Ausgeflippt in der Apotheke

In einer deutschen Apotheke ist ein Kunde vollkommen ausgeflippt, nachdem der Apotheker das gekaufte Thermometer nicht zurücknehmen wollte. Ganzer Artikel hier zu lesen.

Dazu ein paar Gedanken:

1.  Das war ein Ohr-Thermometer. Die werden im Normalfall mit Hygieneaufsätzen verwendet, von daher begreife ich nicht ganz das Argument des Apothekers, dass man es als gebrauchter Hygieneartikel nicht zurücknehmen könnte.

2.  Eines der ersten Dinge, die der Apotheker hätte abklären sollen als der Kunde mit dem Thermometer kam wäre gewesen abzuklären, ob der Kunde es auch richtig verwendet, also ihn seine Anwendung demonstrieren zu lassen. Es gibt so viele Leute, die ihre Geräte falsch verwenden! Der Kunde hat es übrigens falsch verwendet: er hat die Temperatur statt im Ohr unter dem Arm gemessen.

3.  Der Kunde kam mit der Erwartung: ‚ich bekomme jetzt mein Geld zurück‘ in die Apotheke – und als seine Erwartung nicht erfüllt wurde, wurde er erst laut, dann sehr laut und schliesslich ausfällig und gewalttätig. Es geben zwar manche Leute bei lautstarken Angriffen nach, aber meinee Erfahrung nach erreicht man mit diesem Verhalten in der Apotheke gar nichts. Mein Gedanke dabei ist meist: Je lauter einer schreit, desto weniger hat er recht und desto weniger bekommt er, was er will. Lautstärke ersetzt keine Argumente!

4.  Das meiner Meinung nach schlimmste ist, dass die Tochter mit hineinbezogen wurde und vom Pfefferspray, den der angegriffene Apotheker eingesetzt hat etwas abbekommen hat. Auf der anderen Seite: etwas derartiges mitzubekommen, nämlich wie der eigene Papa derart ausflippt, ist sowieso traumatisiserend, oder?

Wünsche zum neuen Jahr

Ein bisschen mehr Friede und weniger Streit

Ein bisschen mehr Güte und weniger Neid

Ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass

Ein bisschen mehr Wahrheit – das wäre was

Statt so viel Unrast ein bisschen mehr Ruh

Statt immer nur Ich ein bisschen mehr Du

Statt Angst und Hemmung ein bisschen mehr Mut

Und Kraft zum Handeln – das wäre gut

In Trübsal und Dunkel ein bisschen mehr Licht

Kein quälend Verlangen, ein bisschen Verzicht

Und viel mehr Blumen, solange es geht

Nicht erst an Gräbern – da blühn sie zu spät

Ziel sei der Friede des Herzens

Besseres weiss ich nicht

Gedicht zum neuen Jahr aus „Mein Lied“ von Peter Rosegger

Ich könnte es nicht besser sagen. In dem Sinne wünsche ich Euch allen von Herzen ein gesundes, zufriedenes 2009 !


Missverständnis (4)

Eine Kundin begreift überhaupt nicht, was das „3 x täglich einnehmen“ beim Antibiotikasirup für ihr Kind bedeutet.

Es war etwa 6 Uhr abends.

Kundin: „Muss ich sie mitten in der Nacht wecken, um ihr die Medizin zu geben?“

Apothekerin: „Nein, geben sie ihr jetzt eine Dosis und die nächste morgen früh, dann am Mittag wieder, dann vor dem Schlafen … usw“

Die Kundin schaut drein, wie wenn sie kein Wort glaubt, aber sie geht.

10 Minuten später klingelt das Telefon.

selbe Kundin „Ich habe gerade das Antibiotikum für mein Kind abgeholt und darauf steht: ‚Alle 3 Stunden geben’ was bedeutet das?“

Aaaargh!

Logowechsel

Es wird Zeit für ein neues Logo. Junior wird grösser und auch wenn er noch weit davon entfernt ist den Nuggi loszuwerden, ist er doch schon 2 Jahre alt. Inzwischen kein Baby mehr und ein ziemlich grosses Kleinkind.

Darum sag ich Tschüss zum alten Logo:

und Hallo zum neuen. Quietsche-entchen find ich ja sooo süss!

Hormone für den Mann?

Frau kommt in die Drogerie: „Mein Bruder braucht Tabletten gegen zu wenig Hormone“

Drogistin: „? Ich kenne da nur Homöopathische Sachen, warten sie, ich hole Ihnen jemand von der Apotheke“.

Pharmama: „Hormone für den Mann? Was für Probleme hat er denn genau?“ (Ich denke an Haarausfall, Bodybuilder … aber die haben eher Probleme mit zuviel Hormonen)

Kundin: „Nun, er hat mir nur gesagt, ich solle ihm die Tabletten besorgen, ich bin mir jetzt aber nicht mehr ganz sicher, was er gesagt hat, Viagra oder so …“

Pharmama (denkt: Aha!): „Viagra, nun, dafür braucht man aber ein Rezept vom Arzt.“

Kundin: „ja wissen Sie, er war beim Arzt weil er da Probleme hat. Der meinte, er könne die gut nehmen.“

…

Pharmama: „Na in dem Fall … können Sie dem Arzt ja nochmal rasch anrufen und sagen er hat vergessen ihnen das Rezept mitzugeben…“

Das ist eine Begegnung noch ganz aus der Anfangszeit von Viagra – es war ein Medikament das einen nie für einen selber interessierte, sondern immer nur für einen „Freund“. In dem Fall war ich etwas verwirrt, weil eine Frau fragte – hat wirklich ihr Bruder sie vorgeschickt?

Und noch was ist nicht korrekt: bei Viagra handelt es sich nicht um Hormone.

Die äussere Wende (2. Teil)

(Hier findet sich der erste Teil)

Freitag morgen: Wir sind sehr früh ins Spital, weil die Schwester noch die ganzen Aufnahmeformulare durchgehen muss. Ich bekomme einen Wehenmesser umgeschnallt. Die Schwester meint: „Aha, sie haben Vorwehen. Spüren Sie etwas?“ Nö.

Als nächstes bekomme ich einen Zugang in die Handvene und werde an einen Tropf mit Wehenhemmer gehängt.

Der Arzt kommt und stellt sich vor.

Um 8 Uhr ist es soweit und ich werde in den Operationssaal gekarrt. Gottseidank ist Kuschelbär bei mir, denn ich hasse Operationssäle. Sobald ich das Grün der Ärzte sehe, werde ich nervös. Ich glaube das ist bei mir noch ein Überbleibsel von der Mandeloperation, die ich als Kind hatte – kein angenehmes Erlebnis. Man hängt mich an ein automatisches Blutdruckmessgerät und an der anderen Hand einen Finger an die Blutsauerstoffmessung. Man liegt auf dem Schragen mit den Armen rechts und links von sich gestreckt – fast wie festgeschnallt.

In dem Moment, wo alles bereit ist und das Ärzteteam sich bereitmacht (da sind neben meinem Mann noch mindestens 5 andere Personen im Raum, alle in Grün) – kommt ein Alarm hinein. Man hängt mich wieder ab und fährt mich ins Wartezimmer zurück.

Offenbar haben sie eine Schwangere, die ihr 3. Baby bekommt. Bis gestern abend war alles in Ordnung, aber als jetzt die Wehen anfingen haben sie bei der Untersuchung bemerkt, dass sich das Baby in letzter Minute in Steisslage gedreht hat! Sie wollen versuchen, ob sie es doch durch eine normale Geburt bekommen kann, aber falls nicht, brauchen sie den OP für den Kaiserschitt. Auch das gibt es offensichtlich.

Ich bin (als Nicht-Notfall) in Wartestellung.

Die Zeit vergeht. 11 Uhr – Inzwischen haben sie mir über den Zugang Glucoselösung gegeben: ich musste ja nüchtern kommen und darf bis nach der Prozedur nichts essen. Aber inzwischen habe ich Hunger!

12 Uhr und die Nachricht kommt, dass die Frau doch einen Kaiserschnitt bekommt. Danach müssen sie den OP wieder reinigen und vorbereiten.

3 Uhr und es ist (endlich) soweit.

Ich werde wieder in den OP gerollt. Kuschelbär muss sich ein neues grünes Gewand anziehen. Man schnallt mich wieder auf den Schragen.

Jetzt werde ich super-nervös und fange tatsächlich an zu zittern am ganzen Körper – Schüttelfrost vor Nervosität. Ich bekomme etwas Beruhigendes via Infusion, Kuschelbär hält meine Hand, dann geht es los.

Eine Person ist für die Überwachung des Babys zuständig: Pulskontrolle.

2 Personen drehen am Bauch. 2 weitere Personen stehen für alle Eventualitäten bereit.

Es ist echt nicht angenehm. Vorher wurde anhand eines Ultraschalls noch bestimmt, in welche Richtung gedreht wird (im Uhrzeigersinn bei mir, weil er schon etwas in diese Richtung liegt), dann geht es los. Der eine Arzt sucht durch die Bauchdecke hindurch den Kopf des Babys, der andere den Po. Und dann wird gedrückt und geschoben. Die Krafteinwirkung ist gewaltig. Es schmerzt auch recht, ist aber auszuhalten.

Man dreht nur bis Knapp über die Mitte, den Rest muss das Baby selbst machen.

Erster Versuch. Drück! Quetsch! Schieb! Es ist anstrengender als man meinen sollte, wenn man ja nur da liegt und nichts aktiv macht. Dann lockerlassen und schauen. Junior rutscht wieder in die Ausgangslage zurück. Mist.

Also noch ein Versuch. Einen Moment sammeln und weiter. Drück! Quetsch! Schieb! Es schmerzt. Auf einmal meldet sich die Person, die das Baby überwacht: Pulsabfall! Der Puls ist von normal 140 auf 80 abgesunken. Das ist gar nicht gut. Die Ärzte beraten sich kurz, dann sagt der Chef: „Es wäre besser, wenn wir jetzt einen Kaiserschnitt machen, um ihn herauszuholen. Ist das ok?“ (Huh? Kann/soll ich jetzt etwa Nein sagen?). Ja, ok.

Ich denke nur: „Oh mein Gott. Jetzt bekomme ich das Baby doch noch heute. Jetzt! Per Kaiserschnitt. (Mist!).“

Der Anästhesist: „Bitte drehen sie sich zur Seite. Machen Sie einen runden Rücken. Jetzt pickst es etwas.“ (Die Epiduralanästhesie). „Drehen Sie sich wieder zurück auf den Rücken. Ich zwicke Sie jetzt, spüren Sie etwas?“ (Nein). In der Zwischenzeit hat man schon einen Sichtschutz zu meinem Unterbauch aufgebaut. Ich bekomme eine Art Klebefolie aufgeklebt, dann wird mit raschen Schnitten die verschiedenen Schichten bis zur Gebärmutter geöffnet. (Davon sehe und spüre ich aber nichts).

„Mach ein Foto!“ Sage ich noch zu meinem Kuschelbaer, jetzt kommt Junior auf die Welt.

Ein Ziehen und das Gefühl, dass etwas rausrutscht. Dann ein Schreien! Junior ist da. Und so wie es sich anhört ist er fit.

Ja, ihm geht’s gut. Offenbar war das Drücken von aussen ein rechter Stress für ihn, aber er hats gut überstanden.

Als ich ihn auf die Brust gelegt bekomme und er mich das erste Mal ansieht, ist mir aber klar: Es ist total egal, wie er auf die Welt gekommen ist.

Hauptsache er ist da! Und gesund.