Anti Aging -WAS?

Functional Food – nämlich Lebensmittel, die nicht nur der Ernährung dienen sondern „mehr“ können sollen wie z.B. Margarine die Cholesterin senkt, Joghurtdrinks, die die Immunabwehr steigern oder die Verdauung normalisieren sollen gibt es ja schon.

Jetzt kommt Beauty Food: Essen (und Trinken), das schön und gesund machen soll.

Hier im speziellen: Bier. Bier?!

Aus der Werbung: Bier trinken zum Jungbleiben- das Anti Aging Bier enthält Sole, Spirulina-Algen und das Flavonoid Quercentin, ein Pflanzenauszug aus Obst und Gemüse das als Antioxidans die Zell-Alterung verhindern soll.

wie bei einem Medikament mahnt die Werbung: „Anti Aging Bier sollte sorgfältig dosiert angewendet werden, es enthält Alkohol.”

Dazu brauche ich wohl kaum zu sagen, dass die Wirkung nicht nachgewiesen ist  …. aber wenn es nicht bei einem selbst wirkt, bei den andern funktioniert das „Schöntrinken“ bereits (auch ohne gesunde Zusätze).

Zukunftsaussichten – iPill

Hier kommt die „intelligente“ Pille.

Eigentlich ist es mehr eine Einweg-Sonde. Denn mit normalen Tabletten hat diese Pille ausser vielleicht der Form nicht mehr viel zu tun. Das Ding ist 1 x 2.5 cm gross, hat einen Tank mit dem sie Medikamente transportiert, eine Batterie auf Silberoxidbasis, einen Prozessor, der eine Pumpe steuert, die das Medikament dann genau am richtigen Ort im Verdauungstrakt freisetzt und Sensoren welche pH Wert und Temperatur messen können, sowie einen Sender, der die Daten dann nach aussen funkt.

Im Prinzip ist es für den Patienten kein Unterschied: er muss die Pille schlucken, den Rest passiert von alleine. Die Freisetzung des Wirkstoffs wird ausgelöst, wenn der richtige Darmabschnitt erreicht ist – das wird durch pH Messung  festgestellt. Die Freisetzung kann dabei kontinuierlich, nur an einer ganz bestimmten Stelle oder an verschiedenen vorher bestimmten Stellen erfolgen. Am Ende kommt die Tablette unten wieder heraus. Die Batterie ist dann allerdings flach und man soll sie auch nicht wieder aufladen können. (Ich bin aber sicher, es gibt trotzdem ein paar Patienten, die das Ding ausgraben müssen und danach fragen – wie die Adalat CR, deren Kapseln auch optisch unverändert unten wieder rauskommen …Ääääh!)

Mehr Info zur iPill hier.

Aber es wird noch etwas dauern, bis sie kommt. Und ob das auch wirtschaftlich ist?

Kokain in der Apotheke

Vielleicht wird es Dich überraschen, aber in Apotheken gibt es neben den normalen Medikamenten auch so Sachen wie Kokain oder Morphium.

Dass einige Apotheken Methadon abgeben (auf Rezept natürlich), dürfte schon bekannter sein, aber was machen wir mit den anderen Sachen?

Morphium brauche ich in Form von Tropfen als Schmerzmittel für sehr starke Schmerzen. Das ist etwas was ich immer mit gemischten Gefühlen mache, denn es bedeutet in den meisten Fällen, dass der Patient Krebs hat und zwar in einem Stadium wo es nicht mehr wichtig ist, dass das gegebene Medikament abhängig macht. Gut, dass es das gibt und es nützt. Schlecht, dass man es braucht.

Und Kokain? Kokain (oder Cocain) ist ausser einem Aufputschmittel ein Lokalanästhetikum – darauf deutet die Endung -ain auch hin, wie in Lidocain oder Tetracain. Aber im Unterschied zu den anderen lokalen Nervenbetäubungsmitteln wirkt Cocain nicht Gefässerweiternd sondern Gefässverengend. Es ist also gut, wenn es nicht bluten soll. Konkret brauchte ich Cocain schon um Augentropfen herzustellen für eine Augenärztin, die es dann für kleinere Operationen am Auge braucht – etwa um Fremdkörper rauszuholen.

Die Substanz selbst ist übrigens überhaupt nicht teuer. So eine 5g Dose Reinsubstanz kostet nur ein paar Franken. Was es auf der Strasse so teuer macht (wohl 70 Franken und aufwärts pro Gramm), ist die Nachfrage und natürlich dass es illegal ist.

Heute sind wir ja super Vorsichtig mit diesen Substanzen – aber früher war man da grosszügiger und sorgloser. Interessierte finden hier ein paar Beispiele (unbedingt ansehen und staunen!)

Die Flasche stammt von Bayer (ja, dem Aspirin-Hersteller). Heroin wurde als nicht-süchtig (!) machender Morphium Ersatz angeboten und als Hustenmedizin für Kinder!

So was.


Nicht da.

Nein, ich bin noch da. Was nicht da ist oder genau gesagt „Nid do“ ist der Nuggi.

Nicht dass er verloren gegangen wäre, aber weil Junior so oft den Nuggi (oder Schnuller) im Mund hat, hat er jetzt so eine fleckige Rötung rund um den Mund herum. Darum versuche ich – wieder einmal – ihm den Nuggi so oft wie Möglich wegzunehmen.

Naja, erste Auswirkungen hat das schon. Junior weiss zwar, dass das Ding Nuggi heisst, aber gesagt hat er das noch nie. Auch jetzt nicht. Dafür deutet er auf seinen Mund und sagt: Nid do! Nid do? Das ist also jetzt sein Wort dafür.

Hab ich schon erzählt, dass er Frauen in den Ausschnitt fasst?

Daran bin ich schuld.

Ich habe nämlich einmal, als ich ihm den Nuggi wegnahm und eine Hose ohne Hosentaschen anhatte, mir den Nuggi vorne in den BH gesteckt – ich meine, es war in dem Moment der beste Ort, damit ich ihn nicht verliere. Weil er das aber gesehen hat, sucht er jetzt halt auch dort nach ihm wenn er weg ist. Und eben nicht nur bei mir. Beide Omas und die Betreuerin vom Tagi sind schon Grapsch-Opfer geworden.

Ausserdem entdeckt Junior im Moment die Fotographie. Er hat herausgefunden, wie er die Digitalkamera einschalten und auf den Auslöser drücken kann. Vorläufig produziert er allerdings nur viele Fotos von der Decke und ab- und zu ein paar Ecken von Köpfen.

Dass er durch den Auslöser schauen muss und nicht in die Linse hat er noch nicht ganz draussen. Aber das kommt. Ich bin gespannt, was sich dann auf den Bildern findet …

Ein Notfall

Es läutet nach Ladenschluss an der Notdiensttüre. Wir zwei die Abenddienst hatten sind noch da, gerade fertig mit Laden sicher machen und uns umziehen.

Ich öffne das Fenster der Türe.

Junger Mann: „Das ist ein Notfall! Ich brauche unbedingt (jetzt kommts) ein Glas Rüeblibrei!“ (Karottenbrei für meine deutschen Leser).

Ich schaue ihn an: Will der mich veräppeln? Was für ein Notfall ist das denn?

„Entschuldigen sie, aber wir haben schon geschlossen. Die Computer sind runtergefahren, die Kassen versorgt.“

Mann: „Aber das ist wichtig! Mein Meersäuli hat Durchfall und der Tierarzt hat gesagt, ich soll es mit Rüebibrei probieren. Das haben sie doch?“

Ja, haben wir – als Baby Gemüsebrei. Meine weiche Seite bekommt überhand und ich hole es: „In Ordnung. Er kostet 2 Franken 50. Aber wenn sie es nicht korrekt haben: ich kann ihnen nicht herausgeben, die Kassen sind weggeräumt.“

Er drückt mir 3 Franken in die Hand, die ich zusammen mit einem Zettel zur Erklärung für die Mitarbeiter morgen auf die Theke lege.

Eigentlich hat er Glück gehabt, nicht nur dass wir noch im Laden waren und das hatten, was er wollte … wenn er seinen Brei im Apotheken-Notfalldienst geholt hätte wäre es einiges teurer geworden.


Missverständnis (5)

Kunde: „Ich hätte gerne Pfefferminztee.“

Drogistin: „Offen oder als Beutel?“

Kunde: „Offen, bitte.“

Die Drogistin bringt den Pfefferminztee in den abgefüllten Teesäckchen zu 50g und 100g.

Sagt der Kunde: „Nein, keinen Beutel bitte, offen“

Drogistin „… Aber … wie wollen sie sie dann mitnehmen?“

Kunde (nachdenklich): „Ah, ja.“

Manchmal denkt man nicht daran, dass das was für uns klar ist, für andere auch etwas anderes bedeuten kann.

„Offen“ bedeutet, man bekommt den Tee lose in einem Säckchen, Teebeutel sind die kleinen Fertigprodukte rechts.