Apotheken in aller Welt 10: Ebstorf, Deutschland

Leserin Verena schreibt:

„Hallo Pharmama!
Schau doch mal auf die Homepage unserer schönen Ebstorfer Apotheke in der Lüneburger Heide.
Mein Chef hat ein kleines (bzw. grösseres) Apothekenmusuem in seinem privatem Haus aufgebaut.
Auf der Seite unter “ Apothekenmuseum“ sehr viele Fotos (über 70!) des Museums und der schönen Fachwerkfassade. Es sind u. a. die 5 Aeskulap-Stäbe, Lateinische Sprüche und Heilige in den Giebel eingebaut. Wird in der Museumschronik auch erklärt.“

… auf dem Bogen der anderen Seite steht übrigens: Lang leben will jeder, aber alt werden keiner. Und am Giebel findet sich dies: Medicus curat, deus sanat. Hier die 5 Aesculap Stäbe auf der Seite:

Natürlich kann man auch seine eigene Apotheke hier bringen, vor allem, wenn es so ein Prachtstück ist.

Mehr Bilder findet man übrigens unter ihrer Website: http://ebstorfer-apotheke.de

Der Chef hat die Erlaubnis gegeben, die Bilder hier zu benutzen. Weil sie von ihrer Seite sind, sind sie leider nicht so gross, aber ich glaube, man sieht es. Lieber sind mir aber natürlich die selbstgeschossenen (und eingesendeten) Fotos.

Da, hier haben sie es!

Im Gegensatz zum vorigen Post, hier mal die andere Seite:

Es kommt in die Apotheke eine kleine Familie: Mutter mit 2 Kindern, die ältere Tochter, so um die 6 Jahre alt mit hochrotem Gesicht und mühsam atmend.

Mutter (flehentlich): „Wäre es vielleicht möglich, dass meine Tochter einen Ventolin Spray bekommen könnte? Wir haben unseren zuhause vergessen und..“
Ich glaube soweit lasse ich sie kommen, da habe ich den (rezeptpflichtigen) Asthmaspray schon in der Hand und reiche ihn der Tochter: „Du weißt, wie anwenden, ja?“
Dankbar nickt sie und hat ihn schon offen.

… das bürokratische kann ich jetzt noch erledigen, aber so ein akuter Asthmaanfall ist ein Notfall und da reklamiert niemand – ziemlich beeindruckend übrigens, bis jetzt habe ich das noch nie so akut mitbekommen, aber das Pfeifen beim Ausatmen ist schon typisch.

Mit einem Auge auf die Tochter, die sich schon sichtlich erholt, gehe ich den Rest mit der Mutter durch: Name, Adresse, Eingabe ins System, Notfallabgabe festhalten etc.
Pharmama: „Was ist denn passiert?“
Mutter: „Eigentlich ist es meine Schuld, sehen sie, sie ist allergisch gegen Gräser und wir waren gerade in der Tierhandlung, wo wir für unser Meerschweinchen eine grosse Packung Heu gekauft haben ….“

Oh, oh.

Nein, keine Abgabe.

Mann in der Apotheke: „Ich hätte gerne das hier.“ gibt mir einen Cortinasal Spray.
Pharmama: „Oh, der ist rezeptpflichtig, dafür müssen sie zum Arzt.“
Mann: „Aber ich habe keinen Termin beim Arzt.“
Pharmama: „Dann müssen sie einen machen? … Vielleicht haben sie ja auch noch ein offenes Rezept in ... (es ist ein Etikett auf der Packung) der Pinguin Apotheke … (Blick auf das Datum) ... aber ich glaube nicht. Die Packung ist vom letzten Jahr. und ausserdem: Das war auf eine Frau ausgestellt?“
Mann: „Sie können es mir nicht geben?“
Pharmama: „Nein. Ich brauche dafür ein Rezept. Ich könnte ihnen aber das hier geben, den Beconase Spray, das bekommen sie ohne Rezept und das ist fast dasselbe.“
Mann (wedelt mit der Cortinasal Packung): „Aber das hier können sie mir nicht geben.“
Pharmama: „Nein.“
Mann: „Es ist für meine Frau.“
Pharmama: „Ja.“
Mann: „Dann muss sie zum Arzt dafür?“
Pharmama: „Ja!“

Vielleicht zur Erklärung: wir geben gelegentlich auch rezeptpflichtige Sachen ab ohne Rezept. Das muss aber ein paar Voraussetzungen erfüllen, die hier nicht wirklich gegeben sind: es ist kein Notfall, es gibt einen rezeptfreien Ersatz, es war nicht für die Person, die in die Apotheke kam … das heisst, ich kann nicht alle nötigen Fragen stellen, die Person hat es noch nie hier gehabt … und war auch kein Kunde von uns, etc, etc. Es ist schon ein „abschätzen“.

Glas

Glas finde ich ja ein erstaunliches Material, glänzend, durchsichtig, fest, aber: wer weiss schon, dass es sich dabei thermodynamisch um eine unterkühlte Flüssigkeit handelt, die halt nur sehr langsam „fliesst“ – darum sind sehr alte Fenster unten auch dicker als oben- Ausserdem macht es optisch enorm was her.

Hier habe ich ein paar hübsche  Wallpaper gefunden mit Glas-Motiven.

Schwangerschaftstest (7)

(junge) Kundin vor den Schwangerschaftstests: „Welcher von diesen Schwangerschaftstests zeigt einem an, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird?“

Apothekerin: „Ah, keiner, die sagen alle nur, ob man schwanger ist, respektive -grob- in welcher Woche.“

Aber: beim Suchen im Internet bin ich auf das hier gestossen: Gender-Prediction-Test. Offenbar gibt es das … zumindest in Amerika. Aber allzu zuverlässig scheint das Ding nicht zu sein, wenn man die Bewertungen liest. Da könnte man genausogut eine Münze werfen … oder warten bis man es im Ultraschall sieht, oder bis zur Geburt.

Mehr von hier über Schwangerschaftstests.

Wurde das Medikament bezogen?

Wie erfährt der Arzt, ob der Patient das verschriebene Medikament überhaupt bezogen hat?
Im Normalfall überhaupt nicht.
Der Arzt stellt das Rezept aus, der Patient bekommt das Rezept mit – und dann kann er damit machen, was er will: Es in einer Apotheke einlösen, es in einer Versandapotheke einlösen, es in die Mülltonne werfen …
Im Prinzip ist das sogar gewollt: der Patient hat die letzte Entscheidung, ob er das Medikament beziehen / respektive nehmen will. Bei der Selbstdispensation des Arztes – also, wenn der Arzt die Medikamente gleich selbst abgibt,  ist das nicht so gegeben. Der Patient kann die Medikamente natürlich auch dann einfach nicht nehmen – und das sehe ich dann teilweise an den (recht vielen!) ungeöffneten Packungen mit Dosierungs-Kleber vom Arzt, die ich in der Apotheke zum Entsorgen zurückbekomme. Es gibt sogar Beobachtungs-Studien, die zeigen, dass der Medikamentenabfall in den SD Kantonen einiges höher ist, als in den Nicht-SD Kantonen.

In der Schweiz bekommt der Arzt höchstens noch eine Rückmeldung, wenn er ein Medikament verschrieben hat und die Apotheke das Generikum des Medikamentes abgegeben hat – der Arzt sollte ja auch in den Unterlagen haben, welches der Patient jetzt bekommen hat. Bei uns erledigt diese Aufgabe die Abrechnungsstelle (Ofac oder Ifac) gesammelt.

Es gibt aber schon eine Möglichkeit, dass der Arzt erfährt, ob der Patient das Medikament bezogen hat. So habe ich letzthin einen Fax von einem Arzt bekommen auf dem unter dem Rezept stand:

„Frau Wankelmütig will das Medikament morgen bei ihnen abholen. Falls sie nicht kommt, benachrichtigen sie mich bitte.“