amüsante Nebenwirkungs-meldung

Mitbekommen von einer Patientin:

Die Frau hat Stilnox (ein starkes Schlafmittel), das sie jedoch nur gelegentlich nimmt – und nur 1/2 Tablette jeweils vor dem Schlafengehen.

Jetzt hat sie etwas aufwühlendes erfahren und darum hat sie beschlossen, diesmal ausnahmsweise eine ganze Tablette zu nehmen, damit sie schlafen kann.

Nur … ich habe ja schon berichtet, dass das seltsame Nebenwirkungen machen kann.

Sie stand jedenfalls um Mitternacht im Nachthemd vor ihrer Eingangstüre und schlug mit dem Regenschirm das Fenster in der Türe ein.

Die Nachbarn haben den Lärm gehört und -weil sie dachten, da bricht jemand ein- haben sie die Polizei gerufen.

Die haben die Frau dann wieder ins Bett gebracht – keine Ahnung, was sie denen erzählt hat, sie selbst erinnert sich bei der ganzen Geschichte nämlich auch an nichts mehr …. die Nachbarn haben sie später über die kaputte Türe aufgeklärt.

Ein Typischer Fall. Was steht noch in der Packungsbeilage?

Schlafwandeln und damit assoziierte Verhaltensweisen wurden von Patienten berichtet, die Zolpidem (Stilnox) eingenommen hatten und nicht vollständig wach waren. Dazu zählten unter anderem Auto fahren im Schlaf, Zubereiten und Verzehren von Mahlzeiten, Telefonieren, Geschlechtsverkehr, ohne dass sich die Betroffenen später daran erinnern konnten (Amnesie).

Kleine Nothilfe

Eine junge Frau kommt sehr nervös und kurz vor dem Weinen in die Apotheke.

Frau: „Hallo? Ich brauche Hilfe – ich werde verfolgt! Könnte ich ihr Telefon benutzen?“

Pharmama. „Sicher.“

Ich denke sie will die Polizei anrufen. Sie nimmt aber ihr Portemonnaie hervor, durchsucht es -wohl nach einer Telefonnummer- und sagt dann (jetzt fast schon panisch): Oh nein, ich habe die Nummer nicht dabei!“

Pharmama: „Kann ich sie vielleicht für sie nachschauen?“

Immerhin habe ich den Computer mit Internetverbindung grad nebendran und das directories (das Internet-Telefonbuch) ist wirklich praktisch.

Frau: „Oh, ja, bitte! Ich brauche die Nummer vom ….“ (einer Unterkunft mit psychiatrischer Betreuung).

Ich wundere mich nur etwas, suche die Nummer heraus, wähle und gebe ihr das Telefon. (Seit ein paar Betrüger über Telefone in Geschäften gebührenpflichtige Nummern angerufen haben, wähle ich grundsätzlich selbst für die Kunden).

Wenig später wird sie abgeholt.

Aber was ich schön finde ist: dass sie uns als „sicheren Hafen“ erkannt und genutzt hat.

Kosmetika – Bekenntnis

Ich arbeite ja in einer Apotheke/Drogerie mit Kosmetikabteilung, aber ich muss zugeben, dass ich viel lieber die Leute bezüglich ihrer Gesundheitsprobleme und Medikamente berate als über Kosmetika und Hautpflegeprodukte.

Das hängt natürlich in erster Linie damit zusammen, dass ich ersteres besser kann, weil ich es gelernt habe, mich regelmässig weiterbilde und einige Jahre Erfahrung habe – dagegen habe ich wenig eigene Erfahrung und nur bruchstückweise Weiterbildungen mit den Kosmetika. Zum anderen aber habe ich auch echt Mühe mit manchen Aussagen der Branche. Ich selbst kann nicht wirklich mit ernstem Gesicht und voller Begeisterung sagen: „Diese Hautcreme macht ihr Gesicht 10 Jahre jünger!“ – sicher, Hautpflege ist wichtig und man sieht es den Leuten schon an, ob sie das machen oder nicht. Manche sind erstaunlich … gut erhalten. Aber Wunder oder Zeitreisen habe ich noch keine gesehen.

Ich war schon an Weiterbildungen und dem Vorstellen neuer Produkte. Vieles hört sich gut an, bei anderen Sachen jedoch muss ich mir ein Grinsen verkneifen. Z.B. wenn eine Firma behauptet, sie habe „3 Arten von Vitamin C in ihrer Creme, eines davon Fettlöslich.“ Ok, der Wirkstoff ist vielleicht mit Vitamin C verwandt, aber so ich weiss, gibt es nur 1 Vitamin C (Ascorbinsäure) und alles andere ist … etwas anderes. Oder wenn eine andere Firma sagt, sie benutze „Tiefseewasser“ in ihrem Produkt, weil das viel wertvoller ist als normales Wasser oder Meerwasser. Oder eine Creme, die laut Prospekt etwas enthält das „die Haut strahlen lässt, weil es Licht streut, Licht reflektiert und Licht emitiert.“ Soso, die Creme strahlt also von selbst Licht aus? Die leuchtet demnach auch im Dunkeln?

Ok, vielleicht bin ich einfach zu kritisch.

Ganz unglaublich finde ich die Bilder der Frauen in der Werbung – sei das jetzt im Fernsehen oder Print – da wird nachbearbeitet, dass es am Schluss wirklich nur noch ein Kunstprodukt ist – in England haben sie jetzt offenbar sogar eine Werbecampagne zurückziehen müssen, bei der sie es mit dem Photoshop übertrieben haben (s. Bilder oben). Kein Mensch hat solche Haut! Ohne Cremen nicht und auch mit schmieren und salben nicht. Unmöglich. Und dabei meine ich nicht nur die Fältchen, da ist kein Fleckchen und keine Pore mehr sichtbar. Und die Werbung weckt (unrealistische) Erwartungen.

Ich bin jedenfalls den überzeugten Drogisten dankbar, die mir die Kosmetikberatungen abnehmen. Die kennen ihr Handwerk und können die richtige Creme aussuchen – und sie mit den richtigen Worten auch verkaufen.

Pflaster gefällig?

Ja, liebe ärgerliche Mama, ich habe ihnen ein Pflaster für ihr Kleinkind, das sie in der Apotheke herumrennen lassen haben.

Aber vielleicht denken sie das nächste Mal daran, dass dies hier kein Spielplatz ist und wir nicht der Kindergarten. Das heisst: hier gibt es scharfe Kanten, ätzende Lösungen und viel giftiges Zeug.

Es ist ihre Aufgabe, ein Auge auf ihr Kind zu haben.

Darf es eines mit Bildchen drauf sein?

:-)