Ich weiss nur … dass ich nicht alles weiss.

Achtung, dieser Blogpost kann Illusionen zerstören (Ich dachte, wenn ich schon mal dabei bin …)

Nein, ich weiss wirklich nicht alles. Man kann nicht alles wissen – selbst in meinem doch schon begrenzten Bereich vom Gesundheitssystem gibt es noch eine Menge, dass ich nicht weiss.

Ich weiss eine ganze Menge, ich habe jahrzehntelange Erfahrung, ich kann noch viel mehr ziemlich schnell herausfinden … und habe das Hintergrundwissen aus der ganzen Information das brauchbare / wichtige / zuverlässige herauszufiltern. Aber – ja, ich weiss nicht alles. Jährlich, nein monatlich kommen neue Medikamente heraus, teils mit noch nie vorher gesehenen Wirkmechanismen – und exotischen Namen. Es gibt Naturheilmittel (oder angebliche) von denen ich noch nie gehört habe. Medikamente haben anderswo andere Bezeichnungen, und es gibt einige, die es in der Schweiz gar nicht hat. Gesetze und Vorschriften ändern sich.

Ich bilde mich weiter – regelmässig in Kursen, indem ich lese und online lerne, im Kontakt mit den Patienten selber und auch durch die Kommentare im Blog.

Online ist das einfach – da erscheint man noch schnell fast allwissend. Das bin ich nicht.

Ich muss noch immer gelegentlich sagen: „Das weiss ich nicht, aber … ich kann es herausfinden.“

Wenn man mich lässt.

Es gibt immer wieder Leute, die sich angewidert (?) abwenden, wenn man seine Unwissenheit gesteht. Wie Ärzte keinen Fehler machen dürfen, sollten Apotheker*innen einfach alles wissen was nur ansatzweise mit dem zu tun hat, was man einnimmt, aufträgt oder anklebt.

Tja, Sorry.

Man macht das ja nicht nur wegen dem Lohn

Was ich immer wieder höre von meinen Mit-Apothekern: Man macht das ja nicht nur wegen dem Lohn.

Mich hat das letzthin einmal interessiert, als eine gut angezogene jüngere Kundin mit mir über die Medikamentenpreise diskutieren musste – speziell die Pauschalen, die sie auf ihre Rezeptpflichtigen Medikamente bezahlen musste. Das wollte sie nicht. Ich habe ihr gesagt, dass ich auf die Pauschalen nicht verzichten kann. Auf mein Argument, dass wir an den rezeptpflichtigen Medikamenten kaum etwas verdienen, die Marge sehr niedrig ist und die Pauschalen für die Arbeit ist, die wir leisten, meinte sie nur:

„Ich habe noch keine Apothekerin gesehen, die zu wenig verdient.“

Arrgh!!!

Ich hab’s dann aufgegeben weiter zu diskutieren, ihr nur etwas eisig gesagt, sie kann es sich aussuchen, ob sie ihre Medikamente will oder nicht.

Nein, ich verdiene nicht „schlecht“ – es reicht um eine Familie zu unterhalten und auch um in die Ferien zu gehen und mit etwas Mühe und Unterstützung reichte es nach 15 Jahren sparen sogar, dass die Bank uns eine Hypothek gibt – Uns, denn mein Lohn allein war dafür tatsächlich noch nicht genug, sie mussten auch noch den von meinem Mann dazunehmen – und dann ging es. Knapp.

Aber ich glaube die Frau hat etwas abwegige Vorstellungen davon, was ein Apotheker so verdient. Apotheken sind keine Goldgruben mehr – tatsächlich kämpfen viele ums Überleben (durchschnittlich jede 3. in Deutschland, jede 4. in der Schweiz) – das spiegelt sich auch in den Mitarbeitern und ihren Löhnen wieder.

Das „Unglück“ ist, dass man für eine Apotheke Apotheker braucht. Und die verdienen mehr als Pharmaassistentinnen, als Drogisten oder als die ungelernte Person, die im Drogeriemarkt oder an der Tankstelle hinter der Kasse sitzt.

Aber im Berufsvergleich sonst (denn es ist immer der Vergleich, der einem wichtig ist) … dafür, dass wir 12 Jahre zur Schule und dann noch 5 Jahre an die Universität gegangen sind … direkte Verantwortung für die Gesundheit und die Daten vieler Menschen tragen … ist es nicht gerade „viel“.

Ich lasse die Zahlen hier mal draussen – als Schweizerin hat man das „über Geld redet man nicht“ tief intus und im Internet gibt es Seiten, wo man nachlesen kann, was die verschiedenen Berufe so verdienen – im Durchschnitt.

Und dann muss man das immer in Relation setzen. Ich verdiene „einiges“ mehr als mein Mann, der Fahrzeuge repariert. Ich verdiene etwa gleich viel wie mein Kollege, der nie studiert hat und IT-Spezialist geworden ist … und auch das nur, weil ich ein bisschen mehr mache als die durchschnittlich angestellte Apothekerin. Als Apotheker verdient man tatsächlich weniger als der durchschnittliche Bauingenieur, Architekt, Buchprüfer und Steuerberater– und wir sind weit unter dem Arzt, Chemiker und Jurist …

Und natürlich, wenn man meinen Lohn mit dem vergleicht, was ein Apotheker in anderen Ländern verdient … nun ja, bei dem Vergleich vergisst man aber oft die Lebenserhaltungskosten dazuzuziehen, die hier (Schweiz) wirklich hoch sind.

Aber es ist, wie ich am Anfang geschrieben habe: Man macht das nicht nur wegen dem Lohn. Man wird Apothekerin, weil man Naturwissenschaften und Medizin mag und ein gewisses Bedürfnis hat, den Menschen zu helfen. Ganz sicher nicht um mittels Medikamenten an der Krankheit von anderen reich zu werden und mit ihnen über die Preise derselben zu diskutieren (die wir bei den rezeptpflichtigen Sachen ja nicht mal selber machen).

Darum, liebe elegante Frau mit den abwegigen Vorstellungen, von dem, was ich an ihnen, respektive ihrem Geld habe: rutsch‘ mir den Buckel runter und geh‘. Da diskutiere ich lieber mit der nächsten Kundin, die schon seit Jahren zu uns kommt über ihr kleines Gesundheitsproblem und suche möglichst günstige Lösungen und Alternative. Da habe ich mehr davon. Persönlich meine ich. Denn ich mache diesen Beruf nicht (nur) wegen dem Geld.

Wie man die Apothekerin ärgerlich macht

Es gibt weniges was die Kunden / Patienten in der Apotheke sagen oder machen, das mich wirklich nervt. Meistens habe ich Verständnis – immerhin hat jeder sein Päcklein zu tragen und die Leute kommen oft nicht aus reiner Freude in die Apotheke. Aber dennoch …
Schlechte Manieren ist eines davon. Machtdemonstrationen – Mobbing zum Beispiel. Wenn Du so verzweifelt nach einem Streit suchst, suche Dir jemanden in Deiner Gewichtsklasse dafür. Deinen Tagesfrust an der Pharmaassistentin oder Drogistin auszulassen, nur weil sie da ist und sich das anhören „muss“ ist unfair.

Und was mich echt ärgerlich macht ist, wenn jemand versucht, meine Intelligenz und Berufsehre zu beleidigen. Es gibt Leute, die versuchen das. Die lügen, um sich einen Vorteil zu verschaffen.
Mein Problem ist, dass es mir hinter der Theke nicht erlaubt ist unhöflich zu sein. Ich muss lächeln und das schlucken. Ich soll höflich sein und verständnisvoll. Versuchen, dem Patienten auch im Zweifelsfall zu helfen.

Versteht mich nicht falsch. Du als Patient auf deiner Seite hast ein Bedürfnis. Ein echtes Bedürfnis bedingt auf meiner Seite auch echten Service mit einem Lächeln. Garantiert. Wenn das Bedürfnis aber nicht echt ist, wenn Du zu mir kommst in … egoistischer Missachtung von Deinem Gegenüber (in dem Fall mir hier), dann bekommst Du von mir auch eher kühles Verhalten und … vielleicht auch nicht die Erfüllung Deiner Bedürfnisse.

Das ist alles viel zu allgemein formuliert, darum schiebe ich hier ein Beispiel nach. Eine Frau, mit der ich einen wirklich unnötig langen Austausch hatte bezüglich Augentropfen. Sie kam in die Apotheke und hat ausdrücklich nach Maxitrol Augentropfen verlangt. Meine Pharmaassistentin hatte sie erst, rief mich aber, weil das ein rezeptpflichtiges Produkt ist und die Frau sich einfach weigerte auch nur ein paar einfache Fragen zu beantworten.

Sie wollte Maxitrol Augentropfen und sonst gar nichts, Maxitrol will sie und Maxitrol würde ich ihr geben.

Würde ich nicht. Nicht einfach so.
Ich erkläre ihr ruhig, dass es diese antibiotische Augentropfen nur auf Rezept gibt, dass die Abgabe also gesetzlich geregelt ist und dass ich (und meine Mitarbeiter) diese Gesetze auch deshalb befolgen, weil es unsere Aufgabe ist, ihre Gesundheit zu schützen und zu versichern, dass Sie die richtige Behandlung bekommt.
Für meine Erklärungs-bemühungen ernte ich nur einen starren Blick.
Also fahre ich fort und frage sie nach ihren genauen Beschwerden. Sie informiert mich herablassend, dass sie an trockenen Augen leide.
Weiteres nachfragen und sie stimmt mir zu, dass ihre Beschwerden nicht die von einer bakteriellen Bindehautentzündung sind, aber sie bleibe dabei: sie ist hier hergekommen, um Maxitrol Augentropfen zu kaufen und Maxitrol würde sie bekommen.

Ich erkläre ihr noch einmal (höflich), dass ich ihr aufgrund ihrer Beschwerden und aufgrund der Tatsache, dass das rezeptpflichtig ist kein Maxitrol geben kann.
Darauf zieht sie die letzte Trumpfkarte – und ja, die habe ich schon fast erwartet: „Aber mein Arzt hat mir gesagt, dass ich das benutzen soll.“

Ja, natürlich. Wenn ihr Arzt Maxitrol für trockene Augen empfiehlt / aufschreibt, dann sollte ich wohl mal ein ernstes Wort mit ihm reden, für was das wirklich ist … aber ich glaube nicht mal Ansatzweise, dass die Empfehlung von ihm kommt. Was sich dann auch darin bestätigt, da sie ablehnt,  dass ich ihn kontaktiere.

Das war nur der letzte Versuch von ihr mich für dumm und gutgläubig zu verkaufen und mich mit dem Zauberwort „Arzt“ dazu zu bringen nachzugeben und zu liefern.
Das meine ich mit meine Intelligenz beleidigen – und genau das lässt mich ihr gegenüber den Respekt verlieren, auch wenn ich höflich bleibe.

Spielen sie nicht die „Arzt-Karte“ uns gegenüber aus. Wenn der Arzt ihnen das verschreiben wollte, dann hätte er das wohl. Dann könnte er uns auch einen Fax schicken und ich würde es abgeben. Aber ohne Rezept – und mit diesen Vor-gaben… Nein. Keine Antibiotika heute. Befeuchtende Augentropfen sind das richtige für sie und wenn sie das nicht wollen – das ist ihre Entscheidung.

Also: spiel keine Spielchen mit uns. Sei ehrlich, sag‘ uns das Problem und deine Beschwerden, versuche nicht etwas zu verstecken und lass uns helfen.
Du bist nicht die Fachperson in der Apotheke, Du bist der Patient.
Und bevor mir jemand den Kopf abreisst: ja, ich weiss auch, dass es viele sehr intelligente und gebildete Menschen gibt, die sich informiert haben und ihre Entscheidungen aufgrund dieser Informationen treffen. Aber wenn Du nicht weisst für was ein Medikament ist, dessen Anwendung, die Wechselwirkungen, die Nebenwirkungen … dann erlaube uns, dass man dich durch den Prozess führt.

Alles andere wäre unprofessionell und sogar ungesetzlich … mal abgesehen von schädlich für deine Gesundheit.

Kapseln herstellen wie die Profis

Nachdem die „herumtorkelnden Heilpraktiker“ quer durch die Presse gegangen sind haben die meisten von Euch das Bild hier wahrscheinlich auch gesehen … und sich vielleicht ähnliches gefragt, wie Leserin Lea:

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Als ich im Tagi von der Homöopathischen Drogenparty las, blieb ich bei dem Bild hängen. Auf dem Bild sind Kapseln abgebildet, die sehr viel Luft und 20mg Aquarust enthalten. Als Kind durfte ich in der Apotheke zuschauen, wie mein Medikament abgewogen, zermörsert und gemischt mit ?Milchzucker? randvoll in 100 Kapselhälften gestrichen wurde, was einigermassen genau und zügig machbar ist.
Ich stelle es mir jedoch als unmöglich vor, halbwegs genau für jede Kapsel einzeln 20mg abzumessen und lose einzufüllen.
Hältst du es für machbar Kapseln wie auf dem Foto zu befüllen? Gibt es sogar Vorteile dabei?

Machbar ist es schon, die Kapseln so zu befüllen – indem man jede Kapsel einzeln einwägt. Das ist aufwändig und wohl auch nicht sehr genau. Eigentlich füllt man Kapseln so, wie du das schon gesehen hast, dann kann man viele Kapseln mit einem Durchgang machen. Dann sehen sie so aus:

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Und so geht’s: Man braucht die Kapselmaschine, Kapseln, Sieb, Mörser und Pistill, Messkolben in feiner Graduierung, Wirkstoff und Füllstoff (zum Beispiel Mannitol).

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Weil ich in dem Fall nur 20 Kapseln herstellen musste, habe ich den Rest der Maschine sauber abgeklebt. Die Löcher, die ich brauche werden dann mit den Kapseln gefüllt, das Oberteil der Kapseln entfernt und die Unterteile „eben“ mit dem Maschinenrand ausgerichtet.

Damit man weiss, wie viel Pulver zum Füllen man braucht (Wirkstoff plus Füllmaterial) gibt es verschiedene Methoden. Wenn man das Kapselvolumen kennt, dann kann man es ausrechnen. Wenn man es nicht kennt, dann kann man es ermitteln, indem man die Unterteile (das reicht) nur mit dem Füllstoff füllt und den danach in den Messzylinder abfüllt, wo man das Volumen dann in ml ablesen kann.

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Ganz wichtig ist die Berechnung, wie viel Wirkstoff man braucht. Das kommt natürlich auf die Menge Wirkstoff in der einzelnen Kapsel und die Anzahl Kapseln an. Bei Kapseln für Kinder müssen wir oft auf Tabletten für Erwachsene mit dem Wirkstoff zurückgreifen. Die müssen dann erst mal Zerstossen werden, in anderen Fällen hat man den Wirkstoff in Reinform – das ist immer besser.

Der Wirkstoff muss gesiebt werden und abgewogen. Man gibt ihn in den Messzylinder und soviel Füllmaterial dazu, wie man berechnet oder vorher ermittelt hat (also bis zu dem ml-Volumen), das Ganze muss man nochmals gründlichst mischen und sieben. Dann kann man das alles in die Kapseln verteilen:

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Wenn alles rein geht, nicht ein Teil fehlt, nichts übersteht, dann hat man es richtig gemacht. Die Kapseln werden dann geschlossen mittels der Kapselmaschine und herausgedrückt.kapselherstellung4

Zur Kontrolle schaut man noch, ob alle gleich viel wiegen, füllt sie in ein Pulvis oder Glas oder Topf ab (dicht muss er sein, die Gelatine in den Kapseln verträgt keine Feuchtigkeit und viele Wirkstoffe auch nicht). Fertig.

Dauert auch so etwas – vor allem, wenn man genau arbeitet. Und das sollte man bei Kapseln. Oft enthalten sie potente Wirkstoffe und sind häufig für Kinder gedacht (weil es da keine Fertigarzneien gibt).

hier kann man sich das auch anschauen:

Was kannst Du als Apotheker/in erwarten?

Bald schliesst eine neue Generation Apotheker ihr Studium ab (gratuliere Euch!), aber andere sind noch nicht so weit und überlegen sich vielleicht noch, ob das etwas für sie ist. In dem Zusammenhang höre ich häufiger diese Fragen:

Würdest Du wieder Apothekerin werden? Oder: magst Du Deinen Beruf?

Für mich hier und jetzt kann ich beide Fragen mit „Ja“ beantworten. Ich würde zwar nicht noch einmal das ganze Studium und die Ausbildung durchlaufen wollen – einerseits, weil das enorm anstrengend war, andererseits, weil ich nicht gern etwas doppelt mache. Aber für die Schweiz ist Apothekerin (immer noch) ein sehr attraktiver Beruf, der Verantwortung und Ansehen mit sich bringt.

Ich bin dankbar, dass uns hier nicht derart Steine in den Weg gelegt werden wie den Apothekern in Deutschland, die politisch faktisch zu Handlagern und Angestellten der Krankenkassen gemacht werden und denen immer mehr Verantwortung weggenommen wird … dabei könnten sie das genau so wie wir hier auch: Patienten beraten und betreuen. Die richtige Medikation (selber) aussuchen. Wir stehen wirklich noch im Patientenkontakt und sind nicht reine Dispensierer und Tablettenabzähler und Krankenkassen-Kontrolleure wie die Apotheker in den USA, die praktisch nur noch auf Verlangen nach vorne kommen um den Patienten zu beraten.

Natürlich gibt es auch hier immer mehr Bürokratie und immer mehr Dokumentation – aber uns lässt man die Patienten richtig anschauen und danach handeln (ob etwas selbst behandelt werden kann, oder zum Arzt muss), uns lässt man noch die Generika selber auswählen (nicht nur nach finanziellen Aspekten, sondern auch nach pharmakologischen!), wir tragen die Verantwortung und dürfen dem Patienten Vorbezüge machen (wenn der Patient das Rezept vom Arzt nachliefert). Wir dürfen Wiederholungen auf bestehende Rezepte machen und sogar ausnahmsweise einzelne rezeptpflichtigen Medikamenten ohne Rezept abgeben.

Was kannst Du erwarten, wenn Du Apothekerin wird?

  1. Erwarte keine traditionellen Arbeitszeiten. Wer eine Karriere in der Offizin-Apotheke verfolgt, versteht, dass auch der Apotheker (und die Apothekerin) als medizinische Fachperson und Angestellte im Gesundheitssystem im Normalfall keine 8 bis 5 Uhr Schichten zu erwarten hat. Durchgehende Arbeitszeiten ohne „offizielle“ Mitagspausen. Morgen – oder Abendschichten, teils verlängerte Öffnungszeiten, Samstagsarbeit und nicht zu vergessen Notfalldienste. Das geht im Normalfall gut, wenn man die Arbeitspläne möglichst lange vorher bekannt sind … dann kann man auch damit noch gut ein Sozialleben und sogar eine Familie haben.
  2. Erwarte, dass Du nie aufhörst zu lernen. Nach dem Studium ist nicht einfach fertig damit. Es kommen neue Wirkstoffe und Medikamente auf den Markt, altbekanntes wird aufgrund neuerer Erkenntnisse zurückgezogen (Erinnert sich noch jemand an Vioxx?), Vorschriften und Richtlinien ändern sich (früher waren die meisten Frauen in der Menopause auf Hormonpräparaten) und wenn man da nicht fast ständig am Ball bleibt, merkt man bald, wie sich das Unwissen akkumuliert. Irgendwann wird das peinlich und noch später gefährlich.
  3. Erwarte Änderungen im Gesundheitssystem – es bleibt nichts, wie es ist. Neben den neuen Erkenntnissen auf medizinischem Feld, ändert sich auch das des Systems. Früher musste man alles in der Apotheke zahlen und dann selber der Krankenkasse einschicken, heute ist das eher die Ausnahme. Dafür muss aber die Versicherungsdeckung praktisch zeitgleich überprüft werden. Früher gab es kaum Generika – heute immer weniger Originalpräparate. Und es gibt Vorschriften, wann man die zu empfehlen und abzugeben hat. Neue Vorschriften und Limitationen betreffend Medikamente – und deren Übernahme durch die Krankenkassen. Die Dokumentation wird wichtiger als die Herstellung. Jetzt kommen langsam die Elektronischen Rezepte und irgendwann kommt auch die Gesundheitskarte mit zentral gespeicherter Patienteninformation.
  4. Du musst nicht in die Apotheke stehen. Mit dem Pharmazie-Studium kannst Du auch andere Nischen finden. Es gibt Spitalapotheker, Apotheker in der Pharmaindustrie in Forschung und Herstellung und Apotheker in der Registrierung: wo die Medikamente und ihre Studien von den Behörden getestet und zugelassen werden.

Für die Zukunft hier … ich bin gespannt. Ich erwarte, dass die Arbeit des Apothekers auch weiterhin als wichtig angesehen wird und als zunehmend wichtige Stütze in unserem Gesundheitssystem (ich sag nur mal: Ärztemangel). Ich hoffe, dass wir mehr eingebunden werden in die Patientenbetreuung (zum Beispiel Einstellung und Kontrolle chronischer Beschwerden wie zum Beispiel des Blutdrucks) und dass wir in Zukunft auch selber impfen dürfen.

Dieser Beitrag wurde erstellt mit freundlicher Unterstützung (aber ohne Beeinflussung) von Pharmapro. Der Ort für jetzige und zukünftige Apotheker und wo sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer finden:

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