Uh … das könnte einiges erklären

Das griechische „Pharmakos“ (φαρμακός) bezeichnet nicht etwa einen Apotheker sondern ein menschliches Opfer, das für Reinigungsrituale vorgesehen war.

Wenn Not in der Stadt war, wurde ein Pharmakos, also praktisch ein Sündenbock ausgewählt, der dann stellvertretend geopfert – oder vertrieben wurde.

Ob das Wort Pharmakon die geschlechtsneutrale Form von Pharmakos ist, ist unklar. Ein Pharmakon bezeichnet entweder ein Gift oder ein Heilmittel – was auch Sinn macht, denn oft macht ja nur die Menge der Unterschied.

Quelle: Wikipedia

Drastische Massnahmen

Mann in der Apotheke: „Ich hätte gerne einen Frauenkatheter.“
Das ist nicht gerade etwas, was wir hier dauernd brauchen, also frage ich erst mal „Für wen brauchen sie den denn?“
Mann: „Für unser 3 Wochen altes Baby.“
Pharmama: „Für Ihr Baby? Was hat es denn?“
Mann: „Es hat Bauchkrämpfe und meine Frau hat im Internet gelesen, dass das hilft.“
Pharmama: „Ah – und wissen sie denn, wie man das in dem Fall anwendet? Denn ich weiss das nicht.“
Mann: „Naja, da stand irgendetwas von einführen …“

Offenbar hat er gelesen, dass bei starken Blähungen und damit verbundenen Bauchkrämpfen es helfen kann, wenn man sozusagen „das Gas ablässt“ indem man den Katheter in den Enddarm einführt.

Mann: „Ich habe auch dem Kinderarzt telefoniert, der meinte, das können wir versuchen….“

Ich habe ihn dann noch mal genau ausgefragt, was denn die Beschwerden sind und ob sie schon etwas versucht haben – denn bevor ich zu so Methoden wie der obigen greife und ein Instrument in den Körper des Kindes einführe (schon Zäpfchen finden viele nicht gerade lustig) würde ich zuerst anderes versuchen.
Es stellt sich heraus, dass sie noch nichts probiert haben.

Na denn, versuchen sie es erst mal damit: achten sie darauf, dass die Mutter nichts blähendes isst (Zwiebeln, Kohl, Bohnen etc…), nach den Mahlzeiten immer gut aufstossen lassen und wenn Blähungen / Bauchkrämpfe auftreten hilft der richtige Griff (Leopardengriff), leichte Bäuchleinmassagen (z.B. mit Weleda Baby Bäuchleinöl), etwas Fencheltee oder Flatulex Tropfen mit Muttermilch gegeben. Und erst wenn all das nichts gebracht hat – dann können sie zurückkommen und ich bestelle den Katheter.

Urks. Ich verstehe, wenn man bereit ist solche Methoden zu versuchen, wenn nichts anderes hilft. Aber als Erst-Aktion? Neeee.

Bild: Junior im Leopardengriff. Kaum zu glauben, dass er mal sooo klein war :-)

Das Wunderrezept

Ich habe mich hier ja schon ein paar Mal über Arzt-Rezepte beklagt, weil: schlecht bis nicht leserlich, nötige Info (Dosierung) nicht drauf etc.

Aber: da habe ich letzthin ein Rezept bekommen, das war einfach … perfekt:

  • Leserlich: Check
  • Dosierung drauf: Check
  • Anwendung drauf: Check
  • Gefahrenhinweise drauf: Bonuspunkte!

Da habe ich ja wirklich fast gar nichts mehr zu tun :-) Das einzige was mich leicht gewundert hat ist, dass nicht auch noch ein Magenschutz aufgeschrieben wurde.

Korrekte Aussagen

Lieber, erkälteter Kunde,

wenn Sie in die Apotheke kommen und mir sagen Sie „bekommen das Fieber einfach nicht runter“ und ich frage Sie, was denn Ihre Temperatur ist, antworten Sie bitte nicht mit „Keine Ahnung.“

Fieber ist messbar – dafür gibt es Thermometer.

Es kann sein, dass Sie andere, subjektivere Beschwerden haben, z.B. dass Sie Sich lausig fühlen, Schüttelfrost haben, Gliederschmerzen oder was auch immer – das nehme ich so zur Kenntnis. Vielleicht haben Sie auch das Gefühl es sei Ihnen heiss. Das ist ok, dabei können wir es lassen, aber das heisst noch nicht, dass Sie Fieber haben – dazu müssen Sie Ihre Temperatur messen.

Und dass Sie „es einfach nicht runter bekommen“ deutet darauf hin, dass Sie etwas in die Richtung getan haben. Haben Sie ein Aspirin genommen oder ein Panadol? Haben Sie Wickel gemacht mit Essigwasser oder sind Sie gar in die kalte Badewanne gesprungen?

Ah nicht? Dann haben Sie auch nicht wirklich versucht es herunter zu bekommen.

Ja, ich verstehe, dass Sie Sich nicht gut fühlen.

Hier, kaufen Sie erst mal einen Fieberthermometer. Ab einer Temperatur zentral von 38.5 Grad nennt man es Fieber. Und hier haben Sie ein Dafalgan, damit bekommen Sie das Fieber – wenn sie denn welches haben – herunter, ausserdem hilft es Ihnen vielleicht, sich allgemein etwas besser zu fühlen.

Und für’s nächste Mal: Bitte sagen sie nicht, dass Sie Fieber haben, wenn Sie es nicht gemessen haben, oder dass Sie versucht haben, es zu brechen, wenn Sie noch nichts ausprobiert haben,

Das macht 16.30.- Danke und Gute Besserung!

Pharmama in den Medien

Zum Beispiel in der September-Ausgabe des Apothekenmanagers
– nur ein kleiner Absatz auf Seite 12 unten:

Ein persönlicher Blick hinter die Kulissen der Apotheke, wie er beispielsweise im Blog einer Schweizer Apothekerin (www.pharmama.ch – über 500 Besucher am Tag) gewährt wird, könnte die Netzwerkerin fesseln.

Dort steht auch mehr zu den Nutzern des Gesundheitswebs – Netzwerker, Smarte, Forscher, Beobachter, Zaungäste und Traditionalisten … sowie Tipps für Blogger im Gesundheitswesen.

Übrigens: mehr als 500 … stimmt, aber die Zahl ist ziemlich niedrig angesetzt. Woher der Autor die wohl hat?

Apotheken in aller Welt, 75: Cusco, Peru

Noch ein Beitrag von meinen Eltern, diesmal aus Cusco, Peru. Ich glaube das war da, wo ihre Koffer endlich auch angekommen sind :-)

Von aussen ist die „Inka Farma“ eher traditionell, innen ultramodern. Und habt ihr gesehen, wieviele Weisskittel da drin rumstehen? 8 Stück mindestens! Ich weiss zwar nicht, wieviele davon Apotheker und wieviele Pharmaassistenten sind, aber die Menge Mitarbeiter gleichzeitig ist ziemlich beeindruckend.