Apotheken in aller Welt, 148: Andalusien, Spanien

Bilder aus Cordoba – Sevilla – Marbella schickt uns ina-kognita:

Sehr häufig unterstützt ein aufgeregt blinkendes grünes Kreuz den „Farmacia“- Schriftzug dabei, auf die Apotheke im Gebäude aufmerksam zu machen.

 

Einen viel individuelleren Eindruck hinterlassen jedoch die regionaltypischen, überall anzutreffenden Azulejos, die die Fassaden schmücken – jedes dieser Wandbilder aus Keramikfliesen ein Unikat.

 

Der allerdings größte Unterschied zu heimatlichen Apotheken ist auf dem letzten Foto zu sehen…

Also zur Temperatur sage ich jetzt nichts (und summe nur leise „Wann wird es endlich wieder Sommer…“) aber die Wandkeramiken: SUPER! Gefällt mir enorm.

Die Pille ohne Rezept aus der Apotheke

Im Moment entbrennt in der gratis-Zeitung 20Minuten eine heftige Diskussion um die Abgabe der Pille durch die Apotheken.

Nachzulesen hier: Frauen kriegen Pille problemlos ohne Rezept

und heute hier: Die Pille ist doch keine Droge

Für mich ist speziell die Diskussion in den Kommentaren interessant.

Wie ich schon ein paarmal geschrieben habe, dürfen die Apotheker in der Schweiz rezeptpflichtige Medikamente (wie z.B. die Pille) in „begründeten Ausnahmefällen“ (also nicht nur in Notfällen) auch ohne Rezept abgeben. Anscheinend hat das die Presse neu entdeckt (Sommerloch irgendwer?)

Dabei muss allerdings die übliche Sorgfaltspflicht beachtet werden.

Ich gebe die Pille ab, aber nehme die Personalien der Frau auf – wenn sie nicht schon im Computer ein Dossier hat – und frage sie nach anderen Medikamenten, Allergien und dem regelmässigen Besuch des Frauenarztes. Die Kontrolle ist nämlich wichtig – die Pille ist ein Medikament und hat wie alle Nebenwirkungen: speziell das Risiko einer Thrombose. Und der Frauenarztbesuch dient ja nicht nur dazu ein neues Pillenrezept zu holen – der Abstrich sollte alle 1.5-2 Jahr gemacht werden, die Brüste mal wieder untersucht (das machen viele Frauen immer noch nicht regelmässig bei sich).

Bei Unsicherheiten rufe ich dem Frauenarzt auch an – z.B. wenn die Patientin den Namen der Pille nicht mehr weiss oder etwas gewechselt hat.

Ich verlange auch gelegentlich eine Unterschrift bei Bezug- das ist meine Absicherung. Wenn die Patientin mich anlügt, habe ich davon den schriftlichen Beweis. Da steht dann z.B. „Weiterführung Therapie“ oder „Arztbesuch in 2 Monaten“ etc.

Manchen Kommentatoren geht selbst das noch zu weit. Sie sehen das Rezept-holen-müssen für etwas wie die Pille beim Frauenarzt als Schikane und Geldmacherei. Natürlich gibt es Frauenärzte, die die Pille ohne grosse Untersuchungen oder Fragen verschreiben oder selbst verkaufen – aber es gibt auch gute Frauenärzte, die sich die Zeit nehmen, die richtige Pille für die Frau zu finden.

Und nur als Anmerkung: Ich selbst gehe auch regelmässig alle 1 1/2 Jahre zur Kontrolle.

Ich bin gespannt, wie die Kommentare sind, wenn wieder einmal ein Fall von einer Thrombose unter einer Pille durch die Presse gezogen wird – so wie letzthin. Klar, das kommt nicht oft vor, aber wenn … hat das für die Betroffene ernste Folgen.

Was sind Eure Gedanken dazu?

Nicht ganz dicht.

Herzige ältere Kundin in der Apotheke sagt ganz schüchtern zu mir:

„Wissen Sie, ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen müsste, aber …. Ich bin nicht mehr ganz dicht …“

und während ich noch am überlegen bin, wie sie das jetzt meint – „nicht ganz dicht“ ist bei uns ein Ausdruck, der auf einen verminderten Geisteszustand hindeutet oder ob sie meint „unten“ …

„und jetzt ist es etwas gereizt … hätten sie mir da etwas dagegen?“

Ah, sie meint damit sie sei inkontinent. :-)

Pharmama: „Aber natürlich!“

telefonische Beschäftigungstherapie

Wir bleiben beim Telefon … Es ist Sommer und in Apotheke und Drogerie etwas ruhiger – nur scheint das niemand dem Telefon gesagt zu haben.

Das klingelt … und klingelt.

Pharmama: „Pharmamas Apotheke, Pharmama am Telefon.“
Frau: „Frau M., ist Herr W. da?“
Pharmama: „Tut mir leid, aber bei uns arbeitet kein Herr W. – oder meinten sie einen Kunden?“
Frau: „Aber er hat mir vorher ein mail geschickt, ich soll ihn anrufen.“
Pharmama: „Wohin denn?“
Frau: „Na in die Steuerberatung, wegen der Rückforderung.“
Pharmama: „Hier ist die Apotheke.“
Frau: „Oh, da habe ich wohl die falsche Nummer erwischt.“

… und gleich danach:

Pharmama: „Pharmamas Apotheke, Pharmama am Telefon.“
Mann: „Ist der Herr Inhaber hier?“
Pharmama: „Nein, der ist nicht hier. Um was geht es?“
Mann: „Könnten sie mir jemanden von der Betriebsleitung geben?“
Pharmama: „Am Apparat.“
Mann: „Ich hätte da ein grossartiges Angebot zum Anlegen in Aktien, die …“
Pharmama: „Kein Interesse. Wiederhören.“

…  und noch etwas später:

Pharmama: „Pharmamas Apotheke, Pharmama am Telefon.“
Frau: „Institut XY für Meinungsumfragen. Wir führen für die Firma … eine Umfrage durch im Bereich Lebensmittel und Einkäufe. Hätten sie einen Moment Zeit?“
Pharmama: „Lebensmittel? Einkäufe? Ihnen ist schon bewusst, dass sie während der Arbeitszeit in einer Apotheke anrufen, ja?“
Frau: „Ja? Und?“
Pharmama: „Nein, tut mir leid, aber dafür habe ich jetzt wirklich keine Zeit.“

… ich denke, ich habe schon erwähnt, dass ich Telefone nicht besonders mag, oder?

Jedenfalls – für heute geht bitte jemand anders weiter ans Telefon. Irgendwelche Freiwilligen? Bitte??

Apotheken in aller Welt, 147: Insel Rab, Kroatien

Brunhildegard aka Jeanny schickt uns dies aus ihren letzten Ferien:

ich bin gerade aus Kroatien wieder zurück und habe auf der Insel Rab zwei Apotheken gefunden und fotografiert. Beide nicht so sehr außergewöhnlich, aber ich schick sie mal trotzdem :) Innen war die erste wie jede xbeliebige hier in Berlin (wo ich zur Zeit wieder bin) inkl. der deutschen Sprache, die zweite war leider geschlossen.

Die erste ist direkt in der Stadt Rab:

 die andere in Lopar:

Klagetelefon

Unsere Nicht-Kundin ruft einmal wieder an. „Nicht-Kundin“, denn wir haben mit ihr die Abmachung, dass sie alles in der anderen Apotheke holen soll – das, nachdem sie angefangen hat uns und den Arzt gegeneinander auszuspielen.

Sie braucht unbedingt immer die Apothekerin am Telefon. Heute bin ich das. Seufz.

Nicht-Kundin: „Wenn sie vom Arzt ein Rezept gefaxt bekommen, würden sie dem Kunden dann anrufen?“

Ich werfe einen Blick auf Bestellregal und Fax (in dem Moment beide im Sichtfeld) und sage: „Ah, wir haben nichts gefaxt bekommen …“

Nicht-Kundin: „Aber die andere Apotheke – und die haben nicht mal angerufen!“

Pharmama: „Nun, ich würde sagen, es kommt auf ein paar Dinge an. Zum Beispiel ob die Medikamente auf dem Rezept Dauer-Medikamente sind – dann eher nicht, oder für den Notfall – dann eher schon.“

Nicht-Kundin: „Es war etwas Neues, für einen Notfall“ (Ist es bei ihr aber immer) „Dann war das nicht sehr nett von der Apotheke, oder?“

Pharmama (die absolut keine Lust hat, andere Apotheken anzuschwärzen): „Naja, wie gesagt, es hängt auch davon ab, ob man weiss, dass die Kundin es normalerweise selber holt …“

– und ausserdem: bei der Frau weiss man, dass sie anruft, garantiert.

Als sie das nächste Mal angerufen hat – wieder nur, um sich über die Apotheke zu beklagen, habe ich ihr dann gesagt, dass es gar nichts bringt, wenn sie uns das sagt – besser, sie meldet das bei der anderen Apotheke direkt.