Ich schulde Euch ja noch ein paar Bilder, die ich versprochen habe mit dem iPad (das ich dank Euch habe) zu malen.
Na denn: hier kommt der erste Versuch: Crash-Test Dummy in der Apotheke
und wegen dem braucht der das:
zu lesen einmal täglich
Öfters gestellte Frage:
„Was ist eigentlich, wenn ich ein Medikament in der Apotheke bekommen habe, es dann aber doch nicht brauche – kann ich es dann zurückbringen?“
Für Medikamente, die auf Rezept abgegeben wurden ist die Gesetzgebung sehr deutlich: So steht es z.B. auch auf der Seite der Santesuisse (der Vereinigung der Krankenkassen):
Darf der Arzt/Apotheker ein Medikament, dass vom Patienten „ungebraucht“ retourniert wurde, dem Patienten voll in Rechnung stellen?
Nach erfolgter Abgabe weiss der Arzt/Apotheker in der Regel nicht, was mit dem Medikament in der Zwischenzeit geschehen ist. Es könnte schädlichen Einflüssen ausgesetzt worden sein (blieb beispielsweise lange an der Sonne liegen usw.). Aus Gründen der Qualitätssicherung darf daher ein solches Medikament nicht mehr zurückgenommen werden.
Das (ungebrauchte) Medikament wird dem Patienten voll in Rechnung gestellt. Ein Weiterverkauf ist nicht HMG (Heilmittelgesetz) – konform.
Also, das einzige, was ich mit so einem Medikament noch machen kann ist … es entsorgen.
Aber auch, wenn es sich nicht um Medikamente sondern um Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetik, medizinische Hilfsprodukte oder ähnliches handelt … ich bin einfach nicht dafür, alles einfach so umzutauschen, nur damit der Kunde zufrieden ist.
Natürlich ist die Kundenzufriedenheit wichtig … und wenn es einen triftigen Grund für die Retoure / den Umtausch gibt, dann mache ich das auch gerne. Darunter fallen z.B. Allergie gegen die Hautcreme, Defekte Produkte, das Verfalldatum ist zu knapp, das Produkt ist Verfallen verkauft worden (sollte zwar wirklich nicht passieren, aber … eben), manchmal auch noch: es wurde das falsche Produkt gekauft (und das alte ist ungeöffnet, sieht noch einigermassen aus und das ist nicht ewig und drei Tage her…), sogar wenn dem Kunden aktiv etwas empfohlen wurde und es nicht „das richtige“ war … das ist alles ok.
Ausserdem sollte das Produkt auch nachgewiesen von uns sein … dazu gibt es Kassabons und die Preisetikette auf der Packung.
Und dann gibt es die Situationen, wo ich finde, dass ein Umtausch einfach nicht angebracht ist.
Wenn man immer alles macht …das ist doch nur ein weiterer Schritt, dem Menschen die Eigenverantwortung abzusprechen. Ich meine … wenn das Problem eindeutig nicht bei mir oder dem Produkt selbst liegt, wieso soll ich und das Geschäft dann den finanziellen Verlust dafür tragen?
Also: kein Umtausch
Und jetzt verreisst mich.
*Duck und weg*
Links alt, rechts neu.
Makatussin, das ist noch so ein Medikament, wo ausser dem Namen nichts mehr gleich ist.
Früher Makapharm, heut Gebro Pharma
Zusammensetzung
früher: 1ml (ca. 30 Tropfen) Fluidextrakt von Drosera 39mg, Liquiritia 146.3mg, Pimpinella 58.5mg, Senega 58.5mg, Thymi 175.5mg, Acidum benzoicum 4.9mg, Camphor 7.8mg, Ephedrin HCl 6.8mg, Menthol 14.6mg, Anisöl 8.8 mg, Eucalyptusöl 5.9mg
heute: pro 1g (ca. 20 Tropfen) Codein phosphas hemihydricus 13.6mg
Ältere aber recht fitte Frau in der Apotheke. Im Verlauf des Gesprächs kommen wir auf ihr Alter – sie ist 91!
Wir haben leider etwas nicht und müssen es bestellen – ich frage, ob ich ihr etwas anderes statt dessen anbieten kann.
Frau: „Nein, wissen Sie, das ist nicht für mich, ich hole das für jemanden anders, die nicht mehr selber kommen kann.“
Nochmal: die Frau ist selbst 91 und macht Besorgungen für andere!
Awwww!
Und bringen sollen wir es auch nicht – sie kommt lieber selbst. Kein Wunder ist sie noch so fit.
Diese Aussagen (die ich alle von Kunden gehört habe) sind nicht dazu angetan, mich geneigt zu stimmen:
„Haben Sie zugenommen? Ihr Gesicht sieht breiter aus.“ Danke vielmals. Ja, ich habe etwas zugelegt.
„Sind sie neu hier? Sie habe ich noch nie gesehen!“ – Nein, ich arbeite auch erst seit über 10 Jahren hier. Zugegebenermassen bin ich nicht immer hier, aber … nie?
„Sie erinnern mich an meine Tochter, die ist etwa im gleichen Alter … letzte Woche wurde sie 51.“ .… Ugh, sehe ich so alt aus? Ich bin noch nicht mal 40!
„Wenn Sie mir das nicht verkaufen, gehe ich einfach in eine andere Apotheke!“ Ok … und was machen sie denn noch hier?
„Wirklich, ich nehme meine Blutdruckmittel“ – das ist seltsam, denn ihr eben gemessener Blutdruck ist höher, als bevor sie damit angefangen haben.
„Geben sie mir doch einfach die Temesta/Stilnox/Rohypnol/Seresta ohne Rezept – das geht auf meine Verantwortung.“ – Klar, darum sind sie die Apothekerin, nicht wahr?
Eine „etwas andere“ Pharmacie stellt uns Leserin Anne vor:
Bei einem Ausflug ins Nordelsass, etwa 50 km westlich von Karlsruhe, fanden wir eine außergewöhnliche historische „Pharmacie“. Sie liegt tief unter der Erde im Fort de Schoenenbourg. Das ist eine Verteidigungsanlage wie ein riesiger Kaninchenbau aus Stollen und Hohlräumen, Teil der Maginot-Linie www.lignemaginot.com und sollte nach dem 1. Weltkrieg die französische Ostgrenze schützen. Unglaublich, wie viel Ingenieursleistung (eigenes E-Werk und eigenes Mini-Krankenhaus untertage) rein in diesen militärischen Zweck gesteckt wurde.
Die „Pharmacie“ ist nur durch den OP-Raum zugänglich, war also vermutlich keine reine Medikamentenausgabe, sondern wohl für Laboruntersuchungen gedacht. Das „Magasin“ liegt in einem Nebenstollen beim Krankenzimmer (oben im Regal: Wärmflaschen).
Zur Besichtigung der unterirdischen Kaserne für ca. 700 Mann und der Geschützbunker wandert man etwa zwei Stunden bei 13° durch 3 km labyrinthische Stollen und Räume. Danach, beim Blinzeln in die warme Sonne, empfand ich tiefe Dankbarkeit, dass wir und unsere Kinder bisher nur friedliche Zeiten erleben durften.
13 Grad? Brrrr. Das erklärt aber die vielen Bettflaschen im Lager …