Eingedost

Es gibt schon einige sehr ungewöhnliche Dinge, die wir Menschen essen. Da ist es nicht verwunderlich, dass manches davon auch in Dosen abgepackt und verkauft wird.

Auf dieser Seite finden sich eine Zusammenstellung der eher ekligen Dinge in Dosen: Skorpione, Seidenwurm-larven, Alligator … da gehört das Schweinehirn im Bild oben noch zu den eher normalen Sachen. Das kommt offensichtlich aus den USA – die auf der Dose auch die Empfehlungen zum Tagesbedarf abgeben. In dem Fall interessant: pro Portion enthält Schweinehirn in der Dose offenbar 3500mg Cholesterin – was 1170% des täglichen Bedarfs entspricht ! Wow.

Reine Gewohnheitssache

Kunde kommt am Abendverkauf: „Haben sie die kurzen braunen Nadeln?“
(ja, wofür wohl?)
Pharmama: „Ich zeige ihnen mal, welche wir hier haben“ -sage ich und halte ihm eine hin.
Kunde: „Oh, das sind die langen. Die kurzen finde ich besser. … ach, wenn man mal was gewöhnt ist …. Dann nehme ich halt ein braunes Flash-Pack.“
Dazu sage ich erst mal gar nichts – was soll ich da auch sagen? und nehme das Flash-Pack raus. Aber er überlegt wohl was er grad gesagt hat und meint:
„Also nicht grad gewöhnt …. ich meine, so oft brauche ich sie ja nicht …“
… Ich lese das Flash Pack ein …
Kunde: „Wissen sie, ich mache ja eigentlich Pause … das heisst … im Moment mache ich Pause von der Pause ….“ verlegenes Lachen.
Pharmama: „Uhumm …. das macht 3 Franken 50.“

Je mehr er gesagt hat, desto mehr hat er sich in die Bredouille geredet. Ehrlich, ich weiss schon, dass sie die Nadeln nicht für Insulin oder anthroposophische Krebstherapie brauchen und mehr muss ich gar nicht wissen.

…

…

Das hier ist übrigens ein Flash-Pack. Ein oranges – Unterscheiden tun sie sich durch die enthaltenen Nadeln.

Im Prinzip ist es das „Fixer-Notfallset“:

Es enthält 2 Spritzen 1ml mit Filter, 2 Kanülen 0.5 x 16mm,, 2 Alkoholtupfer, 2 Trockentupfer, Ascorbin 2x 0.5g, 2x 1.5ml NaCl 0.9% (Trägerlösung für Medikamente).

Ausserdem steht da drauf:

Warnung des Bundesamtes für Gesundheitswesen: Der Konsum von verbotenen Drogen kann ihre Gesundheit gefährden und ist strafbar.

und

Filterung: Lösung von Kokain und Heroin unbedingt gut erhitzen.

Achtung: Überdosis vermeiden. Der Reinheitsgrad des Stoffes ist immer unterschiedlich, darum langsam konsumieren. Bei Überdosis Sanität rufen Tel. 144.

Und das verkaufen wir in der Apotheke, ja.

Die Allergie-Liste

Gelegentlich trifft man auf einen Patienten, der/die auf fast alles allergisch zu sein scheint. Oft genug haben die ihre Allergien aber aufgelistet und tragen sie als Allergie-Pass oder als einfachen Zettel immer auf sich. So auch diese Person.

Allergie – Liste

Chlorpromazin (bin fast gestorben)

Paspertin (bin beinahe gestorben)

Penisillin (Ich hätte sterben können!)

Sulfonamide (dasselbe)

Iod (Ich hätte beinahe sterben können)

Ich habe versucht, den Zettel so wiederzugeben, wie er mir präsentiert wurde. Bis auf das Iod sind das alles rezeptpflichtige Sachen – trotzdem wird der Zettel natürlich auch beim normalen Panadol-Kauf „präsentiert“ und zwar jedesmal- was mich gelegentlich auf den Gedanken bringt, ob die Person wohl ein bisschen stolz ist auf ihre Allergien? Oder nur seeeehr vorsichtig?

Kann ich das dem Arzt verrechnen?

Die Kundin hat auf dem Rezept Prodafem 2.5 mg aufgeschrieben bekommen. Da wir es nicht an Lager haben -die Dosis brauchen wir eher selten- bestellen wir es für sie. Sie holt es ab … und kommt am nächsten Tag wieder zurück.

Das Problem: die Tabletten sehen anders aus als die welche sie vorher hatte. Sie hat jetzt aber natürlich die Packung angebrochen.

Ich schaue in ihrem Dossier nach. Sie hatte immer die 10 mg Tabletten. Ich suche das Rezept heraus – da steht deutlich 2.5 mg drauf. Ich frage sie, ob sie etwas von einer Dosisänderung weiss – das tut sie nicht.
Ein Telefon beim Arzt bestätigt dann meinen Verdacht: die Praxisassistentin hat sich verschrieben – und der Arzt hat bei der Unterschrift nix gemerkt.

Und ich darf ihr das Medikament jetzt ersetzen. Ihre Normaldosierung habe ich sogar an Lager, so dass sie wenigstens gleich richtig weitermachen kann.
Nur wer bezahlt nun den Arztfehler?
Weil aber von uns auch versäumt wurde, bei ihr ihre normale Dosierung nachzuschauen – und nachzufragen, beschliesse ich dass wir diesmal den Verlust tragen.
Trotzdem nervig.

Das Superwaschmittel

Mitgehört in der Drogerie letzthin. Ich lasse die Antworten der Drogistin mal weg, ich glaube man kann sich ihren Teil gut denken:

Kundin: „Haben sie dieses Superwaschmittel, das ich letzthin auf der Herbstmesse angeboten gesehen habe?“
…
„Nein, keine Ahnung wie es hiess, oder was darin, war, aber der Verkäufer der es demonstriert hat, hat gezeigt, wie toll es Flecken aus Stoff entfernt.“
…
„Sie haben es also nicht?“
…
„Und wie sieht es mit Bestellen aus?“
…
„Könnten sie nicht nachfragen?“

…