Pillendreher

Pillendreher … das ist eine etwas veraltete Bezeichnung für Apotheker. Wer dabei an den Käfer denkt (Bild) hat nicht ganz so unrecht, nur hat der Käfer die Bezeichnung vom Apotheker und nicht umgekehrt

In alten Zeiten stellte der Apotheker in der Apotheke noch selbst seine Medikamente her.

Das ist heute praktisch nicht mehr so. Wir bekommen die Medikamente von der Pharmaindustrie – wo sie allerdings immer noch von Apothekern entwickelt und hergestellt werden.

Jedenfalls gab es früher keine Tabletten (die man presst), deren Vorläufer waren die Pillen. Dazu wurde der Wirkstoff mit Hilfsstoffen (Laktose, Hefeextrakt und einer Mischung aus Wasser und Glycerin) zu einem Brei verarbeitet. Dieser wurde auf dem Pillenbrett zu einem gleichmässigen Strang gerollt, der durch die Rillen auf dem Brett in kleine Stücke geschnitten wurde.

Aus diesen Stücken wurden dann eben Pillen gerollt, so wie man kleine Teigkügelchen rollt. Diese wurden dann trocknen gelassen und mit Bärlapp Sporen (Lycopodium) bestäubt, damit sie nicht aneinander kleben. (Stattdessen kann man auch Kakaopulver, Zucker, Harnstoff oder Silber oder Gold nehmen)

Man konnte sogar eine gewisse Verzögerung der Wirkstoffreigabe bewirken, indem man sie mit einer Lösung aus Tolubalsam lackierte.

Ein Grund warum man heute Pillen nicht mehr herstellt: für die Teigbereitung braucht es Flüssigkeit. Viele Wirkstoffe sind aber nicht stabil wenn sie feucht werden. Das heisst die Pillen waren nicht lange haltbar.

Aber bis in die 60 er Jahre waren sie noch in den Apotheker-Prüfungen verlangt und bis in die 80er Jahre hinein hergestellt – ausschliesslich in den Apotheken.

Heute macht man (falls das mal nötig ist) aus den Wirkstoffen in der Apotheke stattdessen Kapseln, was sich mit den leeren Gelatine-Kapselhüllen und Kapselfüllgeräten leicht bewerkstelligen lässt.


Esotherisches in der Apotheke

Kundin1: „NEIN! Scannen sie das nicht!“ (sie hat gerade eine Flasche Mineralwasser aus der Reformabteilung an die Kasse gebracht)

„Das Laserlicht killt alle guten Schwingungen!“

  • Na gut, dann gebe ich es halt von Hand ein. Ob sie wohl auch noch eine lichtundurchlässige Verpackung möchte?

Kundin2: „Könnten Sie den Strichcode auf der Packung abnehmen oder durchstreichen? Der hat negative Auswirkungen auf die Haltbarkeit des Mittels. Wissen Sie, dieses „Draufgedruckte“ sind Informationen, die die Globulis beeinflussen.“

  • Ummm, ok. Können die denn lesen??

Kundin3: „Könnten Sie mir den Arm nach unten drücken, während ich das Produkt halte? Ich versuche herauszufinden welches dieser Putzmittel für mich am besten ist.“

  • Ok, das habe ich schon mal gehört. Es kommt aus der Kinesiologie und der Überzeugung, dass der Körper sozusagen instinktiv weiss, was gut für ihn ist und was nicht.

Kundin4:  „Entschuldigung. Ich bin auf der Suche nach dem richtigen Antidepressivum für mich. Ich weiss, der Arzt muss das verschreiben, aber ich hätte gerne ein paar getestet, ob sie gut für mich sind.“

Apothekerin: „Aber davon gibt es keine Muster in der Apotheke. Der Arzt hat Ihnen vielleicht ein paar Ärztemuster vom Vertreter zum ausprobieren“

Kundin: „Nein, nein. Ich will sie nur in die Hand nehmen und schauen, ob mein Körper sie gut findet“.

Apothekerin: „Ah, ok.“

  • Nochmal Kinesiologie?  Ich bin nicht ganz so überzeugt, ob das ‚mein Körper wird schon wissen, was gut für ihn ist’ wirklich stimmt, denn meiner verlangt öfters mal nach was Süssem (Schoggi) oder Salzigem (Wasabinüsschen) und beides halte ich nicht für sehr gesund.

passend zur Fasnacht: Antibiotika und Alkohol

„Liebe Pharmama,

Ich nehme Antibiotika und ich möchte  an Fasnacht gerne das eine oder andere Glas Alkohol trinken. Was soll ich tun?“

Ärzte (und die Packungsbeilage diverser Medikamente) raten einem oft Alkohol und Antibiotika nicht zu mischen und das aus gutem Grund. Exzessiver Alkoholgenuss kann einen Einfluss auf das Immunsystem haben, zur Austrocknung führen und die Krankheitsdauer verlängern.

Und es gibt ein paar Antibiotika die wirklich Wechselwirkungen mit Alkohol haben. Nämlich:

Metronidazol (Flagyl, Arilin, Metrolag)

Nebenwirkungen beinhalten: Flush (Hitze, Rötung), Atemlosigkeit, Kopfschmerzen, gesteigerte oder unregelmässige Herzrhythmus, Niederiger Blutdruck, Übelkeit und Erbrechen. Man nennt das auch den Antabus-Effekt*

Trimethorprim (wie in Bactrim, Cotrim, Nopil, Cotrimoxazol, Escoprim, Lagatrim) – Die Wirkung ist ähnlich wie Metronidazol

Und einige der selten gebrauchten Antibiotika wie:

Furazolidione, Griseofulvin und das Antimalariamittel Quinacrin – diese Wirkstoffe scheinen in der Schweiz aber v.a. in der Tiermedizin eingesetzt zu werden.

Wenn man aber nicht auf einem der erwähnten Antibiotika ist, kann man zumindest riskieren ein Glas Alkohol zu trinken. Wichtig ist aber sonst genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen, damit man nicht dehydriert.

Bildquelle

* Antabus (Disulfiram) bewirkt in Zusammenhang mit Alkohol eine derartige Übelkeit, dass man das Medikament auch gegen Alkoholismus einsetzt: in Form von Tabletten, die man (meist unter Aufsicht) täglich einnehmen muss. Wenn man dann trotzdem Alkohol trinkt … wird man es ziemlich bereuen. Übelkeit und körperliche Reaktionen bis zum Kreislaufkollaps.

reif fürs Bett

Ok, da hat es mich nach Junior und Kuschelbär nun also auch erwischt. Ich bin voll erkältet. Nase läuft wie ein Wasserhahn, Augen tränen, Nebenhöhlen (und Ohren) zu.

Nur kann ich mich nicht ins Bett legen wie die beiden. Junior ist heute bei meinen Eltern, Kuschelbär versucht gesund zu werden und ich … ich arbeite. Und versuche weder Kunden noch Mitarbeiter anzustecken (d.h. ich dope mich vorher – bin ja an der Quelle – und während der Arbeit heisst es immer wieder Hände waschen und desinfizieren).

Warum ich nicht frei mache? Nun, das ist nicht ganz so einfach.

Da hätten wir einerseits die Arbeitsmoral, die mir schon früh eingeimpft worden ist und im Studium noch weiter vertieft wurde.

Gesetzlich muss ja immer ein Apotheker in der Apotheke anwesend sein – sonst darf man gar nicht aufmachen. Und da bei uns Apotheke und Drogerie zusammen ist, bleibt dann auch die Drogerie zu.

Dann ist bei uns in der Apotheke die Situation so, dass jeweils nur 1 Apothekerin da ist – das ist auch ein Rentabilitätsproblem: es kann sich heute kaum mehr ein Geschäft leisten mehr als einen Apotheker gleichzeitig arbeiten zu lassen. Heute bin ich die Apothekerin.

Ich kann es auch nicht einfach an meine Kolleginnen abgeben, denn eine davon ist in den Ferien und die andere arbeitet demnach im Wechsel mit mir. Wenn ich jetzt anrufe und sie auch noch mit meiner Arbeit belaste, kann ich davon ausgehen, dass sie nachher so kaputt ist, dass sie eine Auszeit bräuchte. Das ist also wirklich nur etwas für äusserste Notfällle.

Deshalb bin ich heute halt am Arbeiten. Keine Angst, ich stecke dich nicht an, wenn Du vorbeikommst (obwohl das Umsatzfördernd wäre).

Wenn Du also eine voll verschnupfte Apothekerin siehst, sage nicht: „Ah, sie können auch krank werden?“ oder „Apotheker hilf dir selbst“ sondern: „Gute Besserung!“ – das kann ich (und jeder andere) brauchen.

Haarige Angelegenheit

Kunde ruft in die Drogerie an: „Kann man eigentlich ein Bad nehmen in Benzin?“

Drogistin: „Äh, wie kommen sie denn auf so etwas?“

Kunde: „Meine Kollegen an der Uni haben mir, als ich betrunken war und geschlafen habe Nagellack über mein Haar geleert. Und jetzt ist mein Haar und mein Oberkörper etwas …. krustig“

Drogistin (denkt: nette Kumpels): „Das mit dem Benzin ist keine so gute Idee. Auf der Haut löst sich das schon ab – besser mit Aceton als mit Benzin, aber eine grossflächige Anwendung ist nicht zu empfehlen. Und im Haar … wahrscheinlich wäre es das Beste es abzuschneiden. Kurze Haare und Glatze sind ja wieder im Kommen.“

Kunde:Aber es hat so lange gedauert, bis ich es auf meiner jetzigen Länge habe! Und ich habe es erst gerade gefärbt!“

Mal ganz abgesehen davon wie brandgefährlich das sein kann. Gerade habe ich noch gelesen, dass sie bei den neuen Läusemitteln warnen (die mit Silikonöl drin), dass man nicht raucht während man das einwirken lässt weil es sich sonst entflammen könnte … Wush! Läuse weg. (Haare allerdings auch…)