gegen Blut und Rost-Flecken … da hätte mich das doch mehr beunruhigt)

Bitte nicht so.

„Oh – Sie haben ja Zwei!“ ruft der Kunde vor dem Naturheilmittel-Regal stehend aus, kaum bin ich zu ihm gekommen.

Leider steht er so weit weg von den „zwei“, dass ich keine Ahnung habe, wovon er redet. Aber er fährt schon fort:

„Das letzte Mal hatten sie nur einen Sirup!“

Aha – er meint also den Hollundersirup, der –jetzt wo die Erkältungszeit wieder anfängt auch wirklich in mehrfacher Ausführung vorhanden ist.

„Ich nehme dann mal beide.“ – meint der Mann und wendet sich ohne darauf zu warten, dass ich sie mitnehme schon der Kasse zu.

Ich folge ihm mit den beiden Flaschen, nur um von ihm einen Zettel unter der Nase durchgezogen zu bekommen: „Und so eine hätte ich auch gerne noch!“

– der Zettel ist nach einer dreiviertel Sekunde schon wieder in der Tasche verschwunden, aber ich habe darauf gerade noch erkennen können, dass es ein Duschmittel von Weleda ist und Dank der Farbe weiss ich auch welches.

„Sehr gut!“ Lobt mich der Mann, als ich es apportiere „Das haben Sie also auch?“

Ich (lächelnd): „Ja. Darf es sonst noch etwas sein?“

Er: „Nein, das ist alles.“

Nach dem Einkassieren, bei dem er sich unglaublich viel Zeit lässt so ziemlich alle Münzen die er besitzt aus dem Portmone zu klauben und ich versuche meinerseits nicht halb so ungeduldig zu wirken wie er vorher, meint er: „Ich hab’ doch noch was: ein Exsipal!“   (ja, so ausgesprochen)

Von Excipial gibt es unglaublich viele verschiedene Formen, also frage ich zur ersten Unterscheidung: „Creme oder Lotion?“

Er: „Das Flüssige!“

„Okay, und wissen Sie auch noch, ob es die Hydro- oder die Lipolotio gewesen ist, oder vielleicht die Mandelöllotion?“

Er (schon wieder ungeduldig werdend: „Zeigen Sie sie mir, dann sage ich Ihnen welches!“

„Das wird schwierig,“ – meine ich – „die haben letztens die Packungen gewechselt und …“

Dem Mann bin ich ganz offensichtlich nicht schnell genug und er unterbricht mich: „… Wenn ich sie sehe, weiss ich welches, bringen Sie sie her!“

Nun denn. Ich hole Lipo- und Hydrolotio (die Mandelöl ist neu, die lasse ich momentan noch weg, das verwirrt ihn nur noch mehr, denn ich weiss genau, was jetzt kommt) und stelle sie vor ihn auf den Tisch.

Er: „Und welche ist jetzt die Creme und welche die Lotio?“

Ich: „Das sind beides die Lotionen. Die haben die Packung gewechselt und …“

Er: „Meine hat aber nicht so ausgesehen! Die sehen ja beide genau gleich aus!“

(Das will ich ja die ganze Zeit schon erklären!)

Ich: „Ja – mit dem Unterschied, dass auf der einen ein „L“ und auf der anderen ein „H“ steht und …“

Er reisst die eine Packung auf (ich kann es nicht anders nennen, die Schachtel ist danach halb kaputt)

Ich (leicht entsetzt): „Die sind auch innen nur noch weiss!“ und nehme (vorsichtig) die andere Dose heraus zum zeigen.

Er stellt seine vor sich: „Die ist ja nur noch weiss!“

Ich: „Ja – das ist das, was ich ihnen die ganze Zeit gesagt habe. Halt!

Und ich bremse ihn gerade noch, bevor er die Dose auch noch aufmacht.

„Wenn Sie die aufmachen, müssen Sie sie auch kaufen. Versuchen wir doch erst herauszufinden, welche Sie hatten.“

Er. „Sie war flüssig!“

Ich: „Das sind sie beide. War das für normale bis trockene Haut oder für trockene bis sehr trockene?“

Er: „Trockene Haut!“

(Seufz)

Ich: „Okay. Hat die Lotio geklebt, nachdem Sie sie eingestrichen haben?“ (Das macht die fettere Lipolotio nämlich).

Er: „Das weiss ich nicht mehr, aber sie war ziemlich flüssig.“

Ich: „Dann würde ich ihnen raten, die leichtere, die Hydrolotio zu nehmen, die ist ziemlich flüssig.“

Er: „Ach – ich weiss nicht. Ich habe zu Hause noch die alte Dose …“

Ich: „Dann könnten Sie da drauf nachsehen, welche es ist, oder Sie bringen sie mit.“

Er: „Aber die Dose war ganz anders farbig.“

Ich: „Ja – weil die Firma die Packungen gewechselt hat, die sind jetzt alle weiss.“

Er: „Na – dann warte ich noch.“

Bitte.

(Danke gar NICHT liebe Spirig für dieses Zwischenspiel. So was braucht dermassen Nerven und Zeit …)

Missverständnis intern

Die Kundin fragt bei mir: „Haben Sie das neue Frauen-Parfum von Armani?“.

Nicht gerade meine Spezialität, aber wir haben ja kompetente Mitarbeiter:

„Moment – ich hole ihnen meine Kollegin, die kann ihnen das als Drogistin besser zeigen.“

Also gehe ich zu Sabine und sage: „Die Kundin fragt nach dem neuen Parfum von Armani“

Sabine: „Sie!“

Ich (leicht irritiert): „Ja, Sie fragt danach.“

Sabine: „Ja – sie.“

Ich: „Äh, ja- für Frauen.“

Sabine: „Nein, schau, das heisst so:“

si

Ach sooooo ….

Das was er immer hier hatte

Der alte Mann kommt in die Apotheke gewackelt mit einem herausgerissenen Notizzettel.

„Mein Freund hat gesagt, ich soll das bei ihnen holen.“

Auf dem Zettel steht nur „Hakle“

Das … ist doch etwas zu wenig Information.

„Was will er denn von Hakle?“

„Das was er immer hatte.“

„Oh. Und was ist das? Hakle macht diverse Sachen, Toilettenpapier, und Feuchttüchlein ….“

„Ich weiss nicht.“ meint der Mann etwas aus dem Konzept gebracht. „Aber er hat gesagt, er holt das immer hier.“

„Entschuldigen Sie, aber sind Sie sicher er hat uns – also die Apotheke gemeint? Weil … wir haben gar keine Hakle Produkte an Lager …“

„Ja, er hat gesagt ich soll in die Apotheke an der …Strasse gehen. Da hole er das immer.“

„Das sind wir, aber … Wie gesagt … ich habe keine Hakle Produkte hier. Könnten Sie ihn noch einmal fragen, was genau das sein soll?“

Vor sich hin mutternd verlässt der alte Mann die Apotheke wieder.

Aber weil mich das doch interessiert schaue ich nochmals in den Computer.

Ja. Keine Hakle an Lager.

Und beim Durchschauen, was wir davon bis jetzt gebraucht haben, sehe ich, dass wir genau von einem mal welche gebraucht haben. Vor 2 Jahren das letzte Mal, vor 3 Jahren das vor-letzte Mal.

Aber ist schon Klar: – immer.

Sex sells

Meine Kollegin Donna war am Samstag das Verkaufsgenie. Praktisch hat sie zu einer Tamponpackung einen Zusatzverkauf von über 200 Franken gemacht.

Das lief so: Die Kundin kam und fragte nach den „Schwämmen, mit denen man auch während der Periode Sex haben kann.“ Die seltsame Umschreibung ist für eine neuere Tampon-Art, die wirklich kleine rosa Schwämme sind.

Nach dem Verkauf hat Donna sie gefragt: „Haben Sie auch Kondome?“

„Nein, aber die könnte ich brauchen!“

Also verkauft ihr Donna noch die Kondome dazu – und weil wir grad dort sind: Gleitmittel wäre auch noch gut?

Die Kundin greift nach dem KY – Donna empfiehlt ihr das „Durex Play“ und … gekauft.

Zurück an der Kasse fotzeln die beiden ein bisschen – Donna wird übermütig und fragt, ob sie nicht auch noch ein neues Parfum zum Anlass gebrauchen könnte – und zeigt ihr das neue von Lauder zum testen.

Der Kundin gefällt das so gut, dass sie davon grad die grosse Flasche postet.

Aber das schönste am Ganzen war noch das Gespräch danach.

Kundin: „Ich fühle mich wie 17!“ (sie war um die 40)

Donna: „Frisch verliebt?“

Kundin: „Nein, gar nicht.“ (grinst)

Donna: „Nur Sex?“

Kundin: „Nur Sex!“

Grinst, winkt und geht.