Apotheken in aller Welt, 79: Plymouth, England

Neuleser Bert hat sich die Mühe gemacht und aus alten Ferienfotos diese hier herausgesucht:

Eine Apotheke, die Du anscheinend noch nicht präsentiert hast, habe ich im Frühjahr 2008 in Plymouth besucht. Dort findet sich im Obergeschoss eines alten Fachwerkhauses, das als Museum über die Geschichte der Stadt informiert (Seefahrt/Handel, „Great War“ etc.), eine originale Apotheke („Park Pharmacy“), die nach Geschäftsaufgabe des Inhabers komplett gestiftet und dort eingerichtet wurde. Wie das in England üblich zu sein scheint, ist dort ein/e Freiwillige/r anzutreffen, der/die mehr als nur die Texte auf den Flugblättern weiss. Unsere Informantin erzählte, dass sie noch als Kind (in den fünfzigern) selber Kundin in der Apotheke war – für jemanden, der seine geringen Medikamenteneinkäufe in einem Laden Baujahr ca 2004 macht (aus der Praxis heraus, ich habe hier drei Neubau-Apotheken mit mässig sympathischem Personal und null Flair zur Auswahl) ist das Sammelsurium an Flaschen und Gedöns schon einschüchternd. Bis zum Ruhestand des vormaligen Inhabers hatte er es dort wohl auch zig Jahre ohne grössere Innovationen ausgehalten :-)

Ja, das ist schon speziell so eine historische Einrichtung, charmant irgendwie – aber für die heutige Gesetzgebung nicht mehr kompatibel. Leider.

Tolle Bilder jedenfalls! Danke für’s teilen!

2 Typen Menschen …

Seit wann darf man nicht mal ein bisschen krank sein?

Da war gestern einer hier, der gestern vom Arzt Antibiotika gegen seine Lungenentzündung verschrieben bekommen hat – und heute beklagt er sich, dass es immer noch nicht gut ist. Wenigstens nimmt er seine Medikamente – das finde ich nämlich speziell toll, wenn man fragt, ob es besser geht mit der Medikation und dann die Antwort ist: „Ach, ich habe sie nicht genommen.“
Humpf.
Jedenfalls habe ich dem Mann gesagt, dass so eine Lungenentzündung halt eine Weile dauert und er sich wohl noch eine Woche nicht wirklich gesund fühlen wird, es aber jeden Tag ein bisschen besser werden wird. Und dass es für ihn besser wäre, wenn er sich ein bisschen schonen könnte in der Zeit.

Das ist das eine Extrem, der „Ich kann/darf nicht krank sein -Typ“. Auf der anderen Seite haben wir die Leute, die das kleinste bisschen Unwohlsein ausnutzen, sich grad ein paar Wochen (!) krank und 100% Arbeitsunfähig schreiben zu lassen.

Es gibt noch einen Mittelweg! Oder?

Apotheken in aller Welt, 78: Mykonos, Griechenland

Und noch ein Bild von Leserin Andrea:

Die andere Apotheke habe ich 2009 auf Mykonos fotografiert. Auch hier mit mässigem Erfolg – geschlossen… Die könnte ich mir von innen sehr hübsch vorstellen! Damals wusste ich noch nichts von Deinem Interesse an fremden Apotheken, sonst hätte ich mir mit der Aufnahme mehr Mühe gegeben und nicht die Hälfte abgeschnitten…. :-p

Man muss sich natürlich die Umgebung dazudenken: lauter weissgetünchte Häuser unter strahlend blauem Himmel und Sonnenschein, auf einer Insel umgeben von türkisfarbigem Meer … Mykonos ist ja die Nachbarinsel von Tinos, wo wir letzten Sommer waren – ja, ich kann mir das gut vorstellen :-)

Interessant: die benutzen das klassische grüne Apothekenkreuz samt Schlange und Waage, das wir hier in der Schweiz haben (auf dem Bild das obere).

Potenzmittel ohne Rezept

Junger Mann kommt in die Apotheke und fragt: „Habt ihr Viagra?“
Pharmama: „Ja.“
Mann: „Ok, ich nehme welches.“
Pharmama: „Dafür brauchen sie aber ein Rezept.“
Mann: „Ookay …“
Ich denke, er läuft wieder raus, aber:
Mann: „Und was ist mit Cialis?“
Pharmama: „Das ist auch rezeptpflichtig.“
Mann: „Gibt es irgendetwas, das für das gleiche ist, das ich ohne Rezept kaufen kann?“

Ah, Nöö… ausser man nimmt das „Alpen-Viagra“ – Spagyrik-Spray aus dem Graubünden:

Das enthält Yohimbin, das als Aphrodisiakum verwendet wird (in der Schweiz gibt es übrigens sonst keine Produkte mit Yohimbin mehr im Handel) und ausserdem enthält der Spray Steinbockhorn als Spagyrische Essenz.

Innovativ, aber was ich über die Idee, da Steinbock-Horn reinzutun (auch wenn das nicht eine gefährdete Tierart ist) denke … das zensiere ich hier lieber. Sowas!

Apotheken in aller Welt, 77: Budapest, Ungarn

Regelmässige Leserin Andrea (Merci vielmals!), schickt uns diese Apotheke:

Ich war im Herbst mit einer Freundin in Budapest und wollte dort für Dich eine schöne Apotheke fotografieren. Wie Du siehst, war ich nicht sehr erfolgreich, was das „schön“ angeht, aber interessant fand ich das Exemplar mit dem „Schweizerkreuz“ trotzdem.  Bei näherer Betrachtung (also wirklich von gaanz nah) erkennt man, dass es sich nicht um ein Schweizerkreuz, sondern ein goldenes Kreuz handelt. Wenn man ungarisch spricht, hilft das natürlich auch, es ist nämlich die Goldene Kreuz Apotheke. :-)

Das ist mal eine Apotheke, die nicht das „umgekehrte Rot-kreuz“ einsetzt, sondern selbst ein Kreuz im Namen hat – aber aussehen tut es schon ähnlich :-)

Pharmama in den Medien (2)

In der „Apotheke + Marketing“ vom Springer Verlag:

Apotheken im Netz – bloggen für Image und Kundengewinn

Bloggende Apotheker muss man derzeit noch fast mit der Lupe suchen. „Pharmama“ steht im Grunde allein auf weiter Flur. Die Schweizer Apothekerin, die diesen viel gelesenen Blog betreibt, durfte sich im vergangenen Mai immerhin über den DocCheck-Blog-Award freuen. Ihre thematische Mischung aus unterhaltsamen Episoden aus dem Apothekenalltag und nützlichem Wissen, über das nur Pharmazeuten verfügen, überzeugt viele Stammleser – darunter auch andere Apotheker.

Kenner der Materie gehen davon aus, dass ein Blog mindestens einmal wöchentlich mit einem neuen Artikel bestückt werden muss, um nennenswerte Resonanz zu erzielen. Tatsächlich sind erfolgreiche Blogger wie die Schweizer Apothekerin „Pharmama“ fleissiger: Kaum ein Tag vergeht, an dem sie nicht ein oder zwei Artikel schreibt. So entsteht ein Blog, der häufig besucht, gelsesen und kommentiert wird. Fachfrau „Pharmama“ rät denn auch: „Man sollte den Blog auf keinen Fall nur als kleinen Nebenjob auffassen.“ Und ergänzt: „Eigentlich ist das wie mit einem Pflänzchen: Das muss man regelmässig giessen und pflegen, sonst geht es ein.“

der Autor des Artikels ist übrigens Mirko Gründer, Journalist beim Medienbüro Medizin.

Im Artikel finden sich noch gute Tipps allgemein zum Aufbau eines eigenen Blogs – auch spezifischer für Apotheken. Mich würden ja mehr bloggende Apotheker und Apotheken freuen!