die falsche Anwendung (17)

Eine Geschichte aus Amerika:

Da war eine Frau, die das Trocknungspäckchen das mit dem Symbicort Inhaler kommt aufschnitt und es ins Mundstück des Inhalators gab – für ihren Mann zum inhalieren. Sie kam dann in die Apotheke um dem Apotheker zu zeigen, was sie getan hat und wunderte sich, dass das nur eines in der Packung hatte.

Sie konnte nicht lesen, was auf dem kleinen Päckchen stand, also sagte der Apotheker es ihr: „Nicht einnehmen!“

Sie sagt: „Aber das weiss ich doch, man inhaliert es!“

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Brrr.

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Kein Baby-Aspirin mehr

In die Apotheke kommt eine ältere Frau und verlangt: „Aspirin“.

Als ich ihr eine Packung Aspirin bringe, sagt sie: „Nein, nicht die 500er. Haben Sie keine Aspirin 100?“

Pharmama: „Das wäre dann Aspirin cardio – die sind rezeptpflichtig.“

Frau: „Sicher? Wieso denn das? Bisher habe ich die 100er immer ohne Rezept bekommen.“

Pharmama: „Das ist gut möglich, bis vor etwa einem halben Jahr gab es ‚Aspirin 100’ tatsächlich ohne Rezept. Die haben sie inzwischen aber aus dem Handel genommen.“

Frau: „Aber wieso?“

Pharmama: „Darf ich mal gegenfragen? Wofür nehmen Sie denn die Aspirin? Wohl kaum gegen Kopfschmerzen in der Dosierung, oder?“

Frau: „Nein, ich nehme sie für das Herz. Einmal täglich, das ist zur Vorbeugung.“

Pharmama: „Sehen Sie, das dachte ich mir. Sie nehmen das Aspirin also als Prohylaxe von Herzproblemen. Aspirin wird in der niedrigen Dosierung wegen der Blutverdünnenden Wirkung genommen. Damit ist aber nicht zu spassen. Zuviel Blutverdünnung und sie bekommen Blutungen – zum Teil auch an Orten, wo sie das nicht sehen, zum Beispiel im Magen. Darum gehört diese Art der Anwendung auch zum Arzt unter Kontrolle. Und darum ist das rezeptpflichtig.“

Frau: „Oh … daran habe ich noch nie gedacht. Aber … warum gab es dann das Baby-Aspirin?“

Pharmama: „Ehrlich … das ist mir auch nicht ganz klar. Vor allem, weil man Aspirin nicht an Babies – und auch nicht an Kinder und Jugendliche geben soll, da die Möglichkeit besteht, dass diese ein Reye Syndrom entwickeln. Das ist eine schwere Nebenwirkung -vor allem im Zusammenhang mit viralen Erkrankungen-, mit Bewusstseinsstörungen, Leberfunktionsstörungen, die lebensbedrohlich ist.“

Frau: „Aber das Aspirin 500 gibt es weiter ohne Rezept…“

Pharmama: „Ja. Das ist allerdings in der Dosierung gegen Schmerzen, bei Erwachsenen … und auch dann nur für ein paar Tage gedacht.“

Frau: „Dann geben sie mir so eine Packung. Und … ich gehe und lasse mir vom Arzt das Aspirin cardio verschreiben. Danke vielmals für die Info!“

Was mir einmal mehr zeigt, wie unbekannt selbst etwas so bekanntes wie Aspirin in der Öffentlichkeit eigentlich ist.

Gibt’s nicht? Gibt’s doch!

Noch ein Gastbeitrag heute, diesmal von dergrünepunkt:

bei mir in der Apotheke gibt es nach 20 Uhr einen Wachdienst, damit der Apotheker nicht ganz alleine da steht. Dieser nimmt auch Anrufe entgegen, wenn man im Kundengespräch ist und lässt sich dann die Nummer für einen Rückruf geben. Manchmal schreibt er sogar auf, worum es geht…
Als ich gestern einen solchen Zettel mit Nummer und „Thema“ bekommen habe, glaubte ich erst an einen Scherz. So etwas gibt’s gar nicht im echten Leben, sondern wird „nur so“ erzählt, weil es lustig ist.

Ich rief also zurück und hatte eine Frau am Telefon, die nicht ihren besten Tag hatte und ihre Vaginaltabletten (Fluomicin, Wirkstoff Dequaliniumchlorid) geschluckt hat. Ob das denn schlimm wäre?
Gott sei Dank war ich durch den Zettel vorgewarnt …

Gibt’s nicht gibt’s Nicht! …

Klassische falsche Anwendung. … Wenn ich so etwas erzähle, glauben es manche nicht. Danke für den optischen „Beweis“ :-)

Entweder – oder!

Der Patienten kommt zurück in die Apotheke, weil er verwirrt ist, wie er das Medikament jetzt nehmen muss.
Hier ist der Satz, der ihn verwirrt hat: (auf der Dosieretikette)

„Nehmen sie morgens und abends je 1 Tablette
entweder 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach dem Essen.“

Patient: „Was meinen sie mit 1 Stunde vorher oder 2 Stunden nach dem Essen?“
Pharmama: (Wie, was ich meine?) „Das bedeutet, sie nehmen die Tablette entweder 1 Stunde vor dem Essen oder aber 2 Stunden nach dem Essen. Das geht beides.“
Aber er war immer noch verwirrt.
Patient: „Ja, soll ich dann eine Hälfte der Tablette 1 Stunde vor und die andere Hälfte 1 Stunde nach dem Essen einnehmen?“
(Waaaah!)
Pharmama: „Nein, sie nehmen die ganze Tablette. Aber sie können aussuchen, ob sie sie 1 Stunde vor dem Essen oder 2 Stunden nach dem Essen nehmen wollen … Sie müssen einfach genug Abstand zum Essen einhalten, weil das Medikament sonst nicht so gut wirkt.“

Oh, meine Nerven.

Die falsche Anwendung (14)

Ein Gastbeitrag! Eine Geschichte aus der Apo von Leserin Ramona, die ihrer Lehrtochter passiert ist:

Kundin: „Ich hätte gerne Vicks Medinait.“
Azubi: „Ja, gerne. Kennen Sie die Anwendung schon?“
Kundin: „Ja, sicher. Ich gebe jeden Abend einen Becher ins Wasser.“
Azubi: „In welches Wasser?“
Kundin: „Wenn es mir nicht gut geht, nehme ich abends ein Bad und gebe einen Becher voll hinein. Danach schlafe ich so gut und fühle mich viel besser!“
Azubi: „Wie bitte???“

Naja, der Kundin ist die Anwendung nach einer ausführlichen Erklärung nun klar….

Pharmamas P.S.: Also das Packungsdesign erinnert schon ein bisschen an einen Badezusatz – dazu die grellgrüne Farbe des Inhalts …

Noch mehr falsche Anwendungen hier.