Sie war mal wieder da

Freundliche junge Frau mit 2 Kindern in der Apotheke, das jüngere davon nur wenige Wochen alt.

Die ältere, aufdringliche Frau kommt herein, stellt sich genau neben sie, sieht, dass sie die Pille holt, wirft einen Blick auf ihre Hand (ohne Ring) und sagt: „Ein bisschen spät, nicht?“

Oh. Gott. Bitte. Nicht.

Zum Glück hat die junge Frau das einzige richtige in der Situation gemacht, nämlich sie komplett ignoriert. Ich durfte ihr dann erklären, wie unangebracht so eine Bemerkung ist.

Ja, die hatten wir schon ein paar Mal hier. Die ist leider immer so.

Einfach aufdringlich

Nur kurz dazwischen

und Sie ist zurück!

Tüte

Der Mann kommt abends, als es ruhiger ist in die Apotheke – er ist beladen mit Einkäufen in dünnen Plastiktüten.

„Haben Sie mir einen ihrer Plastiksäcke? Die sind besser als die im Kaufhaus nebenan.“

Pharmama: „Brauchen Sie sonst etwas?“

Mann: „Nein, habe ich alles dort geholt.“

Pharmama: „Dann macht das 50 Rappen.“

Mann: „Waaass?! Sicher nicht!“

stürmt empört wieder raus

Ja – auch wenn ich vielleicht einen Rüffel dafür bekomme: unsere Plastiksäcke gibt es zu einem Einkauf. Von mir aus auch zu einem Mini-Einkauf. Aber die haben wir bezahlt – und ich sehe nicht ein, weshalb ich das einem Nicht-Kunden gratis geben sollte. Ja, die sind besser als die im Kaufhaus (dicker, blickdicht, fester) – das hat auch seine Gründe- und auch dort verlangen sie für die besseren Taschen etwas.

Würdet ihr so was machen? In einem Geschäft einkaufen und dann dafür in einem anderen eine gratis-Tasche abgreifen dafür?

Ich brauche noch eines!

Der ältere Mann kommt in die Apotheke gehumpelt direkt zu meiner Pharmaassistentin Donna: Wo ist die Frau, die mich heute morgen am Knie verarztet hat? Das Pflaster hat nur 2 Stunden gehalten – ich brauche ein neues!“

Ja, am Knie ist schwierig, aber mal abgesehen davon hat ihn meine Kollegin wohl gratis verarztet und irgendwie … finde ich das jetzt frech.

Donna wohl auch: „Ich kann die Apothekerin holen, dass sie sie noch einmal verarztet, aber … das erste Mal ist gratis, wenn wir das wiederholt machen, dann kostet das etwas.“

Mann: „Ach was! Ich brauche doch nur ein neues Pflaster drauf!“

Zack hat meine Pharmaassistentin eine Packung in der Hand und meint dazu: „Das ist kein Problem, die kosten nur 2.70.- und sie kriegen grad 5 Stück.“

Mann: „Ja … Nein … dann halt nicht!“

Und stampft wieder raus.

Frech.

Nachgefragt bei der Kollegin, die ihn am Morgen hatte: da kam er mit einer Schürfwunde am Knie, die schon mehrere Tage alt ist. Wollte auch nichts kaufen, aber dass sie ihm ein Pflaster drauf-pappt. Sie hätte das sonst anders verbunden, aber er bestand auf Pflaster. Am Knie. Kein Wunder hält das nicht.

Wachbleiben (1)

Ein Erlebnis, dass Kollegin Monika mir geschickt hat:

Kunde eben bei uns in der Apotheke …

Kunde: „Ich habe eine Frage.
Apothekerin: „Gerne, um was geht’s?“
Kunde: „Ich muss fahren 2000 km für Urlaub, es gibt Koffein.“
Apothekerin: „Ja, es gibt Coffein, aber wenn Sie 2000km fahren müssen, dann sollen Sie PAUSEN machen, Coffein hilft zwar kurzfristig, das Konzentrationsloch in das Sie fallen, wenn die Wirkung des Koffeins nachlässt ist sehr gross und die Gefahr, dass Sie einen Unfall machen wird grösser!“
Kunde: „Ich fahre mit meiner Familie und muss eben so weit fahren, meine Frau fährt nicht Auto.“
Apothekerin: „Wenn Sie sich verantwortungsvoll gegenüber Ihrer Familie verhalten und heil ankommen wollen: machen Sie ausreichend Pausen, alles andere ist gefährlich!“

Die Diskussion ging dann noch eine Weile. Ich denke, er hat es einfach nicht verstanden! Schlafentzug kann schlimmer sein als Alkohol … uns, die wir in der Apotheke arbeiten, ist das klar, dem Kunden mit Migrationshintergrund schien das ziemlich egal zu sein. 2000 km sind 20 Stunden, wenn die Verkehrswege so ausgebaut sind, wie in der Schweiz …

(was sie ja häufig nicht sind).

Das ist so: Koffein macht zwar kurzfristig wacher, aber das funktioniert wirklich nur kurze Zeit. Zur Übermüdung kommt dann nach Wirkungsverlust noch dazu: Überschätzung, Gereiztheit und die Leistung fällt auf ein noch niedrigeres Niveau als vorher. Das heisst: Koffein kann die Fahrtüchtigkeit tatsächlich auch einschränken!

Mitarbeiterrabatt

„Geben sie auch Mitarbeiterrabatt für ehemalige Mitarbeiter?“

Ich schaue mir die fragende Dame gut an – aber ich kenne sie nicht. Und ich bin jetzt über 15 Jahre hier.

Pharmama: „Wo haben sie denn gearbeitet?“

Frau; „In einer Drogerie in (gaaaanz woanders) aber ich habe vorletztes Jahr aufgehört.“

Das ist eine ziemlich weit gefasste Ansicht, was ehemalige Mitarbeiter betrifft … vielleicht sollte sie es mal dort versuchen?

Möchten Sie noch Pommes dazu? – Samstags Re-Run

Ich habe eine Drogisten-Kollegin, die mit viel Freude und Enthusiasmus Leute über Kosmetika berät. Ich kenne niemanden, der mehr Geduld hat. Das sollte ich vorherschicken bei der folgenden Begebenheit:

Wir haben einen Halb-Preis-Tisch mit diversen Sachen: da hat es Lippenstifte, Lidschatten, Makeup und noch vieles mehr. Es ist darum Halbpreis, weil es die Produkte nachher nicht mehr gibt und wir Platz brauchen … da verkauft man etwas auch mal unter dem Einkaufspreis, besser als die Rückgabebedingungen der Firmen ist es trotzdem.

Jedenfalls …

zieht das Kosmetik-Kunden an, die man vorher noch nie gesehen hat. Und was die alles wissen wollen! Da war diese eine, die meine oben erwähnte Kollegin fast zum Platzen brachte:

Kundin nimmt einen Lidschatten in die Hand, dessen Tester offen und gut sichtbar direkt daneben liegt: „Was ist das für eine Farbe?“

Drogistin -wirft einen Blick auf die Packung: „Das ist Fuchsia“.

Kundin: „Nein, das kann ich sehen, aber was ist das für eine Farbe??“

Drogistin: „Das ist eine Mischung zwischen Rosa und Violett“.

Kundin: „Könnten Sie mir das auftragen?“

Drogistin (die noch oft und gerne Leute schminkt): „Natürlich, kommen sie doch bitte zum Schminkstuhl …“

Kundin: „Nein, auf die Hand!“

Drogistin denkt sich: also das könnte sie ja auch Problemlos selber … „Ja. Klar.“

Die Kundin sieht sich das ein paar Sekunden an, dann: „Haben sie mir ein Abschminktuch?“ (Auch das steht mitten auf dem Tisch).

Die Drogistin reicht es ihr.

Kundin: „Und wie sieht es aus mit Make-up-Entferner?“

Und in dem Stil ging es noch fast 20 Minuten weiter, ohne dass die Kundin dann etwas gekauft hätte.

Danach brauchte meine Kollegin dringend eine Pause.

(Original vom 16.8.2009)