Und in den Apotheken in Deutschland?

Ich habe ja ein bisschen über die Zustände bei uns in der Schweiz Anfang Januar mit den Krankenkassen, aber ich muss sagen, dass ich die Apotheker in Deutschland mit den neuen Vorschriften und Änderungen auch bedauere.
Vielleicht bekomme ich ja noch den einen oder anderen Kommentar, der mir die folgenden Beobachtungen in den Medien bestätigen kann:

Da wären einmal das neue Gesetz betreffend der Normgrössenverordnung: Man sollte denken, dass die Angabe der erlaubten Packungsgrössen-spanne das vereinfachen würde, was jetzt von der Kasse übernommen wird und was nicht  (im Gegensatz zu den Problemen von vorher)– aber wenn natürlich die Hersteller (absichtlich?) falsche Angaben an die Computersoftwarehersteller der Apotheken macht, was gesetzlich von der Krankenkasse übernommen wird, dann wird es … schwierig.

Alle Präparate mit gleichem Wirkstoff gelten innerhalb der Spanne um die N-Größe als austauschbar – selbst dann, wenn nicht genau die gleiche Tablettenzahl enthalten ist, also beispielsweise 95 statt 100 Stück.
Substituiert werden kann auch, wenn statt N1, N2 oder N3 eine definierte Tablettenzahl verordnet ist. Allerdings muss dann exakt die verordnete Menge abgegeben werden – es sei denn, die Stückzahl liegt wieder innerhalb einer N-Spanne.
Produkte die Tablettenmengen ausserhalb der Spanne haben, werden nicht übernommen von der KK

Dann die Möglichkeit dem Patienten weiterhin „sein“ bisheriges Generikum abzugeben – statt das wo die KK einen (neuen) Vertrag mit einem Hersteller hat. Das geht neu tatsächlich, allerdings muss der Patient es in der Apotheke selbst zahlen und es dann zur Abrechnung der Krankenkasse einschicken. Wieviel dann daran gezahlt wird, das ist alles andere als klar.

Die Kassen raten dem Patienten auch glatt ab das zu machen, respektive: er soll sich in der Apotheke vorrechnen lassen, wieviel er davon im Endeffekt selber zahlen muss, denn die Krankenkasse zieht eine Menge davon ab.

Und so funktioniert das dann: Die Apothekenmitarbeiter suchen das regulär abzugebende Arzneimittel aus der Software heraus und ziehen zunächst Zuzahlung, Kassenabschlag, Herstellerrabatt, Großhandelsabschlag ab. Dann wird für den gegebenenfalls bestehenden Rabattvertrag noch ein pauschaler Betrag abgerechnet, der sich nach Abgabepreis gestaffelt ist: Bis 30 Euro werden 5 Euro verrechnet, bis 60 Euro 20 Euro, bis 120 Euro 40 Euro, bis 240 Euro 80 Euro und darüber hinaus 160 Euro. Bei den günstigeren Medikamenten kann es da tatsächlich sein, dass man im Minus landet, also gar nichts bekommt – dafür kann man aber dann den Verwaltungsaufwand von 5 Prozent den die Krankenkasse auf den verbliebenen Betrag abzieht auch vergessen :-) … Der Patient darf dann im Folgequartal mit der Erstattung rechnen.

Und dann noch das: Nicht nur unkorrekte Meldungen von Herstellern haben im Zusammenhang mit der neuen Packungsgrößenverordnung zu Fehlern in der Apothekensoftware geführt. Seit Jahresbeginn werden auch einige apothekenpflichtige Arzneimittel, die bei bestimmten Krankheiten von den Kassen übernommen werden, nicht mehr als erstattungsfähig angezeigt.

(Quelle: apotheke-adhoc.de, diverse Artikel)

Und jetzt bin ich mal ruhig und lasse den Apothekern in Deutschland das Wort.

Apotheken in aller Welt, 61: Kiel, Deutschland

Leocat von Inside schickt uns diese weihnachtlich dekorierte Apotheke:

heute habe ich es endlich mal geschafft meine Stamm-Apotheke zu fotografieren. Eigentlich ist sie von außen wenig bemerkenswert, aber innen finde ich sie sehr schön. Das Foto zeigt die eine hälfte, rechts davon ist ein gleicher „Raum“ (Der Kundenraum ist davor durchgängig, also keine Wand dazwischen). Bekannt ist die Greif-Apotheke in Kiel dafür, dass sie ihr Schaufenster immer sehr weihnachtlich dekorieren. Sie waren wohl heute noch nicht ganz fertig (der künstliche Schnee fehlte noch), aber das Foto zeigt schon, was es so wird.

Sehr hübsche Apotheke und klassisch eingerichtet – und die Schaufenster-Deko gefällt mir!

Apotheken in aller Welt, 68: Berlin, Deutschland

Ein regelmässiger Blogleser schickt mir dies:

anbei sende ich Dir für Deine Reihe „Apotheken aus aller Welt“ eine Apotheke, die ich letztens gesehen habe. Es handelt sich um die Apotheke im Berliner Hauptbahnhof. Ein ganz abschreckendes Beispiel.
Leider war es schon abends und ich konnte nur ohne Blitz fotografieren, daher sind die Bilder etwas pixelig.

Man beachte beispielsweise die – meiner Meinung nach – völlig geschmacklose Weihnachtsbaumdekoration im Schaufenster. Da haben die schon mal ein riesiges Schaufenster und was stellen Sie rein? Mit Neonröhren beleuchtete Weihnachtsdeko im Weihnachtsbaumlook…

Von innen konnte ich keine Fotos machen, aber das sind etwa 100 – 150 qm Verkaufsfläche, auf denen so ziemlich jede Kosmetikmarke, die in einer Apotheke erwerbbar ist, verkauft wird.
Was ich wirklich suchen musste war der Handverkaufstisch, bei dem die Medikamente erhältlich sind.
Der HV-Tisch selbst misst etwa 2 m Länge, Medikamente sind dort nicht übersichtlich im Hintergrund in ein Regal eingeordnet, sondern in einer Art drehbares Regal.

Diese Apotheke hat definitiv nichts mit dem zu tun, was ich unter einer vernünftig eingerichteten Apotheke verstehe, sondern das ist – subjektiv betrachtet – eine Bude, in der neben Kosmetik noch zusätzlich Schachteln verkauft werden, die rein zufällig Medikamente sind.
Wenn ich so etwas sehe, finde ich es persönlich richtig, dass die Fläche der Freiwahl (also der Anteil an Kosmetik) in Deutschland demnächst auf 30 % der gesamten Apothekenfläche begrenzt werden soll.

„Kitsch as Kitsch can“ scheint am Berliner Hbf übrigens groß geschrieben zu werden. Dort findet sich nämlich auch dieser total stilsicher aufgestellte und sehr natürlich wirkende Weihnachtsbaum und dieser topmodische Weihnachtsmann aus Glühbirnen, die ich Dir ebenfalls beigefügt habe.

Naja, ich sag immer: auch abschreckende Beispiele sind gut – auf ihre Art. 24 Stunden geöffnet? Wahrscheinlich Schichtarbeit – auch für die Apotheker. Da würde ich mich schön bedanken, das wäre gar nichts für mich.

Apotheken in aller Welt, 60: Münster, Deutschland

Und diese gemütliche, kleine Apotheke schickt uns Ulf:

Tach!
Hier ist unsere Stammapotheke, wo man uns beim Namen kennt und wir keine Abholzettel mehr brauchen, wo die Menschen immer sehr freundlich und zuvorkommend sind und immer ein freundliches Wort und einen Gruß an den Partner auf den Lippen haben.
Es ist die Kreuzapotheke Münster, im Kreuzviertel, einer schönen Gegend mit einigen Jugendstilhäusern.
Kleine Info für alle, die es noch nicht wissen: In Münster wurde mit dem Westfälischen Frieden 1648 der 30jährige Krieg beendet. Dabei bekam die Schweiz endlich ihre volle staatliche Souveränität! :-)

Und Danke für den Geschichtsunterricht ;-) – ich glaube das musste ich tatsächlich auch mal lernen …