Elektronische Zigaretten

Wer in einer Apotheke arbeitet, hat sie wahrscheinlich schon vom Vertreter vorgestellt bekommen: die „elektrische Zigarette“.

Das Ding sieht aus wie eine normale Zigarette, nur ist der weisse vordere Teil ein aufladbarer Akku und der „Filter“ enthält eine austauschbare Patrone mit Propylenglykol, Wasser und ev. Aromastoffen. Wenn man an der e-Zigarette zieht wird die Mischung im Filter erhitzt und verdampft, wobei Rauchähnlicher (aber geruchloser) Wasserdampf entsteht. Gleichzeitig leuchtet vorne – wo die Glut wäre eine Leuchtdiode. Es sieht wirklich aus wie wenn man eine normale Zigarette raucht … und es soll sich auch so anfühlen. Sozusagen als Ersatzhandlung.

Eine Frage an die Raucher unter meinen Lesern: würdet ihr das Teil kaufen? Und: warum ja oder warum nicht? Der Preis liegt zwischen 100-120 Franken für das Starter-Set mit 10 „Filtern“ und 2 Verdampfern.

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass das Teil in der Schweiz nicht mit Nikotin geladen werden kann – das heisst, können schon, aber man bekommt hier im Handel keine Filter mit Nikotin – höchstens via Internet. Der Grund dafür ist, dass es dann ein „Heilmittel“ wäre und dafür müsste Studien zur Sicherheit gemacht werden. Die existieren aber nicht und die Nikotingeladenen Patronen werden als Sicherheitsrisiko angesehen – speziell bei unsachgemässem Gebrauch, oder wenn Kinder da ran kommen. Reines Nikotin ist auch ziemlich giftig …

Ausserdem verbietet das BAG die Anpreisung der e-Zigarette als Mittel zur Raucherentwöhnung – eben weil sie in der Schweiz nicht mit Nikotin verkauft werden dürfen – selbst nicht in der Apotheke, wo es sie jetzt gibt.

Lustig: die beworbene e-Zigarette heisst e-free … und das deckt sich zeitlich mit der aktuellen „Smoke free“ Kampagne des Bundesamts für Gesundheit: „Die einzige Zigarette die nicht schadet“

– was sie eigentlich meinen ist: keine Zigarette … Nicht die elektronische ….

Und bitte: ich will hier jetzt keine Grundsatzdiskussion über das Rauchen anwerfen – inzwischen dürfte das bei allen angekommen sein, dass das gesundheitsschädlich ist und jeder besser dran wäre ohne Zigarettensucht. Und mit dem aufhören ist das so eine Sache. Wie hat Marc Twain einmal gesagt?

„Mit dem Rauchen aufhören ist ganz einfach … ich habe es schon hunderte Male gemacht …“

 

Abführmittel-Abhängigkeit

Liebe Bisacodyl-abhängige Kundin,

ich weiss, es bringt nicht viel, wenn ich jedes Mal, wenn ich eine Packung Dulcolax, Prontolax, Softalax (oder verwandte) verkaufe sage: „Die sind nur für den kurzfristigen Gebrauch gedacht, 1 bis maximal 2 Tabletten abends.“

– so wie sie aussehen vermute ich, dass Sie wahrscheinlich von Apotheke zu Apotheke gehen und Packungen sammeln, weil sie davon abhängig sind.

Aber vielleicht, vielleicht, bringt das doch die eine oder andere dazu über den Konsum nachzudenken und zumindest nicht zu steigern, oder sogar abzubauen.

Ich würde gerne manchmal noch mehr sagen, aber das kann ich oft nicht. Hier dagegen schon:

Leute, überlegt euch das gut mir dem Dulcolax, Prontolax, Softalax und ähnlichen! Das sind keine Mittel um das Gewicht zu halten! Es soll wirklich nicht ständig genommen werden – und ganz sicher soll man davon absehen, ständig die Dosis zu steigern.

In einer Weiterbildung letzthin habe ich von einer gehört, die 90 Tabletten täglich davon nahm. Sie landete dann in einer Klinik, weil sie nicht selbst davon loskam – und: der Entzug von dem schmerzt! Das gibt fast nicht stoppbare Krämpfe und Bauchschmerzen. Don’t do it! Baut ab, langsam aber sicher. Nehmt stattdessen Transipeg hochdosiert, bis ihr runterkommt. Nehmt das nicht ständig! Wir helfen auch gerne, wenn sie das abbauen möchten mit Ersatz und Rat.

Ich bin ja froh, dass es wenigstens die 200er Packungen nicht mehr freiverkäuflich gibt, nur noch die 30er.

Und ja: wenn sie in der Apotheke schon fragen, ob das Prontolax immer noch nicht lieferbar ist … dann weiss ich, dass sie auch zu den Laxantien-Abhängigen gehören :-(

Wie man’s macht …

Es gibt immer Leute, die mit Bemerkungen wie „Apothekerpreise“ kommen oder manches zu teuer finden. Und dann macht man mal eine Aktion, z.B. – wie in dem Fall für Vitamine und dann kommt das:

Kundin: „Warum sind die Vitamine so günstig?“

Drogistin: „Wir haben eine Aktion auf alle dieser Marke.“

Kundin: „Also … was ist mit ihnen passiert?“

Drogistin: „Passiert? Denken sie, wir würden hier etwas verkaufen, das schlecht geworden ist?“

Kundin: „Nun, da ist keine Erklärung drauf, warum sie so billig sind.“

… Sie haben recht, ich habe sie ins Lavabo fallen lassen und gedacht, dann kann ich ja nicht den vollen Preis verlangen … Ehrlich. Was denken manche Leute?

 

Apotheken (?) in aller Welt: Fes, Marrakech, Marokko

Noch der letzte Beitrag von Marias Marokko-Reise

In Fes erhielten wir eine Apotheken-Führung im Souk.
Ich fühlte mich eher wie in einer Drogerie, weil er uns verschiedene Düfte zeigte: Moschus, Rosenöl, Amber. Und Cremen, Räucherwerk usw.
Ich sah mich etwas in seiner Apotheke um. Fotografierte ohne Blitz. Erstaunlich, was er so alles hat. Von Schildkrötenpanzer über Fuchsfelle, Schlangenhäute bis zu Kräutern.

Ich denke, dass das so etwas wie ein „Marketing-Gag“ war. Anscheinend preisen sie die die Läden schon so an – speziell auf Touren, jedenfalls finden sich noch einige Bilder im Netz von diesen „Apotheken“ – aber logischerweise hauptsächlich von Touristen. Ob das wirklich eine ist?

 

die letzte Apotheke ist die im Souk von Marrakech.
Wiederum erinnerte sie mich eher an eine Drogerie. Der Apotheker freute sich darüber, fotografiert zu werden.
Er stellte uns wiederum traditionelle Gewürze aus Marokko vor, Kräutertees und Duftstoffe.
Da ich mir eine Hautallergie aufgefangen habe, fragte ich nach, ob er was habe.
Als ich die Rechnung sah, fiel ich fast aus allen Wolken: für zwei Päckchen Tee, eine Salbe, ein Gewürz bezahlte ich 45 Euro. Konnte den Kauf rückgängig machen (hab ja keine Ahnung über die Inhaltsstoffe).

Eine Besonderheit bot diese Apotheke trotzdem: eine Rücken- und Nackenmassage um 30 Dirhan (sind ca. 3 Euro). MitarbeiterInnen massierten uns an die 5 Minuten. War recht angenehm. Der Rücken war nach 6 Tage Wüstenwanderung doch ziemlich verspannt.

Der Laden sieht ja einiges aufgeräumter aus als der in Fes … allerdings glaube ich auch hier nicht, dass es sich wirklich um eine Apotheke handelt. Eher ist das eine Herboristeria – also ein Tee- Gewürz und Kräuterladen. Klar kann man die auch als Medizin anwenden, aber für eine Apotheke hat es doch bemerkenswert wenig (=keine) Medikamente hier.

Scherzanruf

– jedenfalls nehme ich an, dass das nicht ernst gemeint war.

Frau am Telefon „Haben sie irgendwelche Pillen, die machen, dass mein Freund nicht mehr so hässlich ist?“

….  Ich habe gehört Alkohol soll da helfen.