Anwendungsfragen

Hier ein paar Fragen, die wir zur Anwendung von verschiedenen Medikamenten schon hatten:

„Wirkt die Tablette auch, wenn ich schlafe?“

– Ja.

„Ich habe gerade ein Zäpfchen genommen – kann ich trotzdem schwimmen gehen?“

– Ja.

„Woher weiss die Schmerztablette denn, wo sie hinmuss im Körper?“

– Das weiss sie nicht, der Wirkstoff verteilt sich im ganzen Körper,

Auf der Etikette: ‚Tragen sie die Salbe 3 x täglich sparsam auf die betroffenen Hautzonen auf.‘

„Macht es einen Unterschied, ob ich das auf leeren oder vollen Magen mache?“

– Nein.

„Ich nehme diese neuen (Blutdruck-) Tabletten seit etwa 3 Wochen. Jetzt habe ich die Periode bekommen – muss ich jetzt damit aufhören?“

– Nein.

Auch wenn wir diese Fragen gelegentlich amüsant finden, ist es uns doch lieber man fragt und macht es dann richtig, als dass man einfach etwas macht.

Das Billigste

Der Kassensturz war wieder mal unterwegs und testet Apotheken. Diesmal geht es nicht darum, ob ein Generikum abgegeben wird, sondern welches.

Dabei legen sie ihr Hauptaugenmerk darauf, ob das billigste Generikum abgegeben wird. – Was in den meisten Fällen nicht der Fall ist, das kann ich jetzt schon sagen.

Im Gegensatz zu den Behauptungen des Kassensturzes hat das aber andere Gründe als nur möglichst viel Geld herauszuwirtschaften.

Ich weiss nicht, ob es schon bis zu ihnen durchgedrungen ist, aber dank der LOA werden wir ja ziemlich unabhängig von der Marge des Medikaments entlöhnt und so macht selbst ein 20 Franken Unterschied im Medikamentenpreis nur gerade etwas über 2 Franken Differenz in der effektiven Einnahme.

Aber es gibt für die Apotheken andere Gründe nicht das billigste Generikum abzugeben.

Ich bin auch sicher, dass in der Apotheke nicht „das Billigste“ verlangt wurde, denn bestellen können wir ja immer und machen das auf Wunsch auch.

Was man an Lager hat an Generika wird durch verschiedene Überlegungen bestimmt: dazu ein paar Gedanken:

  • ich wähle eher das Generika einer Firma, von der ich Unterstützung bekomme, also wo ich regelmässig den Vertreter sehe, wo man mir die mir Info über die neusten Generika schickt und abgelaufene oder defekte Medikamente ersetzt als von einer Firma wo nie jemand vorbeikommt und ich nichts retour bekomme. – Ja, hier sind die wirtschaftlichen Gründe – von der Mini-Marge mal abgesehen.
  • Ich wähle eher nicht eine Firma, von der ich weiss, dass sie von denselben betrieben wird, die eine grosse eigene Versandapotheke haben, wo sie ihre eigenen Medikamente puschen.
  • Ich wähle eher Medikamente/Generika, die vom Arzt aufgeschrieben werden … es gibt immer noch genug Leute die sagen „Nein, es muss genau das sein, was der Arzt aufgeschrieben hat.“
  • Ich wähle eher nicht Medikamente, wo die Erfahrung zeigt, dass sie schwer zu schlucken / hässlich schmecken / in Bulk statt in Blister verpackt / Zusatzstoffe haben die eher schlecht vertragen werden … v.a. wenn es Alternativen gibt.
  • Ich wähle eher die Generika, die zuerst auf dem Markt sind – zumindest anfangs, Wechsel sind wegen obigen Gründen immer noch möglich.
  • Ich wähle eher die Generika, wo möglichst alle bestehenden galenischen Formen und Dosierungen vorhanden sind – weil wenn der Kunde später die Dosierung wechseln muss, bekommt er nicht wieder ein ganz neues Medikament.
  • Ausserdem: WAS das billigste ist, das wechselt eigentlich ständig. Muss ich dann auch immer wechseln, was ich grad an Lager habe?

Ich denke die Grundidee hinter dem Ganzen ist es, wie in Deutschland schon gang und gäbe Verträge vorzubereiten, wo die Apotheke gezwungen werden soll, entweder das billigste Generikum zu nehmen … oder das, wo die Krankenkasse gerade einen Vertrag mit der Firma hat.

Dass das nicht so toll ist – weder für die Apotheke, noch die Kunden, will ich hier noch einmal betonen: man hat ständige Wechsel in der Grundmedikation: die Tablette / Kapsel etc sieht immer wieder mal neu aus (wenn das nicht verwirrend ist) oder das Produkt das man immer hatte wird einfach nicht mehr bezahlt von der Krankenkasse …

P.S. ich habe mit Absicht im ganzen Blogpost „billigstes“ und nicht „günstigstes“ geschrieben.

ich: Versuchskaninchen

Apotheker sind Pharmazeuten – und als solche auch an der Entwicklung von Medikamenten beteiligt – nicht nur am Verkauf und Vertrieb. Ein Grund mehr, die Forschung und Entwicklung ein bisschen zu unterstützen – und gleichzeitig etwas über die Prozesse zu erfahren, indem man sich als Versuchskaninchen für neue Medikamente oder Grundlagenforschung zur Entwicklung stellt.

Ich habe das bisher einige Male gemacht.

Das erste Mal der Vergleich von pflanzlichen Schlaftabletten gegenüber Placebo und Rohypnol (starkes Schlafmittel).

Dabei wurde geschaut, ob es beim pflanzlichen Schlafmittel auch einen Overhang gibt am nächsten Morgen, also ob man dann immer noch müde und reaktionslangsamer ist wegen dem Medikament. Die Studie war doppelblind und placebokontrolliert – also wusste weder Prüfer noch Proband (ich), was man bekommt. Ich musste am abend vorher einen Reaktionstest ablegen (etwas mit blinkenden Lichtern und Zahlen, sowie eine Fahrprüfung am Monitor) dann 2 Kapseln schlucken nachts um 1 Uhr – da war ich schon müde, weil ich da normalerweise tief schlafe, also kann ich nicht sagen, ob die Kapseln etwas gebracht haben. Dann am Morgen noch einmal derselbe Reaktionstest und Fahrprüfung. Ich schnitt besser ab als am Abend vorher – typisch Lerneffekt. Die spätere Auswertung zeigte dann auch, dass ich das Placebo hatte.

Ein paar Tage später ein Anwendungstest zur Entwicklung von einem pflanzlichen Schlafsirup. Das kann man schlecht gegen Placebo testen, denn der enthält Baldrian, das wirklich einen typischen Geruch hat und man nicht verstecken kann. Da musste ich wieder einen Fahr- und Reaktionstest machen, ausserdem Seitenweise p’s, d’s, q’s und b’s anstreichen. Dann den Sirup nehmen, eine halbe Stunde warten und das Ganze nochmals. Dann war ich entlassen. Dazu kann ich nur sagen: der Sirup wirkt: auf dem Nachhauseweg bin ich um ein Haar mitten in der Stadt auf dem Bus eingeschlafen.

Dann eine Studie zu PMS – das ist das Prämenstruelle Syndrom. Den Frauen dürfte das Problem bekannt sein: vor und mit Beginn der Periode auftretende Probleme wie Kopfschmerzen, Migräne, Brustspannen, Bauchkrämpfe, sehr schmerzhafte Blutungen, Stimmungsschwankungen … ja, ja, macht ihr Männer nur Witze wie Hormongesteuert wir Frauen sind. Das war auch ein Ziel der Untersuchung: zu schauen, ob die Probleme eventuell von einem phasenweise erhöhten Prolactinspiegel herstammen können … und ob ein pflanzliches Medikament mit Vitex agnus castus (Mönschspfeffer) einen Einfluss auf Hormonspiegel und Beschwerden hat. Dazu gehörte eine einige Monate lange tägliche Einnahme des Medis, Fragebogen und regelmässige Blutentnahmen. Auch da kann ich sagen: Das Medikament wirkt .. es braucht etwas Anlaufzeit (3 Wochen mindestens) und man muss es täglich nehmen. Wenn man es absetzt ist auch die Wirkung bald w … nun ja. Ich habe zum Glück nur mässig PMS, was sich mit Schmerztabletten im Zaun halten lässt.

Und zuletzt noch eine Studie zu Malariamedikamenten. Da haben meine Eltern auch mitgemacht, als wir zusammen in Südafrika waren. Jeder von uns bekam eigene Kapseln mit, zu nehmen jeweils 1 abends, anzufangen 1 Woche vor bis 2 Wochen nach dem Malariagebiet. Was wir bekamen wussten wir nicht, wir mussten nur unsere Erfahrungen festhalten. Da weiss ich bis heute nicht, was es war – aber es ist ein Medikament, das ich nicht speziell gut vertragen habe – es machte mir Kreislaufprobleme und Übelkeit. Lariam hatte ich inzwischen auch schon, das vertrage ich – es macht nur eine Menge seltsame Träume. Malarone hatte ich auch schon – und keinerlei Probleme damit.

Ich sage nicht, dass man sich unbedacht als Versuchskaninchen zur Verfügung stellen soll, aber es kann eine interessante Erfahrung sein, nutzt der Forschung und gelegentlich gibt es sogar etwas Geld.

Hat jemand von Euch auch schon so etwas gemacht?

Apotheken-Quiz 4

Das ist mein viertes Quiz (bei Interesse: hier ist das erste, zweite, dritte). Mitmachen kann wie immer wer will. Die Kommentare werden bis zur Auflösung des Quizzes (am Montag) nicht angezeigt. Viel Spass!

1. Mückenstiche oder?

Im Sommer: Eine Mutter kommt in die Apotheke und möchte etwas gegen Juckreiz. Sie berichtet: „Meine beiden Söhne, beides Primarschüler, waren gestern um Schwimmbad, wo sie offenbar von Mücken gestochen wurden. Als sie nach Hause kamen fielen mir beim einen vereinzelte Stiche auf. Diese sind über Nacht noch deutlicher zu Tage getreten und jucken stark. Es haben sich sogar vereinzelte Bläschen gebildet, Auch beim älteren Bruder sind sie nun deutlich sichtbar. Er hat etwas Fieber.“

„Sie waren bis vor 10 Tagen in einem Pfadilager und sind seit ihrer Rückkehr fast jeden Tag zusammen im Schwimmbad gewesen. Aber dass sie derart verstochen werden, ist mir noch nie vorgekommen.“

Was ist die Verdachtsdiagnose? Was sind die möglichen Komplikationen? Behandlungsvorschläge?

.

2. Pflanzenmedizin – Phytotherapie

Man befindet sich zu Besuch bei einer Freundin in einer entfernten Gegend, wo es keinerlei Apotheke in der Nähe hat, aber das Haus hat einen grossen Garten …

Welche der folgenden Pflanzen könnte man denn brauchen gegen …

1. leichte Herzbeschwerden

2. Husten

3. bei Magen-Darm Problemen und zum Beruhigen

4. … und für was ist die die übrig bleibt gut?

.

3. Ordne die Nebenwirkungen den Medikamenten zu!

Die Medikamente

1. Roaccutan (Isotretinoin)

2. Deroxat (Paroxetin)

3. Stilnox (Zolpidem)

4. Levitra (Vardenafil)

Die Nebenwirkungen (entnommen aus der schweizerischen Packungsbeilage – so oder ähnlich steht es auch in den anderen Ländern drin):

A Somnolenz am Tage, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindelanfälle, verschlimmerung der Schlaflosigkeit, anterograde Amnesie (allein oder in Verbindung mit unangepasster Verhaltensweise). Herabsetzung der Aufmerksamkeit, Gangstörungen

B Bei Patienten, welche mit … behandelt wurden, wurde über Depressionen, Verschlechterung bestehender Depressionen, Angstgefühle, Tendenz zu Aggressivität, Stimmungsschwankungen, psychotische Symptome und, sehr selten, Suizidversuche und Suizide berichtet.

C Folgende Symptome können bei Neugeborenen nach der maternalen Anwendung von ….  in den späten Stadien der Schwangerschaft auftreten: Atemnot, Zyanose, Apnoe, Krampfanfälle, instabile Körpertemperatur, Schwierigkeiten beim Trinken, Erbrechen, Hypoglykämie, muskulärer Hypertonus oder Hypotonus, Hyperreflexie, Tremor, Reizbarkeit, Lethargie, Schläfrigkeit, Schlafstörungen und ständiges Schreien.

D Gelegentlich: Sehstörungen (vorwiegend visuelle Störungen, aber auch erhöhte Lichtempfindlichkeit), Konjunktivitis, Farbensehen (leichte und vorübergehende Beeinträchtigungen des Farbunterscheidungsvermögens im Blau/Grün- und Purpur-Bereich auf), feuchte Augen. Selten: Glaukom.

.

4. Absetzen oder weiternehmen?

Ein Kunde kommt mit einer Liste Medikamente die er regelmässig nimmt. Jetzt hat er in ein paar Wochen eine Operation. Welche der Medikamente sollte er vorher – natürlich unter Absprache mit dem Arzt absetzen? Welche weiternehmen?

1. Sortis (Atorvastatin) gegen den hohen Cholesterinspiegel

2. Umckaloabo Tropfen (Pelargonium Sidoides) gegen die chronische Bronchitis

3. Aspirin Cardio (Acetylsalicylsäure) als Thromboseprophylaxe wegen seinem Herzproblem

4. Symfona forte (Gingko Biloba Präparat) gegen seine Gedächtnisprobleme

5. Beloc Zok (Metoprolol) Gegen den hohen Blutdruck

über Vitamin D Tropfen

Vitamin D ist wichtig, darüber ist man sich heute einig. Das fettlösliche Vitamin braucht es für vieles: speziell für die Knochen, genauer gesagt die Kalziumaufnahme in die Knochen, damit sie stark werden (oder bleiben). Demnach braucht man es als Rachitis-Vorbeugung bei Babies im ersten Lebensjahr oder zum Vorbeugen von Osteoporose bei älteren Leuten – dann zusammen mit dem Calcium. Ausserdem scheint es die Häufigkeit von Stürzen zu verringern – noch was für die Knochen.

Aber ich will hier beim Vitamin D für Babies bleiben.

Rein theoretisch wäre der Körper durchaus in der Lage Vitamin D selbst herzustellen und zwar mit Hilfe der Sonnenstrahlung. Nur sollte empfindliche Babyhaut gar nicht an die Sonne – und dann hat es in unseren Breitengraden sowieso fast zu wenig, v.a. im Winter.

Aber es gibt ja Vitamin D auch in Tropfen.

In der Schweiz z.B. als Vi-De-3 Tropfen (SL) freiverkäuflich  oder Vitamin D Tropfen Streuli (NLP).

Der Nachteil von beiden: sie sind Alkoholhaltig. Wir erinnern uns: Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin und kann so nicht in Wasser gelöst werden.

Und alkoholhaltige Tropfen für Säuglinge? Gut, es sind nur 4 Tropfen, die man dem Baby täglich geben muss – in einer reifen Banane ist mehr Alkohol drin – aber das gibt schon Diskussionen, v.a. mit den Eltern.

Besser verstehe ich das zweite Argument gegen die Alkoholtropfen: die sind, wie Alkohol halt ist, leicht scharf und brennen kurz. Babies mögen sie darum oft nicht. Also muss man sie mit Muttermilch oder Milchersatz verdünnen vor der Gabe.

Aber es gibt Ersatzmöglichkeiten:

Da wäre einmal das auch von den Ärzten gern aufgeschriebene Oleovit aus Österreich. Das sind ölhaltige Vitamin D Tropfen, rezeptpflichtig. Von denen muss man täglich nur 1 Tropfen geben, und das kann man direkt mit der Pipette in den Mund. Das ist das, was ich auch bei Junior benutzt habe. Nur auch die haben ein Problem – dem sich auch die Ärzte oft nicht bewusst sind: die Ölbasis ist Arachidis oleum. Für Nicht-Lateiner: Erdnussöl. Erdnüsse sind ein bekanntes Allergen und speziell bei familiär mit Allergien vorbelasteten Babies ist das keine so gute Idee.

Als zweite Möglichkeit gibt es aber noch das Vigantol aus Deutschland mit einer anderen Ölgrundlage. Nur ist hier das Vitamin D einiges höher dosiert, pro Tropfen hat man 667 Einheiten (im Gegensatz zu 400 Einheiten pro Tropfen Oleovit oder 4 Tropfen Vi De 3). Das ist etwas höher als die Empfehlung von 300 – 500 Einheiten Vitamin D pro Tag, geht aber auch.

Die ausländischen ölhaltigen Tropfen haben aber einen weiteren Nachteil: der Arzt kann sie wohl verordnen und ich – als Apotheke – kann sie importieren in die Schweiz und abgeben (an Lager halten darf ich sie vom Gesetz her nicht) aber die Krankenkassen übernehmen sie nicht – weil es ja „das gleiche“ in der Schweiz auch gibt. Gut das sind nur ein paar Franken pro Fläschchen, das lange hält, aber … eben.

Aber es gibt Hoffnung. Anscheinend läuft ein Zulassungsverfahren für ölhaltige Vitamin D Tropfen in der Schweiz. Sie sollten dieses oder nächstes Jahr erhältlich sein. Ich bin gespannt.

Nachtrag: inzwischen gibt es Vitamin D Tropfen von Wild auch in ölhaltiger Form in der Schweiz. Das Öl ist Sonnenblumenöl, also nicht so allergen und seitdem sie das Problem mit dem Tropfer gelöst haben auch (fast) nicht mehr fehlzudosieren. Aber: Bitte wirklich nur 1 Tropfen pro Tag geben für Kinder.

Nachteil: die Tropfen sind nicht in der Spezialitätenliste, sondern NLP (also nur voa Zusatzversicherung bezahlt) und einiges teurer als die normalen ViDe3 (und als die importierten öligen).

Update 2015: Inzwischen gibt es ölhaltige Tropfen in der Schweiz, die auch von der Krankenkasse bezahlt werden. Es handelt sich um Neutralöl (Palmöl). Und diese sind fast so günstig wie die alkoholhaltigen.

Medikamentenrückgabe

Es ist ja allgemein bekannt, dass man die Sachen, die man irgendwo kauft und die speziell zu entsorgen sind, dort wieder zurückgeben kann. Batterien in den Kaufhäusern, Technische Geräte beim Händler und also auch Medikamente in der Apotheke.

Uns hat man immer gesagt, das sei besser für die Umwelt, als es in den Hausabfall zu werfen, weil es dann bei unserem Entsorgungsdienst bei höheren Temperaturen vollständig verbrannt wird. Dem ist nicht ganz so, wie ich inzwischen weiss. Hier ist es so, dass auch der Hausabfall wird bei etwa der gleichen hohen Temperatur verbrannt wie die normalen Medikamente – das ist jedoch nicht überall gleich.

Aber: wir sortieren den Abfall vorher noch etwas aus. Quecksilber, Spritzen und biologische Abfälle und Zytostatika zum Beispiel. Auch zurückgegebene Chemikalien wie Säuren und Basen werden nach Sorte getrennt.
Der Service ist gratis für die Kunden – das heisst, wir bezahlen die Abfallgebühren.
Und auf jeden Fall ist es viel besser, als es in die Toilette zu werfen – wo es dann im Grundwasser landet und die Umwelt belastet.

Wir nehmen also Medikamente zurück.

Man denkt das ist problemlos ist: in die Apotheke gehen, Sack mit abgelaufenen Medikamenten überreichen, wieder herausgehen.

Anscheinend gibt es aber eine Menge Leute für die das ein Problem darstellt. Jedenfalls finde ich immer wieder herrenlose Säcke in oder vor der Apotheke mit solchen Altlasten.

Denken die, sie müssen was bezahlen? Oder ist das den Leuten die das machen peinlich? Dann sollten sie vielleicht auch gut darauf schauen, dass sie von allen Medikamenten die Etiketten abnehmen!
… Das fände ich auch darum gut, weil ich das dann nachher nicht noch machen muss: Datenschutz lässt grüssen.

Achtung: das obige gilt für die Schweiz. In Deutschland haben sie seit Anfang Jahr Probleme damit, weil die Entsorgungsfirma gekündet hat.