Apotheken in aller Welt, 68: Berlin, Deutschland

Ein regelmässiger Blogleser schickt mir dies:

anbei sende ich Dir für Deine Reihe „Apotheken aus aller Welt“ eine Apotheke, die ich letztens gesehen habe. Es handelt sich um die Apotheke im Berliner Hauptbahnhof. Ein ganz abschreckendes Beispiel.
Leider war es schon abends und ich konnte nur ohne Blitz fotografieren, daher sind die Bilder etwas pixelig.

Man beachte beispielsweise die – meiner Meinung nach – völlig geschmacklose Weihnachtsbaumdekoration im Schaufenster. Da haben die schon mal ein riesiges Schaufenster und was stellen Sie rein? Mit Neonröhren beleuchtete Weihnachtsdeko im Weihnachtsbaumlook…

Von innen konnte ich keine Fotos machen, aber das sind etwa 100 – 150 qm Verkaufsfläche, auf denen so ziemlich jede Kosmetikmarke, die in einer Apotheke erwerbbar ist, verkauft wird.
Was ich wirklich suchen musste war der Handverkaufstisch, bei dem die Medikamente erhältlich sind.
Der HV-Tisch selbst misst etwa 2 m Länge, Medikamente sind dort nicht übersichtlich im Hintergrund in ein Regal eingeordnet, sondern in einer Art drehbares Regal.

Diese Apotheke hat definitiv nichts mit dem zu tun, was ich unter einer vernünftig eingerichteten Apotheke verstehe, sondern das ist – subjektiv betrachtet – eine Bude, in der neben Kosmetik noch zusätzlich Schachteln verkauft werden, die rein zufällig Medikamente sind.
Wenn ich so etwas sehe, finde ich es persönlich richtig, dass die Fläche der Freiwahl (also der Anteil an Kosmetik) in Deutschland demnächst auf 30 % der gesamten Apothekenfläche begrenzt werden soll.

„Kitsch as Kitsch can“ scheint am Berliner Hbf übrigens groß geschrieben zu werden. Dort findet sich nämlich auch dieser total stilsicher aufgestellte und sehr natürlich wirkende Weihnachtsbaum und dieser topmodische Weihnachtsmann aus Glühbirnen, die ich Dir ebenfalls beigefügt habe.

Naja, ich sag immer: auch abschreckende Beispiele sind gut – auf ihre Art. 24 Stunden geöffnet? Wahrscheinlich Schichtarbeit – auch für die Apotheker. Da würde ich mich schön bedanken, das wäre gar nichts für mich.

Quicky (16)

Telefon.

Frau: „Ich habe letzte Nacht zum ersten Mal KY Gel benutzt und meine Vagina tut immer noch weh. Ist das eine allergische Reaktion?“

Pharmama (versucht professionell zu bleiben): „Möglich, aber es ist wahrscheinlicher, dass der Schmerz damit zu tun hat, mit …äh … was immer sie gestern Nacht gemacht haben.“

…

Mehr Quickys hier.

Ungewöhnliche Geschenke

Gift box icon
Image via Wikipedia

Gestern habe ich etwas eher … seltsames als Geschenk verpackt.

Lid-Care – das sind Pads zum Reinigen der Augen und zum Abschminken. Die Kundin die das von mir verpackt haben wollte hat sich schon etwas dabei gedacht: Sie und ihre Freundin schenken sich immer irgendwelche Kleinigkeiten und da sie weiss, dass sie Probleme hat mit dem Abschminken – noch mehr wegen den Kontaktlinsen, die sie neu hat, dachte sie das wäre etwas für die Freundin, denn sie selbst findet die super. Die Alternative, die auch noch erwogen wurde wäre ein Spezialtee im Glas gewesen.

Also finde ich das zwar etwas seltsam, aber insgesamt … noch toll. Nicht so das 08-15 Geschenk. Durchdacht :-)

Aber jetzt die Frage an Euch: Habt Ihr schon einmal etwas eher seltsames als Geschenk verpackt? Das muss nicht im Beruf gewesen sein, auch zuhause gilt. Was war es und – wenn ihr es wisst: warum?

Was ich auch schon als Geschenk verpacken durfte waren ein Pack Kondome – ob das wohl gut angekommen ist?

 

Geduld ist eine Tugend

Geduld ist eine Tugend  … die manche Patienten nicht haben (dabei heisst doch im Englischen ‚patient‘  genau das…).

Die Pharmaassistentin ruft mich, weil ein Kunde ein Problem hat mit seiner Medikation. Ich habe ein längeres Gespräch mit ihm über die Anwendung seiner Medikamente, bei dem auch die Pharmaassistentin noch etwas gelernt hat. Das dauert aber natürlich ein paar Minuten, in der Zwischenzeit tigert ein anderer Kunde böse Blicke auf uns werfend ein paar Meter entfernt umher.

Als wir fertig sind, kommt er zur Theke und beklagt sich: „Ich bin sicher, das war ein faszinierender Typ, aber sie müssen lernen mit ihrer Zeit umzugehen und solche Leute abzuklemmen! Ich habe gewartet!“

Pharmama: „Ja, das haben sie, aber es ist meine Aufgabe den Patienten über die richtige Anwendung seiner Medikamente aufzuklären und zu beraten und ich bin dafür hier, seine Fragen zu beantworten. Es tut mir leid, dass sie warten mussten, dafür bin ich jetzt für sie hier.“

 

Denkt ihr, dass die Vor-Weinachtszeit die Leute nervöser macht als sonst?

Ladenschluss

Kunde kommt beim Schliessen der Apotheke angerannt.
Kunde: „Sie haben schon geschlossen?“
Pharmama: „Ja, wir schliessen um 7 Uhr.“
Kunde: „Aber es ist erst 2 Minuten nach 7. Bleiben sie nicht ein paar Minuten länger offen, für all die, die spät dran sind?“
Pharmama: „Nein. Sorry.“
Kunde: „Nun, das ist aber nicht gerade guter Service. Sie sollten noch ein paar Minuten länger offen bleiben. Nur für den Fall!“

…

Pharmama (denkt): Nein, Sie sollten während der 11 Stunden, die wir am Tag offen haben kommen!

Und was wollte er? – Traubenzucker.