Unbedingt zu vermeiden

Der heutige Blogpost ist sozusagen ein Gastbeitrag von Nicole aus Hessen. Ich danke vielmals für den Lacher!

Eine kleine Ansammlung von Sätzen, die wir in unserer Apotheke tunlichst vermeiden sollten.

„Bringen sie ihre alte Schachtel mit“ / „Haben sie ihre alte Schachtel dabei?“

oder ähnlich:

„Bringen sie ihre Alte mit / Haben sie ihre Alte dabei?“

… Beides Fragen nach der bisherigen Medikation, die ziemlich missverstanden werden können….

„Soll ich ihnen eins runterholen?“

Aus dem Lager natürlich … diese zweideutigen Sätzchen können einen manchmal wirklich in Schwierigkeiten bringen!

„Kann ich es ihnen besorgen?“

„Kann ich es ihnen bestellen“, ist besser, aber leider auch nicht so optimal. Oftmals bekommst du dann vom Kunden zu hören: „Ja ich weiß nicht, ob sie das können?“

„Haben sie ihren Stecher dabei?“

Gemeint ist eine Stechhilfe für die Blutzucker-messung. Dazu muß man sagen, daß bei uns in Hessen der Ausdruck „Stecher“ eine etwas abfällige Bezeichnung für den Freund einer Frau ist.

„Na, da haben sie ja ne riesen Latte!“

Ja, ja manchmal sagt man Dinge. Der Kunde hatte aber auch einen riesen Einkaufszettel dabei um seine Hausapotheke wieder aufzufüllen.

Wer kennt noch mehr?

Übrigens: Wenn jemand eine lustige Begebenheit weiss in und um die Apotheke oder Drogerie und sie gerne hier sehen möchte, darf man sie mir gerne mailen (pharmama08(at)gmail.com. Ich veröffentliche es nach Wunsch auch ohne Autorenangabe.

Ablaufdaten

Neulich in der Apotheke:

Kunde: „Sie haben mir ein abgelaufenes Medikament verkauft!“

Pharmama: „Oh. Das ist fast nicht möglich, wir kontrollieren die Ablaufdaten regelmässig.“

Kunde: „Und was ist das dann? Da steht drauf FEB 10! Und jetzt ist …“

Pharmama: „Ja, das bedeutet aber Februar 2010. Nicht der 10. Februar.“

Dasselbe Problem gibt es auch mit Leuten, die das Herstellungsdatum (MFD) für das Verfalldatum (EXP) halten. So wie hier.

5 Uhr morgens

… und ich sitze mit Junior vor dem Fernseher und schaue „Cars“, bis er sich wieder runtergeschraubt hat.

Junior ist seit dem letzten Ferienmorgen krank. Hohe Fieberschübe, Schnuddernase nach dem 2. Tag, voll verklebte Augen, Appetitlosigkeit.

Wahrscheinlich eine Virusinfektion, die jetzt zudem noch mit einer Superinfektion einhergeht: der Schleim wird langsam gelb.

Ich gebe Algifor Sirup, wenn er über 38.5 °C Fieber hat, Salzwasser Nasentropfen zum spülen, Triofan Tropfen vor dem Schlafen und Augentropfen mit Antibiotika.

Eigentlich dachte ich, dass es langsam besser wurde, aber vorher hat er uns aus dem Bett gejagt (er schläft jetzt schon die 3. Nacht bei uns), weil er kaum mehr Luft bekam und auf einmal anfing beim Einatmen so ein Pfeifgeräusch zu haben. Im Badezimmer den Wasserhahn voll heiss aufgedreht und ihn Ventolin inhalieren lassen (noch von seiner üblen Erkältung als er knapp 1 Jahr alt war übrig) und inzwischen geht es wieder.

Nur die Nachbehandlung mit Augen- und Nasentropfen hat ihn noch mehr aufgeregt (die hasst er) und darum sitzen wir – weil im Moment an Schlaf nicht mehr zu denken ist) halt vor der Glotze und schauen sein geliebtes „Auto“.

Ja, ich weiss das das nicht gut ist, aber das  ist eine Notsituation!

Und heute geht’s zum Arzt!

Kastanienbraun

Männlicher Kunde: „Entschuldigen sie bitte!“

Drogistin: „Kann ich ihnen helfen?“

Kunde: „Meine Frau hat mich hierher geschickt und gesagt, ich soll ihr ‚Kastanienbraun‘ mitbringen. Ich kann es nicht finden.“

Drogistin: „Ist das Haarfarbe oder Make-up, was sie will?“

Kunde: „Keine Ahnung. Sie hat nur gesagt Kastanienbraun.“

Drogistin: „Hat sie gesagt welche Marke?“

Kunde: „Nein, nur Kastanienbraun.“

Drogistin: „Ok, also für mich hört sich das nach Haarfarbe an. Schauen wir uns das mal an…“

Beide gehen zu den Haarfarben und die Drogistin fängt an jede Marke (und da gibt es einige) nach der Farbe Kastanienbraun zu durchsuchen. Der Mann steht währenddessen einfach daneben.

Nach etwa 10 Minuten:

Drogistin: „Da haben wir es. Garnier Haarfarbe, Kastanienbraun.“

Kunde: „Sind sie sicher, dass es das ist? Ich möchte nicht nach Hause gehen, feststellen dass es nicht das richtige ist und wieder zurückkommen müssen.“

Drogistin: „Sie könnten ja ihre Frau anrufen und fragen.“

Kunde: „Sie ist nicht Zuhause. Oh. Warten sie mal.“

Er zieht einen Zettel aus der Hosentasche und liest ihn.

Kunde: „Ja. Garnier, Kastanienbraun. Das ist es.“

Drogistin: „Äh, sie hätten uns eine Menge Zeit sparen können, wenn sie die Notiz vorher gelesen hätten.“

Kunde: (Ärgerlich) „Das ist das Problem hierzulande! Niemand will mehr arbeiten!“

Ja, klar.

Telefon an den Arzt

Telefon an den Arzt, der nicht gerne Telefone bekommt von der Apotheke.

Arzt: Ist da ein Problem mit dem Antibiotikum, das ich aufgeschrieben habe?“

Apotheker: „Nein, … aber mit dem zweiten Medikament auf dem Rezept haben wir Bedenken.“

Arzt: „Aber ich habe nur ein Antibiotikum darauf aufgeschrieben!“

Apotheker: „Genau das haben wir uns gedacht. Sie sehen also warum wir zögern die 100er Packung Dormicum die unter dem Antibiotikum steht abzugeben …“

Von da an war der Arzt irgendwie netter am Telefon.

Abwesenheitsnotiz

Sehr geehrter Blog-Besucher,

leider bin ich im Moment ferienhalber abwesend. Ihr Kommentar wird umgehend nach meiner Rückkehr in einer Woche bearbeitet (ok, vielleicht habe ich doch noch Zugang zum Internet, in dem Fall könnte es auch etwas früher sein).

In dringenden Fällen … kann ich es auch nicht ändern. Für allfällige Blog-Entzugssymptome wenden sie sich bitte an Ihren Apotheker oder beachten sie die Blogs auf der Patientenliste.

Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Pharmama