Apotheken in aller Welt, 124: Alesund, Norwegen

Von Leserin terrikay:

In meinem letzten Urlaub in Norwegen habe ich immer Ausschau nach interessanten Apotheken gehalten für deine berühmte Reihe „Apotheken aus aller Welt“ – eine richtig interessante aktive Apotheke habe ich nicht gefunden, aber dafür eine interessante ehemalige in Ålesund:
Die Svane-Apotheket (Schwanenapotheke) in Ålesund wurde 1907 fertiggestellt im damals aktuellen Jugendstil, in dem die Stadt damals nach einem großen Brand 1904 wieder aufgebaut wurde. — Passenderweise heißt auch die Straße Apotekergata.

Das Haus beherbergte sowohl die eigentliche Apotheke wie auch die Wohnräume des Apothekers und seiner Familie. Bis 2001 diente es als Apotheke. Seit 2003 befindet sich darin das Jugendstilcenter mit Museum und „Time Machine“, die einen zurück ins Jahr 1904 führt, als die Stadt abgebrannt ist. Außerdem kann man die Einrichtung bewundern und erfährt durch einen Film (auf Englisch) einiges über den Jugendstil in Europa. Ferner laufen ständig wechselnde Ausstellungen. -> Hier die Webseite des Jugendstilcenters: http://www.jugendstilsenteret.no/

Das letzte Foto zeigt eine aktive Apotheke in Ålesund, die auch in einem recht schönen Haus untergebracht ist. Apotek 1 scheint eine Kette zu sein, das habe ich mehrmals gesehen. Die Inneneinrichtung habe ich nicht fotografiert, die ist modern und unspektalulär.

Die Jugendstil-apotheke ist ein wahres Prachtstück. Schade nur ist sie nicht mehr im Betrieb. Damals hatten die Apotheker auch noch genug Geld so etwas hinzustellen … nette Einrichtung auch :-)

„Pe-Ha“- Los

Kundin in der Drogerie:

„Ich brauche ein Shampoo, aber es darf absolut kein „PH“ enthalten!“

Man versuchte ihr zu erklären, dass es sich bei dem pH nicht um einen Inhaltsstoff, sondern um eine Angabe der Säure handelt – im Sinn von: je näher dem normalen Haut-pH von 5.5, desto milder für Haut und Haar. Das war aber hoffnungslos – sie wollte einfach nicht verstehen, also suchte man nach einem Produkt, wo nichts mit pH drauf steht. Einen pH hat es natürlich trotzdem …

Gar nicht so einfach, wie man denkt. Da gibt es pH-neutrales Shampoo, pH 5.5, pH Hautneutral, pH 5, etc. Man glaubt es kaum, wo das alles draufsteht.

„pH“ – das ist die Abkürzung für den lateinischen Begriff „potentia hydrogenii“ und heißt übersetzt „Wasserstoffionen-stärke“.

Der pH-Wert dient dazu, Säuren und Laugen voneinander zu unterscheiden und ihre Stärke zu kennzeichnen. Denn alles, was Wasser enthält, hat auch einen pH-Wert, der mittels elektrischer Meßgeräte oder aber den sogenannten Indikatoren, wie z. B. Lackmus festgestellt wird. Die Skala reicht dabei von pH 0 bis pH 14, wobei der Mittelwert von pH 7 als neutral bezeichnet wird. Wasser hat diesen Neutralwert von pH 7. Alkalische Seifenlösungen, sprich Laugen, haben einen pH-Wert größer als 7. Demgegenüber rangieren saure Lösungen, so beispielsweise Essigsäure, Milchsäure und Kohlensäure, auf dieser Skala zwischen 0 und 7.

Unsere Haut hat einen leicht sauren pH von 5.5 – und braucht das auch, als zusätzlichen Schutz vor Bakterien. Den sogenannten Säureschutzmantel sollte man nicht kaputt machen durch sehr basische oder auslaugende Produkte.

Apotheken in aller Welt, 123: Lima, Peru

Von Leser Thomas:

 ein paar Bilder von Apotheken in Peru – gemacht im März im Urlaub. Würde mich freuen wenn ich sie im Blog wiedersehe.  :-)

Und da sind sie!:

diese InkaFarma scheinen eine ziemlich grosse Kette zu sein – Meine Eltern hatten die auch schon auf einem Bild. Aber es gibt noch andere: hier aus der Bahn aufgenommen zwischen Cusco und Puno

Kreditkartenprobleme

Das unmögliche ist passiert: Die Kreditkartengeräte sind ausgestiegen.
Alle.
Offensichtlich ein Verbindungsproblem.

Raaaah!

Währenddem versucht wird, das zu reparieren, haben wir an alle Geräte Hinweise geklebt, dass das Gerät momentan nicht funktioniert und man darum bar zahlen muss – oder in der Nähe am Automat Geld wechseln.

Pharmama: „Das macht 15.20.-„

Kunde: – gibt mir die Kreditkarte

Pharmama: „Tut mir leid, aber im Moment können sie nicht mit Karte bezahlen.“

Kunde: – lacht … und versucht mir wieder die Karte zu reichen.

Pharmama: „Ich kann im Moment keine Karten annehmen. Das System ist aus. Die Maschine funktioniert nicht. Sie müssen bar zahlen.“

Kunde: „Oh, aber es ist keine Kreditkarte, es ist eine Postcard.“

Pharmama: „Es funktionieren im Moment gar keine Karten.“

Kunde: „Könnten sie es nicht an einer anderen Kasse versuchen?“

Pharmama: „Alle Geräte sind im Moment ausgefallen.“

Kunde: „Nun, also … was soll ich tun?“

Pharmama: „Wenn sie kein Bargeld haben, könnten sie am nächsten Geldautomat welches beziehen.“

Kunde: „Oh, muss ich wirklich? Wo kann ich meine Sachen hinlegen?“

Pharmama: „Lassen sie sie nur hier, ich pass’ darauf auf.“

… Nächster?

Woher kommen unsere Medikamente? Am Beispiel Viagra

viagra is a commercial produced medicine conta...
Image via Wikipedia

Es würde doch kein neues Mittel gegen Herz-Krankheiten werden, seufzten die Forscher bei Pfizer in in Sandwich, England. Jahrelang hatten sie an Sildenafil gearbeitet, einem Hemmer des Enzyms PDE5 – von dem sie hofften, dass es effektiv darin sein würde Herz-Arterien zu entspannen und Brustschmerzen und Angina pectoris zu mildern.

Ihre Hoffnung wurde 1992 zerstört.

Nur einer von 10 Wirkstoffen, die in klinische Untersuchungen eintreten, ist erfolgreich und erreicht schliesslich auch die Patienten – Aber Statistik ist kein Trost für diejenigen, die an den 9 übrigen gearbeitet haben.

Unzufrieden beendeten die Forscher die Studie und wiesen die Teilnehmer an, die ungebrauchten Tabletten zurückzugeben. Aber viele Männer weigerten sich und hielten am Medikament fest, als sei es aus Gold.

Anfangs verloren die Forscher über das Verhalten nicht viele Gedanken – Ungereimtheiten kommen in manchen Studien vor – aber dann hörten sie Gerüchte über den Nebeneffekt des Medikamentes auf das Sexleben und … wichtiger – lasen eine Veröffentlichung über die Rolle von PDE5 beim Entstehen einer Erektion.

Hoppla! Die Unzufriedenheit machte rasch Aufregung Platz … Sildenafil könnte doch ein Blockbuster werden! Und dieses Mal bestätigte eine neue Studie die Anwendung bei impotenten Männern.
Sie waren über ein Medikament gestolpert zur Behandlung der erektilen Dysfunktion – Pfizer vermarktete es ab 1998 als Viagra.

Die Bezeichnung Viagra ist ein rechtlich geschütztes Kunstwort. Angeblich setzt sie sich aus den Begriffen vigor (lateinisch für „Stärke“) und Niagara zusammen. Nebenbei ist „Viagra“ lautgleich zu vyaghra, dem Sanskrit-Wort für Tiger.

Nebenwirkungen: Rot anlaufende Gesichter oder ein Blaustich beim Sehen sind nur einige davon. Weitere sind Schwindel, laufende Nase, Muskelschmerzen, und (gefährlich) Priapismus – das ist eine Dauererektion. Schlagzeilen machen die Runde in denen von über einhundert Toten durch Viagra berichtet wird. Alles das hält aber mehr oder weniger potenzschwache Männer nicht davon ab, mit der Pille ein normales Sexualleben zu führen. Aber die doch heftigeren Nebenwirkungen sorgen auch dafür, dass Viagra wohl auch weiterhin rezeptpflichtig bleibt.

Sildenafil war der erste Arzneistoff der Wirkstoffklasse der PDE-5-Hemmer (Phosphodiesterase-5-Hemmer ).Umgangssprachlich wird der Name Viagra gelegentlich auch als Sammelbegriff für andere Medikamente dieser Wirkstoffgruppe, beispielsweise Tadalafil (Cialis), Vardenafil (Levitra) verwendet. Die Medikamente bewirken eine Vasodilatation – also eine Erweiterung der Blutgefässe – auch im Penis, dadurch entsteht – bei entsprechender sexueller Stimulation (nur dann!) – eine Erektion.

Viagra gilt als dasjenige Medikament, das als erstes nachweislich zu einer Verbesserung des internationalen Artenschutzes beigetragen hat: Vor allem in asiatischenLändern werden traditionell von seltenen Tieren gewonnene Stoffe als Aphrodisiaka verwendet (Nashornhorn, Schlangenblut …). Durch die weltweite Verbreitung von Sildenafil ist die Jagd auf bedrohte Tierarten zum Zweck der Potenzmittel-Gewinnung mittlerweile zurückgegangen.

Neben der auch bei Laien bekannten Wirkung gegen die erektile Disfunktion, wird Sildenafil auch in der Therapie der pulmonalen Hypertonie (Bluthochdruck im Lungenkreislauf) angewendet. Bevor das Medikament aber 2006 seine Indikation dafür bekam, hatten wir auch schon eine Kundin mit Viagra auf Dauerrezept deswegen. Ziemlich teure Angelegenheit. Heute gibt es dafür das Revatio. Selber Wirkstoff, Anwendung: 20mg 3 x täglich.

Auf Frauen hat es übrigens keinen Luststeigernden Effekt – das nachzuweisen hat man nämlich auch schon versucht.

Von der Krankenkasse wird das Viagra in unseren Gegenden nicht übernommen, unter anderem, weil es kein lebenswichtiges Medikament ist, sondern nur der Steigerung der Lebensqualität dient. Ein Life-style Produkt sozusagen.

Aber … wem das im Moment zu teuer ist – das Patent läuft demnächst aus und ich bin sicher, die ersten Generika stehen dafür schon in den Startlöchern. – und Pfizer versucht mit neuen Darreichungsformen auf dem Markt zu bleiben: Viagra als Kaubonbon zum Beispiel.

Schöne neue Welt.

Eine herzige Idee

Bevor ihr weiterlest: Findet ihr heraus was das ist?:


Das sind die „Bakterien“ die man auf manchen Antibiotikaverpackungen findet – vorzugsweise Sirupen für Kinder. Die Kinder dürfen bei jeder Gabe Sirup einen „Bactus“ eindrücken – da sieht man gleich den Fortschritt der Behandlung, immer mehr Bakterien gehen kaputt…

So geht keine Einnahme mehr vergessen!

Das es das in Deutschland auch gibt, darauf hat mich Arzt4Empfänger aufmerksam gemacht – von dem auch die Idee für diesen Post stammt: Danke! Und so sehen sie dort aus: