Der Kunde verlangt Bronchialpastillen und streckt dem Lehrling als es ums zahlen geht die Krankenkassenkarte hin.
Das haben wir gelegentlich wieder mal, hauptsächlich von Leuten, denen nicht ganz klar ist, wie das Gesundheitssystem in der Schweiz funktioniert.
Meint der Lehrling also ruhig: „Die Krankenkasse übernimmt das leider nicht, Sie müssen das selber zahlen.“
Fängt der Herr an sich aufzuplustern: Was ihr eigentlich einfalle, so mit ihm zu reden?
(Wie denn? Sie hat nur gesagt, was Sache ist).
Ob ihr nicht klar sei, wen Sie vor sich habe?
(Bis jetzt nicht, wir sehen nur eine offenbar männliche Person, die sich wegen …was genau eigentlich? aufregt).
Er sei ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft … Nein, genaugenommen hat er gesagt, dass er zwei Söhne habe, die beide in Zürich studieren.
Und im übrigen habe er das hier auch schon so bekommen.
Ah ja? Das ist aber seltsam, denn als sie ihn (immer noch freundlich und ruhig) nach dem Namen fragt, um zu sehen ob er vielleicht ein Rezept dafür hat (unwahrscheinlich, da es auch damit nicht von der Krankenkasse übernommen wird) oder eine Kundenkarte – stellt sich heraus, dass er noch nicht bei uns war. Gar nicht.
Er ist dann gegangen – ohne zu zahlen … und auch ohne Bronchialpastillen.
Ich habe das Ganze aus geringer Entfernung direkt mitbekommen, aber meine Kollegin war so schön ruhig und freundlich-bestimmt, dass ich keinen Grund sah, einzugreifen.


