Apotheken in aller Welt, 66:Den Haag, Niederlande

Von tiefblau:

gestern beim Bilder aussortieren bin ich über dieses Bild von einer tollen Drogerie in Den Haag gestolpert, eine der ältesten, mit ebenso alter Einrichtung.
Auch das Schild links oben ist uralt, wir konnten die gotische Schrift kaum lesen.
Sie befindet sich direkt im Zentrum, unmittelbar neben der größten Einkaufspassage.

Ok, ok, es ist also keine Apotheke – aber die Drogerie ist so hübsch, die musste ich einfach bringen.

Mathematik in der Apotheke

Der Patient (ein Kind) muss von Medizin X pro Dosis 62.5 mcg nehmen. Das Medikament gibt es aber nur in 50 mcg und in 25 mcg Tabletten.
Also ist es logisch 1 Tablette von den 50mcg und eine halbe Tablette von den 25mcg zu nehmen. – Je weniger Tabletten desto besser.
Als die Mutter die Tabletten sieht, beschwert sie sich, dass das sehr verwirrend für sie ist, weil die 50er und die 25er Tabletten sehr ähnlich aussehen – sie würde Probleme haben und sie verwechseln. Sie will alles in 25mcg Tabletten.
Das bedeutet aber auch, dass das Kind 2 1/2 Tabletten schlucken muss (statt 1 1/2).
Auf den Hinweis auf die unterschiedlichen Verpackungen der Tabletten aussen und sogar der Blister selbst ging die Mutter nicht ein.

Na denn. Solange sie es dem Kind richtig gibt, ist das auch ok für mich.

Das Kind ist Assura-Versichert und die Medikamente müssen selbst bezahlt werden.
Als ich ihr den Preis nenne, schaut sie mich ungläubig an. Laut ihr ist es fast das Doppelte, was sie bisher bezahlt hat.
Ich schaue die bisherigen Abgaben an und sehe, dass sie bisher immer die 50er und 25er hatten. Die Preissteigerung erklärt sich dadurch, dass man mehr Tabletten nehmen muss, wenn sie nur die 25er nimmt – irgendwo logisch, oder?

Für einen Monat sind das 75 Tabletten gegen 45 Tabletten vorher …
Also die Mutter realisiert, dass es günstiger ist die Kombination zu nehmen – da verlangt sie, dass ich es wieder zurückwechsle.

Ja, klar. Erst erzählen sie mir, es ist verwirrend – und dann als sie merken, dass der Preis im andern Fall günstiger ist, dann geht es auf einmal.

Aber: Wir machen das. Kein Problem.

Blogiges

Bringt es wirklich etwas, hunderte Kommentare auf irgendwelchen Seiten zu schreiben mit dem Inhalt „ Inspirierender Post. Habe einige schöne Denkanstoesse bekommen. Freue mich schon auf neue Posts.“ Oder: „Schöner Blog, habe ihn in gleich meinen Feedreader aufgenommen“ … wenn es gar nicht stimmt?  Seit ich auf WordPress bin hat Akismet über 10’500 Spam-Kommentare automatisch gekillt und mir nur wenige zum selbst entscheiden überlassen – die meisten davon im Stil von oben.

Wer bewertet einen Passwortgeschützten Artikel, den er/ sie gar nicht sehen oder lesen kann? Und warum so schlecht?

Wieso zeigt mein Counter von Feedreader über Wochen meist über 400 Leser an … und dann in einem Monat an manchen Tagen nur knapp über 200 – und das sind nicht mal die Samstage- das würde ich noch verstehen?

Muss ich bei jedem Twitter follower, bei dem ich sehen kann, dass es eine Firma, Werbeagentur oder ähnliches die über 2000 Leuten folgt, und nicht mal etwas mit meinen Themen zu tun hat denen zurückfolgen? Ich denke nicht.

Sollte ich frustriert sein, wenn jemand meine Artikel systematisch runter-„ratet“ ? – Sooo wichtig sind mir diese Sternchen oder Tablettchen dann auch nicht – Kommentare finde ich viel „belohnender“. – vorausgesetzt es sind nicht solche „inhaltslosen“ wie oben.

Ist das alles überhaupt wichtig?

Ehrlich währt am längsten

Die Kollegin in der Drogerie merkt, dass sie dem Kunden zuwenig herausgegeben hat – leider zu spät: er ist schon weg.

Weil es aber ein Stammkunde ist, telefoniert sie ihm später, dass sie ihm die 10 Franken auf die Seite legt, damit er sie abholen kann.

Der Kunde ist dankbar für die Meldung und kommt am nächsten Tag.
„Mit dem Geld, das ich gestern so nicht ausgegeben habe, gehe ich jetzt gleich 2 Lottoscheine kaufen!“ Strahlt er.

Und als er kurz danach wieder zurückkommt, drückt er der Drogistin einen Zettel in die Hand: „Das sind die Zahlen. Falls ich gewinne, bekommen sie die Hälfte!“

…

Nachtrag: Er hat tatsächlich etwas gewonnen!

Millionäre sind sie jetzt nicht, aber die beiden teilen sich die 30 Franken. :-)

Apotheken in aller Welt, 65: Nepal

Gesendet von einer stillen Blogleserin:

gestern bin ich aus meinem Urlaub in Nepal zurückgekommen, und als stille Leserin deines Blogs habe ich natürlich auch ein paar Apotheken (mit Detailaufnahmen per Zoom) fotografiert.
Einmal kam ich in die Verlegenheit, eine Apotheke zu brauchen, und mir wurde sehr freundlich und wie mir schien kompetent weitergeholfen, auch wenn das Äußere nicht unbedingt darauf hätte schließen lassen.

Ich bin sicher der Apotheker dort findet alles, was er hat und braucht, aber … so eine „Ordnung“ könnte ich hier nie haben :-)

Placebo gewünscht

Also dass ein Kunde in der Apotheke ausdrücklich ein Placebo verlangt hatte ich noch nie. Ihr?

Ok, zugegeben, es war nicht für ihn selbst – der Kunde wollte für die Freundin mit Haarausfall etwas. Offensichtlich hat sie eher diffusen Haarausfall, der periodisch wieder auftritt. Ich habe ihm das Priorin und Pantogar gezeigt und erklärt, dass sie es schon mindestens 3 Monate lang nehmen muss, damit ein Effekt sichtbar ist. Und das 2-3 Kapseln täglich.

Meint der Kunde: Ja, das sei ein Problem – er glaubt nämlich nicht, dass seine Freundin das durchhält und dafür ist ihm das gezeigte zu teuer– im Prinzip sucht er einfach etwas möglichst günstiges, das vielleicht noch den Nebeneffekt auf die Haare hat – aber das muss nicht sein … seiner Meinung nach liegt die Ursache vom Haarausfall der Freundin mehr im psychischen Bereich … ein Placebo wäre da gut.

Dass es in der Schweiz keine „echten“ Placebo Tabletten im Handel gibt, habe ich schon erwähnt …

Jetzt … suche etwas – nach Möglichkeit Tabletten oder Kapseln, möglichst günstig im Preis und mit wenig Wirkung, vor allem keiner negativen Wirkung oder vielleicht etwas Wirkung auf Haare oder Nerven …

Das war schwieriger als ich dachte … vor allem, weil ich darauf trainiert bin, eher das Wirksamste zu suchen, als das unwirksamste :-)

Wir haben uns dann auf Becozym forte geeinigt, ein Vitamin B-Komplex Präparat. 1 Tablette täglich – da kann fast nichts schief gehen. Und es wirkt auf die Nerven … mag gut sein, dass es ihr zumindest etwas bringt.

Was hättet ihr genommen?