Kundenwunsch in der Apotheke:
„Meine Frau hat sich geschnitten – haben sie Fäden?“
…
(war das jetzt Nummer 3?)
Kundenwunsch in der Apotheke:
„Meine Frau hat sich geschnitten – haben sie Fäden?“
…
(war das jetzt Nummer 3?)
Die Kundin war wieder da. Ja, die.
Echt, die Frau sollte man von den anderen Kunden separieren.
Situation: ich bin an einem Rezept, neben mir ist die Pharmaasistentin an einer Kundin mit Familie samt Kind an einer anderen gesundheitlichen Frage. Noch ein Kunde steht etwas zurück und wartet – in anständiger Entfernung.
Das erste, was Frau Aufdringlich macht, ist mir das Rezept vor die Nase zu halten.
Ich nehme es .. und lege es demonstrativ neben die Kasse: „Sobald ich hier fertig bin, kümmere ich mich um sie.“
Die Kollegin ist inzwischen mit der Familie fertig und gibt dem Kind unser Körbchen mit den Traubenzuckern, damit es eines aussucht.
Frau aufdringlich sieht das: „Darf ich auch?“
Die Pharmaassistentin hält ihr das Körbchen hin und sie … greift mit der ganzen Hand rein um eine Handvoll zu nehmen.
Kollegin: „Nur eines, bitte, wie die andern auch.“ Etwas angemufft legt sie die meisten wieder zurück.
Die Pharmaassistentin wendet sich dem wartenden Kunden zu und nimmt sein Rezept entgegen.
Fragt Frau aufdringlich: „Ist das etwa Viagra auf dem Rezept, dass sie es so eilig haben?“
Gottseidank nimmt es der Kunde mit Humor – wir daneben sterben fast vor Scham ob der aufdringlichen Frau.
Auch ich bin inzwischen mit meinem Rezept fertig und nehme ihr Rezept zur Hand. Ich lenke ihre Aufmerksamkeit mit ein paar Fragen auf mich – damit sie nicht auf die Idee kommt noch weiter andere Kunden anzumachen.
Ich lege ihr Medikament heraus, gebe alles ein, erkläre ihr die Anwendung.
Frau Aufdringlich: „Haben sie auch sicher das richtige erwischt?“
Pharmama: „Nun, es ist zumindest dasselbe, was auf dem Rezept steht – und laut ihnen auch für das Problem.“
(gekränkte Berufsehre meinerseits)
Frau aufdringlich: „Haben sie mir ein Glas Wasser? Ich will es gleich nehmen.“
Natürlich.
Während ich das Glas hole, wendet sie sich wieder meiner Kollegin zu, die inzwischen auch fertig ist.
Frau Aufdringlich: „Sind sie eigentlich schwanger?“
Kollegin (entsetzt) „Nein!“
Frau aufdringlich: „Wie heissen sie denn? … (schaut auf das Namensschild) , oh, sie haben den gleichen Nachnamen wie mein Freund …“
Und wenn wir schon dabei sind … ich hätte gerne ein paar Muster: Sonnencreme, Shampoo, Zahnpasta … und vielleicht eine Körperlotion?“
Als sie (endlich) draussen ist, geht ein aufatmen durch die Apotheke.
Mann: „Ich brauche etwas von meinem Dauerrezept.“
Pharmama: „Was brauchen sie?“
Mann: „Mein Etanol-Mepha“
Pharmama: …? denke: Etanol – Ethanol – Alkohol??
ich schaue etwas sparsam und suche in seinem Computerdossier.
Mann: „Die für meinen Blutdruck!“
Pharmama: (der Groschen fällt) „Aah, sie meinen die Atenolol.“
Mann: „Das habe ich ja gesagt.“
…
Naja, Atenolol und Ethanol ist nicht ganz dasselbe – und dass es Alkohol auf Rezept gibt habe ich auch noch nicht gesehen – ausser vielleicht in Haut-Rezepturen.
Wenn wir Medikamente auf Rezept abgeben, halten wir die Informationen im Computer in einem sogenannten Patienten-dossier fest. Idealerweise nicht in 3 verschiedenen, sondern in dem, das wir für den Patient schon einmal angelegt haben – wenn er bereits etwas bei uns geholt hat.
Wenn man Sie also fragt, ob Sie schon einmal mit einem Rezept hier gewesen sind, bitte antworten Sie nicht so:
Oder wenn es nicht für Sie selbst ist:
10 Minuten vor Ladenschluss. Ein (entschuldigt den Ausdruck) ziemlich abgewrackt aussehender Mann läuft in die Apotheke und fragt: „Habt ihr Nadeln?“
Pharmama: „Ja.“
Mann: „Wieviel kosten die?“
Pharmama: „50 Rappen pro Stück.“
Mann: „Was? Das ist ja unglaublich teuer!“
Und läuft wieder raus.
Pharmama zur Kollegin, die das mitbekommen hat: „Da juckt es mich auf der Zunge, zu fragen, wie viel denn der Stoff gekostet hat, für den er die Nadel braucht.“
Und die Kollegin merkt an: „Man trinkt teuren Wein ja auch nicht aus billigen Gläsern …“
Wenn Sie ein Rezept bringen für ein Medikament -sagen wir mal Marcoumar -und danach noch ein Aspirin kaufen wollen und die Apothekerin Sie auf die (gefährliche) Wechselwirkung zwischen den beiden aufmerksam macht, sagen Sie: „Das macht nichts, ich will das trotzdem!“
Und wenn die Apothekerin sich dann weigert, ihnen das zu verkaufen, stürmen Sie aus der Apotheke, dann kommen sie nach 2 Minuten wieder zurück um weiter zu schimpfen.
Wenn auch der Kunde, der das ganze gezwungenermassen mitbekommen hat, Ihnen dann noch sagt, dass sie besser auf den Rat der Apothekerin hören, rufen sie noch in die Runde: „Ich mache ihnen einen Gefallen, indem ich diese Apotheke benütze! Aber von jetzt an, gehe ich nur noch in die (Discountapotheke), DIE stellen nie in Frage, was ich nehme!“
Und das ist natürlich viel besser für Sie.
